1899, 1909, 1919, 1929,... Rückblicke in die Automobilgeschichte

An dieser Stelle findet ihr in Zukunft die monatlichen Rückblicke in die Historie des Automobils. Es ist doch manchmal ganz interessant zu lesen, wann was passiert ist. Rechts findet ihr die Rückblicke der vergangenen Jahre.

Februar 2020

 

Vor 120 Jahren

 

02/1900 - Der Amerikaner Milton Hershey ist der erste, der ein Auto für Werbung einsetzt. Er malt seine Marke PA Hershey mit Lack auf sein Auto. Seine Firma ist die Hershey Chocolate Company und befindet sich in der nach ihrem Gründer benannten Stadt Hershey.  Die Hershey Company ist noch heute einer der größten Schokoladenhersteller weltweit.

 

08.02.1900 - In Berlin wird die Allgemeine Automobilgesellschaft Berlin GmbH eingetragen. Noch im gleichen Jahr beginnt die Produktion von Automobilen. Neben einem eigenen Automobil vertreibt die AAG auch motorisierte Dreiräder und Elektrowagen von anderen Herstellern. Doch bereits 1901 endet die Produktion. Die AAG wird von der Allgemeinen Electricitäts-Gesellschaft übernommen, die auf der Basis der AAG die Neue Automobil-Gesellschaft (NAG) gründet. Das einzige Automobilmodell der AAG wird von georg Klingenberg konstruiert und wird auch klindenberg-Modell genannt. Der Kleinwagen besitzt einen Einzylindermotor mit einer Leistung von 5 PS, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 35 km/h angegeben. Auch das erste Modell der NAG basiert auf diesem Fahrzeug.

 

 

Vor 110 Jahren

 

02/1910 - Mit der ersten Novelle der Automobilverkehrsverordnung vom 3. Februar 1910 werden im ganzen Reich drei neue Tafeln in der Größe 0,50 × 0,50 Meter eingeführt: Kraftfahrzeuge 15 km, Verbot für Kraftwagen und Motorräder, Verbot für Kraftwagen, offen für Motorräder. Im Jahr 1910 wird gesetzlich geregelt, dass Kraftwagen ihre Fahrgeschwindigkeiten innerhalb von Ortschaften nicht mehr unter 15 km/h drosseln müssen. Lediglich für Fahrzeuge über 5,5 Tonnen können lokale Polizeibehörden niedrigere innerörtliche Geschwindigkeiten vorschreiben. Die Blau- und Gelbtöne sowie die Typographie der Zeichen sind nicht vereinheitlicht und weichen teils deutlich voneinander ab. Auch die Texte auf den Tafeln konnten trotz offizieller Vorgaben abweichend ausgeführt sein.

 

19.02.1910 - Am 25. Oktober 1909 fanden die ersten Gespräche zwischen Automobilhändlern aus Rheinland und Westfalen über die Gründung eines Händler-Verbandes, der schließlich als Deutscher Automobilhändlerverband (DAHV) am 19. Februar 1910 für das gesamte deutsche Wirtschaftsgebiet gegründet wird.

 

 

Vor 100 Jahren

 

02/1920 - Im Kreis Pirmasens sind zwei Jahre nach dem Krieg bereits wieder 64 Fahrzeuge zugelassen.

 

 

Vor 90 Jahren

 

09.02.1930 - Bei einem Wettrennen zwischen einem Flugzeug, einem Motorrad und einem Automobil auf dem zugefrorenen Eibsee in Bayern siegt der deutsche Flieger Ernst Udet. Automobilrennfahrer Hans Stuck geht als letzter durch das Ziel.

 

 12.02.1930 - Nachdem die Leitung der Opel-Werke in Rüsselsheim Mitglieder des Betriebsrates entlassen hat, kommt es auf dem Werksgelände zu Krawallen von Belegschaftsmitgliedern. Mittels Polizei werden die Unruhen beendet.

 

 

Vor 70 Jahren

 

17.02.1950 - Im Weißen Haus in Washington nimmt US-Präsident Harry S. Truman seinen neuen Dienstwagen, einen Ford Lincoln, in Empfang. Das Fahrzeug, das als das teuerste Auto der Welt gilt, verfügt über eine Sprechanlage zwischen Vorder- und Rücksitzen, vergoldete Türgriffe und -schwellen, einen Schirmständer sowie besondere Trittbretter für begleitende Geheimpolizisten.

 

 

Vor 60 Jahren

 

09.02.1960 - Die freien Tankstellen in der Bundesrepublik geben die Gründung einer eigenen Einkaufsgesellschaft für Benzin bekannt. Sie wollen damit die Unabhängigkeit von den großen Treibstoffkonzernen erreichen und deren Preise um bis zu fünf Pfennig pro Liter unterbieten.

 

22.02.1960 - Die ersten Kraftfahrzeug-Importe aus der Sowjetunion treffen in München ein. Die Mittelklassewagen vom Typ “Moskwitsch” mit einem Hubraum von 1,5 l und 45 PS werden von einem bundesdeutschen Händler zum Preis von 4950 DM verkauft.

 

 

Vor 40 Jahren

 

19.02.1980: Mit einer Länge von 176 Kilometern kommt es auf der Strecke Paris und Lyon zum bislang längsten Stau der Automobilgeschichte.

 

 

Vor 30 Jahren

 

23.02.1990 - Die beiden Automobilkonzerne Volvo (Schweden) und Renault (Frankreich) beschließen eine enge Zusammenarbeit und eine gegenseitige finanzielle Beteiligung.

 

 

Vor 20 Jahren

 

 

03.02.2000 - Autofahrer in der Europäischen Union können vom Jahr 2006 an ihre schrottreifen Fahrzeuge kostenlos vom Hersteller entsorgen lassen. Dies sieht eine Richtlinie des Europaparlaments vor. Ursprünglich war diese Maßnahme bereits vom Jahr 2003 an vorgesehen, doch scheiterte sie am Protest vor allem der deutschen Autoindustrie.

 

 

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Januar 2020

 

 

Vor 110 Jahren

 

01.01.1910 - Die Firma Automobiles Ettore Bugatti wird gegründet. Bereits gegen Ende 1909 hat Ettore Bugatti eine alte Färberei in Molsheim übernommen, einer kleinen Stadt in der Nähe von Straßburg, um dort eigene Automobile zu bauen. Das erste Fahrzeug seiner eigenen Firma ist der Typ 13. Dieser ist einer Weiterentwicklung des noch bei Deutz entwickelten Typ 10. Der Pferdenarr Bugatti will einen kleinen Rassewagen bauen, bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich sein Konzept vom "pur-sang", vom "reinrassigen" Fahrzeug ab. Seine Fahrzeuge werden in den nächsten 30 Jahren auf den Rennstrecken ebenso erfolgreich sein wie bei den zahlreichen Consourse d’Eleganze. Bugattis zählen zu den schönsten, schnellsten und teuersten Fahrzeugen, damals wie heute.

 

 

Vor 70 Jahren

 

18.01.1950: Im kanadischen Saint-Jean-sur-Richelieu wird Jospeh Gilles Henri Villeneuve geboren. Mit 15 Jahren bekommt Gilles Villeneuve von seinem Vater einen MGA geschenkt, den er ohne Führerschein fährt. 1967 nimmt er an ersten Beschleunigungsrennen teil, später an Schneemobilrennen, bei denen er im Winter 1974/1975  Weltmeister wird. In den Sommermonaten besucht er eine professionelle Rennfahrerschule. Anschließend kauft er sich einen gebrauchten Formel B-Wagen, mit dem er 1971 in den Motorsport einsteigt. Über die Formel Ford Provincial Series Quebeck (Gesamtsieger 1973), die Atlantic Championship (Gegenstück zur Formel 2) und der IMSA GT Championship kommt er 1976 zu seinem ersten Einsatz in der Formel 2. Dort bestreitet er für Ron Dennis' Project Four Racing in einem March 762-Heat ein Rennen im französischen Pau. 1977 holt er in seiner vierten Saison in der Atlantic Championsship seinen dritten Titel und im gleichen Jahr debütiert er beim Großen Preis von Großbritannien bei McLaren im dritten Werkscockpit. Es bleibt zunächst bei diesem einen Rennen. Für die letzten beiden Rennen wird er dann als dritter Fahrer von der Scuderia Ferrari unter Vertrag genommen. Dieser gilt auch für die Saison 1978. Beim letzten Rennen der Saison in Kanada holt er sich seinen ersten Sieg. Im Jahr darauf wird Villeneuve Vizeweltmeister hinter seinem Teamkollegen Jody Scheckter. Das Jahr 1980 wird für Ferrari ein Misserfolg, die Saison 1981 verläuft nur unwesentlich besser. Zu Beginn der Saison 1982 kommt es zum Streit mit seinem Teamkollegen Pironi, der ihn - angeblich gegen eine Stallorder des Teams - beim Grand Prix von San Marino in der letzten Runde den Sieg überholt und den Sieg nimmt. Zwei Wochen später verunglückt Gilles Villieneuve im Qualifying zum fünften Saisonlauf im belgischen Zolder tödlich. Pironi hatte eine bessere Zeit vorgelegt und Gilleneuve will diese in den letzten Minuten noch unterbieten - trotz gebrauchter Qualifikationsreifen und gegen eine Anweisung des Teams, wieder an die Box zu kommen. Bei einem Überholvorgang kommt es bei einer Geschwindigkeit von ca. 270 km/h zur Kollision mit dem RAM-Fahrer Jochen Mass. Villeneuves Ferrari überschlägt sich, der Rumpf zerbricht in zwei Teile und Villeneuve wird, noch an der Sitzrückwand angeschnallt, herausgeschleudert. Er wird sehr schnell von Ärzten behandelt, auf der Ladefläche des Streckensicherungsfahrzeugs zum Helikopter und dann ins Krankenhaus gebracht. Hier können erst die schweren Verletzungen des bewusstlosen und äußerlich unverletzten Villeneuve festgestellt werden. Daraufhin werden die lebenserhaltenden Systeme abgeschaltet und sein Tod bekanntgegeben. In der gleichen Saison verunglückt auch Riccardo Paletti beim Grand Prix von Kanada tödlich. Gilles Villeneuve ist der 28.  Fahrer, der im Rahmen eines Formel 1-Rennens (Training oder Rennen) ums Leben kommt. Noch zu Beginn die Rennens wird die Rennstrecke nach Gille Villeneuve benannt. 17 Jahre später, im Jahr 1997, wird sein Sohn Jacques Villeneuve Formel 1-Weltmeister.

 

 

Vor 50 Jahren

 

16.01.1970: Im Werk Saarlouis rollt der erste Ford Escort vom Band. Der von den britischen Ford-Werken entwickelte erste Escort mit seinem charakteristischen Kühlergrill (auch „Hundeknochen“ genannt) wird seit dem 17. November 1967 im britischen Halewood produziert.  Anfang Januar 1968 wird neue Ford in Marokko der Presse vorgestellt, wenige Tage später findet die offizielle Präsentation anlässlich des Brüsseler Autosalons statt. Die Verkaufszahlen übertreffen die optimistischen Erwartungen des Herstellers bereits nach zwei Monaten um 30 %. Weniger als fünf Monate nach der Vorstellung läuft am 4. Juni 1968 der 100.000 Escort in Halewood vom Band. In Deutschland verlässt der erste Wagen am 16. Januar 1970 in Saarlouis das Werk. Die vorher in Deutschland verkauften Wagen werden im britischen Werk produziert. Die Technik orientiert sich am Vorgängermodell Ford Anglia. Der Escort ist insbesondere in Großbritannien sehr populär, bleibt in Deutschland aber hinter den erwarteten Stückzahlen zurück. Der Marktführer VW Käfer ist zwar technisch veraltet, aber qualitativ deutlich überlegen, und zudem gibt es mit dem Opel Kadett B einen weiteren bestens etablierten und in manchen Bereichen überlegenen Konkurrenten. Mitte 1973 kommt in Westdeutschland der RS2000 als Topmodell hinzu. Erkennbar ist er an der auffälligen zweifarbigen Lackierung und den verbreiterten Radläufen vorn. Mit 100 PS ist der leichte Escort mehr als ausreichend motorisiert, daraus resultieren viele Erfolge im Motorsport. Weit erfolgreicher im internationalen Autosport-Geschehen sind allerdings der britische Escort TwinCam und sein Nachfolger, der RS1600 mit Cosworth BDA-16V-Motor. Mit dieser Motorisierung kann der RS1600 neben der Rallycross-Europameisterschaft 1973 im selben Jahr auch den Finnland-Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft und einige Läufe zur Deutschen Rennsport-Meisterschaft gewinnen.

 

 

Vor 40 Jahren

 

10.01.1980 - Das 331.847ste Käfer Cabriolet rollt vom Band - Weltrekord, das Fahrzeug hat die Fahrgestell-Nr. 152 044 140. Es ist damit der meistgebaute offene Personenwagen, gleichzeitig aber auch das letzte Käfer Cabriolet, das gebaut wird. Nun räumt es endgültig seinen Platz dem Golf Cabriolet, das bereits seit 1979 auf dem "Nachbarband" gebaut wird.

 

 

19.01.1980 - Im britischen Frome wird Jenson Button geboren. Mit acht Jahren beginnt er seine Karriere zunächst im Kart. 1991 gewinnt er alle 34 Rennen der British Cadet Kart Championship. Nach weiteren sehr erfolgreichen Jahren bei nationalen und internationalen Kartrennen mit diversen Titeln wechselt er 1998 in die britische Formel Ford, die er auf Anhieb gewinnt. 1999 tritt er in der britischen Formel 3-Meisterschaft an und wird zum Schluss Gesamtdritter. Nur ein Jahr später wechselt er zum Formel 1-Team Williams. 2001 und 2002 fährt er für Benetton und 2003 geht es weiter zum BAR-Team. Dieses wird 2006 in Honda umbenannt. 2009 übernimmt Ross Brawn das Team. Die Saison ist für das Bran-Team sehr erfolgreich: Mit elf Punkten Vorsprung wird Jenson Button Formel 1-Weltmeister vor Sebastian Vettel. Zur Saison 2010 wechselt Button zu McLaren. 2016 gibt er das Ende seiner Karriere bekannt, vertritt 2017 jedoch noch einmal beim Großen Preis von Monaco Fernando Alonso. Insgesamt tritt Jenson Button bei 306 Grand Prix-Rennen an, fährt 15 Siege ein, holt 50 Podestplätze und wird 2009 Weltmeister.