Grand Prix Festivals in Ibbenbüren

In den Jahren 1998 und 2001 fanden in Ibbenbüren zwei Veranstaltungen statt, die in dieser Form einzigartig außerhalb der klassischen Rennstrecken wie dem Nürburgring oder Goodwood waren. Ausschließlich Rennsportwagen der 20’er und 30’er Jahre trafen sich in Ibbenbüren zum Grand Prix Festival. In der City präsentierten sich die Fahrzeuge, richtig erleben konnte man sie aber auf der eigens eingerichteten Bergrennstrecke in Lienen, der Holperdorfer Straße. Hier grollten die Motoren von Bugatti Typ 35 B Grand Prix, Alfa Romeo 8C 2300 Le Mans, mehreren Mercedes SSK, BMW 328, des Alvis 4,3 ltr. Roadster, Talbot 4 ltr. Husband Special, Riley 12/6 TT, MG P Supercharged LM, Maserati 4CM Grand Prix und Amilcar CGSs. Raritäten wie ein Bucciali Grand Prix oder der einzige fahrbereite, nur zweimal gebaute Allrad-Bugatti Typ 53 Grand Prix waren auf der Strecke ebenso zu sehen wie das BMW 328 Touring Coupé, mit dem seinerzeit Huschke von Hanstein die Mille Miglia gewann. Im gleichen Jahr, als die Stadt Ibbenbüren das Fahrzeug in Ibbenbüren zeigte, präsentierte BMW den Nachbau auf der Techno Classica in Essen. Mittlerweile hat BMW auch das Originalfahrzeug für eine nicht näher bekannte Summe erworben.

Beide Veranstaltungen waren ein echtes Highlight. Wann konnte man in unseren Regionen solche Fahrzeuge nicht nur in dieser Anzahl und Qualität bei einer Veranstaltung sehen, sondern auch auf der Rennstrecke erleben? Es waren tolle Festivals, die die Stadt Ibbenbüren mit dem Team um Heinz Elfers auf die Räder gestellt haben. Schade, dass es keine weiteren Veranstaltungen dieser Klasse mehr in Ibbenbüren gibt.

Bugatti-Deutschland-Treffen 1996 und mehr...

Das zweite Bugatti-Treffen in Ibbenbüren fand 1996 statt. Zahlreiche Grand Prix-Rennwagen, Grand Sport-Modelle, schicke Coupes und Limousinen der Molsheimer Nobelmarke hatten ihren Weg in die kleine Bergmannsstadt gefunden. Natürlich zeigten die stolzen Besitzer ihre Schätze in der Innenstadt von Ibbenbüren den Zuschauern, machten aber auch Ausfahrten durch das Tecklenburger Land. Rast wurde u.a. auch am Jagdschlösschen Velpe eingelegt, wo diese Aufnahme gemacht wurde.

Aber nicht nur der Bugatti-Club Deutschland traf sich mehr als einmal in Ibbenbüren. In den Jahren 2004 und 2010 fanden hier Clubtreffen klassischer Alfa Romeo statt, bei denen insbesondere Nachkriegsmodelle wie die Giulia Bertone Coupé, der Sportwagen Montreal, 2600 SZ, 6C 2600 Freccia d’Oro Cabriolet und diverse Giulia und Giulietta in allen Variationen. Dabei waren auch „Gastteilnehmer“ wie ein Ermini oder ein Fiat 8V. Auch der Rolls Royce und Bentley Club Deutschland hat schon Station in Ibbenbüren gemacht und war mit Fahrzeuge bis in die 50’er Jahre angereist.

Ein sehr schönes Treffen aus Sicht eines Liebhabers von Vorkriegsfahrzeugen war die CitrOrange 2000, bei denen Dutzende von Citroen aus den 20’er und 30’er Jahren den Ibbenbürener Kirchplatz bevölkerten.

In den Neunziger Jahren fanden im nördlichen Osnabrücker Landkreis in Ankum Oldtimertreffen statt. Ein gutes Dutzend Morris Minor versammelten sich 1999 in Tecklenburg und zwei Jahre zuvor trafen sich in Tecklenburg-Leeden auf dem Campingplatz zahlreiche VW Bullis, also die weltberühmten Transporter von Volkswagen der ersten Generation. Im Jahr 2000 gab es Oldtimerausfahrt Georgsmarienhütte, die leider aufgrund des ungünstigen Wetters nicht so erfolgreich war. Im darauffolgenden Jahr fand die MobilEmotion Osnabrück statt. 100 Jahre Karmann gab es zu feiern und die Osnabrücker Innenstadt stand ein Wochenende lang im Zeichen des Automobils. Leider nicht im Zeichen der Automobilhistorie der Firma Karmann. Die besten Flächen des Osnabrücker Schlossgartens waren reserviert für Osnabrücker Autohändler, während die angereisten Liebhaber der Karmann-Oldtimer an den Rand des Geschehens gedrängt wurden. Ein Höhepunkt der ersten MobilEmotion war der längste Cabrio-Konvoi, bei über 1.000 Cabrios über den Osnabrück Wall fuhren. Die beiden Nachfolgeveranstaltungen in den darauffolgenden Jahren entpuppten sich immer mehr zu reinen Händlerausstellungen und schnell hatte sich das Thema wieder erledigt.

2002 war ich zur Wiehengebirgsrallye des MSC Vehrte gefahren und 2003 zum Corvette-Treffen am Automuseum Melle. 2005 gab es das kleine Oldtimertreffen am Schloss in Bad Iburg und einige Wochen später führte die NRW Classic des AMC Ibbenbüren auch auf den Osnabrücker Domhof. Gleich mehrfach führten auch die „2.000 Kilometer durch Deutschland“ in unsere Region. 1998 war Osnabrück Etappenziel und zahlreiche Klassiker bevölkerten den Osnabrücker Domhof, während die Teilnehmer in Osnabrück übernachteten. Mein Favorit war damals der Alfa Romeo RL SS Targa Floria aus dem Jahr 1924. 2001 führten die „2.000 Kilometer“ durch Ibbenbüren und 2005 war eine Durchfahrtkontrolle in Tecklenburg. Erneut durch Osnabrück ging es 2010 wieder, diesmal aber nur noch in der Mini-Version. Seit die Traditionsfahrt in neue Hände gekommen ist, hat sich das Teilnehmerfeld offenbar stark reduziert.

Seit Jahren ist auch das Bergrennen in Borgloh eine Bank. Zahlreiche Klassen fahren hier um Bestzeiten, für mich als Oldtimer-Fan ist es weniger interessant. 1997 waren der Porsche 356 Cup und die Triumph Competition mit jeweils einem knappen Dutzend Fahrzeugen dabei und 1998 waren für mich nur zwei MG, der BMW-Baum Formel 2 (1947) und der AFM Formel 2 (1950) sowie einige Besucherfahrzeuge interessant. Seitdem war ich allerdings auch nicht mehr in Borgloh dabei.

Bis vor einigen Jahren veranstaltete auch der Käfer-Club Osnabrück (ein Teil meiner eigenen Historie) sein regelmäßiges Käfer-Treffen. Zunächst in Lengerich, erfolgte später der Umzug nach Wallenhorst. Doch in den letzten Jahren sind diese Treffen auch „eingeschlafen“, auch wenn es den Club selbst noch gibt. 2011 soll es aber wieder ein Treffen geben, diesmal am Museum Industriekultur in Osnabrück im Rahmen der Sonderausstellung "Richtig in Fahrt kommen". 

Fest im Terminkalender ist seit 25 Jahren die Techno Classica Essen. Auf der größten Oldtimermesse der Welt gibt es nichts, was es nicht gibt. Es wird ein Oldtimer in der Preisklasse bis 5.000 Euro gesucht - kein Problem in Essen. Bis 500.000 Euro - überhaupt kein Problem. Bis 5.000.000 Euro - dürfte auch kein Problem darstellen. Ersatzteile gesucht, Zubehör, Literatur, Modelle oder Fachbetriebe - in Essen ist alles zu finden. Aber man muss aufpassen, Schnäppchen sind nur selten zu finden. Dafür aber ein extrem umfangreiches Angebot für Alle, die schauen wollen. Hervorragende Clubstände, umfangreiche Präsentationen der Hersteller, Exponate aus Museen, exklusive Fahrzeuge bei diversen Händlern. Wir fahren immer mit der Bahn am Eröffnungstag. Am Wochenende ist es zu voll.

Noch vor Essen geht es immer öfters zur Classic Motorshow Bremen. Klein, aber fein. Drei Hallen für Automobile, eine für Motorräder und eine für Ersatzteile. Dazu weitere Fahrzeuge von Privatverkäufern im meist eiskalten Parkhaus. Jedes Jahr hat die Classic Motorshow einen Schwerpunkt. Mal sind es deutsche Sonderkarosserien, mal 100 Jahre Bugatti, dann wieder das Alfa Romeo-Jubiläum. Und immer ein toller Stand der Borgward IG. Drei, vier Stunden und man ist durch.

Während unseres Urlaub im August 2012 waren wir in Amerang in der Nähe des Chiemsees. Natürlich gehörte für mich ein Besuch im dortigen EFA-Automobilmuseum zum Pflichtprogramm. Gut 200 Oldtimer repräsentieren die deutsche Automobilgeschichte bis in die 60'er Jahre. Ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge stammen aus der Vorkriegszeit. Nicht nur Mercedes-Benz, BMW, Horch und Opel sind dort vertreten, sondern auch Brennabor, Hanomag, Adler, Maybach, Audi, Stoewer, Apollo, Zündapp, Heinkel, Porsche, Borgward, Wanderer und viele andere Marken, die in den letzten 120 Jahren in Deutschland gebaut wurden. Für den Rundgang sollte man sich ruhig etwas Zeit nehmen. Wer in der Nähe vom Chiemsee ist, sollte sich dieses Museum unbedingt ansehen. Allerdings sollte er sich sputen, denn derzeit baut der Eigentümer im Herzen von Berlin auf der Museumsinsel ein neues Automuseum, in das die Fahrzeuge aus Amerang in ca. zwei Jahren umziehen werden.