12.   Das neue Jahrtausend

 

 

2000

 

03.02.2000 - Autofahrer in der Europäischen Union können vom Jahr 2006 an ihre schrottreifen Fahrzeuge kostenlos vom Hersteller entsorgen lassen. Dies sieht eine Richtlinie des Europaparlaments vor. Ursprünglich war diese Maßnahme bereits vom Jahr 2003 an vorgesehen, doch scheiterte sie am Protest vor allem der deutschen Autoindustrie.

 

31.05.2000 – Die  Autostadt als dezentrales Projekt der Expo 2000 in Hannover wird im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel und dem Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch eröffnet. Ab dem darauffolgenden Tag ist die Autostadt für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kosten der Autostadt mit seinen Markenpavillons und dem ZeitHaus belaufen sich auf rund 430 Millionen Euro. Das ZeitHaus zeigt klassische Automobile von den Anfängen gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Darunter befindet sich unter anderem ein Nachbau des Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1886 sowie vom Bugatti Atlantic, von dem weltweit nur zwei Exemplare existieren. Es werden nicht nur Modelle des VW-Konzerns gezeigt, sondern auch Fahrzeuge anderer Automarken – insgesamt 250 Meilensteine der Automobilität von über 60 Marken.

 

24.06.2000 - In Marburg wird das 1. Deutsche Polizeioldtimer-Museum eröffnet. Hier werden Polizei-Fahrzeuge aus mehreren Jahrzehnten deutscher Polizeigeschichte ausgestellt. Dazu gehören Polizeimotorräder, Streifenwagen, gepanzerte Sonderwagen, Wasserwerfer und schwere Fahrzeuge aus dem Polizeidienst.

 

22.09.2000: Mit dem Einstellen seiner Produktion nach 28 Jahren Bauzeit wird der Fiat 126 ein historisches Automobil. Der Nachfolger des Fiat Nuova 500 bietet wie sein Vorgänger verhältnismäßig viel Innenraum trotz seiner kompakten Form. Die Form entsteht durch Zusammenarbeit von italienischen und polnischen Designern und folgerichtig wird der Fiat 126 von Polski Fiat zwischen 1975 und 2000 in Polen als 126p u.a. auch für den deutschen Markt gebaut. Der Fiat 126 wird von einem luftgekühlten Zweizylindermotor mit 594,5 ccm Hubraum angetrieben, die Leistung beträgt 23 PS. In Deutschland wird der Fiat 126 als „Bambino“ vermarktet. Ab Sommer 1987 gibt es den Fiat 126 BIS mit liegend eingebautem wassergekühltem Motor mit 704 ccm Hubraum und 26 PS. Der österreichische Fahrzeughersteller Steyr-Daimler-Puch baut seinen eigenen Zweizylinder-Boxermotor mit 643 ccm und 25 PS in von Fiat hergestellte Teilesätze und vermarkt die Fahrzeuge als Steyr-Puch. Mangels Nachfrage wird die Produktion 1974/1975 eingestellt. Auch in Jugoslawien läuft eine Lizenzversion vom Band, „Peglica“ (serbokroatisch für „Kleines Bügeleisen“) genannt.

 

04.10.2000: In Birmingham endet die Produktion des Kleinwagens Rover Mini. In seiner 41-jährigen Bauzeit wird er gegenüber dem Ursprungsversion technisch nur in Details verändert. Mit einer Gesamtstückzahl von 5.387.862 Fahrzeugen ist der Mini das meistverkaufte britische Auto. Ein Jahr später entsteht unter Federführung der BMW Group eine Neuauflage des Mini. Unter dem Markenname MINI entsteht ein Fahrzeug, das optische Merkmale des echten Mini aufnimmt, aber in seiner Größe einem heutigen Kleinwagen entspricht und wirkt, als habe man einen schönen Mini aufgeblasen. Insbesondere bei Varianten wie der „Countyman“ oder Paceman ist die Bezeichnung MINI völlig verfehlt. Wie bei so manchem Film-Remake kann auch der heutige BMW-MINI nicht mit dem Original mithalten.

 

15.12.2000 - Das neu eröffnete Audi museum mobile ist ein Automuseum der Audi AG in Ingolstadt, dass sich mit der Geschichte des Unternehmens und seiner Vorgänger befasst. Auf ca. 6.000 qm Fläche werden rund 100 Automobile, Motorräder, Fahrräder sowie weitere Exponate der Marken Audi, DKW, Horch, Wanderer und NSU ausgestellt. Die Dauerausstellung des Museums ist auf zwei Ebenen in Vor- und Nachkriegszeit unterteilt. Außerdem gibt es wechselnde Sonderausstellungen. Der Geschichte des Motorsports sind eigene Bereiche gewidmet, in denen die Auto Union Silberpfeile, die Rallye-Ära sowie die DTM- und Le-Mans-Siege präsentiert werden.

 

 

2003

 

05.02.2003 - Im Alter von 98 Jahren stirbt Manfred von Brauschitsch. Seine größten Erfolge hatte er in den dreißiger Jahren auf Mercedes-Benz - trotz aller Rückschläge und Unfälle.

 

30.07.2003 - In Puebla, Mexiko, wird die Produktion des VW Käfers endgültig eingestellt. Insgesamt werden 21.529.464 Käfer gebaut. In den Jahrzehnten seiner Bauzeit hat er sein Aussehen und seine Technik nur geringfügig verändert. Das macht ihn bis heute unverwechselbar. Der Produktionsrekord wird im Juni 2002 vom VW Golf übernommen, doch im Gegensatz zum Käfer hat dieser in den verschiedenen Serien sein Aussehen grundlegend verändert.

 

 

2005

 

14.06.2005 - In Bad Neuenahr stirbt im Alter von 94 Jahren Johannes Beeskow. Mit 14 Jahren fängt er als Lehrling bei der Berliner Karosseriefirma Josef Neuss an. Gleichzeitig studiert er abends an der Berliner Karosserie-Lehranstalt. Für sein Gesellenstück, ein 10/40-PS-Opel mit viersitzigem Cabriolet-Aufbau, erhält er den Staatspreis der Handelskammer. Dann arbeitet er als Formengestalter im Konstruktionsbüro bei Neuss. Als Erdmann & Rossi 1933 Neuss übernehmen, wird Beeskow Konstruktionschef. Er entwirft hunderte Sonderkarosserien. Nach dem Krieg arbeitet er für Karl Deutsch in Köln, doch schnell wechselt er zurück nach Berlin zu Fritz Rometsch. Auf Basis des Volkswagen Käfer gelingt ihm sein größter Wurf: das Rometsch Coupé und Cabriolet, Modell Beeskow. 1954 und 1955 erhielt das Cabrio den "Grand Premier Prix" beim Automobilsalon Genf. Der Rometsch wird von zahlreichen Hollywood-Stars wie Gregory Peck oder Audrey Hepburn gefahren. 1953 geht Beeskow wieder zu Deutsch und entwickelt Cabrio- und Coupé-Varianten für den Borgward Isabella und Cabrios auf Ford 12m und 15m-Basis. 1956 geht er zum Osnabrücker Karosseriebauer Karmann, wo er bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn die technische Entwicklung leitet.

 

 

2006

 

19.05.2006 - In Stuttgart-Bad Canstatt wird das neue Museum von Mercedes eröffnet. Auf insgesamt rund 17.000 qm Ausstellungsfläche erleben die Zuschauer eine Zeitreise durch über 120 Jahre Automobilgeschichte

 

 

2008

 

12.04.2008 - In Hamburg wird das Automuseum Prototyp eröffnet. Unter dem Motto „Prototyp - Personen. Kraft. Wagen“ liegt der Schwerpunkt auf der Präsentation von Sport- und Rennwagen der deutschen Nachkriegszeit sowie deren Konstrukteure und Fahrer. Auf drei Ebenen mit einer Ausstellungsfläche von 2.500 m² sind etwa 50 Automobile, Motoren und Modelle von Sport- und Rennwagen zu sehen, überwiegend aus den 40er, 50er und 60er Jahren. Dabei werden die Fahrzeuge ohne störende Barrieren oder Glasscheiben in Szene gesetzt. In der Sammlung befinden sich beispielsweise der Porsche Typ 64 Berlin-Rom-Wagen, ein Formel-Rennwagen mit Porsche Spyder Boxermotor von Otte Mathé und der Weltrekordwagen von Petermax Müller. Seit 2015 werden als Dauerleihgaben aus dem bisherigen Trips-Museum zahlreiche Exponate zum deutschen Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips gezeigt. Die Sammlung Prototyp befindet sich in der HafenCity im denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikgebäude (erbaut 1902 bis 1906) der Hamburger Gummi-Kamm-Compaigne in der Hamburger Speicherstadt.

 

 

2009

 

31.03.2009 - In Neumarkt in der Oberpfalz wird das private Museum für historische Maybach-Fahrzeuge eröffnet. In den ehemaligen Express-Werken befinden sich 18 Fahrzeuge der früheren Luxusmarke, von denen sich 15 Stück im Besitz des Sammlers und Museumsinhabers Helmut Hofmann gehören. Die Fahrzeuge befinden sich in unterschiedlichen Zuständen. Der Besucher erfährt bei den meisten Modellen auch deren früheren Besitzer und die Hintergrundgeschichte der Fahrzeuge. Daneben ist eine Sammlung von Fahr- und Motorrädern der Express-Werke zu sehen. Diese wurden von 1884 bis 1959 in den Räumen des heutigen Museums produziert.