Die Techno Classica 2012 hatte wieder ein reichhaltiges Angebot an klassischem Blech. Die Autohersteller zeigten wieder ausgewählte Exponate ihrer Geschichte, Händler hatten in den Hallen hochkarätige Vorkriegsfahrzeuge im Angebot und auf dem Freigelände nicht ganz so teure Klassiker, der Ersatzteilmarkt war wie gewohnt gut bestückt, Spezialisten für Restauration und Pflege waren ebenso vertreten wie die Fachzeitungen, Bücherhändler und Anbieter von Modellautos. Für viele jedoch sind die eigentlichen Stars die vielen Clubs, die auf liebevoll und detailliert gestalteten Ständen ihre Old- und Youngtimer präsentieren. Die US-Clubs sind traditionell im Keller (Halle 1A) versteckt, die meisten anderen Clubs in den oberen Hallen. Doch da die Clubs immer weniger Fläche erhalten und immer mehr kommerziellen Verkäufern weichen müssen, sind viele Clubs mittlerweile nicht mehr auf der Techno Classica vertreten. Eine unschöne Entwicklung, die aber offenbar die Macher der TCE nicht weiter stört. Daher fangen wir in dieser Bildergalerie auch gleich mit den Clubständen an.

Die deutschen Automobilhersteller BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen haben mittlerweile ganze Hallen gemietet und zeigen dort Fahrzeuge aus ihren Museen. Bei BMW und Mercedes-Benz liegt dem Stand oftmals ein bestimmtes Thema zugrunde und in der „Volkswagen-Halle“ präsentieren sich die einzelnen Marken des Konzerns. Dominant ist dabei natürlich die Marke Volkswagen, aber auch Audi und Skoda haben stets großzügige Stände. Beim Gemeinschaftsstand von Bentley/Bugatti muss man immer rätseln, ob sie Neuwagen präsentieren und ein altes Modell dazugestellt haben oder umgekehrt. Opel hat einen festen Platz in der Halle 2 und nimmt in der Regel ein Jubiläum zum Anlass, diese Modellreihe zu präsentieren. Ford bucht regelmäßig eine Fläche in der Halle 3 und dort stellen Ford-Clubs zu einem bestimmten Thema aus. Diesmal waren es die ersten Baureihen des Ford Taunus. Aber überall in den anderen Hallen waren natürlich deutsche Fahrzeuge aller Jahrgänge und „Klassen“ zu finden, vom DKW F12 Roadster (Bj. 1965) bis zu den großen und edlen Horch-Cabriolets am Stand vom Oldtimer Center Osnabrück.


Die erste Bilderreihe zeigt Fotos vom Opel-Stand.

 

Mercedes-Benz stellte in diesem Jahr das Thema „SL“ in den Mittelpunkt. Highlight war natürlich der 300 SL Rennsportwagen von 1952. Auf dem Stand des Oldtimer Center Osnabrück (OTC) war ein Mercedes-Benz 3,2 A aus dem Jahr 1939 zu finden und in der Halle 1A ein Unimog U 25 von 1952.

Bei BMW war das Thema in diesem Jahr mal wieder nicht erkennbar. Bei der Präsentation könnte man sich durchaus mal mehr Gedanken machen.

Auch Volkswagen stellte wieder einige Raritäten aus. Der sehr seltene Typ 1 Beutler Pickup von 1951 war dabei ebenso sehenswert wie der auch „Fridolin“ genannte Typ 147. Audi glänzte im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Grand Prix-Rennwagen Typ C. Ursprünglich aus dem Jahr 1936 wurde er im Jahr 2008 rekonstruiert. Eine Rallye-Ikone schlechthin war der Audi Sport quattro S1 Pikes Peak von 1986, mit dem Walter Röhrl der Konkurrenz einst das Fürchten lehrte. Sehr schön war auch der Audi 14/35 PS Typ C Alpensieger von 1919.

Skoda zeigte mit dem Popular, warum die Firma bereits in den Dreißiger Jahren sehr populär war.

Bentley und Bugatti hatten wie gewohnt einen kleinen Gemeinschaftsstand. In diesem Jahr waren dort ein wunderschöner Bugatti Typ 57 Atalante aus den Dreißiger Jahren, ein Typ 13 Brescia aus den Zwanzigern, ein Bentley 3,5 ltr. Saloon (1933) und ein Bentley R-Type Continental von 1954 zu finden.

Regelmäßig mit einem eigenen Stand vertreten ist auch Volvo. Diesmal widmete man sich der Kombi-Version des Amazon. Ob in der Urform, als Feuerwehr- oder Polizeifahrzeug oder alternativ mit Elektroantrieb (bereits 1967!) – Volvo ist immer präsent.

Aus unserem Nachbarland Frankreich präsentierten sich nicht nur die Clubs mit interessanten Fahrzeugen, auch in den anderen Hallen gab es hier und da ein Schmuckstück zu finden aus dem Land von Asterix und Obelix.

Fahrzeuge aus Italien haben fast immer einen sehr sportlichen Charakter. Ob Ferrari, Maserati oder Alfa Romeo – sie nur herumstehen zu sehen ist viel zu schade. Aber in Essen sind ihre klangvollen Motoren leider nicht zu hören. Volkswagen hatte auf seinem Stand sogar ein herrliches Cisitalia 202 Coupé von 1952 und eine absolute Rarität war der Ruggeri Grand Prix, der ohne Karosserie zu sehen war.

Neben den beeindruckenden Klassikern der US-Clubs gab es bei den Händlern vor allem amerikanische Vorkriegsfahrzeuge zu sehen (und zu kaufen).

Auch unter den britischen Fahrzeugen auf der diesjährigen Techno Classica waren wieder besondere Raritäten zu finden. Der Schweizer Klassikerhändler Lukas Hüni stellte u.a. ein Riley 105 Transformable Coupé aus dem Jahr 1949 aus, das eine sehr markante Karosserie aufwies. Auch der Jaguar XK 120 Ghia Supersonic (1952) hatte eine sehr individuelle Karosserie. In der BMW-Halle gab es noch einen Rolls-Royce Phantom II Continental Touring (1934) zu sehen und das Jaguar SS 1 Coupé von 1933 war ebenfalls ein Blickfang.

In der Halle 6 rund um das SIHA-Gebäude versammelte sich in diesem Jahr die größte Zahl von Sportwagen von Pegaso. In den Fünfziger Jahren baute der auf Nutzfahrzeuge ausgerichtete Hersteller einen eigenen Sportwagen, der zwar wunderschön, jedoch nicht sehr erfolgreich war. Insgesamt sollen zwischen 86 und 100 Pegaso-Sportwagen gebaut sein. In Essen fand die größte Zusammenkunft von Pegasos statt, die es bisher gab.

Porsche-Fahrzeuge gab es wie gewohnt in der Halle 3 zu sehen. An deutschen Fabrikaten waren viele alte Marken quer über die Hallen verteilt zu finden. Bei VW waren u.a. noch ein Lloyd LT 500 (1953), ein DKW F89L (1953) und ein Horch 830 (1935) zu finden, beim OTC u.a. ein Horch 853 Sport-Cabriolet und ein Horch 951 A Sedan-Cabriolet (1939).

Wer zwischendurch frische Luft benötigte, konnte auf den Freiflächen in der Sonne spazieren gehen und das eine oder andere interessante Fahrzeugangebot näher beleuchten. Mein Highlight dort war der blaue Opel Blitz-Bus.

Hatte sich Essen 2012 wieder gelohnt? Ein klares „Ja“ mit einer Kritik: Die Clubs werden immer weiter zurückgedrängt. Es wäre schön, wenn dieser Trend endlich ein Ende finden und man das Engagement der Clubmitglieder seitens der Veranstalter mehr würdigen würde. Sie sind „das Salz in der Suppe“ und ohne sie wäre die Techno Classica Essen nur halb so attraktiv.