In dieser Rubrik finden Sie/findet Ihr in unregelmäßigen Abständen den "Oldie des Monats".  Manche besonders schöne Exemplare bleiben auch mal ein paar Wochen länger im Mittelpunkt. Die bisherigen "Oldies des Monats" finden Sie/findet Ihr in der Spalte auf der rechten Seite.

Volkswagen Typ 3 (1500/1600)

 

Nach rund 12 Jahren brachte Volkswagen neben dem Typ 1 (Käfer) ein zweites Pkw-Modell auf den Markt: Den Typ 3 (der Typ 2 ist der VW Transporter). Der Typ 3 oder auch VW 1500 wird auf der 40. IAA in Frankfurt vorgestellt. Dort ist er in drei Versionen zu sehen: Als Limousine, Kombi und Cabriolet. In die Serie gelangen jedoch nur die Limousine und der Kombi (Variant), das bei Karmann in Osnabrück gebaute Cabrio kommt leider nicht über das Prototypen-Stadium hinaus.

 

Technisch unterscheidet sich der Typ 3 nur wenig vom Käfer. So verfügt er einen zu dieser Zeit bereits nicht mehr zeitgemäßen Zentralrohrrahmen anstelle einer selbsttragenden Karosserie. Wie beim Käfer wird der Typ 3 von einem im Heck eingebauten luftgekühlten Boxermotor angetrieben. Dieser als Flachmotor bezeichnete Antrieb hatte im Vergleich zum Typ 1 jedoch mehr Hubraum und eine geänderte Luftkühlung. Er war etwas länger und mit 40 cm Höhe deutlich niedriger, wodurch die Kombi-Variante ermöglicht wurde.

 

Bei seinem Erscheinen war der Typ 3 mit einem Preis von 6.400 DM knapp 1.100 DM teurer als der Käfer. Trotz Zweifel der Fachpresse, dass Volkswagen im Mittelklasse-Segment mit diesem technisch veralteten Fahrzeug mit seiner kleineren Karosserie und dem geringeren Platzangebot z.B. mit dem Ford Taunus 17M oder dem Opel Rekord A konkurrieren könne, wurde der Typ 3 ein Erfolg. Besonders beliebt war der Variant bei den Käufern.

 

1965 kommt mit dem VW 1500 TL eine weitere Karosserievariante auf den Markt. Die Fließhecklimousine war jedoch nicht so erfolgreich wie erhofft, die Bezeichnung „TL“ wurde auch als „Traurige Lösung“ veralbert. Im gleichen Jahr erscheint der VW 1600,  mit dem 1.584 ccm großen, 54 PS starken Motor. Im August 1966 erfolgt die Umstellung auf 12 Volt, 1967 gibt es auch ein Automatik-Modell mit moderner Schräglenker-Hinterachse.

 

In 12 Jahren Bauzeit entstehen vom Typ 3 insgesamt 2.583.015 Stück, davon mit 1.202.486 fast die Hälfte als Variant. Auf Basis des Typ 3 entstand zwischen 1962 und 1969 auch der „große“ Karmann Ghia, der bei Karmann gebaute Typ 34. Von ihm liefen in Osnabrück jedoch lediglich 42.505 Fahrzeuge vom Band.

 

Der hier gezeigte Typ 3 1600 A stammt aus dem Jahr 1966. Ab diesem Jahr nannte VW alle Typ 3 1600 und nur die Modelle mit Doppelvergaser bekamen ein „L“ dahinter. Alle Typ 3 1600 ohne „L“ besaßen nur den 1500er Motor mit 45 PS PS und einem Vergaser. Dieses Fahrzeug gehörte meinem guten Freund Harry aus der Oldtimer IG Osnabrück e.V., der für uns überraschend vor einem Jahr verstarb. Er besaß den Wagen seit 1984 und hatte ihn aus Erstbesitz übernommen. 1999 wurde das Fahrzeug komplett zerlegt und restauriert. Bei dieser Gelegenheit bekam er auch das gesamte Chrom-Zubehör sowie eine Anhängerkupplung. Dazu kam auch der originale Koffersatz.

 

Nach seinem Tod wurde der Typ von Harry verkauft. Vielleicht ist er in der Region geblieben und wir können Harry’s Typ 3 auf einem Oldtimertreffen in Osnabrück wiedersehen.