Detroit Style: Car Design in the Motor City, 1950–2020

Meine Schwester und mein Schwager besuchten diese Woche das Detroit Institute of Arts in Detroit. Dort läuft derzeit die Ausstellung  „Detroit Style: Car Design in the Motor City, 1950–2020“. Von der Ausstellung hat sie mir einige Fotos geschickt. In der Ausstellung sind ein Dutzend interessante Fahrzeuge zu sehen, u.a. der GM Buick LeSabre, eine Konzeptstudie aus dem Jahr 1951.

 

Gegen dieses Luxuscabriolet mit Kompressor V8, Leichtmetall-Karosserie und einem atemberaubendes Düsenjäger-Styling sahen andere Fahrzeuge dieser Zeit aus wie Vorkriegsfahrzeuge. GM zeigte damit alles, was zu dieser Zeit technisch machbar war und demonstrierte eindrucksvoll die Kompetenz und den Ideenreichtum der eigenen Leute. Das Cabrio verfügt über ein per Regensensor gesteuertes Stoffverdeck – im Jahr 1951. Die Karosseriebleche und der Sandwichboden bestehen aus Aluminium, Türsäulen, Spritzwand, Windlauf und Kofferraumdeckel aus Magnesiumgussteilen. Auf Knopfdruck dreht sich der einem Düsenjäger nachempfundene Frontgrill und offenbart das Scheinwerferpaar. Unter dem extrem flachen Fronthaube werkelt ein Hightech-V8, dessen Komplexität im Vergleich zur damaligen Serientechnik jeder Beschreibung spottet und eher einem Renntriebwerk gleicht. Im Normalbetrieb läuft dieser Hemi-V8 mit herkömmlichen Kraftstoff als Saugmotor, doch wenn das Gaspedal durchgetreten wird, tritt ein zweistufiges Doping-Programm in Aktion: Zuerst öffnet ein zweiter Bendix-Vergaser und verarbeitet Methanol, das er aus einem separaten Tank bezieht. Bei Vollgas tritt zudem ein direkt vor dem Ansaugtrakt platzierter Roots-Kompressor in Aktion. Das Resultat sind 335 SAE-PS aus 3,5 Liter Hubraum. GM-Chefdesigner Harley Earl nutzte den GM Buick LeSabre ausgiebig und legte mehr als 45.000 Meilen mit ihm zurück.

 

Neben dem LeSabre gab es den GM Firebird III von 1958 zu sehen. Er war das einzige Mitglied des Firebird-Trios, das direkten Einfluss auf das Design der Serienfahrzeuge von General Motors hatte. Der Cadillac von 1959 verfügte über einige der Oberflächenentwicklungen des Firebird III und seine starke Schwellerverkleidung. Der 1961er Caddy nahm die hinteren Skegs des Firebird auf - diese stumpfen kleinen Flossen, die von den Unterseiten der hinteren Kotflügel hingen. Der Firebird III hat eine Reihe von Styling-Regeln des legendären GM-Designers Harley Earl gebrochen und das ist einer der Gründe, warum er zu einem so wichtigen Design wurde. Es hatte sehr wenig Chrom und keine parallelen Linien. Das Fahrzeug verleiht auch den Heckflossen den ultimativen Twist, das Konzeptcar erinnert mehr an einen Düsenjäger als an ein straßentaugliches Automobil.

 

 

Die Designer aus Detroit waren schon immer führend im Autodesign. Die futuristischen Konzeptautos, brüllenden Muscle-Cars und schnittigen Rennwagen, die in und um die Stadt herum entworfen wurden, prägen unsere Vorstellung davon, was ein Auto sein kann. Auf Papier, Ton und Metall treiben ihre Ideen die amerikanische Autokultur voran und prägen unser tägliches Fortkommen.

 

Diese vom Detroit Institute of Arts organisierte Ausstellung hebt die Kunst und den Einfluss der Detroiter Autodesigner von 1950 bis heute hervor. Es werden zwölf Coupés und Limousinen zusammengebracht, die in diesem Zeitraum von 70 Jahren entworfen wurden, um bedeutende Errungenschaften in Stil und Technologie hervorzuheben. Die zwölf Autos umfassen einzigartige Beispiele experimenteller Showcars, die für die Ausstellung entwickelt wurden, und ikonische Serienmodelle, die an den Massenmarkt verkauft werden. Konstruktionszeichnungen ermöglichen es den Besuchern, sich die kreativen und innovativen Prozesse vorzustellen, die ein Fahrzeug vom Reißbrett auf die Straße bringen.

 

Eine Auswahl an Gemälden und Skulpturen beleuchtet die Konversation zwischen der amerikanischen Kunstwelt und der Autokultur von den 1950er Jahren bis heute.

 

Zeitraum: 15.11.2021 – 09.01.2022

 

Das Detroit Institute of Arts (DIA) in Detroit,  Michigan, ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Vereinigten Staaten. Es wurde 1885 gegründet. Die Sammlung umfasst mehr als 65.000 Exponate, beginnend mit der Kunst Altägyptens bis zur zeitgenössischen Kunst. Ein Schwerpunkt ist die Kunst- und Kulturgeschichte der USA seit dem 18. Jahrhundert. Das Fresko Detroit Industry in der Mitte des Museums gilt als eines der wichtigsten Werke Diego Riveras. Nach der Beantragung der Insolvenz durch die Stadt Detroit stand auch die Zukunft des Detroit Institute of Arts in Frage. Ein Verkauf der Sammlung konnte abgewendet und das Museum durch eine neue Trägerschaft dauerhaft gesichert werden.