Volkswagen Scirocco I, Bj. 1973


Anfang der Siebziger Jahre entwickelte sich Volkswagen weiter. Seit der Nachkriegszeit hatte man sich auf die Produktion des Käfers beschränkt, in den Sechzigern kamen dann die Verwandten des Typ 3 hinzu. Außerdem wurde seit 1955 auf Basis des Käfers und mit seiner Technik der wunderschöne Karmann Ghia als Coupé und ab 1957 auch als Cabriolet gebaut. Nun aber ging Volkswagen neue Wege und brachte 1973 den wassergekühlten Passat mit Frontmotor auf den Markt. Nur ein Jahr später folgten der Golf und auf dessen Basis der Scirocco. Als Nachfolger des Karmann Ghia.


Wie auch schon zuvor wurde der Scirocco bei Karmann in Osnabrück entwickelt und gebaut. Das Design stammte wie das vom Golf von Giorgio Giugiaro. Die ersten Modelle hatten 1.100 ccm Hubraum/50 PS bzw. 1.500 ccm /51, 63 oder 85 PS. Bei den letzten Modelle 1981 ging es 110 PS bei 1.600 ccm Hubraum.


In sieben Jahren Bauzeit liefen in Osnabrück insgesamt 504.153 Scirocco I vom Band. Im Gegensatz zum Karmann Ghia gab es den Scirocco jedoch nur als Sportcoupé. Es gab aber einige Kleinserien, die den Scirocco I umbauten. Die Firma Artz baute 52 Kombis (Sciwago) und den Artz Speedster. Außerdem gab es von Ostermann-Germer oder Bieber Cabrio Umbausätze, deren Anzahl jedoch nicht bekannt ist.


1981 wurde der Scirocco vom ebenfalls bei Karmann, Osnabrück entwickelten und gebauten Scirocco II abgelöst. Von ihm wurden bis 1992 insgesamt 291.497 Fahrzeuge gebaut. Damit war der Scirocco I weitaus erfolgreicher als sein Nachfolger.

Wie bei Volkswagen seit den 70’ern üblich, benannte man seine Modelle nach Winden. Der Scirocco ist ein gleichmäßig heißer Wind, der meist im Frühjahr, frühen Sommer und Herbst aus südlichen bis südöstlichen Richtungen von der Sahara in Richtung Mittelmeer weht.


Foto: Techno Classica Essen, 2008