Swallow Doretti, Baujahr 1954

 

Der Swallow Doretti gehört zu den sehr seltenen Klassikern. Er wurde nur von 1954 bis 1955 im englischen Staffordshire von der Firma Swallo Coachbuilding Co. gebaut. Geplant war eine Kleinserie für den amerikanischen Markt. Der Name Doretti stammt von der Tochter des Inhabers der Firma Calsales, Dorothy Dean, aus „Dorothy“ wurde das italienisch klingende „Doretti“. Die Firma Calsales aus Kalifornien war von Beginn an in das Projekt eingebunden.

 

Das Fahrgestell und die Aluminiumkarosserie des zweisitzigen Sportcabriolets war eine Neukonstruktion, der Motor, das Getriebe und die Achsen stammten vom Triumph TR2. Dazu gab es ein Klappverdeck, eine Heizung, Türklinken sowie eine – dem späteren TR4 ähnelnde – breitere Spur an der Vorderachse. Außerdem hatte der Doretti einen Edelstahl-Fahrzeugrahmen und Ledersitze. Der Swallow Doretti war mit 777 Pfund teurer als der TR2, der 600 Pfund kostete. Damit lag der Doretti auf dem Niveau eines Allard Palm Beach oder eines Austin Healey 100/4.

 

Am 7. Januar 1954 wurde der Wagen zunächst im Los Angeles Ambassador Hotel in Gardena präsentiert, danach erst wieder auf der Earls Court Motor Show in London. Die Fachpresse nahm den Wagen sehr positiv auf.

 

Verkauft wurde der Doretti  vor allem nach Kalifornien und in England, einige Exemplare gingen auch nach Australien. Im ersten Jahr wurden mehr Doretti verkauft als z.B. AC Ace oder Allard Palm Beach. Doch nach nur zehn Monaten wurde die Produktion eingestellt. Grund hierfür war u.a. die Drohung des Jaguar-Eigentümers Sir William Lyons gegenüber der Tube Investments Group,  dem Mutterkonzern vom Swallow Coachbuilding Co., keine Aufträge mehr an Tube zu vergeben, wenn man den Jaguar-Modellen weiterhin Konkurrenz mit dem Doretti machen würde. Der bereits weiterentwickelte Doretti Mk II, dem man den Namen Sabre gegeben hatte, ging nie in Produktion.

  

Das Fahrzeug auf den Fotos habe ich auf der Bremen Classic Motorshow 2018 fotografiert. Es wurde 1954 gebaut, hat 1.991 ccm Hubraum und 90 PS. Von den insgesamt 276 gebauten Fahrzeugen hat es das Chassis Nr. 171. Angeboten wurde das Fahrzeug in Bremen für 58.500 Euro.