1. Mercedes-Benz Typ Nürburg 500 Pullman-Limousine, Baujahr 1934, ehemals im Besitz Kaiser Wilhelm II.

Der Mercedes-Benz W 08 war der Nachfolger des Typ 400 und wurde im Herbst 1928 als Mercedes-Benz 18/80 PS Typ Nürburg 460 auf der Pariser Automobilausstellung vorgestellt. Es war das erste Fahrzeug von Daimler-Benz mit einem Achtzylindermotor. Konstruiert wurde er in kurzer Zeit von Ferdinand Porsche und mit ihm sollte dem Horch 8 Paroli geboten werden. Der Achtzylinder-Reihenmotor mit 4.622 ccm leistete 80 PS, womit eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h möglich war. Für nach Kundenwunsch gefertigte Aufbauten externer Karosseriebauer waren ein längeres und ein verkürztes Fahrgestellt lieferbar. Werksseitig wurden Tourenwagen mit vier und sechs Sitzen, eine viertürige Limousine, eine Pullman-Limousine mit sechs Sitzen sowie ein viertüriges Cabriolet D lieferbar. Ab 1931 wurde mit dem Typ Nürburg 500 ein zusätzliches Modell mit stärkerem Motor angeboten. Dieser hatte nun 4.918 ccm Hubraum und leistete 100 PS. 1934 wurde der Nachfolger des Typs Nürburg vorgestellt. Der Motor war gleichgeblieben, jedoch wurde die Karosserielinie modernisiert: Der flache Kühlergrill des Nürburg wurde durch ein leicht gepfeiltes, etwas nach hinten geneigtes Exemplar ersetzt. Auch die Windschutzscheibe bekam eine leichte Neigung nach hinten. Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 115 km/h.

 

Einen solchen Typ Nürburg 500 lieferte Daimler-Benz 1934 in die Niederlande. Dort befand sich zu dieser Zeit der ehemalige Deutsche Kaiser Wilhelm II. seit 16 Jahren im Exil. Das Gewicht dieses Mercedes-Benz beträgt fast 3.000 Kilogramm, was vor allem auf die Panzerung zurückzuführen ist. Auch das Fahrwerk musste entsprechend verstärkt werden. Das Auto verfügt über eine Fußbodenheizung. Der Kaiser war durch eine zweite Scheibe vom Fahrer getrennt, konnte jedoch über ein Signalsystem mit diesem kommunizieren. Durch Drücken auf entsprechende Knöpfe konnten die Kommandos "Schnell", "Langsam", "Halt", "Links", "Rechts", "Kehrt" und "Haus" vermittelt werden. Die Befehle wurden dann auf dem Armaturenbrett angezeigt. Der marinegraue Lack verrät die Vorliebe des Kaisers für die Flotte. Seine Tage im Exil verbrachte der Ex-Kaiser zunächst auf Schloss Amerongen und später auf dem Landgut "Huis Doorn" in Doorn, wo er 1941 starb.