9.   Die 1970er – Safety first

 

 

1970

 

16.01.1970: Im Werk Saarlouis rollt der erste Ford Escort vom Band. Der von den britischen Ford-Werken entwickelte erste Escort mit seinem charakteristischen Kühlergrill (auch „Hundeknochen“ genannt) wird seit dem 17. November 1967 im britischen Halewood produziert.  Anfang Januar 1968 wird der neue Ford in Marokko der Presse vorgestellt, wenige Tage später findet die offizielle Präsentation anlässlich des Brüsseler Autosalons statt. Die Verkaufszahlen übertreffen die optimistischen Erwartungen des Herstellers bereits nach zwei Monaten um 30 %. Weniger als fünf Monate nach der Vorstellung läuft am 4. Juni 1968 der 100.000 Escort in Halewood vom Band. In Deutschland verlässt der erste Wagen am 16. Januar 1970 in Saarlouis das Werk. Die vorher in Deutschland verkauften Wagen werden im britischen Werk produziert. Die Technik orientiert sich am Vorgängermodell Ford Anglia. Der Escort ist insbesondere in Großbritannien sehr populär, bleibt in Deutschland aber hinter den erwarteten Stückzahlen zurück. Der Marktführer VW Käfer ist zwar technisch veraltet, aber qualitativ deutlich überlegen, und zudem gibt es mit dem Opel Kadett B einen weiteren bestens etablierten und in manchen Bereichen überlegenen Konkurrenten. Mitte 1973 kommt in Westdeutschland der RS2000 als Topmodell hinzu. Erkennbar ist er an der auffälligen zweifarbigen Lackierung und den verbreiterten Radläufen vorn. Mit 100 PS ist der leichte Escort mehr als ausreichend motorisiert, daraus resultieren viele Erfolge im Motorsport. Weit erfolgreicher im internationalen Autosport-Geschehen sind allerdings der britische Escort TwinCam und sein Nachfolger, der RS1600 mit Cosworth BDA-16V-Motor. Mit dieser Motorisierung kann der RS1600 neben der Rallyecross-Europameisterschaft 1973 im selben Jahr auch den Finnland-Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft und einige Läufe zur Deutschen Rennsport-Meisterschaft gewinnen.

 

03/1970 – Auf der Messe Genf wird der Mercedes-Benz C111 vorgestellt. Die C 111-Serie besteht aus Prototypen und Experimentalfahrzeugen in den 1960er und 1970er Jahren. Mercedes-Benz experimentiert dabei mit neuartigen Motoren und Kunststoff-karosserien.  Die C 111-Plattform wird als Versuchsträger für Versuche mit Wankel- und Dieselmotoren und Turboladern verwendet. Zusätzlich stattet die Firma den Sportwagen experimentell mit Flügeltüren, Klappscheinwerfern und mit einem luxuriösen Interieur aus Leder sowie einer Klimaanlage aus. Der erste C 111 wird 1969 fertiggestellt. Er hat eine Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff und einen Dreischeiben-Wankelmotor mit Benzineinspritzung als Mittelmotor. Monatelang werden heimliche Fotos von Erlkönigen in den einschlägigen Fachzeitschriften wie auto motor und sport publiziert und Mutmaßungen über die heimliche Entwicklung eines Mercedes-Supersportwagens und dessen Leistungsdaten angestellt. Die Karosserie des ersten C 111 gleicht eher einer Notlösung und weniger einem Designmodell, wie man es von der damals noch allgemein als perfektionistisch veranlagt geltenden schwäbischen Autoschmiede erwartete. Dennoch führt dies zu Spekulationen ungeahnten Ausmaßes: Bereits kurz nach der Veröffentlichung von Fotos, die einen Mittelmotorwagen mit den legendären, an den 300 SL erinnernden Flügeltüren zeigen, treffen in Untertürkheim die ersten Bestellungen ein, denen sogar unterschriebene Blankoschecks beigelegt werden. Aber die mangelnde Qualität der Verarbeitung – die Kunststoffkarosserie wurde von einer externen Waggonfabrik gefertigt – und die mangelnde Standfestigkeit des Dreischeibenmotors stehen von Anfang an einer Serienfertigung im Wege.

 

05/1970 - In Großbritannien beginnt die Produktion der Krimi-Serie "The Persuaders!". In Deutschland wird sie unter dem Namen "Die Zwei" ausgestrahlt. Hauptdarsteller sind Roger Moore alias Lord Brett Sinclair und Tony Curtis alias Danny Wilde. Die Serie floppt in den USA, erreicht jedoch in Deutschland aufgrund der hervorragenden, vom Original erheblich abweichenden Übersetzung Kultstatus. Erst als die deutsche Übersetzung ins englische zurückübersetzt wird, hat sie auch in den USA Erfolg. Neben den beiden Protagonisten gibt es noch zwei weitere Hauptdarsteller: Die beiden Fahrzeuge der Helden. Seine Lordschaft Brett Sinclar fährt einen  "bahamagelben" Aston Martin DBS mit dem Kennzeichen "BS 1" und Danny Wilde steuert einen roten Ferrari Dino  246 mit dem Original-Kennzeichen 221 400 MO der Provinz Modena. Da die erste Staffel in den USA zunächst keinen Erfolg hat, wird die Serie nicht weitergedreht.

 

17.06.1970 – „Ein Geländewagen ist robust, stark, nicht formschön und völlig frei von jeglichem Komfort“ - so die Beschreibung für Geländewagen bis zum Januar 1970. Dann wird der britische Range Rover vorgestellt. Er sieht gut aus, besitzt Luxus und Komfort und eine volle Straßentauglichkeit. Mit seinem permanenten Allradantrieb und dem 3,5-Liter-V8-Motor kommt man gut durchs Gelände und ist gleichzeitig ideales Transportmittel für den Theater-Besuch. Gebaut wird der Begründer der SUV-Klasse zunächst nur als Dreitürer, erst ab 1980 wird von Monteverdi und ab 1981 direkt von Range Rover eine Fünftürer-Version produziert. Im Gegensatz zu den heutigen Prestige-SUV ist der Range Rover auch tatsächlich geländegängig. 1979 gewinnt ein Range Rover die erste Rallye Paris-Dakar. Bis 1995 wird die erste Generation gebaut. Nach Übernahmen von BMW (1994) und Ford (2000) gehört Jaguar Land Rover seit 2008 zu Tata Motors.

 

7/1970 - In Houthalen in der  Provinz Limburg wird das erste Automobilmuseum in Belgien eröffnet: Das Provinciaal Automuseum van Houthalen. Grundlage ist die Sammlung von Ghislain Mahy, der zum damaligen Zeitpunkt rund 950 Fahrzeuge besitzt. 1983 wird das Museum aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und von der Familie unter der Geschäftsleitung von Ivan Mahy (dem Sohn Ghislain Mahys) wiedereröffnet und in die Gewinnzone gebracht. 1986 zieht das "Musee Communal de l'Automobile Mahymobiles" nach Brüssel um und zeigt bis heute rund 200 Fahrzeuge. 2000 eröffnet zusätzlich in einer früheren Textilfabrik ein Museum in Leute-en-Hainot und zeigt dort mehr als 300 weitere Fahrzeuge.

 

01.07.1970 - Ab diesem Datum müssen alle  Pkw, Kombiwagen, land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge Arbeitsmaschinen und sonstige Kraftfahrzeuge ein Warndreieck mit sich führen. Bei neu zugelassene Fahrzeuge gilt diese Regelung bereits seit dem 01.07.1969.

 

08/1970 - Den bis dahin technischen Höhepunkt der Käferentwicklung in Deutschland markiert das im August 1970 erschienene Modell 1302. Ein längerer Vorderwagen mit MacPherson-Federbeinen, im Kofferraumboden verborgen liegendes Reserverad, Schräglenkerhinterachse, die es bis dahin ausschließlich in den Automatik-Käfern gab, und ein 50-PS-Motor im S-Modell sind die Merkmale des 1302.

 

08/1970 - Produktionsbeginn des Karmann Ghia TC  (Typ 145) bei Karmann-Ghia do Brasil. Vom diesem Fließheck-Coupé mit dem großen 1600er-Boxermotor mit 54 PS und einem Fahrwerk vom Typ 3 entstehen in den nächsten fünf Jahren 18.119 Fahrzeuge - jedoch nur für den südamerikanischen Markt.

 

9/1970 - Präsentation des VW K 70. Ursprünglich soll das noch von NSU entwickelte Fahrzeug bereits im März 1969 auf dem Genfer Autosalon präsentiert werden, doch stoppt VW dies nach der Übernahme von NSU durch Audi. Da die Ingolstädter ein vergleichbares Fahrzeug mit dem Audi 100 im Programm haben, nimmt VW sich des K 70 an. Der K 70 wird, geringfügig geändert, im Volkswagenwerk Salzgitter gebaut, jedoch nur als Limousine. Die Kombi-Variante, von der einige Prototypen gebaut werden, entfällt, um dem VW 411 Variant keine Konkurrenz zu machen. Der K 70 ist das erste wassergekühlte und viertürige Fahrzeug bei VW, Das Konzept des wassergekühlten Frontmotors mit Frontantrieb wird sich erst einige Jahre später bei VW mit dem Passat und dem Golf durchsetzen. Die Verkaufszahlen sind jedoch bescheiden, denn die VW-Marketingabteilung hat Probleme, gleichzeitig den modernen K 70 objektiv zu bewerben, ohne den im Grunde veralteten luftgekühlten Modellen zu schaden. So gerät der K 70 völlig zu Unrecht ins Hintertreffen. Bis zur Produktionseinstellung 1975 entstehen lediglich 210.000 Fahrzeuge.

 

9/1970 - Opel bringt ein kleines, aber schickes Coupé auf den Markt. Gebaut wird es auf der Plattform des Opel Ascona, der zwei Monate später vorgestellt wird: Den Manta. Der Manta ist die Reaktion auf das Ford-Coupé Capri, der europäischen Version der amerikanischen "Pony-Cars". Er ähnelt dem Coke-Bottle-Design der Corvette Stingray ("Stachelrochen") und der Opel wurde folgerichtig mit dem Namen des Mantarochens belegt. Zielgruppe sind junge sportliche Männer. Das Grundmodell ist jedoch mit seinem 1,2-Liter-Motor und den 60 PS des Kadett B untermotorisiert, während der Manta GT/E mit 1,9-Liter-Motor und 90 PS mehr Fahrspaß bereitet. Bis 1975 wird der Manta A gebaut, es entstehen 498.553 Exemplare. Nach den Werksferien 1975 folgt der deutlich veränderte Manta B, wieder auf Basis des parallel vorgestellten Ascona B. Der Manta B wird bis 1988 gebaut. Dann endet die Manta-Ära und es folgt der Opel Calibra auf Basis des Vectra A.

 

05.09.1970: Der Österreicher Jochen Rindt verunglückt beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza tödlich. Sein großer Punktevorsprung zu diesem Zeitpunkt reicht jedoch aus, um als einziger Formel 1-Pilot postum Weltmeister zu werden. Rindt wird 1942 in Mainz geboren und wächst, nachdem seine Eltern beim Luftangriff der Operation Gomorrha auf Hamburg ums Leben kamen, als Waise bei seinen Großeltern in Graz auf. Auf Betreiben seines Großvaters behält er später die deutsche Staatsangehörigkeit.  1961 beginnt er seine Rennsportkarriere mit einem privaten Simca und auch auf einem wenig konkurrenzfähigen Formel-Junior-Cooper. Wegen seiner guten Leistungen wird Ford Österreich auf ihn aufmerksam und unterstützt ihn 1964 mit einem Formel-2-Brabham-Cosworth. 1965 erhält er einen Platz im Formel-1-Team von Cooper, als Teamkollege von Bruce McLaren. Mit dem unterlegenen Wagen holt er den vierten Platz beim Großen Preis von Deutschland. Nebenbei fährt er in der Formel 2 mit einem privaten Brabham-Team. Er gewinnt in Reims und wird Dritter in Pau und Vallelunga. In Österreich ist er bereits in Star, da er mit einer österreichischen Rennlizenz fährt und daher trotz seiner deutschen Staatsangehörigkeit als Österreicher geführt wird. 1964 wird Jochen Rindt zusammen mit Jo Bonnier auf einem Porsche Dritter beim 1000-km-Rennen auf der Nordschleife, ein Jahr später gewinnt er einem Ferrari 250LM von NART zusammen mit Masten Gregory das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ende des Jahres verlässt McLaren das Cooper-Team, Rindt wird die Nummer 1 bei Cooper, bis John Surtees kommt. 1967 kann Rindt nur zwei vierte Plätze holen, er etabliert sich aber in der Formel 2 und holt mit seinem Winkelmann-Brabham neun Siege. Seinen Rif als furchtloser Pilot wird er gerecht, als er in Indianapolis verunglückt, aus seinem brennenden Wagen steigt und sein Puls bei der nachfolgenden medizinischen Untersuchung völlig ruhig ist. 1968 wechselt er wieder in die Formel 1 zu Jack Brabham, doch das Fahrzeug ist nicht konkurrenzfähig gegen den überlegenden Ford Cosworth. Am Ende der Saison wechselt er zum Team Lotus von Colin Chapman, dem Titelverteidiger in der Konstrukteurswertung als auch der Fahrerwertung mit Weltmeister Graham Hill. 1969 verunglückt er beim Grand Prix in Barcelona. Trotz nur leichter Verletzungen hat er anschließend Seh- und Gleichgewichtsprobleme.  Doch bald ist er wieder genesen und liefert sich Zweikämpfe mit Jacky Stewart. In Watkins Glen holt er seinen ersten Sieg in der Formel 1. Mit dem weiter entwickelten Lotus 72 gewinnt Rindt 1970 die Rennen in Frankreich und Deutschland. Dann kommt der Große Preis von Italien in Monza. Im Abschlusstraining überholt Rindt Denis Hulme, als er im Bremsbereich vor der Parabolica-Kurve herunterschaltet und in diesem Moment – vermutlich – die rechts Bremswelle an seinem Lotus bricht. Der Wagen prallt in die Leitplanken, dreht sich mehrere Male, touchiert dabei mehrfach die Begrenzung und bleibt einige Meter neben der Leitplanke stehen. Der Lotus ist auseinandergebrochen, Rindts Beine ragen heraus. Noch im Rettungswagen verstirbt er; Ursache ist eine zerrissene Luftröhre und ein eingedrückter Brustkorb. Aus Angst, bei einem der damals häufigen Feuerunfälle nicht aus dem Rennwagen herauszukommen, hatte er den Sicherheitsgurt nicht korrekt angelegt und war beim heftigen Aufprall durch die Gurte gerutscht. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er bei fünf Siegen 45 Punkte. Keiner der Fahrer schaffte es, ihn in den verbliebenen Rennen noch einzuholen. Den Weltmeisterpokal nahm nach dem letzten Rennen seine Witwe Nina entgegen.

 

01.10.1970 - Mercedes Benz ist der Titel eines A-cappella-Songs, der am 1. Oktober 1970 von Janis Joplin für das Album Pearl aufgenommen wird. Der Text der ersten Zeile (Oh Lord, won't you buy me / a Mercedes Benz) stammt von Michael McClure. Das übrige Lied komponiert und textet Joplin gemeinsam mit Bob Neuwirth. Es ist das letzte Lied, das Joplin vor ihrem Tod (am 4. Oktober 1970) aufnimmt. Das Lied greift, so Chris Neal, in ironischer Weise den Glauben auf, man könne durch den Kauf hochwertiger Konsumartikel wie eines Autos der Marke Mercedes-Benz sein Heil finden.

 

11.10.1970 - Das 1000-km-Rennen von Zeltweg des Jahres 1970 ist das letzte Rennen, das im Rahmen der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1970 ausgefahren wird. Bereits vor dieser Veranstaltung war die Entscheidung in der Gesamtwertung gefallen; Porsche sichert sich den Titel eines Markenweltmeisters. Vor allem die Porsche 917 des Teams von John Wyer sind in diesem Jahr kaum zu schlagen. Leo Kinnunen und Pedro Rodríguez gewinnen vier, Joseph Siffert und Brian Redman zwei Saisonrennen. Am Nürburgring, beim dortigen 1000-km-Rennen, siegt ein Porsche 908, gefahren von Vic Elford und Kurt Ahrens. Nur einmal bleibt Porsche nicht siegreich. Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring siegt der Werks-Ferrari 512S von Ignazio Giunti, Nino Vaccarella und Mario Andretti. Am Österreichring ist neben dem Team von John Wyer auch die österreichische Porsche Holding mit einem Porsche 917 am Start; gefahren wird das Fahrzeug von Helmut Marko und Kurt Ahrens. Die Werksmannschaft meldet zwei Porsche 908. Ferrari bringt nur einen Werkswagen an die Strecke, der von Jacky Ickx und Ignazio Giunti gefahren wird. Überraschend stark sind die Werks-Alfa Romeo Tipo 33, die von Autodelta eingesetzt werden. Andrea de Adamich und Henri Pescarolo erreichen am Ende den zweiten Rang in der Gesamtwertung. Nach dem Ausfall von Pedro Rodríguez nach nur vier Runden durch Ventilschaden, wird dem Rennen früh die Spannung genommen. Als der zwischenzeitlich führende Jacky Ickx nach 53 Runden mit einem Schaden an der Elektrik ausrollt, gibt es für den zweiten Wyer-Porsche keinen ernsthaften Gegner mehr. Joseph Siffert und Brian Redman siegen mit deutlichem Vorsprung auf besagten Alfa Romeo und den Porsche 908 von Gérard Larrousse und Rudi Lins.

 

28.10.1970 - Auf dem Bonneville Salt Flats (Utah, USA) kann das erste Auto die 1000 km/h-Marke knacken. Mit dem Raketenauto Blue Flame fährt der US-amerikanische Rennfahrer Gary Gabelich 1001,67 km/h. Dieser Rekord wird erst 1983 gebrochen. Gablich selbst fährt danach wieder Boots- und Drag-Rennen und verliert 1972 bei einem Rennunfall seine rechte Hand, die jedoch wieder angenäht werden kann. Im Januar 1984 stirbt er im Alter von 44 Jahren bei einem Motorradunfall.

 

30.10.1970 - Auf der 17. Tokyo Motor Show wird der Toyota Celica präsentiert. Ein Jahr später kommt der Celica (oder die Celica?) in Deutschland auf den Markt. Die gängigste Variante ist hierzulande das mit einem 1600-ccm-Motor und Doppelvergaser ausgerüstete Coupé TA22 (Modellbezeichnung „ST“) mit 86 PS. Das serienmäßige 5-Gang-Getriebe gehört 1971 nicht zum üblichen automobilen Standard. Daneben ist auch das Modell "LT" mit Einzelvergaser erhältlich, das mit 5-Gang-Getriebe 79 PS und mit einer 3-Stufen-Automatik 75 PS mobilisiert. Im Jahre 1972 wird die Baureihe durch das Modell GT ergänzt, das einen 1600-ccm-Motor mit Doppelvergaser und zwei obenliegenden Nockenwellen hat und 107 PS leistet.

 

11/1970 - Der Verkauf des auf der Weltausstellung Expo 67 in Montreal als Designstudie von Marcello Gandini  erstmals vorgestellte Alfa Romeo Montreal startet. Der erstmals bei Alfa Romeo in einem Serienfahrzeug verwendete Achtzylindermotor mit obenliegenden Nockenwellen stammt aus dem im Rennsport eingesetzten Alfa Romeo Tipo 33 ab, allerdings wird die Alltagstauglichkeit verbessert und der Motor auf 2,6 Liter Hubraum vergrößert. Der Frontmotor leistet damit 200 PS. Die Bodengruppe sowie die komfortable Fahrwerksauslegung stammt vom Giulia GT. Im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen des italienischen Herstellers wird beim Montreal eine deutlich bessere Rostvorsorge getroffen, so dass auch heute noch zahlreiche der knapp 4.000 gebauten Fahrzeuge existieren. Gebaut wurde der Alfa Rameo Montreal von 1970 bis 1977.

  

02.11.1970 – Im Alter von 67 Jahren stirbt im französischen Èze Pierre Veyron. Mit 29 Jahren wird er von Jean Bugatti 1932 als Testfahrer und Entwicklungsingenieur bei Bugatti eingestellt. Als Werksfahrer startet er für Bugatti bei zahlreichen Rennen und gewinnt u.a. 1933 und 1934 das Berliner AVUS-Rennen  mit einem Typ 51 A. 1939 siegt er im Wechsel mit Jean-Pierre Wimille beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Als Entwickler arbeitet Pierre Veyron vor allem am Typ 57, dessen Verkauf ab 1933 das wirtschaftliche Rückgrat von Bugatti bildet. Im Zweiten Weltkrieg kämpft Veyron wie viele Bugatti-Mitarbeiter auf Seiten der Resistance gegen die deutschen Besatz. Für seine Verdienste während der Besatzungszeit erhält Veyron das Kreuz der französischen Ehrenlegion. Nach dem Krieg fährt er noch einige Rennen, widmet sich aber in erster Linie seiner Familie und seinem Unternehmen. Der Volkswagenkonzern, zu dem die Marke Bugatti heute gehört, ehrte den Rennfahrer mit dem Supersportwagen Bugatti Veyron 16.4.

 

 

1971

 

17.02.1971 - Ein Test des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) in München ergibt, dass bei 54% aller Personenwagen der Anteil von Kohlenmonoxyd in den Auspuffgasen über der gesetzlich zugelassenen Höchstmenge liegt.

 

3/1971 - Auf der Industriemesse Hannover präsentiert Volkswagen den SP1 und den SP2. Das zwischen 1972 und 1976 gebaute Sportcoupé wird in Brasilien für den dortigen Markt gebaut. Der Serien-SP2 basiert auf der Plattform des brasilianischen VW 1600 Variant, besitzt aber einen auf 1700 ccm vergrößerten Vierzylinder-Boxermotor mit 65 PS, während der SP1 den 1,6-Liter-Motor mit 54 PS unter der Haube hat – natürlich im Heck. Aufgrund seiner schwachen Leistung wird die Bezeichnung „SP“ schnell zu „Sem Poténca“ – „ohne Leistung“ umgedeutet. Insgesamt entstehen 10.193 Exemplare, von denen zwar ca. 670 in den Export gehen, offiziell jedoch nicht nach Europa.

 

29.03.1971 – Im Alter von 70 Jahren stirbt der aus Amorbach stammende Hermann zu Leiningen. Geboren wird er als  Sohn von Eich Eduard Carl Fürst zu Leiningen (1866–1939) und Prinzessin Feodore Viktoria Alberta zu Hohenlohe-Langenburg (1866–1932). Im Jahr 1927 startet er als wohlhabender Herrenfahrer auf Bugatti und bestreitet größtenteils Bergrennen. Dann wechselt auf einen Amilcar und 1928/29 auf Mercedes-Benz SSK. 1930 wird von Leiningen von Heinrich-Joachim von Morgen als zweiter Fahrer engagiert und gewinnt mit ihm auf einem Bugatti Typ 35 B den erstmals ausgetragenen Großen Preis der Tschechoslowakei. Zur Saison 1934 wird er als Werksfahrer von der Auto Union für deren neu gestartetes Grand-Prix-Engagement in der 750-kg-Formel der AIACR verpflichtet. Von acht Rennen beendet er drei. Größter Erfolg ist der zweite Platz beim Großen Preis von Italien im Autodromo di Monza. Bei diesem Rennen fällt Hermann zu Leiningen mit seinem Auto Union Typ A nach wenigen Runden aufgrund technischer Probleme aus. Sein Teamkollege Hans Stuck, der damals der Nummer-1-Fahrer der Auto Union ist, muss nach 59 Runden in Führung liegend die Box ansteuern muss, um sich behandeln zu lassen. Ein heiß gelaufener Kühler hatte seine Füße verbrannt. Zu Leiningen übernimmt den Wagen, was zur damaligen Zeit erlaubt und durchaus üblich ist. Er steuert den etwa 295 PS starken Typ A über die noch folgenden 56 Runden und hat nach 500 Kilometern und fünfdreiviertel Stunden Renndauer im Ziel 1:38,2 Minuten Rückstand auf Rudolf Caracciola/Luigi Fagioli (Mercedes-Benz W 25). Beim folgenden Großen Preis von Spanien auf dem Circuito Lasarte bei San Sebastián muss zu Leiningen seinerseits seinen Wagen dem ausgefallenen Stuck zur Verfügung stellen, der von Rang zehn noch auf Platz vier vorfährt. Eine Woche später wird zu Leiningen im Alleingang hinter Stuck, Fagioli und Tazio Nuvolari Vierter beim Großen Preis der Tschechoslowakei. 1935 tritt Hermann zu Leiningen auf der AVUS, beim Eifelrennen und im französischen Montlhéry an. Sein bestes Resultat ist dabei Rang neun auf dem Nürburgring zusammen mit Achille Varzi. Danach trennen sich seine Wege mit der Auto Union, zu Leiningen bestreitet den Großen Preis der Schweiz auf einem Werks-ERA in der Voiturette-Klasse und beendete danach seine aktive Rennfahrerlaufbahn.  Nach dem Zweiten Weltkrieg bestreitet Hermann zu Leiningen zu Beginn der 1950er-Jahre einige Rallyes.

 

01.04.1971 – Der regionale Verkehrsfunk wird in Deutschland Anfang der 1970er Jahre geschaffen. Vorreiter ist der Bayerische Rundfunk mit dem ab 1. April 1971 als Servicewelle gestarteten Programm Bayern 3. 1974 wird die ARI-Kennung in Deutschland eingeführt, die erstmals ein automatisches Umschalten von Kassette auf den Verkehrsfunk bzw. ein Erhöhen der Lautstärke ermöglicht. Seit 1988 wird diese Funktion auch im RDS realisiert, das veraltete ARI wird von allen ARD-Hörfunkketten nach über 10 Jahren Übergangszeit am 28.02.2005 abgeschaltet. Ältere, nicht RDS-fähige Autoradios können daher keine automatische Umschaltung auf Verkehrsfunksendungen mehr durchführen.

 

04.04.1971 – Auf Alfa Romeo T33 gewinnen der Italiener Andrea De Adamich und sein französischer Beifahrer Henri Pescorolo das Langstreckenrennen über 1000 km in Brands Hatch (England). Wie früher üblich, fährt De Adamich neben Langstreckenrennen zwischen 1968 und 1973 in der Formel für Ferrari, McLaren, March, Surtees und Brabham. Bei 31 Starts holt er sechs Punkte. In der von 1968 bis 1975 ausgetragenen Markenweltmeisterschaft für Sport-Prototypen, Sportwagen und GT-Wagen gewinnt er 1971 neben dem Rennen in Brands Hatch auch in Watkins Glen und wir mit 111 Punkten Zweiter der Gesamtwertung hinter Pedro Rodriguez. Seine Formel-1-Karriere muss er 1973 nach einem Unfall beim Großen Preis von Großbritannien beenden, als er bei der durch einen Drehen von Jody Scheckter ausgelösten Massenkollision Knochenbrüche an beiden Beinen erleidet.

 

08.04.1971 – Über Ostern kommt es auf den bundesdeutschen Straßen zu chaotischen Verkehrsverhältnissen gekommen. Bei Unfällen kommen rund 150 Menschen um und mehr als 3.000 Menschen werden verletzt.

 

14.04.1971 - Mit dem 350 SL präsentiert Mercedes-Benz der internationalen Presse in Hockenheim das erste Modell der neuen Sportwagen-Baureihe 107 und den ersten SL mit einem Achtzylindermotor. Mit seinen waagerecht angeordneten Scheinwerfern, den großformatigen Blinkleuchten und den großflächigen gerippten Rückleuchten ist er stilprägend für künftige Pkw von Mercedes-Benz. Neue Maßstäbe in der Fahrzeugsicherheit setzt das integrale Sicherheitskonzept mit zahlreichen innovativen Details, darunter auf Wunsch lieferbaren Dreipunkt-Automatikgurten, die erstmals direkt am Sitz verankert sind.

 

25.04.1971 – Ebenfalls auf Porsche siegen der Mexikaner Pedro Rodriguez und sein britischer Beifahrer Jackie Oliver beim 1000-km-Langstreckenrennen in Monza. Pedro Rodriguez gewinnt bereits im Alter von 12 Jahren sein erstes Motorradrennen. Zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Ricardo fährt er Langstreckenrennen, gemeinsam mit ihm siegt er in den frühen 1960er Jahren u.a. bei den 24 Stunden von Daytona Beach. Doch am 1. November 1962 verunglückt sein Bruder im Training zum Großen Preis von Mexiko tödlich in seinem Lotus. Pedro Rodriguez beginnt nach einer Pause 1963 wieder mit dem Motorsport. Er gewinnt erneut die 24 Stunden von Daytona und fährt in der Formel 1 für Cooper, B.R.M. und Ferrari. Bei 55 Starts in der Formel 1 siegt er 1970 in Spa-Francorchamps und 1971 in Oulton Park und holt insgesamt 71 WM-Punkte. 1968 sieht er an der Seite von Lucien Bianchis auf einem Ford GT40 bei den 24 Stunden von Le Mans, gewinnt zweimal das 24-Stunden-Rennen- von Daytona (1970, 1971) auf einem Porsche 917K in John Wyers Rennteam und kann 1970 auf Porsche 917 die Sportwagen-Weltmeisterschaft für sich entscheiden. Am 11.07.1971 stirbt er im Alter von nur 31 Jahren auf dem Norisring beim Rennen zur Europäischen Interserie bei einem Unfall in einem Ferrari 512M.

 

03.05.1971 - Zum zweiten Mal im laufenden Jahr erhöhen die Mineralölgesellschaften ihre Benzinpreise um einen Pfennig je Liter. Normalbenzin kostet nun zwischen 58 und 64 Pfennig, der Preis für Super liegt 6 bis 7 Pfennig höher.

 

07.05.1971 - In Paris wird das Stammwerk des Automobilkonzerns Renault von rund 8.000 Arbeitern besetzt. Damit protestieren sie gegen die Aussperrung von Renault-Arbeitern, die um höhere Löhne kämpfen.

 

07.05.1991 - Die Mercedes-Benz AG entscheidet sich für Papenburg im Emsland als Standort eine neuer Prüfstrecke.

 

09.05.1971 - Das 1000-km-Langstreckenrennen von Spa-Francorchamps in Belgien gewinnen der Mexikaner Pedro Rodriguez und sein britischer Beifahrer Jackie Oliver.

 

16.05.1971 - Der Italiener Nico Vaccarella und sein niederländischer Beifahrer Toine Hezemans gewinnen auf Alfa Romeo T33/3 das Langstreckenrennen Targa Florio auf Sizilien. Für den Lehrer und Schulleiter Varccarella ist dies nach 1965 (auf Ferrari 275P2) der zweite Sieg bei der Targa Florio, ein dritter folgt 1975, ebenfalls auf Alfa Romeo. 1964 siegt er bereits mit einem Ferrari 275P bei den 24 Stunden von le Mans und beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring.

 

18.05.1971 - Auf dem Hockenheim-Ring (Baden-Württemberg) erreicht Dr. Georg von Opel mit einem elektrogetriebenen Opel GT die Rekord-Geschwindigkeit von 240 km/h. Insgesamt stellt er sechs neue Weltrekorde auf. Im Fond des Wagens sind 360-Volt-Batterien in vier Trögen untergebracht. Den Kilometer mit fliegendem Start legt von Opel mit 188 km/h zurück, die 10-Meilen-Distanz mit 127,16 km/h.

 

23.05.1971 – Den Großen Preis von Monaco gewinnt der Brite Jackie Stewart auf Tyrell vor Ronnie Peterson im March-Ford und Jacky Ickx im Ferrari.

 

30.05.1971 - Auf Porsche 908-3 gewinnen der Brite Vic Elford und sein französischer Beifahrer Gerard Larousse das 1000-km-Langstreckenrennen auf dem Nürburgring. Bereits 1968 (mit Joseph Siffert) und 1970 (mit Kurt Ahrens) siegte Elford in der Eifel.

 

13.06.1971 - Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans (Frankreich) holen der Österreicher Helmut Marko und sein niederländischer Beifahrer Gijs Van Lennep vom deutschen Martini Racing Team auf Porsche 917K den Gesamtsieg. Auch die für das Team John Wyer Automotive Engineering Ltd. fahrenden Richard Attwood (GB) und Herbert Müller (CH) sind mit einem Porsche 917K unterwegs und sorgen für einen Porsche-Doppelsieg.

 

20.06.1971 -  In Zandvoort siegt der Formel-1-Rennfahrer Jacky Ickx (Belgien) auf Ferrari beim Großen Preis von Holland. Ihm folgen Pedro Rodriguez (Mexiko) auf B.R.M und der der Schweizer Clay Regazzoni, der ebenfalls mit einem Ferrari unterwegs ist.

 

27.06.1971 – Für das Team John Wyers Automotive gewinnen der Mexikaner Pedro Rodriguez und sein britischer Beifahrer Dick Altwood auf einem Porsche 917K das 1000-km-Langstreckenrennen im österreichischen Zeltweg. Die beiden nachfolgenden Plätze belegen zwei Alfa Romeo T33/3 des italienischen Teams Autodelta SpA..

 

23.07.1971 - Die Gebühren der Technischen Überwachungsvereine (TÜV) für Kontrollen nach Paragraph 29 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung werden erhöht. 17,66 DM kostet nun die Pflichtuntersuchung für PKW anstatt 12,66 DM zuvor.

 

24.07.1971 - Beim 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa-Fracorchamps erringen Hans Heyer und Clemens Schickentanz auf 300 SEL 6.8 AMG einen Klassensieg und den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Ihr Renntourenwagen, wegen seiner roten Lackierung und seiner Martialischen Erscheinung liebevoll "rote Sau" genannt, ist bei der Firma AMG entstanden, die Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher 1967 gegründet haben.

 

8/1971 – Der Volvo P1800 ES, ein Kombi-Coupé auf der technischen Basis des 1800 E, wird vorgestellt. Trotz des hohen Preises wird das auch als „Schneewittchensarg“ bezeichnete Fahrzeug in den USA ein Verkaufserfolg, während in Europa die Nachfrage begrenzt bleibt. Da in den USA für das Jahr 1974 neue Sicherheitsvorschriften in Kraft treten, die unter anderem große Stoßstangen in einer bestimmten Höhe vorschrieben, beschließt man bei Volvo, die Produktion des 1800 ES zum Herbst 1973 einzustellen. Die zur Erfüllung der Vorschriften notwendigen Änderungen wären zu umfangreich. Nach Veröffentlichung dieses Beschlusses steigert sich – vor allem in den USA – die Nachfrage nach dem 1800 ES, so dass die gesamte restliche Produktion innerhalb weniger Wochen ausverkauft ist. Gebaut werden 8.077 P1800 ES. Unter der Motorhaube des Sportcoupés werkelt ein 1.986 ccm großer Vierzylinder-Reihenmotor mit 115 oder 124 PS.

 

08/1971 – Als 150.000. Unimog läuft in Gaggenau ein U 52 der Baureihe 421 vom Band und wird am 27.09.1971 von Vorstandsmitglied Dr. Hanns Martin Schleyer als Spende für das Jugend- und Kinderdorf Wahlwies übergeben. Gebaut wird der Unimog 421 zwischen 1966 und 1989, es entstehen 18.995 Fahrzeuge.

 

01.08.1971 - Der Brite Jackie Stewart gewinnt den 33. Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring mit großem Vorsprung vor dem Franzosen François Cevert. Beide sind für das Team Tyrrell mit einem Tyrrell-Ford Cosworth unterwegs. Dritter wird der Schweizer Clay Regazzoni Ferrari 312B2.

 

 

15.08.1971 - Nach dem Großen Preis von Österreich in Zeltweg, dem achten Rennen der Formel-1-Saison 1971, steht der Brite Jackie Stewart als Automobil-Weltmeister der Formel 1 fest, obwohl er im Rennen ausfällt. Das Rennen selbst gewinnt der Schweizer Joe Siffert auf BRM P160, der für das Yardley Team B.R.M. startet.

 

 

1973

 

05/1973 - In diesem Monat beginnt die Produktion des neuen Modells von Volkswagen: Der Passat wird ein Erfolgsmodell, dessen "Karriere" bis heute andauert. Die erste Serie wird bis 1980 gebaut.

 

09.06.1973 - Matra präsentiert anlässlich der "24 Stunden von Le Mans" das Mittelmotor-Sportcoupé Bagheera.

 

09/1973 - Der seit 1970 gebaute Citroen GS kommt mit einem Zweischeiben-Wankelmotor ("Birotor") auf den Markt. Der Motor verfügt über 105 PS und stammt Comotor, einem Gemeinschafts-unternehmen von Citroen und NSU.  Insgesamt wurden 847 GS Birotor eingesetzt. Im Oktober 1975 endete die Produktion und Citroen versuchte alle verkauften Fahrzeuge zurückzukaufen, um keine Ersatzteilversorgung gewährleisten zu müssen. Daher haben nur sehr wenige Fahrzeuge überlebt.

 

13.10.1973: "I'm no longer a racing driver" - mit diesen Worten erklärt Sir Jackie Stewart im Carlton Tower-Hotel in London seinen Abschied als aktiver Rennfahrer. Drei Weltmeistertitel in der Formel 1 bei 99 Starts und 27 Siegen machen ihn zu einem der ganz Großen des Rennsports. Aber auch sein Engagement für mehr Sicherheit führt zu vielen Verbesserungen für ihn und seine Kollegen.

 

26.11.1973 - Erster von vier Sonntagen mit Fahrverboten aufgrund der Ölkrise. Es gilt bis 16. Dezember 1973 abwechselnd für gerade und ungerade Kennzeichen.

 

 

1974

 

Februar 1974 - Bei Karmann in Osnabrück entsteht der Nachfolger des legendären Karmann Ghia: Der VW Scirocco. Die erste Generation des auf Basis des Golf I gebauten Coupés wird bis März 1981 gebaut; es entstehen 504.153 Fahrzeuge.

 

01.07.1974 - Um 11.19 Uhr läuft in Wolfsburg der letzte VW Käfer vom Band. Insgesamt wurden seit 1945 in WOB 11.916.519 Käfer gebaut. Drei Monate später (am 04.10.1974) wird im Werk Emden der 18.000.000 Käfer gebaut.

 

 

1975

 

02/1975 - Nach knapp fünf Jahren endet die Produktion des VW K70. Er wird insgesamt 211.127 x gebaut. Der K70 kommt durch die Übernahme von NSU zu Volkswagen und ist damit dort  das erste wassergekühlte Modell mit Frontmotor. Der K70 hat einen 4-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 1.605 bzw. 1.807 ccm und 90, 75 und 100 PS.

 

3/1975 - Als Sparversion des Audi 50 wird der Volkswagen Polo eingeführt. Der Kleinwagen ist ein spartanisch ausgestattetes Auto, das sogar noch unterhalb des Käfers angesiedelt ist. Mittlerweile wird der Polo V gebaut und hat die Größe des VW Golf II erreicht.

 

9/1975 - Der Opel Ascona B und der Manta B kommen auf den Markt. Es gibt ihn als zwei- und viertürige Limousine. Eine Kombiversion wie beim Ascona A gibt es nicht. Sechs Jahre lang wird der Ascona B gebaut, seine Vierzylinder-Reihenmotoren verfügten über 1,2 bis 1,9 Liter Hubraum und 60 bis 90 PS. 1979 gibt es eine besondere Sportausführung: den Ascona 400. Damit gewinnt 1982 Walter Röhrl die Rallye-Weltmeisterschaft.

 

10.09.1975 - Auf der Frankfurter IAA wird als Nachfolger des E-Type der Jaguar XJ-S vorgestellt. Angetrieben wird er noch von dem V12 Motor aus der letzten E-Type-Serie mit 5,3 Liter Hubraum und 287 PS. Das Coupé ist zwar windschlüpfiger, aber auch schwerer als der E-Type. 1983 wird zusätzlich der XJ-SC angeboten, ein Cabriolet mit Targa-Dach und faltbarer Heckscheibe - und zunächst nur mit dem neuen Sechszylinder. 1988 kommt dann das vollwertige XJ-S Convertible, bei dessen Entwicklung auch der Osnabrücker Cabrio-Spezialist Karmann beteiligt ist. Bis 1996 werden 119.268 Exemplare gebaut. Damit ist der anfangs eher umstrittene XJ-S das erfolgreichste Jaguar-Sportmodell.

 

11.1975 - Die erfolgreichste Baureihe von Mercedes-Benz läuft an: Der W 123 oder auch /8 genannt. Bis Januar 1986 werden insgesamt 2.696.915 Fahrzeuge gebaut. Das Oberklassefahrzeug setzt Maßstäbe in der Fahrzeugsicherheit und ist Wegbereiter des Kombis in dieser Klasse sowie des Turbodiesels in Mercedes-Benz-Personenwagen. Den W123 gibt es als Limousine, Kombi und Coupé. Besonders bei Taxifahrern ist der W123 sehr populär.

 

 

1976

 

1976 - Zum Auto des Jahres wird der Simca 1307 gewählt. Der Simca 1307 wird von Mitte 1975 bis Frühjahr 1984 vom Automobilhersteller Chrysler-Simca als Nachfolger des Simca 1300-1501 gebaut. In Großbritannien ist er unter dem Namen Chrysler Alpine bekannt. Er wird später zum Simca 1308, 1309, Talbot-Simca 1510 bzw. Talbot Solara weiterentwickelt

 

01.01.1976 - Aufgrund der vollen Straßen und der erhöhten Unfallzahlen (jährlich 15.000 Verkehrstote), gilt ab dem 1. Januar in Deutschland die Anschnallpflicht. Und diese hat schon im Vorjahr zu heftigsten Diskussionen unter den Autofahrern geführt!

 

02/1976 - Nach vier Jahren Produktionszeit läuft bei Karmann-Ghia do Brasil der letzte von 10.205 sportlichen VW SP2 vom Band. Dieses rassige Coupé wird nur für den südamerikanischen Markt gefertigt, hätte aber sicher auch auf europäischen Straßen für Aufsehen gesorgt. Der SP2 basiert auf der Plattform des brasilianischen VW 1600 Variant, besitzt jedoch einen auf 1.700 ccm vergrößerten Vierzylinder-Boxermotor.

 

12.-16.06.1976 -  Nach einer 64 Stunden dauernden Rekordfahrt auf der Versuchsbahn in Nardo, Italien, erzielt der C 111-II drei Weltrekorde und 16 Klassenrekorde. Der 190 PS starke Fünfzylinder-Dieselmotor OM 617 A mit Abgasturbolader basiert auf dem Großserien-Aggregat der Pkw-Typen 240 D 3.0 und 300 D.

 

03.07.1976 - Ein originalgetreuer Nachbau des Benz Patent-Motorwagens fährt 90 Jahre nach dem Original wieder durch Mannheims Straßen. Auszubildende des Werks Mannheim haben die Replika in ca. 8 200 Arbeitsstunden angefertigt.

 

01.08.1976 – Auf dem Nürburgring startet der „Große Preis von Deutschland“. Einer der Favoriten ist der Österreicher Niki Lauda, der mit seinem Ferrari 312T2 zu diesem Zeitpunkt vier der acht Rennen gewonnen hatte und stets unter den ersten drei im Ziel war. In der zweiten Runde kommt der Ferrari im Abschnitt „Bergwerk“ plötzlich ins Schleudern, prall gegen eine Felswand und schleudert die Fahrbahn entlang. Die knapp 200 Liter Benzin gehen sofort in Flammen auf. Weitere Rennwagen stoßen gegen Laudas Wagen. Die Fahrer ziehen Lauda aus dem brennenden Fahrzeug. Er hat besonders im Gesicht und am Kopf schwere Brandverletzungen erlitten und ist bei Bewusstsein. Lauda hat beim Rennen einen nach dem Reglement nicht zugelassenen und mit einem dicken Schaumstoffteil versehenen speziell modifizierten AGV-Helm getragen. Durch die Hitze hat sich das Polster aufgelöst und Lauda den Helm verloren, so dass sein Kopf den Flammen extrem ausgesetzt ist. Schwer verletzt kommt er ins Krankenhaus. Dort erweisen sich die Lungenverätzungen durch das Einatmen des giftigen Rauchs und des Löschschaums als viel kritischer als die Hautverbrennungen. Im Krankenhaus fällt Lauda ins Koma. Doch Lauda erholt sich schneller als erwartet und nur 42 Tage nach diesem schweren Unfall, nach zwei verpassten Rennen, sitzt er beim „Großen Preis von Italien“ erneut am Steuer eines von drei Ferraris. In der nächsten Zeit folgen jedoch noch zahlreiche Operationen und Transplantationen. In der Saison 1977 ist Niki Lauda wieder ganz vorne dabei und holt mit seinem Ferrari seinen zweiten Weltmeistertitel. 1979 tritt er von der Formel 1 zurück, um 1982 erneut einzusteigen. Zwei Jahre später holt er mit McLaren seine dritte Weltmeisterschaft. Sein letztes Formel 1-Rennen bestreitet er am 3. November 1985 beim „Großen Preis von Australien. In Führung liegend scheidet er jedoch nach einem leichten Unfall aus.

 

09/1976 - Im September 1976 erscheint der Golf Diesel, ein damals für Deutschland neues Konzept, den als schwerfällig, laut und unkultiviert geltenden Dieselmotor in einem Kompaktwagen unterzubringen. Bis zur Vorstellung des Dieselmotors für den Golf sind Dieselmotoren außer bei Peugeot in Kompaktwagen unüblich. Der Golf Diesel (mit einer Leistung von 50 PS ist mit einem DIN-Verbrauch von 6,5 Liter/100 km einer der sparsamsten Kompaktwagen der 1970er-Jahre. Der Dieselmotor wird aus einem bekannten Otto-Rumpfmotor (EA827) von Audi abgeleitet. Gegenüber diesem werden die Kühlung sowie einige Komponenten wie Kurbelwelle, Pleuel, Kolben, Kolbenbolzen, Zylinderkopf und Zahnriemen, die beim Dieselmotor einer höheren Belastung standhalten müssen, verstärkt. Der Zylinderkopf wird mit Wirbelkammern versehen. An der Stelle des beim Diesel nicht erforderlichen Zündverteilers wird eine Vakuumpumpe für den Bremskraftverstärker platziert. Die Verteiler-Einspritzpumpe (VESP) wird über den vorhandenen Zahnriementrieb der Nockenwelle betrieben. Damit ist der Dieselmotor nicht größer als der 1,5-l-Ottomotor. Der Dieselmotor hat zunächst einen Hubraum von 1,5 Liter mit einer Leistung von 50 PS, dann 1,6 Liter mit 54 PS. Das Laufverhalten (Geräusche, Vibrationen) insbesondere der beiden ersten Dieselmotor-Generationen können aber noch nicht befriedigen. Der Turbolader des ersten 70-PS-Dieselmotors bringt dann über die Dämpfung im Auspufftrakt mehr Geräuschkomfort.

 

27.10.1976 - Im Wolfsburger VW-Werk läuft der 1.000.000ste Golf vom Band. In bisher sieben Generationen werden mehr als 30 Millionen Exemplare vom Käfer-Nachfolger gebaut.

 

 

1977

 

2/1977 - Der japanische Automobilhersteller Mazda präsentiert den 323. Er kommt zunächst als Drei- und Fünftürer auf den Markt, im September 1977 folgt der Kombi mit drei bzw. fünf Türen. Bis zum Herbst 2003 entstehen sechs Generationen.

 

2/1977 - Der vor zwei Jahren auf den Markt gekommene VW Polo bekommt einen Kofferraum. Das neue, von Audi entwickelte Fahrzeug kommt als VW Derby auf die Straße. Bis Anfang 1985 ist die Stufenheckvariante des Polos im VW-Programm. Der Derby I wird zwischen 1977 und 1981 gebaut, der Derby II von 1981 bis 1985.

 

03/1977 - Auf dem Genfer Autosalon wird "der große neue Sportwagen von Porsche" vorgestellt, der Porsche 928. Er soll das bisherige Modell 911 ablösen. Der 928 verfügt nicht nur über einen Achtzylinder-V-Motor mit einem Hubraum von 4.474 ccm, der 240 PS leistet. Auch seine Form hat nichts mit dem 911 gemeinsam. Die Form ist damals sehr modern und zeitlos, so dass sie bis zum Produktionsende 1995 nicht verändert wird. In der letzten  Variante, des von 1992 bis 1995 gebaute 928 GTS, gibt es einen 5.397 ccm großen Motor mit 350 PS. Ablösen kann der 928  den 911 jedoch nicht. Dieser wird auch heute noch gebaut.

 

07.07.1977 - In London feiert der neue 007 James Bond Weltpremiere. Hauptdarsteller in 007 - Der Spion, der mich liebte" ist zum dritten Mal der Brite Roger Moore, der Anfang der Siebziger als "Sir Brett Sinclair" in "Die Zwei" an der Seite von Tony Curtis, einem Dino 246 und einem Aston Martin DBS glänzte. In "Der Spion, der mich liebte" spielt neben Curd Jürgens auch ein vierrädriger Star mit: Ein Lotus Esprit 51. Wie es sich für ein Bondahrzeug gehört, hat der weiße Lotus einige Extras: Minenwerfer, Zementsprüher, Fronttorpedos und einen Boden-Luft-Raketenwerfer. Außerdem kann er sich in Sekundenschnelle in ein U-Boot "verwandeln".  Vier Jahre später hat ein Lotus Esprit HC Turbo einen kurzen Auftritt. Er zerstört sich selbst, als ein Gangster ihn aufbrechen will. So muss 007 die Flucht mit einem Citroen 2CV antreten.

 

03.09.1977 - Das schweizerische Bundesgericht in Lausanne hebt die Gurtpflicht für Autofahrer wegen unzureichender gesetzlicher Grundlagen auf.

 

28.09.1977 - Die britischen Rennfahrer Andrew Cowan, Colin Malkin und Michael Brad gewinnen auf Mercedes die erstmals ausgetragene Rallye London-Sidney. Mit 31.107 km ist sie das längste je gefahrene Autorennen der Welt.

 

01.12.1977 - Die DDR-Regierung bestellt bei der Volkswagen AG 10.000 VW Golf. Die Fahrzeuge sollen in der DDR in den freien Verkauf gelangen. Bereits sechs Wochen später liefert VW die ersten 200 „Gölfe“ – ohne Medien, denn die Lieferung passt ideologisch nicht ins System. Im Gegenzug erhält VW Pressen und Werkzeuge sowie ein Planetarium. Während der Listenpreis des Trabbi 7.850 Ostmark beträgt, muss der DDR-Bürger zwischen 27.000 und 36.000 Ostmark hinblättern. Bei einem Weiterverkauf als Gebrauchtwagen kann er aber noch Gewinn machen.

 

 

1978

 

19.01.1978 - Die letzte in Europa gebaute VW Käfer-Limousine verlässt das Montageband im Werk Emden.  Sie hat die Fahrgestellnummer 1.182.034.030 und trägt die Farbe Dakotabeige. Nun werden die für den deutschen Markt bestimmten Käfer bei Volkswagen de Mexiko im Werk  Puebla gefertigt. Nur das 1303 Cabrio wird weiterhin in Deutschland bei Karmann in Osnabrück gebaut.

 

09.02.1978 - Hans Stuck, erfolgreicher deutsch-österreichischer Rennfahrer,  stirbt im Alter von 77 Jahren. In den dreißiger Jahren ist er sehr erfolgreich für Mercedes-Benz und Auto Union. Aufgrund seiner Erfolge bei Bergrennen wird er auch als „Bergkönig“ bezeichnet. Nach dem Krieg fährt er Rennen auf AFM und Cisitalia, kann jedoch an die früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen.

 

4/1978 - Nach 1.650.000 Fahrzeugen wird die Produktion des Simca 1000 eingestellt. Das letzte Modell ist der Simca 1000 Rallye 3. Gebaut wird der französische Kleinwagen von 1961 bis 1978. Angetrieben wird er von einem zunächst 944 ccm großen Motor mit 32 PS. 1962 wird ein von Giorgio Giugiaro gezeichnetes Simca-1000-Coupé Bertone vorgestellt.

 

10.04.1978: Die Volkswagen AG eröffnet in den USA als erster ausländischer Automobilproduzent in Westmoreland County (Pennsylvania) ein Montagewerk, welches das Modell Rabbit aus zugelieferten Teilen herstellt. Der Rabbit ist die amerikanische Variante des VW Golf.

 

5/1978 - Der Saab 900 wird vorgestellt. Er basiert auf dem Saab 99-Kombi, hat diesem gegenüber eine neue Frontpartei, ein neues Cockpit und mehr Verbesserungen bei der aktiven und passiven Sicherheit. Ab Sommer 1978 wird der 900 als Fließhecklimousine mit drei oder fünf Türen verkauft, erst zwei Jahre später kommt die Stufenhecklimousine ("Sedan") hinzu. 1986 wird der Saab 900 um ein schickes Cabrio ergänzt. Der Saab 900 wird bis 1994 gebaut. In dieser Zeit entstehen 908.810 Exemplare. 1993 erscheint der Saab 900 II - nach der Übernahme durch General Motors nun auf Basis des Opel Vectra A. Von diesem Modell entstehen bis 1998 mehr als 270.000 Fahrzeuge, dann wird der Saab 900 durch den Saab 9-3 abgelöst.

 

10.6.1978 - Die französischen Automobilrennfahrer Didier Pironi und Pierre Jaussaud gewinnen auf Renault-Alpine das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

 

10.7.1978 - Ein von Daimler-Benz und Bosch gemeinsam entwickeltes neues Bremssystem für Autos, das Anti-Blockier-System (ABS), geht in Produktion. Die technische Neuerung verhindert das Ausbrechen der Fahrzeuge bei Vollbremsung.

 

10.08.1978 - Die Chrysler Corp. verkauft in London ihre europäischen Produktionsanlagen an Peugeot-Citroen. Damit wird diese Gruppe zum damals größten Automobilkonzern Europas. Zwei Jahre zuvor hat Peugeot den Mitbewerber Citroen übernommen.

 

09/1978 – Der Audi 80 B2 wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Es gibt ihn als zwei- und viertürige Stufenhecklimousine. Die Form wird zunächst vom Designer Klaus Luthe gezeichnet, nach seinem Wechsel zu BMW überarbeitet Giorgio Giugiaro das Erscheinungsbild noch einmal deutlich. nach dem 1980 vorgestellten Audi quattro ist das Highlight der Modellreihe ist der 1982 erschienene  Audi 80 quattro 5E mit 136 PS, der zweite Audi mit permanentem Allradantrieb. 1986 wird die Produktion zugunsten des Nachfolgemodells eingestellt.

 

10/1978 - Auf dem Pariser Autosalon wird ein Supersportwagen aus Deutschland präsentiert: Der BMW M1. keilförmig, 114 cm hoch und 262 km/h schnell. Die vorhergehende Studie  "turbo" stammt von BMW-Chefdesigner Paul Bracq.  Die Karosserie ist auf einem Gitterrohrrahmen aufgebaut, viele Teile aus dem BMW-Programm finden Verwendung. Ungewöhnlich sind die Klappscheinwerfer. Der M1 wird in der Serienversion von einem Sechszylinder-Reihenmotor mit 3,5 Liter Hubraum mit 277 PS angetrieben. Zusätzlich gibt es die Rennversion mit 470 PS bzw. 850 PS  (mit Turboaufladung). Damit ist eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h möglich. Gebaut wird der M1 bis 1981. Auch ein Fahrzeug aus Osnabrücker Produktion wird präsentiert: Der VW Corrado. Er soll den Scirocco II ablösen, gerät aber zu teuer als direkter Nachfolger. Daher werden beide Fahrzeuge parallel bei Karmann in Osnabrück gebaut.  Die Motoren  reichen von 1.781 ccm und 107 PS bis zum 2.9 VR6 mit 2.861 ccm und 190 PS. In den acht Jahren Bauzeit laufen 97.521 Fahrzeuge vom Band.

 

 

1979

 

14.02.1979 - Beim Karossier Karmann in Osnabrück läuft die Serienfertigung des neuen Golf Cabriolet von Volkswagen an, dass das seit 1949 gebaute Käfer Cabrio ablösen wird. Das neue Cabrio besitzt einen feststehenden Überrollbügel und ein gut gefüttertes, wasserdichtes Verdeck. Beides setzt neue Maßstäbe bei der Fahrzeugsicherheit und beim Komfort. Besonders von den Freunden des Käfer Cabriolets wird das Fahrzeug nicht positiv aufgenommen und aufgrund des Überrollbügels spöttisch als „Erdbeerkörbchen“ bezeichnet. Beim offenen Golf kann der Kunde zwischen zwei Motoren wählen, dem 1,5-Liter-Motor mit 70 PS und dem 1,6-Liter-GTI-Motor mit 110 PS. Der offene Golf startet mit Preisen ab 17.235 DM und avanciert zum meistverkauften Cabriolet in Europa. Vom Golf I Cabrio entstehen bis August 1993 insgesamt 389.000 Fahrzeuge.

 

8/1979 - Der Opel Kadett D ist ein Fahrzeugmodell der Kompaktklasse der Adam Opel AG und wird von August 1979 bis Juli 1984 gebaut. Er ist Nachfolger des Kadett C und dessen GM-T Plattform von 1973. Mit diesem Modell auf der GM-T Plattform von 1979 wird ein Antriebskonzept mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb eingeführt. Der Kadett D ist für Opel aus wirtschaftlicher Sicht eines der wichtigsten Modelle dieser Zeit und kommt dem in dieser Klasse sehr erfolgreichen VW Golf in den Verkaufszahlen näher.

 

03.09.1979 - In Wolfsburg beginnt die Produktion des Jetta, einer Stufenhecklimousine der Mittelklasse, die die Angebotslücke zwischen dem Passat als Schräghecklimousine und dem Kompaktwagen Golf schließt. Technisch an den Golf angelehnt und anfangs mit Motoren von 60 PS, 70 PS oder 110 PS Leistung lieferbar, punktet die Mittelklasselimousine mit ihrem 630 Liter fassenden Gepäckraum. Für eine sportive Note sorgt der 1,6-Liter-Motor mit einer Leistung von 110 PS, die den Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 178 Stundenkilometern bringt. Mit einem Preis ab 11 395 DM findet der Jetta 1980 schon 144 758 Abnehmer.

 

31.10.1979 - der letzte VW Typ 2 T2-Transporter verlässt im VW-Werk Hannover das Band. Zwischen seiner Einführung im Jahr 1967 und 1979 entstehen allein in Deutschland rund 2,5 Millionen Exemplare. Es gibt ihn als Kleinbus, Kasten- und Pritschenwagen, als Doka, mit Sonderaufbauten und vielen individuellen Ausführungen. Wie sein Vorgänger hat er einen luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor, zunächst mit 1584 ccm und 47 PS, später hat er bis zu 1.970 ccm und 70 PS. Bis zum Jahr 1995 wird der T2 noch in Mexiko hergestellt, bis 2013 noch in Brasilien.  

 

1979 – Die Verbrauchsangaben der Automobilhersteller werden normiert, damit die Käufer leichter vergleichen können. Die Hersteller müssen nun gemäß einer DIN-Norm Angaben zum Verbrauch bei 90 km/h und 120 km/h machen, jeweils bei konstanter Geschwindigkeit und einem Durchschnittsverbrauch im Stadtverkehr.

 

1979 – Der Peugeot 505 erblickt als viertürige Limousine und als Kombi erstmals das Licht der Straße, bei BMW gibt es die großen Sechszylindermodelle mit sparsameren Einspritzmotoren und bei Mercedes-Benz feiert die neue S-Klasse Weltpremiere auf der IAA. Bei Opel gibt es 1979 den Kadett D als kompakten Vierzylinder-Diesel mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb. Den Kadett D gibt es mit Schrägheck (drei- und fünftürig), als Caravan (drei- und fünftürig) und als Lieferwagen mit drei Türen. Auto des Jahres wird 1979 der Simca Horizon. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Jahr rund 2,6 Millionen Neufahrzeuge zugelassen, davon sind 30% Volkswagen.