Chevrolet Corvair Monza 900 Convertible, Bj. 1964

Der in der Zeit von 1959 bis 1969 (Serie I bis 1964) gebaute Corvair war ein für die USA einzigartiges Fahrzeug. Im Gegensatz zu der in den USA üblichen Bauweise mit einem wassergekühlten Frontmotor und Heckantrieb folgte der Corvair dem Beispiel des Volkswagen Käfer mit einem luftgekühlten Heckmotor. Dieser war natürlich weitaus größer ausgelegt als beim Käfer. Der Sechszylinder-Boxermotor verfügte über einen Hubraum von bis zu 2.700 ccm.

Der Monza verkaufte sich recht gut. Durchschnittlich 250.000 Fahrzeuge wurden in den ersten Jahren verkauft. Doch 1965 ging es abwärts. Der Verbraucherschutzanwalt Ralph Nader sah in dem Wagen eine große Gefahr und warf ihm in seinem Buch "Unsafe At Any Speed" gefährliche Fahreigenschaften vor. Während die üblichen amerikanischen Fahrzeuge zum Untersteuern neigten, war dies beim hecklastigen Corvair genau andersherum - er übersteuerte. Das war der Durchschnittsamerikaner beim Fahren nicht gewohnt und so kam es auch zu einigen tödlichen Unfällen. Aufgrund des Buchs war der Ruf des Corvair ruiniert und der Wagen ließ sich kaum noch verkaufen. 1969 kam dann das endgültige Aus. Einen Nachfolger gab es nicht. Von der 1. Serie (1959-1964) wurden 1.307.689 Corvair gebaut, von der 2. Serie (1965-1969) nur noch 387.896.

Auch wenn man es nicht glauben mag. Der Corvair war im Chevrolet-Segment als "Kompaktklasse" eingestuft, also in der heutigen "Golf-Klasse". Er sollte dem Käfer von Volkswagen als Konkurrenz entgegengesetzt werden. Die Karosserieform war auch Vorbild u.a. für den NSU Prinz.

Der Monza war die sportliche Version des Corvair. Das auf dem Foto gezeigte Monza 900 Cabriolet ist aus dem letzten Produktionsjahr der ersten Serie.

Foto: Historische Fahrt "Rund um Osnabrück, 2008