Buick 60 L Sedan 7 Sitze, Baujahr 1930

 

Der Buick 60 wurde ab 1930 gebaut, ab 1936 kam die Bezeichnung Century hinzu. Der Nachfolger des Buick-Modells Serie 121 hatte einen neuen Sechszylindermotor mit einem Hubraum von 5.431 ccm und 100 PS. Der Radstand der mit sieben verschiedenen Karosserien verfügbaren Wagen betrug einheitlich 3.353 mm. Die Serie 60 war damit das Spitzenmodell der Marke. Gegenüber dem Vorgängermodell waren die Wagen im 50 mm niedriger und eleganter gestaltet. Bereits im Folgejahr entfielen die Sechszylindermodelle und wurden durch Fahrzeuge mit einem Reihenachtzylindermotor ersetzt. Von den Sechszylindermodellen entstanden 1930 insgesamt 38.180 Buick der Serie 60.

 

Der abgebildete Buick 60 L gehört einem Oldtimerbesitzer aus dem Raum Osnabrück. Als er das Fahrzeug zum Kauf angeboten bekam, wollte er erst ablehnen, da er mehr der Marke Horch verbunden ist. Doch dann erfuhr er die Historie dieses Fahrzeugs: Der Buick 60 L wurde 1930 an die Firma Gebr. Leffers in Osnabrück ausgeliefert. Daher entschied er sich doch zum Kauf und erhielt zu seiner Überraschung weitere Unterlagen wie z.B. den alten Kraftfahrzeugschein 1a Nr. 568792, den Garantieschein Nr. B 3890505 vom 06.05.1930 (ausgegeben an die Firma Gebr. Leffers A. G., Osnabrück) oder eine Schätzungsurkunde der „Deutsche Automobil-Treuhand-GmbH Berlin, zugelassene Schätzungsstelle in Osnabrück“ vom 10.03.1934 – alle im Original erhalten. Der Schätzungsurkunde nach wurde der Veräußerungswert  des „sehr gut erhaltenen, gut gepflegten“ Fahrzeuges „unter Berücksichtigung der derzeitigen Marktlage, der äußerlich erkennbaren Mängel und aller anderen, den Wert beeinflussenden Umstände“ auf 3.260 RM festgelegt. Gebaut worden war der Buick 60 L in Berlin im damaligen General-Motors-Werk Borsigwalde.

 

Beim Kauf durch den heutigen Besitzer, übrigens befreundet mit dem Enkel des damaligen Käufers Leffers, war der Wagen nicht in dem perfekten Zustand, in dem er heute zu sehen ist. Die Suche nach originalen Teilen führte zu Kontakten rund um den Erdball.

 

General-Motors-Werk Berlin: Anfang des Jahres 1927 war in Berlin-Wittenau von der General Motors GmbH die Fertigung von Fahrzeugen aufgenommen worden. Bereits im September 1927 lief der 5.000. in Deutschland montierte Chevrolet vom Band. Ende 1927 wurde die Fertigung nach Berlin-Borsigwalde verlegt. Zugleich wurden die Kapazitäten wegen der großen Nachfrage erhöht: Während Mitte 1927 monatlich etwa 1.400 Fahrzeuge entstanden, waren es ein halbes Jahr später rund 2.000 Wagen, darunter auch Autos der Marken Pontiac, Buick, Oldsmobile und Oakland. Den Großteil stellten aber Chevrolet-Modelle wie die Typen 11/30 und 6. Leider blieb die Nachfrage nicht stabil: Aufgrund der Weltwirtschaftskrise Ende 1929 ging der Absatz zurück, und am 31.10.1931 wurde das Berliner GM-Werk stillgelegt.