In dieser Rubrik finden Sie/findet Ihr in unregelmäßigen Abständen den "Oldie des Monats".  Manche besonders schöne Exemplare bleiben auch mal ein paar Wochen länger im Mittelpunkt. Die bisherigen "Oldies des Monats" finden Sie/findet Ihr in der Spalte auf der rechten Seite.

Bugatti Typ 53, Baujahr 1931/1932

 

Bugatti-Klassiker sind schon immer selten und teuer gewesen. Ein außergewöhnlich seltener und interessanter Bugatti ist der Typ 53, der (je nach Quelle) zwei oder dreimal gebaute Allrad-Rennwagen. Anfang der dreißiger Jahre waren nicht nur reine Straßenrennen beliebt, sondern auch „Bergaufrennen“ mit kurvenreichen Anstiegen. Bugatti glaubte, dass ein Auto mit Allradantrieb auf rauem Untergrund und auf kurvigen Straßen seine Gegner leicht hätte besiegen können, insbesondere mit den 300 PS des Typ 50-Motors Der Typ 53 debütierte im März 1932. Das Chassis des Autos ist einfach und ähnelt dem des Typs 13 der zwanziger Jahre, während ein Merkmal es von den meisten anderen Bugattis unterscheidet: Der Kühlergrill deckt den klassischen Hufeisenkühler ab, der fast alle Fahrzeuge von Molsheim charakterisiert, und schützt auch die Mechanik Teile des Frontantriebs. Als Motor dient der 4972 ccm große Achtzylinder des T50 (nicht zu verwechseln mit dem in den Tourenwagen montierten getunten T50T), der in Le Mans fuhr. Der T53 erzielte einige wichtige Siege: 1932 fuhr Chiron einen Rennrekord beim Chateau-Thierry-ergrennen "La Turbie" und wiederholte das Kunststück im Chateau Thierry und in Klausen im selben Jahr. 1934 verbesserte Rene Dreyfus Louis Chirons den "La Turbie" -Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 km/h. Der kurze Siegeszyklus des Bugatti-Allradantriebs endet 1935 mit dem Sieg von Robert Benoist im Jahr 1935 im Chateau Thierry.

 

Der T53 ist größtenteils einer der vielen "Seitenschritte", die Ettore und vielleicht Jean unternommen haben, um die Leistung der Molsheimer Rennwagen zunehmend zu verbessern. Die T30 "Zigarre" und der T32 Tank sind zwei berühmte Beispiele dafür.  Vermutlich wurden nur drei Bugatti Typ 53 hergestellt. Einer davon befindet sich in Mulhouses Schlumpf-Sammlung. Der zweite gehört einem privaten Eigentümer, das dritte heute existierende Fahrzeug ist eine Replik aus Werksteilen. Das hier gezeigte Auto wurde auf der Grundlage des Autos rekonstruiert, das Jean Bugatti während der Prüfungen des englischen Shelsley Walsh-Rennens zerstört hat. Die Chroniken der Zeit sagen uns, dass Jean Bugatti nach dem Unfall selbst sagte: "Ich habe es zerstört, aber mit einer unglaublichen Geschwindigkeit." um noch einmal die erstaunliche Geschwindigkeit zu betonen, mit der der T53 Kurven fahren könnte. Doch der Typ 53 war schwer zu steuern und blieb eine kurze Episode der Bugatti-Rennwagen.

 

 

Der auf den nachfolgenden Fotos abgebildete Bugatti Typ 53 startete 1998 beim Grand Prix Festival Ibbenbüren. Es war faszinierend, wie die Fahrerin den wertvollen Rennwagen durch die Kurven der Holperdorper Straße zwischen Lienen und Lengerich trieb. Auf dem letzten Bild ist ein noch seltener Rennklassiker zu sehen: Ein Bucciali B6-C24 BUC aus dem Jahr 1924.