Mit der Oldtimer IG Osnabrück zum Metropole Druten (NL)

19.02.2024

Was haben wir eigentlich falsch gemacht in unserem Leben?

 

Diese Frage habe nicht nur ich mir gestellt, sondern auch zahlreiche andere Mitglieder der Oldtimer IG Osnabrück e.V. bei unserem Besuch im Metropole Druten am 17. Februar. Mehr als 200 Klassiker, vom Kleinstwagen bis zum großen LKW-Gespann, vom verhältnismäßig günstigen Fiat 500 bis zum hochpreisigen Bugatti Typ 57, sorgten für Fotomotive im Überschuss. Die Fahrzeuge gehören überwiegend dem niederländischen Sammler Frans van Haaren, aber auch andere Besitzer wertvoller Klassiker haben ihre Fahrzeuge als Leihgabe in diesem „Parkhaus“ abgestellt und einige Fahrzeuge im Museum sind laut Homepage von Metropole Classic sogar zu verkaufen. Ein „Parkhaus“, in dem im Obergeschoss die Fahrzeuge in langen Reihen unter Kronleuchtern aufgestellt sind.

 

Besonders an diesem Museum ist, dass alle Fahrzeuge – bis auf einen Alfa Romeo – frei zugänglich sind. Keine Absperrungen hindern den Besucher daran, sich die Klassiker näher anzuschauen. Immer ist mindestens ein Fenster geöffnet, so dass man den Kopf (oder die Kamera) hineinhalten kann, um auch den Innenraum näher zu betrachten. Egal, ob beim Brezelkäfer oder einem der millionenteuren Ferrari, beim seltenen Mazda Cosmo 110 S Coupé oder beim Mercedes-Benz 540 K. Dass man aber die Fahrzeuge nicht berührten sollte, wurde auf großen Tafeln hingewiesen, und ehrenamtliche Helfer hatten nicht nur einen Blick darauf, sondern standen auch für Fragen freundlich und informativ bereit.

 

Nachdem ich im Obergeschoss die Tür zur Halle durchquert hatte, stand ich vor dem einzigen abgesperrten Fahrzeug in der Sammlung, einem Alfa Romeo 8C 2900 A Botticella. Das Fahrzeug, rund 30 Millionen Euro wert, ist ein Rennwagen mit der Bezeichnung 8C-35 Tipo C aus dem Jahr 1936. Von dem Modell 8C 2900 wurden zwischen 1935 und 1939 rund 30 (andere Quellen sagen 43) Fahrzeuge gebaut, überwiegend Rennwagen, aber auch einige elegante, technisch hochstehende Einzelfahrzeuge. Vom Rennwagen 8C-35 Tipo C sollen 1935/1936 nur sechs Exemplare gebaut worden sein, von dem nur zwei heute noch existieren.

 

Auf der rechten Seite waren rund 25 wertvolle und seltene Vorkriegsklassiker zu finden. Neben einem Bugatti Typ 57 waren mehrere Bentley, diverse Alfa Romeo, ein Floretta Itala Grand Prix Car, ein Rolls-Royce Silver Ghost, aber auch ein Mercedes Simplex 65 PS Zweisitzer Raceabout, ein Mercedes-Benz 500 K Touring Phaeton, zwei Mercedes-Benz 540 K Cabriolets und ein Mercedes-Benz SSK „Black Bear“ zu bestaunen. Der SSK 27/170/225 PS, der auf einem verkürzten SS-Fahrgestell aus dem Jahr 1930 entstand, gehört Frans van Haaren, Dieser hat mit dem Fahrzeug und dem Team „Black Bear“ mehrfach an der Mille Miglia teilgenommen.

 

Auch hinter den Vorkriegswagen blieb es sehr exklusiv. Bei dem knappen Dutzend Fahrzeugen drehte sich alles um den Namen „Ferrari“. Renn- und Sportwagen aus den 1950er und 1960er Jahren, aber auch einige neue Modelle (bei Fahrzeugen aus diesem Jahrhundert streikt meine Kamera) sorgten bei so manchem Freund klassischen Rennsports für leuchtende Augen.

 

Dann ging es zu den langen Reihen in der Halle. Hier alles aufzuzählen, würde den Rahmen für diesen Bericht deutlich sprengen. Die Reihen waren ein wenig nach Modellen und Herstellungsländern sortiert. So waren drei Karmann Ghia, mehrere VW Käfer der frühen Jahre, darunter auch ein schwimmfähiger Käfer aufgereiht, am Ende der Halle standen zwei T1-Samba, ein T1-Camper und eine T2-Pritsche. Davor gab es drei Klassiker der Frühzeit mit einem Bugatti Typ 13, einem Detroit Electric Model 47 Brougham Chassis und einem De Dietrich 16 HP zu sehen.

 

Frankreich wurde repräsentiert mit mehreren 2CV, u.a. einer 4x4 Sahara-Ente, zwei DS und einem Renault Ondine (die 1960 bis 1962 gebaute Luxusvariante des Renault Dauphine), es gab mehrere seltene Fiat wie z.B. dem stromlinienförmigen, mit einer großen Heckfinne versehenen Fiat 1100 TV Padova und eine ganze Reihe Fiat 500 und Fiat Topolino in allen Variationen. Amerikanische Klassiker wie z.B. Corvette C1 oder ein T-Bird mit Erstbesitzer Humphrey Bogart, britische Klassiker von Lotus und Triumph oder japanische Legende wie ein äußerst seltener Mazda Cosmos 110 S Coupé oder ein Datsun 240 Z und natürlich ein Daf 32 Dafodil, das einzige niederländische Fahrzeug in der gesamten Automobilsammlung, waren ebenfalls vertreten.

 

Mercedes-Benz war auch hier mit mehreren, hinter einander aufgereihten Traumwagen vertreten. Darunter zwei Mercedes-Benz 600 Staatskarossen, einem 300 SL Roadster und einem Flügeltürer sowie mehreren Pagoden. In der letzten Reihe parkten mehrere klassische BMW, vom BMW 327 Cabriolet bis zum BMW 2500 und die gezeigten Modelle aus Zuffenhausen ließen das Herz eines jeden Porsche-Fans höherschlagen. Porsche 356 Speedster, 356 A Speedster, 356 B Carrera und weitere Raritäten aus Stuttgart sorgten für viele Klicks – nicht im Internet, sondern Klicks der Kameras.

 

Das war es zu den Automobilen. Der Zustand der Fahrzeuge reichte von „sehr viel Patina“ bis zum Concours-Zustand. Die meisten Fahrzeuge waren im Originalzustand, wobei mir natürlich sofort die fehlerhaften Rücklichter und die aufgesetzten Blinker auf den Kotfügeln beim Brezelkäfer irritierten.

 

In der zweiten Halle hatte nicht nur ich Probleme, die dort ausgestellten Fahrzeuge komplett auf das Bild zu bekommen. Gerade erst waren einige Fahrzeuge aus einer deutschen Sammlung hinzugekommen. Mehr als 30 historische LKW und Sattelzüge standen hier dicht neben- und hintereinander, Faun, Scania, Volvo, Mercedes-Benz, M.A.N., Büssing, Bean, Berna und natürlich Daf gehörten zu den Marken, die zu sehen waren. Von der Empore aus hatte man einen sehr guten Überblick.

 

Zum Schluss ging es noch ins Erdgeschoss zu Metropole Sales. Hier warteten weitere 60 Klassiker. Diese konnten aber alle käuflich erworben werden. Ob nicht so seltene Fahrzeuge wie BMW Isetta, VW Käfer, Citroen DS, Raritäten wie der Goggomobil Dart Roadster, der Fiat 500 Jolly, gleich zwei Hanomag 2/10 PS „Kommissbrot“ oder der Vespa 400, wie ein Ford Eifel Roadster mit Karmann-Karosserie, ein weiteres Mazda Cosmo 110 Coupé oder Hochpreisklassiker wie einem Lancia Aurelia B20 GT für eine knappe halbe Million Euro. Spannend die Frage, ob man den Trabi 601 für die geforderten 20.000,00 Euro an die Frau/den Mann bringen wird.

 

Die Auswahl der im Metropole gezeigten Klassiker ist sensationell. Ein solches „Parkhaus“ hätte ich auch gerne, nicht nur wie aktuell im Maßstab 1:87. Aber dafür fehlen mir die erforderlichen paar Euros. Augen auf bei der Berufswahl. Ich finde es daher prima, wenn Sammler ihre großartigen Sammlungen öffentlich machen wie dies hier im Metropole Druten, im Louwman-Museum oder seit letztem Jahr in Hessen in der Loh-Collection geschehen ist.

 

Das Nationale Automuseum „The Loh Collection“, das französische Automobilmuseum in Mulhouse (die ehem. Sammlung der Brüder Schlumpf), aber auch das Museum Prototyp in Hamburg, das Zylinderhaus, die Grundmann-Sammlung in Hessisch-Oldendorf und einige andere Automobilsammlungen stehen auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste.

 

Die Menge der Fotos, die ich im Metropole „geschossen“ habe, ist definitiv zu viel für diese Homepage. Aber einen Großteil habe ich nun in einem Fotobuch untergebracht.

 

Wie gesagt, einige Fahrzeuge aus dem Museum des Metropole Druten sind ebenfalls zu verkaufen. Darunter der Bugatti Typ 57. Ein idealer Start für eine eigene exklusive Sammlung. Für 700.000,00 Euro war er zu haben.

 

Hier geht es zu meinem Fotobuch zum Metropole Druten mit den Fotos und Beschreibungen.

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