In dieser Rubrik finden Sie/findet Ihr in unregelmäßigen Abständen den "Oldie des Monats".  Manche besonders schöne Exemplare bleiben auch mal ein paar Wochen länger im Mittelpunkt. Die bisherigen "Oldies des Monats" finden Sie/findet Ihr in der Spalte auf der rechten Seite.

Maybach SW 38 Karosserie Spohn, Bj. 1937

 

Zum Saisonauftakt am Ostermontag 2019 kam auch ein ganz besonderes Fahrzeug zu Besuch: Ein Maybach SW 38 mit einem sehr eleganten Aufbau des Karosseriebauers Spohn.

 

Um die Nachfrage nach leistungsfähigen, qualitativ hochwertigen Wagen der 3 ½ bis 4 Liter-Klasse in den dreißiger Jahren zu befriedigen, brachten u.a. Ford den V8, Opel den Admiral oder Horch den 3,8 Liter auf den Markt. 1935 gesellte sich der Maybach SW 35 mit seinem 3.435 großen Reihensechszylinder mit 140 PS dazu. Der Wagen kostete damals rund 20.000 Reichsmark. Zum Vergleich: Ein DKW Meisterklasse F5 - 700 kostete 1935 als Limousine 2.350 RM.

 

Der SW 35 war wie alle Maybach ein Wagen für sehr hohe Ansprüche, aber doch handlicher, praktischer und insgesamt zeitgemäßer als der exklusive Typ Zeppelin. Nach nur einem Jahr wurde der SW 35 zum SW 38, 1939 zum SW 42, der Hubraum wuchs auf 3.817 ccm bzw. 4.197 ccm. Dies geschah jedoch nicht, wie man vermuten könnte, um mehr Leistung zu erzeugen, sondern um die vorhandenen 140 PS zu gewährleisten, da sich die Benzinqualität vor dem Krieg immer mehr verschlechterte.

 

Die Karosserien für die Maybach SW-Typen lieferte überwiegend die in Ravensburg 1920 gegründete Karosseriefirma Spohn. Bereits 1921 kleidete Spohn den großen Reisewagen W3 von Maybach ein, dessen Firma im 20 km entfernten Friedrichshafen lag. Später folgten auch die Zeppelinmodelle und die SW-Typen. Daneben wurden auch Karosserien bei Gläser (Dresden), Erdmann & Rossi (Berlin) oder Saoutchik (Paris) gefertigt.

 

Die Bezeichnung SW steht übrigens für Schwingachswagen, die 35, 38 bzw. 42 für den Hubraum.

 

 

Maybach SW 38 Transformations-Cabriolet, Bj. 1936

 

 

Dieses in Osnabrück beheimatet Maybach SW Transformations-Cabriolet ist vermutlich ebenfalls mit einer Sohn-Karosserie ausgestattet. Dieses beeindruckende Fahrzeug war schon mehrfach bei den Veranstaltungen der Oldtimer IG Osnabrück zu Besuch.