Goliath GP 700 Sport, Bj. 1951-52


Um den Verkauf des Goliath 700 anzukurbeln, entschloss sich Goliath, zur IAA 1951 eine Sportversion herzustellen. Die Karosseriefirma Rudy in Delmenhorst fertigte zwei Prototypen. Das Coupé mit der Fahrgestell-Nr. 001 ist noch erhalten. Die Berliner Karosseriefirma Rometsch fertigte in Handarbeit mit ca. 1.000 Stunden pro Fahrzeug 25 Sportcoupés, die ihre hinteren Radkästen gegenüber den Prototypen gefälliger abrundete. Doch trotz der ansprechenden Form fanden sich nur wenige Käufer. Wenig begeisternd und zu schwach war die Technik. Das Fahrzeug hatte einen Zweizylinder-Motor mit 688 ccm Hubraum und 29 PS. Der Kaufpreis betrug 1951 9.700 DM.


Die Goliath-Werke Borgward & Co. wurden 1928 von Carl F. W. Borgward mit seinem Partner Wilhelm Tecklenborg gegründet. Zunächst wurden dreirädrige Fahrzeuge gebaut (Goliath Blitzkarren, ab 1931 der Goliath Pionier), da Fahrzeuge mit weniger als drei Rädern und weniger als 350 ccm Hubraum steuerfrei waren und ohne Führerschein gefahren werden durften.


1949 brachte Goliath den Dreirad-Transporter GD 750 auf den Markt, der schnell zu einem Verkaufserfolg in der Zeit des Wirtschaftswunders wurde. 1950 gab es dann wieder einen Pkw: Den Goliath GP 700. Ab 1951 gab es ihn auch als Cabrio-Limousine, ab 1952 als Kombi. Der GP 700 hatte 688 ccm mit 24/25,5 oder 29 PS.


Ab 1958 wurden die Goliath-PKW-Modelle unter dem Namen Hansa 1100 verkauft, um vom Zweitakt- und Dreiradimage wegzukommen. Mit der Insolvenz des Borgward-Konzerns endet auch die Goliath-Ära.


Nähere Infos gibt es auch auf der Seite http://iedeiblog.com/2011/04/18/unknown-car-of-the-day-goliath-gp-700-sport/.


Foto: Techno Classica Essen, 2013