8.   Die Swinging Sixtees

 

 

1960

 

09.02.1960 - Die freien Tankstellen in der Bundesrepublik geben die Gründung einer eigenen Einkaufsgesellschaft für Benzin bekannt. Sie wollen damit die Unabhängigkeit von den großen Treibstoffkonzernen erreichen und deren Preise um bis zu fünf Pfennig pro Liter unterbieten.

 

22.02.1960 - Die ersten Kraftfahrzeug-Importe aus der Sowjetunion treffen in München ein. Die Mittelklassewagen vom Typ “Moskwitsch” mit einem Hubraum von 1,5 l und 45 PS werden von einem bundesdeutschen Händler zum Preis von 4950 DM verkauft.

 

29.03.1960 – In Gravenbruch in der Nähe  von Frankfurt/Main wird im Kino der Film „Der König und ich“ mit Yul Brunner gezeigt. Die Vorführung findet jedoch nicht in einem herkömmlichen Kino gezeigt, sondern im ersten Autokino in Deutschland. Für damalige Verhältnisse ist das Gelände sehr groß und bietet reichlich Komfort für die Besucher. Damit diese eine bessere Sicht auf die Leinwand haben, ist der Boden in Wellen angelegt, damit das Auto mit der Vorderachse leicht erhöht zum Stehen kommt. Der Filmton wird durch separate Lautsprecher übertragen, die ins Fahrzeuginnere gehängt werden. Aufgrund des Erfolges gibt es im Bundesgebiet schnell weitere Nachahmer. Das Autokino Gravenbruch ist auch heute noch in Betrieb, natürlich mit einer modernen Technik.

 

28.05.1960 – In Japan erscheint der erste PKW von Mazda auf dem Markt: ein kleines Coupé namens Mazda R360. Im Oktober 1960 wird durch Tsuneji Matsuda (Adoptivsohn des Firmengründers und Präsident von Mazda von 1951 bis 1970) ein Lizenzvertrag mit dem deutschen Unternehmen NSU zur Nutzung und Weiterentwicklung von Wankelmotoren geschlossen. Dieser wird im Juli 1961 von der japanischen Regierung genehmigt. Ab 1967 wird der Mazda 110 S Cosmo mit Zweischeiben-Wankelmotor produziert.

 

01.08.1960 - Der VW Käfer hat jetzt 34 PS. Damit soll er den neuen und leistungsstärkeren Konkurrenten NSU Prinz, BMW 700, DKW Junior und Lloyd Arabella Paroli bieten. Außerdem wurde der Kofferraum vergrößert und es gibt jetzt Blinker, eine Scheibenwaschanlage, asymmetrisches Licht und ein Vollsynchrongetriebe.

 

08/1960 – Mit dem neuen Opel Rekord P2 bringt der Rüsselsheimer Automobilhersteller ein neues Mittelklassefahrzeug auf den Markt. Der Nachfolger des Opel Olympia Rekord (der mit Erscheinen des P2 nachträglich als Opel Rekord P1 bezeichnet wird) ist als zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine, zweitüriges Coupé, dreitüriger Kombi Caravan oder als dreitüriger Lieferwagen (ohne hintere Seitenfenster) erhältlich. Die Coupés werden zunächst bei Autenrieth in Darmstadt hergestellt, dort baut man Limousinen zu Coupés um. Ab 1961 werden sie direkt bei Opel im Stammwerk Rüsselsheim produziert. Auf Wunsch ist auch ein von Autenrieth oder Deutsch (Köln) gebautes Cabriolet erhältlich. Dieses wird nur 20 x gebaut, acht sollen noch existieren. Angetrieben wird der P2 wie schon der P1 von einem Reihen-Vierzylindermotor aus dem Opel Olympia von 1937. Es gibt ihn mit 1,5 Liter Hubraum und 50 PS oder mit 1,7 Liter und 55 PS, der 1700 L hat 60 PS. Bis zum Produktionsende im Februar 1963 laufen insgesamt 556.691 Opel P2 vom Band. Ihm folgt der Opel Rekord A.

 

10/1960 - Auf dem Pariser Autosalon präsentiert Ferrari den 250 GT 2+2. Bereits im Mai 1960 dienten die ersten Fahrzeuge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Doch erst nach der offiziellen Präsentation in Paris beginnt die Serienfertigung des ersten serienmäßigen Viersitzers aus dem Hause Ferrari. Die 250 GT 2+2 werden bei Pininfarina in Grugliasco aufgebaut, Ferrari fertigt lediglich die Motoren. Pininfarina stellt in drei Jahren 954 Fahrzeuge her, womit dieses Modell der bis dahin erfolgreichste Ferrari ist. Er hat einen 12-Zylinder-V-Motor mit 2.953 ccm Hubraum und 240 PS. Damit ist eine Höchstgeschwindigkeit von 210-240 km/h möglich.

 

11/1960 - Vorstellung der neuen Lancia-Modellreihe Flavia auf der Turiner Automobilausstellung. Der Flavia ist in der oberen Mittelklasse angesiedelt und der erste italienische Sportwagen mit Vorderradantrieb und mit Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Angetrieben wird er von einem Leichtbau-Boxermotor (Vierzylinder) mit zunächst  1500 ccm und 78 PS. Im letzten Baujahr 1970 stehen vier Motorvarianten zur Verfügung: 1490 ccm/80 PS, 1816 ccm/92 PS, 1991 ccm/115 PS und 1991/125 PS. Den Lancia Flavia kann der Kunde als Limousine, als von Pininfarina gebautes Coupé (ab 1962) und als von Michelotti entworfenes und von Vignale gebautes Cabriolet ordern. Zwischen 1962 und 1967 wird auch eine zweite Coupé-Variante angeboten. Der Lancia Flavia Sport entsteht bei Zagato und ist vor allem für Renneinsätze gedacht. Zusätzlich zum Kofferraumdeckel verfügt der Sport über eine von innen per Knopfdruck einige Zentimeter zu öffnende Heckscheibe. Die Außenhaut der Karosserie besteht komplett aus Aluminium.

 

31.12.1960 - Produktionsbeginn bei Karmann Ghia do Brasil in Sao Bernado do Campo. Insgesamt entstehen im südamerikanischen Karmann-Werk bis 1972 fast 23.500 Coupés und 176 Cabriolets in einer leicht veränderten Typ 14-Version mit anderen Stoßstangen, Heckleuchten und ab 1970 mit zusätzlichen Ausstellfenstern, wie es sie bei den in Osnabrück gefertigten Fahrzeugen nicht gab. Neben dem Karmann Ghia werden in Sao Bernado do Compo zwischen 1970 und 1976 auch 18.119 Exemplare des Karmann Ghia TC 145 gebaut. Diese sind aber nur für den südamerikanischen Markt gedacht.

 

 

1961

 

01/1961 - In Stuttgart wird der 40.000 Porsche, ein 356 B, gebaut. Im Jahr zuvor hat der 356 B seinen Vorgänger 356 A abgelöst. Optisch unterscheidet er sich vom Vorgängermodell u.a. durch den um zehn Zentimeter höher positionierten vorderen Stoßfänger mit vergrößerten Felgenhörnern sowie durch die ebenfalls höher gesetzten Scheinwerfer. Die Hupengitter neben den weiter herausragenden vorderen Blinkern sind flacher und haben zwei verchromte Lamellen. Zudem ist der Fronthaubengriff nach unten breiter.

 

02.01.1961 - Das erste Porsche 356 B Hardtop-Coupé läuft bei Karmann vom Band. In Osnabrück werden die vollausgestatteten Fahrzeuge gebaut, es fehlen jedoch Fahrwerk und Motor. Beides wird noch in Stuttgart ergänzt. Die Version mit 65 PS kostet 13.000 DM, der Super 75 rund 14.000 DM und der 1600er Super 90 15.300 DM - dafür bekommt man mehrere Volkswagen Käfer. Nur knapp 2.000 Hardtop-Coupés verlassen in zwei Jahren Bauzeit das Osnabrücker Werk, danach wird nur noch normale Coupé-Karosserien für die Stuttgarter gebaut.

 

01.02.1961 - Das Land Bremen bewilligt zur Sicherung von 20 000 Arbeitsplätzen bei den in Finanzschwierigkeiten geratenen Borgward-Autowerken einen 50-Millionen-DM-Kredit als Grundkapital für die neue Borgward Werke AG die am 10.02.1961 gegründet wird.

 

27.02.1961 - Verkehrsunfälle sind nach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden die häufigste Todesursache für Kinder. Das sieht heute zum Glück anders aus.

 

15.03.1961 - Auf dem Genfer Auto-Salon wird der Jaguar E-Type, ein Abkömmling des Rennwagens D-Type, präsentiert. Der Sportwagen wird als Coupé und Roadster gebaut, verfügt zunächst über einen Sechszylinder-Motor mit 3.781 ccm und 269 PS. Dies reicht für damals sensationelle 241 km/h. 1964 bekommt er einen 4,2-Liter-Motor, ebenfalls mit 269 PS. Die Serie III, die ab 1971 gebaut wird, erhält einen neuentwickelten V12-Motor mit 5.343 ccm und 276 PS. Der E-Type mit seiner endlos langen Motorhaube gehört zu den begehrtesten britischen Sportwagen der 60er und 70er Jahre. Insgesamt werden 15.508 Exemplare gebaut. 1963 bringt Jaguar den 12 x gebauten "Lightweight" heraus, eine speziell für den Rennsport konstruierte leichtere Version des E-Type. Sowohl von der Technik wie auch äußerlich weicht sie von der Serie ab. Insgesamt werden 65.899 E-Type gebaut., davon 18.355 Coupé FHC, 31.245 Roadster OTS und 16.299 Coupé 2+2.

 

15.03.1961 – Auf Initiative des damaligen Polizeipräsidenten und späteren Kasseler Bürgermeisters Heinz Hille führt Kassel als erste deutsche Großstadt das Parken mit Parkscheiben in der Innenstadt ein. Ein erstes parkscheibenartiges System wurde bereits 1957 in Paris eingeführt, um das Dauerparken einzuschränken. Erdacht wurde es von dem Ingenieur Robert Thiebault und dem Polizeipräfekten Roger Genebrier. Am 31.05.1979 beschließt die Konferenz der Verkehrsminister der europäischen Gemeinschaft die Einführung einer einheitlichen Parkscheibenregelung.

 

10.04.1961 – Die Mercedes-Benz-Modelle 220 SE und 220 SE Coupé werden auf Wunsch mit Automatikgetriebe angeboten. Das Viergang-Planetengetriebe mit hydraulischer Kupplung ist als Eigenentwicklung speziell auf die Personenwagen von Mercedes-Benz abgestimmt.

 

24.04.1961 – In Paris wird ein Citroen mit einem sehr eigenwilligen Design vorgestellt: Der Ami 6. Besonders die stark nach innen geneigte Heckscheibe ist umstritten, sie stammt von Flaminio Bertoni. Der Ami 6 soll die Lücke zwischen dem Kleinwagen 2CV und der genialen Oberklasse-Limousine DS füllen. Vorgabe waren seinerzeit ein großer Kofferraum, komfortabler Platz für vier Passagiere und maximal 4 Meter Länge - ohne dass ein Kombi herauskommt. Trotz der anfänglichen Kritik am Design wird der Ami 6 ein Erfolg und ist 1966 das meistverkaufte Auto Frankreichs. Bis Frühjahr 1969 werden über eine Million Ami 6 gebaut.

 

14.05.1961 - Sieger beim „Großen Preis von Monaco“ wird der britische Rennfahrer Stirling Moss mit einem Lotus-Climax vor den drei Ferrari-Fahrern Richie Ginther, Phil Hill und Wolfgang Graf Berghe von Trips. Für Moss ist es der dritte und letzte Sieg in Monaco, ein Rekord, der erst 1968 von Graham Hill überboten wird.

 

28.05.1961 - Fast acht Stunden lang fahren 64 der besten Sportwagenfahrer bei Schnee, Regen und eisigem Wind über den Nürburgring. Das 1000-km-Rennen geht mit einer Überraschung zu Ende: Die Außenseiter Masten Gregory und Lloyd „Lucky“ Casner (beide USA) auf Maserati tragen den Sieg davon.

 

28.05.1961 – Mit  dem 1. Grand Prix de Magny-Cours wird der Circuit Jean Behra offiziell eingeweiht; einem internationalen Lauf der Formel Junior, die zwischen 1960 und 1963 die Formel 2 ersetzt. Sieger des 50-km-Rennens mit rund 10.000 zahlenden Zuschauern wird der auch in der Formel 1 fahrende Südafrikaner Anthony Maggs auf einem Cooper T56-BMC mit 1,5-Liter-Saugmotor. Am 11. Juni findet das erste Motorradrennen vor rund 5000 Zuschauern statt. 1963 eröffnet Jean Bernigaud an der Strecke eine Rennfahrerschule, die später als Winfield Racing Schools bekannt wird und weitere Niederlassungen an anderen Strecken hat. In Magny-Cours lassen sich unter anderem die späteren französischen Formel-1-Fahrer François Cevert, Patrick Depailler, Jean-Pierre Jarier und Jacques Laffite ausbilden. Ab 1964 gastiert als größtes Motorsportereignis des Kurses nicht die wieder eingeführte Formel 2, sondern nur noch die Formel 3 einmal jährlich in Magny-Cours – allerdings mit internationaler Beteiligung. Die Rundenzeiten liegen dabei deutlich unter einer Minute; Patrick Depailler fährt auf der nun neun Meter breiten Fahrbahn mit einem Alpine A330-Renault/Mignotet beim Formel-3-Rennen 1969 mit 49,6 Sekunden den ewigen Rundenrekord für das erste Strecken-Layout.

 

31.05.1961 - In der Zeit zwischen sechs und 22 Uhr soll es Beschränkungen auf der Autobahnstrecke Köln-Bonn in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit geben. Erlaubt sind künftig nur noch 100 km/h. Nach Untersuchungen des Düsseldorfer Verkehrsministeriums haben sich auf der 1932 gebauten Autobahnstrecke doppelt so viele tödliche Unfälle wie auf den übrigen Autobahnabschnitten im Bezirk Köln ereignet.

 

11.06.1961 - Das Team Olivier Gendebien (Belgien) und Phil Hill (USA) auf Ferrari 250 TRI/61 gewinnen das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Dabei erreichen sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,5 km/h. Ihnen folgen der Belgier Willy Mairesse und der Brite Mike Parkes, die ebenfalls mit einem Ferrari 250 TRI/61 unterwegs sind. Auf Platz drei liegt ein weiterer Ferrari, ein 250 GT Berlinetta SWB, pilotiert von Pierre Noblet (Belgien) und Jean Guichet (Frankreich). Beste Deutsche sind Edgar Barth und Hans Hermann auf einem Porsche 718/4 RS Coupé.

 

15.06.1961 - In Köln ist von den Ford-Werken AG die Ausschüttung einer ungewöhnlich hohen Dividende von 50 Prozent geplant. Der Betrag erklärt sich aus der Tatsache, dass der Ford-Konzern steuerliche Vorteile so weit wie möglich ausgenutzt hat. Im Besitz freier Aktionäre sind nur 1 Prozent des Aktienkapitals der deutschen Ford-Werke.

 

07/1961 - Mit Ende der letzten Schicht vor den Werksferien läuft der letzte Renault 4CV vom Band, es ist der 1.105.547. 4CV. Entwickelt wird er ab 1942 heimlich im besetzten Frankreich, da unter dem Druck der deutschen Besatzungsmacht das Vichy-Regime die Entwicklung und Produktion ziviler Kraftwagen verboten hat. So können bereits im November 1945 die Tests mit den Prototypen beginnen. Offiziell wird der Renault 4CV auf der Mondial de l'Automobile in Paris. Die Bezeichnung 4CV steht, wie beim Citroen 2CV, für die französische Steuerklasse "CV". Zur Produktion der ersten Serienfahrzeuge verwendet Renault die noch im Werk vorhandenen Restposten an Tarnfarbe des früheren Deutschen Afrikakorps. Wegen der Form und dieser sandbeigen Farbe erhält das Auto in Frankreich den Spitznamen "Motte de Beurre" ("Butterklumpen") und in Deutschland "Cremeschnittchen". Der Renault 4CV wird in Frankreich das Gegenstück zum Volkswagen Typ 1 in Deutschland. Der Renault verfügt über einen wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotor mit 760 bzw. 747 ccm Hubraum und 21 PS. Die französische Gendarmerie in den Großstädten bekommt zum Eingreifen für Überfallkommandos eine dunkelblau-weiß lackierte Sonderausführung mit 33-PS-Motor und wesentlich größerer Heckscheibe.

 

01.07.1961 - In die VW-Stadt Wolfsburg kommen zur ersten Hauptversammlung der Volkswagen-AG rund 7.000 Kleinaktionäre.

 

06.08.1961 - Auf dem Nürburgring in der Eifel gewinnt der britische Rennfahrer Stirling Moss auf Lotus 18/21 vor 250.000 Zuschauern den „Großen Preis von Europa“. Den zweiten Platz holt sich der bundesdeutsche Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips auf Ferrari 156. Dritter wird der Brite Phil Hill, ebenfalls auf einem Ferrari 156. In der Fahrerwertung liegt nach diesem Rennen Wolfgang Graf Berghe von Trips vor Phil Hill und Stirling Moss. Nur einen Monat später stirbt von Trips beim Rennen in Monza.

 

13.08.1961 -"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".  Noch zwei Monate zuvor hat der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, abgestritten, dass eine Mauer quer durch Berlin errichtet wird. Doch am 13.08.2021 zeigt sich, dass dies eine Lüge war. Der Bau der Berliner Mauer beginnt. In der DDR-Hauptstadt beginnt man, den Ostsektor mit Stacheldraht, Sperrzäunen und einem großen Aufgebot von Volkspolizisten abzuriegeln. Die von den DDR-Behörden als „Antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnete Mauer soll verhindern, dass weiterhin DDR-Bürger ihrem sozialistischen Unrechtsstaat den Rücken gen Westen kehren. Bis zum Fall der Mauer am 09.11.1989 sterben nach heutigem Kenntnisstand 138 DDR-Bürger beim Versuch, die Mauer zu überwinden. Sie werden von DDR-Grenzsoldaten erschossen oder starben durch an der Grenze montierten Selbstschussanlagen.

 

01.09.1961 - Beginn der Serienproduktion des Karmann Ghia Typ 34 in Osnabrück Gleichzeitig wird auch die Typ 3 1500er Limousine ins Produktionsprogramm aufgenommen und in Wolfsburg gebaut. Der „Große Karmann Ghia“, wie der Typ 34 auch genannt wird, basiert auf dem VW Typ 3 (VW 1500/1600) und ist offiziell ein viersitziger geschlossener Personenwagen mit Heckantrieb. Er ist nicht der Nachfolger des „kleinen“ Karmann Ghia (Typ 14), der auf dem VW Käfer basiert, sondern wird zwischen 1961 und 1968 parallel in Osnabrück gebaut. Der Typ 34 ist kein echter Sportwagen, sondern „A Ladies‘ Sportscar“, wie VW betont. Er ist vor allem als Zweitwagen der „Dame des Hauses“ vermögender Schichten und als Gefährt von Akademikerinnen zu finden. Auf den Rücksitzen ist lediglich Platz für kleine Kinder, denn mehr als Notsitze sind es nicht. Im Gegensatz zum Karmann Ghia Typ 14 gibt es den Typ 34 nur als Limousine. Zwar werden bei Karmann auch Prototypen eines Cabriolets (12 Exemplare) und einer Fließheckvariante gebaut, die Serienfertigung bleibt jedoch aus – ebenso wie das Cabriolet des VW Typ 3 1500. Der Karmann Ghia Typ 34 ist kein wirtschaftlicher Erfolg. In sieben Jahren Bauzeit entstehen lediglich 42.505 Fahrzeuge. Einen Nachfolger gibt es nicht.

 

07.09.1961 - Der Typ 3 ist ein Pkw-Modell von Volkswagen, das es als Limousine mit Stufen- sowie Schrägheck (TL, stand für Touren-Limousine) und als Kombi (Variant) gibt. Er ist zudem das erste größere Pkw-Modell von VW, obwohl er technisch dem VW Käfer ähnelt. Der Wagen wird als VW 1500 auf der 40. IAA in Frankfurt vorgestellt und ab dem 7. September 1961 an die VW-Handelsorganisation ausgeliefert. Bis Juli 1973 werden fast 2,6 Millionen Wagen hergestellt. Die Nummerierung erfolgt chronologisch: Der Typ 1 ist der VW Käfer (ab 1938), Typ 2 ist das Kürzel für den VW Transporter (ab 1950), Typ 3 ist das hier beschriebene Mittelklassemodell (ab 1961) und Typ 4 wird der nochmals größere VW 411 (ab 1968).

 

10.09.1961 - Als Führender der WM-Wertung, der zum Gewinn der Weltmeisterschaft nur noch einen einzigen Sieg benötigt, verunglückt Wolfgang Berghe von Trips beim Großen Preis von Italien in Monza nach einer Kollision mit Jim Clark in der zweiten Runde bei der Anfahrt zur Parabolica-Kurve tödlich. Bei diesem auch als „schwarze Stunde der Formel 1“ bezeichneten Unfall schleudert der Ferrari des Berghe von Trips auf den seitlichen Erdwall der Geraden vor der Kurve und prallt gegen die Drahtabzäunung vor den Zuschauern, wobei 15 Personen getötet und 60 weitere verletzt werden. Berghe von Trips wird dabei aus dem Rennwagen geschleudert und ist durch einen Genickbruch sofort tot.  Phil Hill gewinnt das Rennen und wird später Weltmeister mit 34 Punkten vor Berghe von Trips mit 33 Punkten. Dritter wird Stirling Moss mit 21 Punkten.

 

11.09.1961 - Über den Bremer Automobilhersteller Borgward wird das Konkursverfahren eröffnet, nachdem im Juli beantragte Vergleichsverfahren scheiterten.

 

21.09.- 01.10.1961 - In Frankfurt am Main findet die IAA statt. Zahlreiche Automobilhersteller präsentieren neue Modelle. So stellt Mercedes-Benz die neuen Pkw-Typen 190 und 190 D (intern 190 c und 190 Dc, W 110), das neue 220 SE Cabriolet (W 111) sowie der Typ 300 SE (W 112) vor. Die Modelle 190 und 190 D sind nicht nur als Limousine, sondern auch als Fahrgestelle für Kombiwagen und Krankenwagen erhältlich. Der 300 SE ist serienmäßig mit Automatikgetriebe, Luftfederung und Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrädern ausgerüstet. Auf der IAA debütieren auch die Großmotoren-Baureihen MB 833 und MB 838. Der Münchner Autobauer BMW präsentiert den  Prototyp des BMW 1500. Renault stellt den R4 vor. Anschließend lässt Renault 200 weiße R4 am Pariser Eiffelturm vorbeifahren - eine bemerkenswerte Marketingmaßnahme. Der R4 gilt als preiswert, praktisch und vielseitig, im Spritverbrauch sparsam und mechanisch robust. Er ist gleichermaßen beliebt bei Studenten, jungen Familien wie auch bei der Gendarmerie. Aber es gibt auch einen Kritikpunkt: Rost. Es heißt, der R4 rostet schon im Laden, bevor er auf die Straße kommt. Bis zur Produktionseinstellung 1992 laufen 8.135.424 Fahrzeuge der verschiedenen Modelle vom Band. Schon 1988 werden die letzten R4 in Deutschland verkauft - der R4 erfüllt die verschärften Abgasnormen nicht. Die Der Auto Union präsentiert den 1000 Sp (Sp für Spezial und nicht wie vielfach angenommen wird, für das Wort „Sport“), ein zweisitziges Sportcoupé beziehungsweise ein zweisitziger Roadster. Gefertigt wird der 1000 Sp von 1958 bis 1965 bei Baur in Stuttgart und erreicht eine Stückzahl von 5004 Coupés. Von September 1961 bis April 1965 fertigt man zudem 1640 offene Roadster. Gegenüber dem Auto Union 1000 S ist die Motorleistung hauptsächlich durch höhere Verdichtung (8:1) auf 55 PS gesteigert worden, aber auch durch geringfügige Unterschiede im Motorblock und eine unterschiedliche Vergaseranlage. Das bringt den „Schmalspur-Thunderbird“, wie der 1000 Sp in der Presse gelegentlich genannt wird, auf eine Höchstgeschwindigkeit, die mit 140 km/h das schwächer motorisierte 1000-S-Coupé geringfügig übertrifft. Ab den Modellen 62 erhalten sowohl das Coupé als auch der Roadster abgerundete Heckflossen. Coupé und Roadster kosten bei Markteinführung 11.950 Mark, später wird der Preis auf 10.950 Mark gesenkt und zuletzt, Anfang 1965, auf 9.400 Mark.

 

16.10.1961 - Nach einer Prozessdauer von zwölf Jahren kommt im Prozess der Volkswagen-Sparer ein Vergleich zustande. Ursprünglich sollten diese durch Sparen Anrechtsscheine auf einen KdF-Wagen erwerben. Nach dem Krieg verlieren diese jedoch ihren Wert von damals über 280 Millionen Reichsmark. Betroffen waren ca. 340.000 Personen. 1948 wird der Verein „Hilfsverein ehemaliger Volkswagensparer“ gegründet, um die Ansprüche gegen Volkswagen mit juristischen Mitteln durchzusetzen. Da das Volkswagenwerk jedoch nie in den Besitz der Gelder gelangt war, die auf einem Sperrkonto der Bank der Deutschen Arbeit verbucht waren, endet der Prozess 1961 unter Ausschluss eines Rechtsanspruchs mit dem Angebot der Volkswagenwerk AG, den „KdF-Sparern“ einen Rabatt von 600 DM beim Kauf eines Fahrzeugs zu gewähren, was damals knapp dem Wert des Neupreises entspricht. Wer sich keinen neuen Wagen kaufen will oder kann, erhält bis zu 100 Euro ausbezahlt. Bis Ende 1970 werden die Ansprüche von insgesamt 120.573 Antragstellern abgewickelt. Knapp die Hälfte davon nimmt den Rabatt beim Neuwagenkauf in Anspruch.

 

26.10.-05.11.1961 - Das Team Walter Schock/Manfred Schiek gewinnt auf Mercedes-Benz 220 SE den Großen Straßenpreis von Argentinien für Tourenwagen, ein strapaziöses Rennen über mehr als 4.500km.

 

21.11.1961 - Die französischen Automobilwerke Renault und die italienische Alfa-Romeo-Gesellschaft gründen eine gemeinsame französisch-italienische Automobilfirma, die Sviluppo Automobilistico Meridionale (SAM). Sie soll in Süditalien die neuen Renault-Kleinwagen R 4 produzieren.

 

04.12.1961 - Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Wolfsburg fünf Millionen Volkswagen produziert worden. Generaldirektor Heinz Nordhoff bezeichnet das Ereignis in einer Ansprache als einen der größten industriellen Erfolge, die es jemals gegeben hatte.

 

 

1962

 

01/1962 – In Maranello präsentiert Ferrari den 250 GTO. Der 250 GTO ist die Weiterentwicklung der 250 GT-Serie zu einem Wettbewerbsfahrzeug in der Gran-Turismo-Kategorie. Es entsteht ein Rennwagen mit Straßenzulassung, mit dem die Fahrer oft zu ihren Rennen auf eigener Achse anreisen. Die Basis für den 250 GTO bildet das Modell Ferrari 250 GT Berlinetta SWB. SWB bedeutet short wheelbase (kurzer Radstand). GTO ist die Abkürzung für Gran Turismo Omologato, worunter ein Homologationsmodell zu verstehen ist. Die 250 in der Typbezeichnung steht für den Hubraum in Kubikzentimeter pro Zylinder. Angetrieben werden die Sportwagen von einem Zwölfzylinder-V-Motor mit 2.953 ccm und 297 PS, was für rund 280 km/h Höchstgeschwindigkeit ausreicht. Die Erfolge des 250 GTO sind beeindruckend, es gibt Siege bei den 12 Stunden von Sebring, der Targa-Florio, den 1000 km von Spa-Franchorchamps und in Le Mans. Zwischen 1962 und 1964 entstehen insgesamt 35 Exemplare, die heute noch alle erhalten sind und zu den wertvollsten Automobilen zählen.

 

 

1963

 

26.01.1963 - Eric Carlsson gewinnt auf Saab 96 seine zweite Rallye Monte Carlo. Schon im Jahr zuvor ließ er die Konkurrenz hinter sich.

 

01.07.1963 - Im Bundesgebiet sind 10,5 Millionen motorisierte Fahrzeuge registriert, davon 6,85 Millionen Personenkraftwagen. 1,47 Millionen Mopeds und 1,18 Millionen Motorroller und Krafträder. Auf acht Bundesbürger kommt ein Pkw.

28.07.1963 - Carl F. W. Borgward stirbt in Bremen. Zwei Jahre zuvor ging sein Automobilkonzern in die Insolvenz.  Noch heute begeistern viele seiner Fahrzeuge die Oldtimer-Fans.

 

12.09.1963 – Auf der IAA in Frankfurt wird der neue Porsche 901 vorgestellt. Nach Intervention von Peugeot kommt er 1964 als Porsche 911 auf den Markt. Der 911 ist der Nachfolger des Porsche 356, wird jedoch nun von einem Sechszylinder-Boxermotor angetrieben, der wie beim Vorgänger im Heck platziert ist. Das Design wurde von Ferdinand Alexander Porsche, dem Sohn von Ferry Porsche, entwickelt. Der Motor des Ur-911 hat zunächst 1.991 ccm Hubraum und leistet 130 PS. Im Gegensatz zum Porsche 356 gibt es das Modell 911 nur als Coupé, ab 1967 folgt eine offene Version, bei dem das Dachmittelteil herausgenommen werden kann. Ein richtiges Cabriolet kommt erst 1982 auf den Markt.

Mercedes-Benz stellt den 600'er vor. Größe, Sicherheit und Luxus in bisher nicht gekanntem Ausmaß für 49.000 D-Mark.

 

3.11.1963 - Mit zwei stromlinienverkleideten 50 cm³ Maschinen stellt der italienische Motorradhersteller Garelli auf der Rennstrecke von Monza acht Langstreckenweltrekorde für Motorräder in den Klassen 50, 70, 100, und 125 cm³ auf. Darunter auch den 24-Stunden-Weltrekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108,834 km/h.

 1964

 

1964 – Zum Auto des Jahres wird der Rover 2000 gewählt. Zweitplatzierter ist der Mercedes 600, Drittplatzierter der Hillman Imp.

 

09.03.1964 - Die ersten Ford-Mustangs verlassen in Dearborn, Michigan, die Montagebänder. Bei den ersten Exemplaren handelt es sich um weiße Cabriolets mit rotem Interieur. In Deutschland wird er als Ford T5 angeboten, da die Bezeichnung "Mustang" durch Krupp und Kreidler markenrechtlich geschützt ist. Die erste Mustang-Reihe wird bis 1973 gebaut. Berühmtheit erlangt auch die Verfolgungsjagd im Film Bullit (1968), bei dem Steve McQueen in einem Mustang I Coupé in San Francisco und Umgebung zwei Mobster in einem Dodge Charger verfolgt. Seit 2014 ist die Serie VI des Ford Mustang auf dem Markt.

 

12.08.1964 - Jørgen Skafte Rasmussen stirbt im Alter von 86 Jahren.  Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gründet er zahlreiche Firmen, zunächst in Chemnitz, dann in Zschopau. Ab 1922 werden in Zschopau DKW-Motorräder gebaut, 1925 beginnt die Entwicklung einer Droschke und eines Lieferwagens mit Elektroantrieb. 1928 ist DKW der größte Motorradhersteller der Welt. Im gleichen Jahr kauft Rasmussen die Audiwerke. 1932 wird die Auto Union AG mit Sitz in Zschopau gegründet, zu der Audi, DKW, Horch und Wanderer gehören. Nach Unstimmigkeiten scheidet Rasmussen 1934 aus der Auto Union AG aus.

 

01.12.1964 - Nach neunmonatiger Bauzeit wird das Volkswagenwerk in Emden eingeweiht und der erste dort gebaute Käfer läuft vom Band. Dort verlässt am 19.01.1978 auch die letzte in Deutschland produzierte Käfer-Limousine die Produktionsstätte.

 

 

1965

 

1965 – Zum Auto des Jahres wird der Austin 1800 gewählt. Zweitplatzierter ist der Autobianchi Primula, Drittplatzierter der Ford Mustang.

 

02/1965 - In Osnabrück beginnt beim Karosseriebauer Karmann die Produktion  luxuriösen Opel Diplomat V8 Coupés. Das Coupé verfügt über einen imposanten V8-Zylindermotor mit 5,4 Liter Hubraum. Bis Juli 1967 werden 347 Exemplare gebaut. Der Preis liegt damals mit 25.500 DM (später 26.000 DM) über dem vergleichbarer Sportmodelle wie dem Mercedes 280 SL oder dem Porsche 911. Heute sind die Coupés von Karmann extrem selten und begehrte Sammlerstücke.

 

09.03.1965 - "Fridolin" wird vorgestellt. Sein offizieller Name ist "Typ 147" und ist ein vorrangig für die Post entwickeltes Gemeinschaftsprodukt. Karmann fertigt das Typ 14-Chassis für den kleinen Transporter auf Käfer-Basis, die Blechteile des Hecks kommen vom VW-Transporterwerk Hannover und zusammengebaut wird er bei Westfalia in Wiedenbrück. Der Typ 147 verfügt über zwei seitliche Schiebetüren der Laderaum kann zwei Kubikmeter und 400 kg Nutzlast aufnehmen. 1974 wird die Produktion von "Fridolin" nach 6.139 Fahrzeugen eingestellt. Heute sollen weltweit noch rund 200 Fahrzeuge existieren.

 

04/1965 - Nach 17 Jahren endet die Produktion des Porsche 356. Insgesamt werden 76.302 Varianten des 356 gebaut. Von 1948 bis 1955 gibt es das "Urmodell" mit zweigeteilter Windschutzscheibe bzw. ab 1962 mit einteiliger Knickscheibe. Der 356 A wird von 1955 bis 1959 gebaut und vom 356 B abgelöst (1959-1963). Das letzte Modell, der 356 C, wird von 1963 bis 1965 produziert. Der erste Porsche 356 hat noch 1.086 ccm und 40 PS. Das Spitzenmodell, der Porsche 356 2000 GS Carrera 2 verfügt über  einen 1.966 ccm großen und 130 PS starken Vierzylinder-Boxermotor. Die ersten Porsche 356 entstehen  mit Aluminium-Karosserie in Gmünd/Kärnten. 1950 zieht Porsche nach Stuttgart-Zuffenhausen um, wo zunächst im Karosseriewerk Reutter die Produktion von Stahlkarosserien aufgenommen wird. Das Design des 3546 stammt vom Porsche-Mitarbeiter Erwin Kommenda, der auch schon die Karosserie des Käfers gestaltet hat. Den 356 gibt es als Coupé, als Cabriolet, als America Roadster und als Speedster, wobei nur die Cabrio- und Coupé-Version durchgehend gebaut werden. Besonders für frühe 356 und die Speedster- und  America Roadster-Versionen werden heute sehr hohe Preise gezahlt. 1965 wird der Porsche 356 vom 911 abgelöst, der noch heute gebaut wird. Während der 911er nun einen Sechszylinder-Boxermotor hat, wird parallel bei Karmann Osnabrück der optisch ähnliche Porsche 912 mit dem bisherigen Vierzylinder-Boxermotor des Porsche 356 C einige Jahre gebaut.

 

01.04.1965 - Der Porsche 912  ersetzt den Porsche 356 C mit dem Vierzylindermotor mit 1,6 Liter Hubraum und 90 PS. Der beim Osnabrücker Karosseriebauer Karmann hergestellte 912 soll die günstigere Alternative zum mit einem Sechszylindermotor angetriebenen 911 sein. Nicht nur die Leistung, auch die Ausstattung ist gegenüber dem 911 einfacher. Der 912 wird bis zum Sommer 1969 als Coupé und Targa gebaut. 1976 wird - nach Einstellung des Porsche 914 - der Porsche 912 E für den US-Markt gebaut, da das Modell 924 dort noch nicht angeboten wird. Der 2-Liter-Motor stammt jedoch nicht von Porsche, sondern ist der Typ 4-Motor von Volkswagen.

 

08/1965 - Mercedes-Benz präsentiert ihre neuen Oberklasse-Fahrzeuge. Die Typen 250 S, 250 SE und 300 SE (W 109) sind die Nachfolger der Heckflossen-Modelle W 111 und W 112.  Die Karosserie wurde von Paul Bracq entworfen. Gebaut werden die W 108/W 109-Modelle bis zum November 1972.

 

09/1965 - Der Opel Kadett B wird als Nachfolger des Kadett A vorgestellt. Er gilt als eines der erfolgreichsten Opel-Modelle und wird bis Juli 1973 gebaut. Auf Basis des Kadett B (Fahrwerk, Getriebe, Motor) baut Opel auch den Sportwagen GT. Den Kadett B gibt es sowohl als zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine, zwei-/viertürige Schräghecklimousine, drei-/fünftürigen Kombi und als zweitüriges Coupé. Die Vierzylindermotoren haben zwischen 1,1 und 1,9 Liter Hubraum. Anfang der 70'er Jahre verwendet Opel den Werbespruch "Opel Kadett. Das Auto". Diese Werbung kopierte der Mitbewerber Volkswagen dreißig Jahre später mit "Volkswagen. Das Auto".

 

22.11.1965 - die ersten von 13.151 Rohkarossen des BMW 2000 Coupes verlassen  (bis Juli 1970) das Osnabrücker Karmann-Werk. Zusätzlich werden zwischen 8/1968 und 02/1970 549 Komplettfahrzeuge in Osnabrück gebaut.

 

11/1965 - In Turin wird der Lamborghini Miura präsentiert. Er verfügt über einen quer eingebauten V12-Zylinder-Mittelmotor mit 3,9 Liter Hubraum und 350 bis 385 PS.  Gebaut werden bis 1975 ca. 800 Miura, Miura S und Miura SV.  Der Wagen hat eine Höhe von nur 105 cm. Benannt wird der Miura nach dem Kampfstierzüchter Eduardo Miura.  1975 wird er vom Lamborghini Countach abgelöst.

 

 

1966

 

1966 – Zum Auto des Jahres wird der Renault 16 gewählt. Zweitplatzierter ist der Rolls-Royce Silver Shadow, Drittplatzierter der Oldsmobile Toronado.

 

1966 - Zum Auto des Jahres wird der Renault 16 gewählt. 1961 erteilt Pierre Dreyfus, der damalige Leiter von Renault, den Auftrag zur Entwicklung eines neuen, familientauglichen Fahrzeugs. Gaston Juchet entwirft daraufhin den R16 als Schräghecklimousine. Ab dem 2. Dezember 1964 werden die Vorserienfahrzeuge gefertigt, im Januar 1965 beginnt die Serienproduktion in einem neu gebauten Werk in Sandouville bei Le Havre. Weitere Standorte für die Montage des Renault 16 sind das französische Flins sowie das australische Melbourne.

 

12.04.1966 - Das Bundesverkehrsministerium gibt bekannt, dass bei dem unerwartet starken Reiseverkehr zu Ostern 153 Personen ums Leben gekommen und rund 5000 verletzt worden seien.

 

25.06.1966 - Die Daimler-Benz AG und die Volkswagenwerk AG gründen die "Deutsche Automobilgesellschaft" in Hannover als gemeinsam betriebene Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft.

 

18.-19.06.1966 - Ford gewinnt mit dem GT 40 das legendäre 34. 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Am Start sind acht 7-Liter-GT 40 Mk.II und fünf 5-Liter-GT 40. Während die 7-Liter-Wagen für die unlimitierte Prototypenklasse starten sollen, sind die 5-Liter-GT 40 in der Sportwagenklasse gemeldet. Der größte Konkurrent ist Ferrari, die 11 Sportwagen gemeldet haben, darunter zwei 330P3. Porsche bringt sechs 906 Carrera und einen der neuen 911 nach Le Mans. Nach 24 Stunden ist der Triumph für Ford perfekt. Die ersten drei Plätze belegen die drei GT 40, die nicht ausgefallen sind, dahinter kommen vier Porsche 906, erst dann folgt ein Ferrari 275.

 

08/1966 - Der Opel Rekord C ist ein in der oberen Mittelklasse positioniertes Fahrzeug der Adam Opel AG aus der Modellreihe Opel Rekord. Er ersetzt ab August 1966 das nur knapp ein Jahr lang gebaute „Zwischenmodell“ Rekord B und wartet mit einer völlig neuen Karosserie auf. Der Rekord C ist als zwei- oder viertürige Limousine erhältlich sowie als drei- oder fünftüriger Kombi Caravan, als dreitüriger Lieferwagen (Caravan ohne hintere Seitenfenster) und ab Januar 1967 auch als Coupé. Das Coupé hat keine B-Säule und gilt bei vielen Fans als das eleganteste Rekord-Modell. Ebenfalls gab es ab 1967 für 4.000,– DM Aufpreis einen heute sehr seltenen Cabrio-Umbau auf Basis der zweitürigen Rekord- oder Commodore-Limousine von dem Karosseriebauunternehmen Karl Deutsch in Köln. Auch Karmann in Osnabrück entwickelt eine Cabrioversion des Commodore, die aber nicht in Serie geht. Sie basiert auf der zweitürigen Limousine, hat aber vier Seitenfenster (statt zwei wie das Deutsch-Cabrio) und entsteht in vier Exemplaren, die heute noch existieren.

 

22.08.1966 - Mit Erwin Komenda (geboren am 6. April 1904 in Jauern am Semmering, Österreich) stirbt am 22. August 1966 ein großer österreichischer Automobildesigner. Komenda besucht von 1916 bis 1920 eine Höhere Technische Lehranstalt für Eisenverarbeitung in Steyr. Anschließend arbeitet er als Automobilkonstrukteur in der "Wiener Karosseriefabrik". 1926 wechselt er als Konstrukteur zu den Steyr-Werken und begegnet dort erstmals Ferdinand Porsche. Drei Jahre später wird er Chefkonstrukteur der Versuchs- und Entwicklungsabteilung der Daimler-Benz AG in Sindelfingen. In dieser Zeit entstanden dort Autos wie z.B. der Typ Mannheim 370 K. Schon zwei Jahre später nimmt er das Angebot an, Leiter der Karosserieaufbauabteilung des neu gegründeten Konstruktionsbüros von Porsche zu werden. Dort entwickelt er u.a. die Karosserie des VW Käfers, des P-Auto-Union-Rennwagen und des Cisitalia-Rennwagen. 1946 beginnt Komenda mit Arbeiten zur Karosserie des ersten Porsche Sportwagen, des 356. Außerdem ist er maßgeblich verantwortlich für die Karosserien diverser Folgetypen und des Porsche 550 Spyder. Seine letzte Modelle, an dem er beteiligt ist, ist die Entwicklung des Porsche 901, des späteren 911, sowie des 904 Rennwagens. Bis zu seinem zu frühen Tod am 22.08.1966 ist er bei Porsche aktiv.

 

09/1966 - die erste Baureihe des Ford Taunus 12M/15M P6 läuft von den Bändern. Es ist die sechste neue Pkw-Konstruktion der Ford-Werke Köln seit dem zweiten Weltkrieg. Vom Vorgänger hat der P6 die Grundkonstruktion mit dem V4-Motor und Frontantrieb. Bis August 1970 werden in drei Bauserien rund 670.000 Autos (385.000 12M und 285.000 15M) gebaut in den Ford-Werken Köln und Genk (Belgien) gebaut. Bei sämtlichen P-Modellen gibt es einen Cabrio-Umbau, nur nicht vom P6. Den P6 gab es als Limousine, Coupé und Kombi. Auf den P6 folgt der "Knudsen-Taunus" mit Reihenmotor und Hinterradantrieb.

 

10/1966 - Auf der Earls Court Motor Show wird der bei Vignale gefertigte Prototyp des Jensen Interceptor präsentiert. Der Sportwagen wird zwischen 1966 und 1976 gebaut, es gibt ihn als Saloon, Coupé und Cabriolet. Als Antrieb dient ein 8-Zylinder-Motor von Chrysler, zunächst mit 6,3 Liter Hubraum, später mit 7,2 Liter.

 

 

1967

 

1967 – Zum Auto des Jahres wird der Fiat 124 gewählt. Zweitplatzierter ist der BMW 1600, Drittplatzierter der Jensen FF.

 

1967 endet die Produktion des erfolgreichen Alfa Romeo Giulia TZ 2. Der von 1964 an in nur zwölf Exemplaren gebaute straßentaugliche Rennwagen gehört heute zu den gesuchtesten Alfa Romeo der Nachkriegszeit.

 

27.01.1967 - Fünf Monate nach dem Schwestermodell Chevrolet Camaro wird der Pontiac Firebird als Coupé und Convertible vorgestellt. Beide sollen in der "Muscle-Car-Ära" dem Ford Mustang Konkurrenz machen. Der Einstiegspreis liegt bei 2.666 Dollar - dafür bekommt man die Sechszylinderversion. Es gibt aber auch leistungsstärkere V8 mit 250 und 285 PS. Bereits im ersten Produktionsjahr werden 82.560 Fahrzeuge abgesetzt. Mit der vierten Generation endet 2002 die Ära des Firebird. Acht Jahre später wird die traditionsreiche Marke Pontiac eingestellt.

 

07/1967 - In Sindelfingen verlassen die ersten Vorserienwagen des neuen von Paul Bracq gezeichneten Modells von Mercedes-Benz das Werk. Damals ahnt noch niemand, dass die neue Mittelklasse-Baureihe W114 (mit Sechszylindermotoren) bzw. W115 (alle anderen Motorvarianten) bis  zu ihrem Produktionsende mit knapp zwei Millionen Fahrzeugen fast die gleiche Stückzahl erreichen wie alle anderen Mercedes-Modelle der Nachkriegszeit zusammen. Ab Werk gibt es nur viertürige Limousinen, Coupés und Langmodelle, andere Karosseriebauer wie Miesen, Binz, IMA und Santos werden für Sonderaufbauten beliefert. Sie stellen Krankenwagen (Miesen und Benz) und Kombis und Lieferwagen her. Außerdem entstehen bei weiteren Herstellern Leichenwagen und Pick-ups. Zwischen 1967 und 1976 entstehen 1.919.056 Fahrzeuge, davon 67.048 Coupés und 9.900 Langversionen. Bekannt sind die "Strich/8" für ihre hohe Zuverlässigkeit. Im Mercedes-Museum steht der von Mercedes-Benz bestätigte Rekordhalter, ein 240D, der zwischen 1976 und 2004 mit drei Austauschmotoren 4,6 Kilometer auf dem Tacho.

 

20.07.1967 - Nach 28.945 Fahrzeugen endet die Produktion des Panhard 24. Mit diesem Fahrzeug endet auch die Automobilgeschichte des 1886 gegründeten Automobilherstellers Panhard & Levassor. Nur zwei Jahre zuvor hat die Inhaberfamilie die Firma an Citroen verkauft in der Hoffnung, damit den Markennamen zu retten und finanzielle Mittel in die Entwicklung eines neuen Motors stecken zu können. Das letzte Fahrzeug, ein Panhard 24 BT geht nicht in ein Museum, sondern an einen Verkaufsberater der Firma Pernod. Damit endet die 73jährige Geschichte des ältesten Automobilherstellers Frankreichs.

 

08/1967 - Der neue VW Transporter erscheint. Auffälligstes Merkmal der zweiten Generation des „Bulli“: die ungeteilte, gewölbte Frontscheibe und das fehlende „V“ der Frontpartie. Das Fahrzeug ist gegenüber dem T1 um zwanzig Zentimeter länger geworden. Bis auf die Kurbellenkerachse der Vorderräder sind alle Fahrwerkbauteile neu. Wie auch schon der T1 wird der T2 von einem im Heck untergebrachten Vierzylinder-Boxermotor angetrieben (Hinterradantrieb). 1975 wird von der Entwicklungsabteilung ein Prototyp mit einem zuschaltbaren Frontantrieb entwickelt. Damit gelingt Entwicklungschef Gustav Mayer die Durchquerung der Sahara, jedoch bleibt es bei dem Prototypen. Wie auch beim T1 gibt es zahlreiche Karosserievarianten: Kastenwagen, Kombi (Kastenwagen mit Fenstern), ab 1973 auch mit Hochdach, Pritschenwagen, Großraum-Holzpritsche, Doppelkabine und Kleinbus mit sieben Sitzen. Dazu gibt es den T2 als Camperbus von Westfalia und den besser ausgestatteten „Clipper“, der in der Tradition des früheren T1 Samba-Busses stehen soll. Doch nach Einsprüchen der Fluggesellschaft PanAm wird der Name „Clipper“ wieder aufgegeben. In den 1970er Jahren baut VW einen Elektrotransporter als Reaktion auf die erste Ölkrise. Bis 1979 werden 2.533.188 T2 in Deutschland gebaut. In dieser Zeit wächst der Hubraum von 1.584 ccm auf bis zu 1.970 ccm und von 47 auf 70 PS. Der T2 wird auch in Brasilien und Mexiko gebaut, aber deutlich länger als in Deutschland. Erst 1995 endet die Produktion in Mexiko. In Brasilien  rollt er bis 2005 mit dem luftgekühlten Boxermotor vom Band, dann wird er von einem Wasserboxer abgelöst.  2013 ist mit dem T2 auch in Brasilien Schluss.

 

01.08.1967 - Der VW Käfer bekommt nun  senkrecht stehende Scheinwerfer. Damit bekommt der Käfer ein moderneres Gesicht.

  

08/1967 - Der Ford P7 (= Projekt 7, d. h. die siebte neue Pkw-Konstruktion der Ford-Werke Köln seit Ende des Zweiten Weltkriegs), kommt mit V-4 bzw. V-6-Motoren und Hinterradantrieb als Ford 17M, 20M und 26M auf den Markt. Den P7 bzw. P7a  gibt es als zwei- und viertürige Limousinen, als drei- und fünftürige Kombiversionen „Turnier“ und als Hardtop-Coupé. Vom 17M ist auch ein Kastenwagen ohne hintere Fenster erhältlich. Zusätzlich fertigt die Firma Deutsch eine Cabrio-Version vom 17M. Bereits 1968 wird die Karosserieform geglättet, da die ursprüngliche Fassung nicht beim Publikum ankommt. Die interne Bezeichnung lautet P7b oder P7II. Flaggschiff der Baureihe ist der Ford 26M, der im November 1969 auf der IAA vorgestellt wird. Von August 1967 bis Dezember 1971 werden in den Ford-Werken in Köln und Genk (Belgien) insgesamt 567.842 Fahrzeuge produziert. Die Modelle 20M und 26M werden im Frühjahr 1972 vom Ford Granada abgelöst, während der Ford 17M zunächst durch den Ford Consul ersetzt wird. Mit dem P7 endet bei Ford Köln die interne Bezeichnung „Projekt“ bei den Pkw.

 

03.09.1967 - Um 6.00 Uhr wechselt in Schweden der Straßenverkehr von der linken auf die rechte Seite über.

 

07.09.1967 - Ein Viertel der US-amerikanischen Automobilarbeiter streikt für höhere Sozialleistungen und ein garantiertes Jahreseinkommen.

 

14.09.1967 - Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt wird der NSU Ro 80  vorgestellt.

 

28.12.1967 - In der "Verkehrssünderkartei" des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg sind rund 2,7 Millionen Verkehrsteilnehmer eingetragen.

 

 

1968

 

1968 – Zum Auto des Jahres wird der NSU Ro 80 gewählt. Zweitplatzierter ist der Fiat 125, Drittplatzierter der Simca 1100.

 

01/1968 – Im Januar werden die Mercedes-Benz-Baureihen W114 und W155 vorgestellt – im Allgemeinen besser bekannt als /8 („Strich-Acht“). Es wird die erfolgreichste Baureihe. Von ihr werden mit knapp zwei Millionen Exemplaren mehr Fahrzeuge hergestellt als Mercedes-Benz in der Vorkriegszeit insgesamt gebaut hat. Gebaut wird der /8 acht Jahre lang und avanciert 1974 mit 140.127 Einheiten zum meistverkauften Pkw in Deutschland. Damit ist der /8 das einzige Modell, dass den VW Käfer bzw. VW Golf jemals vom ersten Platz der Neuzulassungen in Deutschland verdrängen kann – wobei zu erwähnen ist, dass der VW Golf erst im Mai 1974 auf den Markt kommt. Der /8 ist hinsichtlich Karosserieform und Innenraum schlichter und sachlicher gestaltet als man es von vorherigen Mercedes-Benz-Modellen gewohnt ist. Es gibt ihn mit zahlreichen Zusatzausstattungen. Dazu gehören z. B. elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Stahlschiebedach, Halogen-Scheinwerfer, Scheinwerferwaschanlage, Leichtmetallräder und Metalliclack für die großen Sechszylinder, Kopfstützen, Becker Autoradio, Zentralverriegelung, Mittelarmlehne,… Diese Zusatzausstattungen lassen sich die Stuttgarter teuer bezahlen. So kostet 1972 ein 280 E mit Vollausstattung mehr als 40.000 DM, während das Basisfahrzeug mit Zweilitermotor gerade einmal 13.000 DM kostet. Den 8 gibt es als Limousine und Coupé, als Benziner oder Diesel, mit Vier- und Fünfzylindermotoren (W115) oder mit Sechszylindermotoren (W114 und Coupé). Dazu gibt es noch die seltene, bei Hotels, Mietwagen- und Taxibetrieben beliebte Langversion. Sie rollen gemeinsam mit den Limousinen in Sindelfingen vom Band, sind also keine nachträglich verlängerte /8-Varianten. Außerdem bauen Karosseriebauer wie z.B. Binz, Miesen, Pollmann oder Welsch Fahrzeuge zu Kombis. Leichen- und Krankenwagen um.

 

01/1968 – Ebenfalls im Januar wird im nordafrikanischen Marokko der Ford Escort der Presse vorgestellt, wenige Tage vor der offiziellen Präsentation auf dem Brüsseler Autosalon. Die nachfolgenden Verkaufszahlen übertreffen alle Erwartungen des Herstellers. Weniger als fünf Monate nach der Vorstellung läuft am 4. Juni 1968 bereits der 100.000. Escort vom Band. Ab dem 16.01.1970 wird der Escort auch in Saarlouis gebaut. Die Technik des Escort orientiert sich am Vorgängermodell Anglia. Den Escort gibt es neben der Limousine auch in der Kombivariante „Turnier“, die bis 1980 gebaut wird. In Deutschland bleibt der als „Käfer-Killer“ konzipierte Escort jedoch hinter seinen Erwartungen zurück. 1973 kommt in Deutschland das Topmodell Escort RS2000 hinzu, erkennbar an der zweifarbigen Lackierung und den vorne verbreiterten Radläufen. Mit 100 PS ist der leichte Escort ausreichend motorisiert und erreicht zahlreiche Erfolge im Motorsport. Weit erfolgreicher im internationalen Renn- und Rallyegeschehen ist der britische Escort TwinCam und sein Nachfolger, der RS1600 mit einem Cosworth BDA-16V-Motor. Dieser kann neben der Rallyecross-Europameisterschaft 1973 im gleichen Jahr auch den Finnland-Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft sowie einige Läufe zur Deutschen Rennsport-Meisterschaft gewinnen.

 

26.01.1968 - Die Rallye Monte Carlo, die am 19. Januar begonnen hat, ist mit einem Doppelsieg für Porsche zu Ende gegangen. Den ersten Platz haben Vic Elford und David Stone (Großbritannien) vor Paul Toivonen und Martti Tiukkanen (Finnland) belegt, beide Teams auf Porsche 911 T. Während der Rallye sind bei zwei Unfällen der Italiener Luciano Lombardini und ein Privatfahrer ums Leben gekommen. Weitere sechs Personen werden verletzt. 

 

03/1968 - Eines der stärksten Mercedes-Benz-Fahrzeuge kommt auf die Straße: Der 300 SEL 6.3 mit dem V8-Motor und dem Automatikgetriebe des Mercedes-Benz 600.  Die 250 PS sorgen für eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden. Damit war er schneller als der Ferrari GTC oder der Porsche 911 S.  Seine Vorstellung auf dem Genfer Auto-Salon ist eine Sensation, zumal es vorher keine Andeutungen gegeben hat. Obwohl der Preis mit anfangs 39.160 DM sehr hoch ist, stößt er auf reges Interesse und so werden 6.526 Einheiten produziert. Berühmtestes Fahrzeug dieser Reihe ist die "Rote Sau", ein im Tourenwagensport eingesetztes und mit einem auf 6,8 Liter Hubraum aufgebohrten V8-Motor - das erste Modell des Tuners AMG.

 

13.02.1968 - Unter dem Namen Studi Italiani Realizzazione Prototipi S.p.A. wird die Firma ItalDesign gegründet. Mitbegründer Giorgio Giugiaro entwirft u. a. die Maserati Borak, Merak und Quattroporte III, den Audi 80, den BMW M1, den DeLorean DMC-12, den Saab 9000 und den Seat Ibiza. Für VW entwirft er den Scirocco I und den Golf I. Am 25.05.2010 übernimmt die Volkswagen AG über die Audi-Tochter Lamborghini 90,1% der Firmenanteile, 2015 übernimmt Audi den Rest.

 

01.03.1968 - Der erste VW-Porsche 914-Prototyp wird vorgestellt. Der Sportwagen entsteht aus einer Kooperation zwischen Volkswagen und Porsche. Einer Absprache zwischen VW-Chef Heinrich Nordhoff und Ferry Porsche nach ist geplant, sich die Entwicklungskosten zu teilen und anschließend das Fahrzeug als Volkswagen und als Porsche getrennt zu verkaufen. Doch kurz nach der Präsentation stirbt Nordhoff und sein Nachfolger Kurt Lutz erkennt die mündliche Vereinbarung nicht an. Dadurch ist das Preis- und Vermarktungskonzept schon vor Beginn der Serienfertigung gescheitert. Diese Fertigung erfolgt beim Karosseriebauer Karmann. Zwischen Herbst 1969 und Anfang 1976 laufen knapp 120.000 Einheiten in Osnabrück vom Band. Die Vierzylinderversionen des Mittelmotorcoupés für VW entstehen komplett in der Hasestadt, für die Sechszylinderversionen werden nur die Karosserien gebaut, die weitere Montage erfolgt bei Porsche in Stuttgart.

 

03/1968 - Auf der Genfer Automobilausstellung präsentiert Porsche eines der faszinierendsten Modelle der Firmengeschichte: Den 917. Mit der Präsentation eines solchen Prototyps überrascht Porsche sowohl die Fachwelt wie auch den großen Konkurrenten Ferrari. Zwei Monate später stehen die 25 vom Reglement geforderten Exemplare in Zuffenhausen bereit. Der Porsche 917 hat einen neuen, luftgekühlten  V-Zwölfzylindermotor mit 4,5 Liter Hubraum und leistete anfangs 520 PS.  Beim 1000-km-Rennen am Österreichring bei Zeltweg feiert Porsche mit Jo Siffert und Kurt Ahrens den ersten Gesamtsieg mit einem  917 Kurzheck-Coupé. Ab 1970 erzielt der Porsche 917 zahlreiche Siege bei der Sportwagen-Weltmeisterschaft und der Interserie. Der Porsche 917 ist neben dem Ferrari 512 auch einer der Stars in dem 1971 gedrehten  Film "Le Mans" mit Steve McQueen. 1995 endet die Bauzeit mit dem Porsche 917/30 (5.374 ccm Hubraum, 1100 PS, 385 km/h).

 

07.04.1968 - Auf dem Hockenheimring verunglückt Jim Clark, der bisher erfolgreichste Grand-Prix-Autorennfahrer der Formel, I tödlich. Der 1936 in Schottland geborene Rennfahrer siegt 25 Mal in 72 Formel I-Rennen und wird in den Jahren 1963 und  1965 Weltmeister auf Lotus. Aber auch auf anderen Strecken ist er unterwegs. So gewinnt er 1965 auch die Indianapolis 500. Am 07.04.1968 startet er in einem unbedeutenden Formel 2-Rennen auf dem Hockenheimring. Auf nasser Fahrbahn kommt er aufgrund eines schleichenden Plattfußes von der Fahrbahn ab. Da es noch keine Leitplanken gibt, gerät er in ein Waldstück, wo er seitlich einschlägt. Die Untersuchung ergibt, dass er noch versucht hat, auf dem Waldboden einzulenken, doch es fehlt letztendlich der Platz zwischen den engstehenden Bäumen.  Bei 72 GP-Starts erzielt Clark 25 Siege, 33 Trainingsbestzeiten und 28 schnellste Runden. Dazu schafft er in 13 Rennen das Hattrick mit Pole, Sieg und schnellster Rennrunde im gleichen Rennen. Nur Fangio hat eine bessere Start-Pole-Quote und neben Ascari eine bessere Start-Sieg-Quote. Clarks Hattrick-Quote ist bis heute unerreicht. Michael Schumacher hat zwar die Gesamtzahl übertroffen, doch benötigt er dafür die dreifache Anzahl an Starts

 

12.04.1968 - Heinrich Nordhoff stirbt in Wolfsburg. Der 1899 in Hildesheim geborene Nordhoff studiert von 1920 bis 1927 an der Technischen Hochschule Berlin Maschinenbau. Nach einer ersten Station bei BMW (Flugmotorenbau) wechselt er 1929 zu GM. Er stellt Opel-Kundendiensthandbücher zusammen, arbeitet aber zum besseren Verständnis der Materie auch am Fließband. In den USA studiert der die Produktions- und Vertriebsmethoden bei GM. Im April 1942 wird Nordhoff Vorstandsmitglied der Adam Opel AG, drei Monate später Leiter des Opel-LKW-Werks in Brandenburg an der Havel. Nach dem Krieg arbeitet er zunächst als Geschäftsführer der Opel Generalvertretung Ernst Dello & Co. in Hamburg. Am 07.11.1947 bestellt ihn die britische Kontrollkommission zum neuen Generaldirektor des Wolfsburger Volkswagenwerkes. In den folgenden zwei Jahrzehnten baut er die Volkswagen GmbH zur umsatzstärksten Automobilfabrik Europas auf. Bis zu seinem Tod 1968 hält er am Konzept des Heckmotors fest. Am 12.04.1968 stirbt er an den Folgen eines Herzinfarkts.

 

18.04.1968 - Drei der acht bundesdeutschen Autohersteller haben aufgrund der steigenden Nachfrage nach Personenwagen Sonderschichten eingelegt.

 

01.05.1968 - Pkw und Lkw müssen ein Warndreieck mitführen (§ 53a StVZO).

 

05/1968 - In der Bundesrepublik Deutschland schreibt der § 53 a der Straßenverkehrsordnung Warndreiecke als Standartausrüstung für Neuwagen vor. Die Funktion dieser Warndreiecke scheint für so manchen Autofahrer mit einer Panne noch heute ein Rätsel darzustellen.

 

05.05.1968 - Der Brite Vic Elford gewinnt auf Porsche 907 die Targa Florio. Das älteste europäische Autorennen wird auf öffentlichen Straßen auf einem Rundkurs in der Nähe von Palermo (Sizilien, Italien) ausgetragen.

 

09.05.1968 - Seit der Wiederaufnahme der Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 läuft im Werk Sindelfingen (Baden-Württemberg) der zweimillionste Mercedes-Benz-Personenwagen vom Band.

 

14.05.1968 - Erstmals werden auf dem deutschen Markt Scheibenwischer mit Intervall-Schaltern angeboten, die das Ein- und Ausschalten der Scheibenwischer automatisch regulieren sollen.

 

26.05.1968 - Auf Islands Straßen ist nun der Rechtsverkehr Standard. Mit dieser Änderung, der Abkehr vom Linksverkehr, gilt dies nur noch in Großbritannien und in Irland.

 

19.06.1968 - In Hamburg beginnen die Bauarbeiten für den zweiten Elbtunnel. Der geplante Tunnel soll mit 3,3 km die längste Unterwasserstraße Europas werden und den alten Elbtunnel aus dem Jahr 1911 ersetzen. Nach sieben Jahren Bauzeit wird der neue Elbtunnel von Bundeskanzler Helmut Schmidt feierlich bei einem Volksfest eröffnet, an dem rund 600.000 Menschen teilnehmen. Zunächst hat der Elbtunnel drei Röhren, 2002 wird die vierte Tunnelröhre eingeweiht.

 

01.07.1968 - In der Bundesrepublik müssen alle Taxis und Mietwagen mit einer kugelsicheren Trennscheibe zwischen Vorder- und Rücksitzen ausgerüstet werden.

 

08/1968 - Opel bringt den GT auf die Straße. Dieses sportlich anmutende Fahrzeug mit der charakteristischen "Coke-Bottle-Karosserie" löst schon bei seiner Präsentation Begeisterung aus. Zunächst zeigt Opel im Jahr 1965 einen Prototyp unter der Bezeichnung "Opel GT Experimental" als Imageträger, eine tatsächliche Serienfertigung ist zunächst nicht geplant. Doch die Begeisterung lässt Opel bzw. GM umdenken. Da jedoch bei Opel keine Produktionskapazitäten frei sind, wird die Karosserie von Chausson in Gennevilliers (Frankreich) gefertigt, die Lackierung und Innenausstattung werden bei Brissonneau & Lotz in Creil (Frankreich) erledigt. Die fertigen Karosserien kommen anschließend ins Opel-Werk Bochum. Die Technik kommt aus der Großserie: Bodengruppe, Fahrwerk und der 1,1-Liter-Motor werden vom Kadett B übernommen, der 1,9-Liter-Motor vom Opel Rekord C. Der Opel GT 1100 ist jedoch nicht der Renner mit seinen geraden einmal 60 PS starken Motor und wird bereits 1970 eingestellt. Die Hälfte der GT-Produktion geht in die USA, wo sich der kleine Sportwagen schnell eine Fan-Gemeinde erarbeitet. 1973 wird die Produktion aus verschiedenen Gründen eingestellt: Brissonneau & Lotz werden von einer Renault-nahen Firma übernommen und der Vertrag mit Opel wird wegen der Konkurrenz zur Renault Alpine gekündigt. Auch treten in den USA neue Sicherheitsgesetze in Kraft. Insgesamt werden 103.463 Exemplare des Opel GT gebaut. Berühmt geworden ist auch die Werbekampagne mit dem Slogan: "Nur Fliegen ist schöner". Am 17.05.1971 erreicht ein mit einem Elektromotor ausgestatteter Opel GT eine Geschwindigkeit von 188 km/h, jedoch muss die Rekordfahrt aufgrund eines leeren Akkus nach 44 km abgebrochen werden.

 

08/1968 - Produktionsbeginn des Volkswagen Typ 411 im Werk Wolfsburg. Der 411 ist Volkswagens erste viertürige Mittelklasselimousine. Seine Karosserie ist, wie beim Typ 2, selbsttragend und verfügt über eine McPherson-Federbeinvorderachse. Der 411 bekommt einen neukonstruierten Motor, Typ 4 genannt. Ihn gibt es mit 1,7 l-Vergasermotor mit 68 PS und mit Einspritzanlage und 80 PS. Das Fahrzeug wird im Hinblick auf Größe und Komfort gebaut, zunächst nur als zwei- und viertürige Schräghecklimousine, ab 1970 auch als dreitürige Kombiversion. 1972 löst der Typ 412 den 411 ab. Dieser ist optisch und technisch noch einmal verfeinert und man kann ihn mit 1,8-Liter-Motor mit 75, 80 oder 85 PS ordern. Im Mai 1974 endet die Produktion des Typ 4. Von den insgesamt 367.728 Exemplaren sollen nur noch etwa 400 Stück existieren.

 

01.09.1968 – Als erste Großstadt in der Bundesrepublik Deutschland richtet Wiesbaden (Hessen) in der Innenstadt gesonderte Busspuren ein. Damit soll der öffentliche Nahverkehr stärker von Verkehrsstockungen entlastet werden. Nach anfänglicher Skepsis und juristischen Problemen stößt das Projekt auf Interesse im In- und Ausland. 1970 beginnt auch Berlin, Busfahrstreifen einzurichten. Zu dieser Zeit entbehren die Busfahrstreifen einer Rechtsgrundlage in der StVO, dies ändert sich erst mit der Novellierung der StVO am 01.03.1971.

 

09/1968 – In Rheine startet die Fertigung des BMW 2800 CS. Schneller als 200 km/h laufen die Coupés, in 10 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h. Bis April 1971 werden 9.399 Einheiten gebaut, dann rüstet BMW auf 3 Liter Hubraum mit 180 PS (CS) und 200 PS (CSi) auf, weitere 16.000 Einheiten entstehen. 1973 wird der Hubraum auf 3.153 ccm und 206 PS erhöht und bis Ende 1975 laufen noch einmal 6.000 Fahrzeuge bei Karmann/Rheine vom Band.

 

10/1968 - die Produktion des Opel GT beginnt.

 

10.10.1968 - Um den Verkehr zu beruhigen, werden erstmals auf bundesdeutschen Autobahnen Richtgeschwindigkeiten empfohlen worden. Auf einer Versuchsstrecke zwischen Wiesbaden und Frankfurt am Main werden entsprechende Schilder aufgestellt.

 

11/1968 - Er soll für Ford das europäische "Pony-Car" werden und den Erfolg des Ford Mustang in den USA nun auch auf dem alten Kontinent wiederholen: Der Ford Capri. Gebaut wird er in Deutschland, Belgien und in England. Zwei Monate nach Produktionsbeginn wird der Capri offiziell auf dem Brüsseler Autosalon präsentiert.  Das Fahrwerk kommt vom englischen Ford Cortina, die Motoren zum Teil vom deutschen Ford Taunus. Den Capri gibt es von Beginn an in unterschiedlichen Motorisierungen. In England erhält er einen 1,3- oder 1,6-Liter-Reihenvierzylinder der Kent-Familie, in Deutschland werden eigene Motoren mit 1,3/1,5/1,7 Litern eingepflanzt. 1969 wird aufgerüstet: In Deutschland kommen der 108 PS starke 2300 GT (2,3 Liter Doppelvergaser) und der 125 PS starke 2600 GT (2,6 Liter Doppelvergaser), während in Großbritannien der 3000 GT mit einem V6 mit 138 PS angeboten wird. Die erste Serie wird von 1968 bis 1973 gebaut und von der Serie II abgelöst (1974-1977). Die letzte Baureihe des Capri wird zwischen 1978 und 1986 produziert. Erfolgreich ist der Capri im Motorsport. Besonders der RS 2600 gilt als "Kultauto". Die Rennversionen  des Capri erzielten zahlreiche Erfolge, darunter 1971 die Deutsche Rundstreckenmeisterschaft und 1972 die Tourenwagen-Europameisterschaft.  Zu den Piloten, die zahlreiche nationale und internationale Rennen gewannen, gehören Jean Todt, Dieter Glemser, Hans-Joachim Stuck oder Jochen Mass

 

03.11.1968 - In Mexiko-Stadt gewinnt der Brite Graham Hill das Autorennen um den Großen Preis von Mexiko. Damit wird er auch Formel-I-Weltmeister.

 

14.11.1968 - In der Nähe von Osnabrück (Niedersachsen) übergibt Bundesverkehrsminister Georg Leber das letzte Teilstück der Autobahn „Hansalinie“, der Bundesautobahn A1, dem Verkehr.

 

20.11.1968 - Die Reifenindustrie bietet erstmals für die Winterperiode 1968/69 mit Spikes versehene Gürtelreifen an. Diese sind für Geschwindigkeit bis 180 km/h zugelassen. Der sogenannte M-&-S-Reifen hat 100 über die ganze Lauffläche verteilte Spikes, die die Fahrtüchtigkeit des Wagens bei Schnee und Eis erheblich verbessern. Der Nachteil ist jedoch, dass sie bei trockener Fahrbahn eine weit geringere Haftung als reine Gummireifen haben und zusätzlich die Straßen deutlich stärker beanspruchen. In manchen Ländern sind sie heute generell verboten (u.a. In Deutschland), in anderen teilweise zu bestimmten Zeiten (z.B. Österreich, die Schweiz, Norwegen oder Finnland).

 

06.12.1968 - Bundesverkehrsminister Georg Leber vertritt in einer Antwort auf eine schriftliche Abgeordnetenanfrage die Auffassung, dass Autos nicht so grell bemalt sein dürfen, dass sie Verkehrsteilnehmer in ihrer Aufmerksamkeit behindern. Gegen sogenannte Hippie-Autos ist Einschreiten seitens der Polizei gestattet.

 

22.12.1968 - Die Brenner-Autobahn zwischen Innsbruck und dem Brennersee, kurz vor der italienische-österreichischen Grenze, kann nun auf 36 km durchgehend befahren werden. Mit der offiziellen Freigabe für den Verkehr entsteht für die Autofahrer künftig eine Fahrzeit-Ersparnis von mehr als einer Stunde.

 

12/1968 - Bis zum Juli 1970 stellt der Osnabrücker Karosseriebauer Karmann 280 AMC Javellin, ein amerikanisches Sportcoupé,  im Werk Rheine her. Dazu werden entsprechende CKD-Bausätze aus den USA geliefert. Die Osnabrücker Version gibt es nur mit dem 5,6 Liter starken Achtzylindermotor. Insgesamt wird der Javellin, der in der Klasse der sog. Pony-Cars dem Ford Mustang und dem Chevrolet Camaro Konkurrenz machen soll, in zwei Modellreihen von 1967-1970 und 1970-1974 gebaut.

 

 

1969

 

1969 – Zum Auto des Jahres wird der Peugeot 504 gewählt. Zweitplatzierter ist der BMW 2500/2800, Drittplatzierter der Alfa Romeo 1750/2000.

 

1969 – In diesem Jahr erscheinen der Porsche 914 und der Ford Capri auf dem Markt. Das Design des Ford Capri ist an den Ford Mustang aus den USA angelehnt, das sportliche und auch für die Familie geeignete Fahrzeug wird zum Kassenschlager. Auch Audi präsentiert mit dem Audi 100 ein schnittiges Coupé, während BMW das schicke 2800 CS-Coupé vorstellt. 1969 melden über 1.000.000 stolze Autobesitzer ihre fabrikneuen Fahrzeuge bei einer deutschen Zulassungsstelle an, ein Viertel davon sind Volkswagen. Im gleichen Jahr steigt Fiat mit 50% bei Ferrari ein. In den USA verpasst Dodge entgegen dem Trend einen Downgrade mit einem Reihensechszylinder mit 2,8 Liter Hubraum und scheitert damit erwartungsgemäß.

 

03.01.1969 - Der erfolgreichste Formel 1-Rennfahrer aller Zeiten wird in Hürth geboren: Michael Schumacher. Seine Karriere startet mit vier Jahren, als ihm sein Vater ein umgebautes Kettcar mit 5-PS-Mofamotor schenkt. Über den Kart-Sport, die Formel König, die Formel Ford, die Formel 3, das Mercedes-Junior-Team, DTM und die  Formel 3000 schließlich im Jahr 1991 in die Formel 1. Nach einem Rennen für das Team Jordan wechselt er zu Benetton. 1992 gewinnt er beim „Großen Preis von Belgien“ sein erstes Formel 1-Rennen. 1994 wird er zum ersten Mal Weltmeister, im darauffolgenden Jahr kann er seinen Titel verteidigen. 1996 wechselt Michael Schumacher zu Ferrari. Dort folgen die Weltmeistertitel 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004. 2006 beendet er seine Karriere als aktiver Fahrer und wird Berater und Testfahrer bei Ferrari. 2010 die Überraschung: Schumacher wechselt zu Mercedes. Dort bleibe er drei Jahre, kann jedoch an seine Erfolge nicht mehr anknüpfen und beendet erneut seine aktive Karriere. 2013 verunglückt Michael Schumacher beim Skifahren im französischen Méribel und prallt mit dem Kopf gegen einen Felsen. Dabei erleidet er ein Schädel-Hirn-Trauma. Er liegt lange Zeit im Koma. Über den heutigen Gesundheitszustand ist nichts bekannt.

 

03.01.1969 - Er enthält die wohl längste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte: Der Thriller "Bullit" mit Steve McQueen in der Hauptrolle, der einige Monate nach den USA nun auch in die bundesdeutschen Kinos kommt. Als Leutnant Frank Bullit verfolgt er knapp 10 Minuten lang in seinem 1968er Ford Mustang Fastback zwei Mafia-Gangster in ihrem Dodge Charger R/T (1968er Modell). Verwendet werden jeweils zwei Mustangs und zwei Charger. Die Mustangs mussten vorher stark getunt werden, um mit den Charger mithalten zu können. Aufmerksamen Filmfans fallen natürlich ein paar Absonderlichkeiten auf. So verliert der Charger mehr Radkappen als am Fahrzeug vorhanden sein können. Derselbe grüne Käfer wird insgesamt viermal an der gleichen Stelle überholt. Während der Verfolgungsjagd schaltet Bullit das Getriebe insgesamt 16mal einen Gang höher, niemals aber einen Gang zurück. Der Mustang besitzt nur vier Gänge. Steve McQueen fährt den Mustang überwiegend selbst, einige fahrerische oder gefährliche Stellen werden vom Stuntman und Motorradrennfahrer Bud Ekins gedoubelt. In der Kategorie "Bester Schnitt" erhält Frank P. Keller 1969 einen Oscar.

 

10.02.1969 - Der seit 1964 in der DDR von den VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau gefertigte Trabant P601 hat jetzt 26 PS Motorleistung und muss von nun an mit 88-Oktan-Benzin betrieben werden

 

03/1969 - Mit Kapitän, Admiral und Diplomat B lanciert Opel seine letzte echte Oberklasse. Der Kapitän läuft 1970 aus, der Admiral 1976. Ein Jahr länger hält sich der Diplomat im Modellprogramm der Rüsselsheimer. Die Gesamtstückzahl der Fahrzeuge beträgt 61.569. Der seit März 1969 bei den Händlern erhältliche Diplomat B ist wie seine Schwestermodelle nur als Limousine erhältlich. Zur Wahl steht ein Sechszylindermotor mit 2.784 ccm und ein V8-Motor mit 5.354 ccm Hubraum.

 

13.-23. März 1969 - Auf dem 39. Salon de l'Automobile Genève gibt es wieder eine Reihe von Präsentationen neuer Automobile. Dazu gehören u.a. der Dino 246 von Ferrari, der Opel GT, der Triumph Herald, der der Porsche 917, das Peugeot 504 Cabriolet, der Ferrari 365 GTB/4 Daytona oder der Maserati Indy. Der Dino 246 ist der Nachfolger des Dino 206 GT. Er wird zwischen 1969 und 1974 gebaut und hat einen Sechszylinder V-Motor von Fiat.  Berühmtheit hat der Dino 246 auch durch die Fernsehserie "Die 2" erlangt, in der Tony Curtis in der Rolle des Danny Wilde einen roten 246er Dino fährt. Der auf dem Genfer Salon vorgestellte Porsche 917 soll den ersten Gesamtsieg in der Sportwagenweltmeisterschaft einfahren. In kurzer Zeit wird der Wagen entwickelt und die erforderlichen 25 Fahrzeuge stehen Ende April 1969 auf dem Werkshoff in Zuffenhausen. Der Porsche hat zunächst einen Zwölfzylindermotor mit 4.494 ccm mit 520 PS Hubraum, in der Spitze beim 917/30 mit 5.374 ccm und 1100 PS. 1970 erreicht ein Porsche 917erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 1971 sind die Sportwagen Porsche 917 und Ferrari zusammen mit den Schauspielern Steve McQueen und Siegfried Rauch Hauptdarsteller im legendären Film Le Mans.

 

04/1969 - Die 1967 vorgestellte neue Baureihe W114 wird um das Coupé ergänzt. Die fehlende B-Säule und das niedrige Dach sorgen für ein neues Erscheinungsbild des Mercedes /8. Bis zur Einstellung des Modells im Jahr 1976 werden rund 36.000 Coupés gefertigt.

 

04/1969 - Der erste Prototyp des Melkus RS 1000 entsteht. Er hat nur einen Dreizylinder-Zweitaktmotor, die Basis ist der Wartburg 353. Aber der bis 1973 gefertigte Sportwagen des Dresdners Heinz Melkus ist exklusiver als ein Lamborghini Miura und optisch nicht weniger rasant. Zunächst hat der RS 1000 eine Leistung von 70 PS bei 992 ccm Hubraum, ab 1972 sind es 70 PS bei 1.119 ccm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Insgesamt entstehen 101 Exemplare, der Neupreis liegt bei 30.000 Ostmark. Ein Fahrzeug wird als Rennversion gebaut mit einem 90 PS starken 1119 ccm großen Motor. Die Höchstgeschwindigkeit dieses Einzelstücks liegt bei 200 km/h.

 

25.06.1969 - Knapp 2 1/2 Jahre nach der Übernahme durch BMW läuft in Dingolfing der letzte Glas vom Band, ein Goggomobil. Angetrieben wird der „Goggo“ von einem im Heck untergebrachten gebläsegekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 247 ccm und 13,6 PS, zum Schluss mit 395 ccm und 18,5 PS. Zwischen 1955 und 1959 werden vom Kleinstwagen aus Dingolfing 284.491 Fahrzeuge gebaut, davon 214.313 als Limousine, 66.511 als Coupé und 3.667 als Transporter.

 

30.06.1969 - Die Fertigung des großen Karmann Ghia Typ 34 wird eingestellt. Vom „großen“ Karmann Ghia werden zwischen 1961 und 1969 lediglich 42.505 Coupes hergestellt. Im Gegensatz zum seit 1955 gebauten Karmann Ghia Typ 14 gibt es kein Serien-Cabriolet, es entstehen nur wenige, vermutlich 12 Prototypen und Nullserienfahrzeuge.

 

19.07.1969 - Im Alter von 94 Jahren stirbt in Rüsselsheim der frühere Rennfahrer Carl Jörns. Jörns beginnt seine Kariere mit Radrennen, u.a. gegen die Gebrüder Opel. Sein erstes Radrennen gewinnt er im Jahr 1893. Im Jahr 1902 wird der technikbegeisterte Jörns als Fahrlehrer und Einfahrer bei Opel beschäftigt. Ein Jahr später startet er für Opel bei seinem ersten Automobilrennen auf der Frankfurter Pferderennbahn. Ein Jahr später feiert er seinen Sieg. Nachdem  er 1907 beim Kaiserpreis-Rennen im Taunus mit einem Opel 34/65 PS nach hartem Kampf mit dem späteren Sieger Nazzaro einen hervorragenden dritten Platz erzielt, erhält Opel den Titel "kaiserlicher Hoflieferant für Automobile". 1925 feiert er zwei Siege beim Rennen "Rund um die Solitude" . Nach seinem Sieg beim Herkulesrennen 1926 beendet er seine Karriere. Jörns fuhr ausschließlich für Opel.

 

01.08.1969 - Die Produktion des "Volksporsche" genannten Porsche 914 läuft in Osnabrück an.

 

26.08.1969 - Die Auto Union GmbH wird mit der NSU Motorenwerke AG zur Audi NSU Auto Union AG verschmolzen, an der die Volkswagenwerk AG zunächst 59,5 Prozent der Anteile hält. Die Fusion der süddeutschen Tochterunternehmen leitet eine Markenvereinheitlichung unter der Bezeichnung Audi ein, die 1977 mit dem Produktionsende des NSU Ro 80 abgeschlossen wird. Die Audi NSU Auto Union AG wird zum 1. Januar 1985 in Audi AG umbenannt, der Firmensitz von Neckarsulm nach Ingolstadt verlegt.

 

08/1969 - Die Serienfertigung des als Konkurrenzmodell zum VW Käfer gedachten BMW 700 beginnt. Der Wagen  gilt als "Retter" der BMW AG. Dieser hat bisher nur Kleinstwagen wie die Isetta oder für die meisten Kunden unerschwingliche Repräsentationswagen wie den V8 im Angebot, jedoch nichts dazwischen als gewinnbringendes Großserienmodell.

 

09/1969 - Ein Jahr nach Produktionsstart des Audi 100 C1 wird das schicke Coupé S vorgestellt, dessen Fertigung im Juli des darauffolgenden Jahres beginnt. Das Coupé S hat einen 1.871 ccm großen Vierzylinder-Reihenmotor mit 112 bzw. 115 PS. Gebaut wird es bis 1976.

 

10.09.1969 - Der im Auftrag der Bundeswehr entwickelte VW 181 wird auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main als „Vielzweckfahrzeug“ vorgestellt, das mit seiner bewährten Heckmotorbauweise, der Motorleistung von 44 PS und seiner robusten Konstruktion eine erstaunliche Geländegängigkeit aufweist. Der Verkaufsprospekt spricht von einem „Wagen für Männer, die durchkommen müssen“. Den offenen Viersitzer kennzeichnen seine nach vorn umlegbare Windschutzscheibe, das klappbare PVC-Allwetterverdeck und Aufsteckfenster für die vier Türen. Der Listenpreis ab Werk ist mit  8 500 DM angegeben. Volkswagen zeigt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main den neuen VW-Porsche 914, der als Gemeinschaftsprojekt der Volkswagenwerk AG und der Dr.-Ing. h.c. F. Porsche KG entsteht. Seine Gesamtkonzeption, so heißt es im Verkaufsprospekt, sei durch die 30-jährige Rennsporterfahrung des Hauses Porsche entscheidend beeinflusst worden. Daher verfüge der „echte Sportwagen“ über einen Mittelmotor und damit über einen extrem tiefen Schwerpunkt und eine ideale Gewichtsverteilung. Der zweisitzige VW Porsche 914 wird anfänglich in zwei Versionen angeboten: als 914 und als 914/6. Der 914 wird von einem 80 PS starken 1,7-Liter-Vierzylinder-Motor mit elektronischer Benzineinspritzung angetrieben, der 914/6 hat einen luftgekühlten 2-Liter-Sechszylinder-Motor mit 110 PS. Der Einstiegspreis beträgt 11 954,70 DM. Den Vertrieb übernimmt die am 11. März 1969 gemeinsam gegründete VW-Porsche Vertriebsgesellschaft mbH.

 

07.09.1969 - In Salzburg findet das letzte Gaisbergrennen statt. Nach 70 Jahren erstürmen zum letzten den Salzburger Hausberg. Einer der Gründe ist der tödliche Unfall des Rennfahrers Toni Pelizzoni  auf einem Fiat Abarth 2000 P. Schon in den Jahren zuvor hat es tödliche Unfälle gegeben. Die ersten Gaisbergrennen finden bereits von 1929 bis 1933 statt. 1937 und ab 1948 nach dem Krieg gibt es vereinzelte Rennen, die Serie der neuen Gaisbergrennen für Sport- und GT-Wagen (ab 1966 auch für Motorräder) beginnt 1957

 

11.09.1969 - "Herbie - ein toller Käfer" feiert seine Premiere im Kino. Der Walt Disney-Film  zeigt das moderne Märchen eines ein Eigenleben führenden VW Käfers, der einem zweitklassigen Rennfahrer zu großen Siegern gegen die übermächtige Konkurrenz und zu seiner großen Liebe verhilft. Bis 1980 folgen drei weitere "Herbie"-Filme, 1996 und 2005 gibt es moderne Fortsetzungen.

 

24.10.1969 - Einer der meistverkauften Sportwagen wird auf der Tokyo Motor Show präsentiert: Der Datsun 240Z. Das zweisitzige Coupé ist für den Export mit einem 2,4-Liter-Reihensechszylinder ausgestattet, im Heimatland Japan gibt es ihn nur mit einem 2-Liter-Motor, da bei mehr Hubraum Luxussteuer anfällt. Insgesamt werden 156.073 Datsun 240Z gebaut, in Deutschland wird er nur 303 x verkauft.