Überarbeitet: Rückblick Automobilhistorie

14.08.2020

Nach einem kleinen "Umbau" findet ihr jetzt rechts alle Meldungen chronologisch nach Jahrzehnten sortiert. Jeden Monat kommen weitere Ereignisse hinzu, mal etwas umfangreicher beschrieben, mal nur eine kurze Notiz. Grundlage für diese Chronik sind zahlreiche Bücher, die mein Regal schmücken, Fachmagazine oder - jetzt bitte nicht verständnislos mit dem Kopf schütteln - Wikipedia. 

Oktober 2020

 

 

Vor 120 Jahren

 

31.10.1900 – In Nürnberg wird das Automobilunternehmen Nürnberger Motorfahrzeuge-Fabrik „Union“ GmbH (Maurer-Union) gegründet. In den zehn Jahren seiner Existenz produziert das Unternehmen mit bis zu 400 Mitarbeitern bis zu 400 Automobile pro Jahr. Ein interessantes Konstruktionsdetail ist das Verwenden eines stufenlosen Planscheiben-Reibradgetriebes, das auch als „Friktionsgetriebe“ bezeichnet wird. Ab 1907 werden bei Maurer-Union auch Lastkraftwagen hergestellt. Damit ist Ludwig Maurer einer der ersten Hersteller in Deutschland. Den Erfolg lange genießen kann er jedoch nicht. Nach einem Zerwürfnis mit seinen Geldgebern muss der Erfinder sein eigenes Unternehmen 1908 verlassen. Ein Jahr später übernimmt die Firma Justus Christian Braun Premier-Werke die Produktionsanlagen. 1923 wird Ludwig Maurer erneut im Automobil bau aktiv und bringt unter dem Namen Maurer einen Kleinwagen mit einem Zweizylinder-Zweitaktmotor auf den Markt. Dieser hat jedoch keinen Erfolg.

 

 

Vor 90 Jahren

 

02.10.1930 - Henry Ford legt in Köln-Niehl den Grundstein für ein Ford-Autowerk für die deutschen Ford-Werke GmbH, eine 1925 gegründete Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Ford Motor Company. Gleichzeitig wird auch der Unternehmenssitz von Berlin nach Köln verlegt. Am 4. Mai 1931 startet in Köln mit 619 Beschäftigten die Produktion des Model A. Nur drei Wochen später schließt das Werk aufgrund der Weltwirtschaftskrise wieder. Doch schon bald kann die Produktion wieder aufgenommen werden und bis zum Jahresende werden mehr als 6.000 Fahrzeuge gebaut.

 

 

Vor 70 Jahren

 

10/1950 - Als Nachfolger des Alfa Romeo 6C wird auf dem Automobilsalon in Paris der Alfa Romeo 1900 präsentiert. Gezeigt wird die von Orazio Satta Pulika konstruierte Stufenhecklimousine Berlina, die Basis für diverse Coupés und andere Varianten ist. Der 1900 ist das erste neu entwickelte Modell des italienischen Automobilherstellers nach dem Zweiten Weltkrieg. Er hat einen Vierzylindermotor mit einem Hubraum von zunächst 1.884 ccm und leistet in der einfachsten Version 80 PS. Die viertürige Berlina ist beliebt bei gut verdienenden Familienvätern. In der Werbung heißt es: "Die Limousine, die Rennen gewinnt", was nicht übertrieben war, denn die Höchstgeschwindigkeit des Viertürers erreicht für damals beachtliche 170 km/h, als 1900 ti Super sogar 190 km/h. Von der Berlina werden 17.390 Fahrzeuge gebaut. Auf einer verkürzten Bodengruppe werden aber auch elegante Zweitürer-Coupés und einige Cabriolets im Auftrag von Alfa Romeo bei Touring hergestellt. Aber auch Pininfarina, Zagato und Ghia stellen zweitürige Coupés und Cabriolets her. Diese mit dem Kürzel 1900C (C für corto = kurzer Radstand) und dem Zusatz "Sprint" oder "S" bezeichneten Fahrzeuge liegen 1954 preislich leicht über  dem  eines Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer. 1958  tritt der Alfa Romeo die Nachfolge der 1900er-Reihe an.

 

 

Vor 60 Jahren

 

10/1960 - Auf dem Pariser Autosalon präsentiert Ferrari den 250 GT 2+2. Bereits im Mai 1960 dienten die ersten Fahrzeuge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Doch erst nach der offiziellen Präsentation in Paris beginnt die Serienfertigung des ersten serienmäßigen Viersitzers aus dem Hause Ferrari. Die 250 GT 2+2 werden bei Pininfarina in Grugliasco aufgebaut, Ferrari fertigt lediglich die Motoren. Pninfarina stellt in drei Jahren 954 Fahrzeuge her, womit dieses Modell der bis dahin erfolgreichste Ferrari ist. Er hat einen 12-Zylinder-V-Motor mit 2.953 ccm Hubraum und 240 PS. Damit ist eine Höchstgeschwindigkeit von 210-240 km/h möglich.

 

 

Vor 50 Jahren

 

01.10.1970 - Mercedes Benz ist der Titel eines A-cappella-Songs, der am 1. Oktober 1970 von Janis Joplin für das Album Pearl aufgenommen wird. Der Text der ersten Zeile (Oh Lord, won't you buy me / a Mercedes Benz) stammt von Michael McClure. Das übrige Lied komponiert und textet Joplin gemeinsam mit Bob Neuwirth. Es ist das letzte Lied, das Joplin vor ihrem Tod (am 4. Oktober 1970) aufnimmt. Das Lied greift, so Chris Neal, in ironischer Weise den Glauben auf, man könne durch den Kauf hochwertiger Konsumartikel wie eines Autos der Marke Mercedes-Benz sein Heil finden.

 

11.10.1970 - Das 1000-km-Rennen von Zeltweg des Jahres 1970 ist das letzte Rennen, das im Rahmen der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1970 ausgefahren wird. Bereits vor dieser Veranstaltung war die Entscheidung in der Gesamtwertung gefallen; Porsche sichert sich den Titel eines Markenweltmeisters. Vor allem die Porsche 917 des Teams von John Wyer sind in diesem Jahr kaum zu schlagen. Leo Kinnunen und Pedro Rodríguez gewinnen vier, Joseph Siffert und Brian Redman zwei Saisonrennen. Am Nürburgring, beim dortigen 1000-km-Rennen, siegt ein Porsche 908, gefahren von Vic Elford und Kurt Ahrens. Nur einmal bleibt Porsche nicht siegreich. Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring siegt der Werks-Ferrari 512S von Ignazio Giunti, Nino Vaccarella und Mario Andretti. Am Österreichring ist neben dem Team von John Wyer auch die österreichische Porsche Holding mit einem Porsche 917 am Start; gefahren wird das Fahrzeug von Helmut Marko und Kurt Ahrens. Die Werksmannschaft meldet zwei Porsche 908. Ferrari bringt nur einen Werkswagen an die Strecke, der von Jacky Ickx und Ignazio Giunti gefahren wird. Überraschend stark sind die Werks-Alfa Romeo Tipo 33, die von Autodelta eingesetzt werden. Andrea de Adamich und Henri Pescarolo erreichen am Ende den zweiten Rang in der Gesamtwertung. Nach dem Ausfall von Pedro Rodríguez nach nur vier Runden durch Ventilschaden, wird dem Rennen früh die Spannung genommen. Als der zwischenzeitlich führende Jacky Ickx nach 53 Runden mit einem Schaden an der Elektrik ausrollt, gibt es für den zweiten Wyer-Porsche keinen ernsthaften Gegner mehr. Joseph Siffert und Brian Redman siegen mit deutlichem Vorsprung auf besagten Alfa Romeo und den Porsche 908 von Gérard Larrousse und Rudi Lins.

 

28.10.1970 - Auf dem Bonneville Salt Flats (Utah, USA) kann das erste Auto die 1000 km/h-Marke knacken. Mit dem Raketenauto Blue Flame fährt der US-amerikanische Rennfahrer Gary Gabelich 1001,67 km/h. Dieser Rekord wird erst 1983 gebrochen. Gablich selbst fährt danach wieder Boots- und Drag-Rennen und verliert 1972 bei einem Rennunfall seine rechte Hand, die jedoch wieder angenäht werden kann. Im Januar 1984 stirbt er im Alter von 44 Jahren bei einem Motorradunfall.

 

30.10.1970 - Auf der 17. Tokyo Motor Show wird der Toyota Celica präsentiert. Ein Jahr später kommt der Celica (oder die Celica?) in Deutschland auf den Markt. Die gängigste Variante ist hierzulande das mit einem 1600-ccm-Motor und Doppelvergaser ausgerüstete Coupé TA22 (Modellbezeichnung „ST“) mit 86 PS. Das serienmäßige 5-Gang-Getriebe gehört 1971 nicht zum üblichen automobilen Standard. Daneben ist auch das Modell "LT" mit Einzelvergaser erhältlich, das mit 5-Gang-Getriebe 79 PS und mit einer 3-Stufen-Automatik 75 PS mobilisiert. Im Jahre 1972 wird die Baureihe durch das Modell GT ergänzt, das einen 1600-ccm-Motor mit Doppelvergaser und zwei obenliegenden Nockenwellen hat und 107 PS leistet.

 

 

 

Vor 40 Jahren

 

01.10.1980 - in Mainz erscheint die "Markt für klassische Automobile und Motorräder", 1993 umbenannt in "Oldtimer Markt". Sie ist die größte Fachzeitschrift für klassische Fahrzeuge in Europa.

 

 

Vor 30 Jahren

 

31.10.1990: In Moskau wird das erste russische McDonald’s-Restaurant eröffnet. Damit wird der kalte Krieg auf neuem Weg fortgesetzt. Die Russen rächen sich 26 Jahre später, in dem sie dafür sorgen, dass ein rassistischer Volltrottel US-Präsident wird, der in seiner Amtszeit das eigene Land spaltet, die NATO-Staaten gegeneinander ausspielt und die USA weltweit der Lächerlichkeit preis geben.

 

 

Vor 20 Jahren

 

4.10.2020: In Birmingham endet die Produktion des Kleinwagens Rover Mini. In seiner 41-jährigen Bauzeit wird er gegenüber dem Ursprungsversion technisch nur in Details verändert. Mit einer Gesamtstückzahl von 5.387.862 Fahrzeugen ist der Mini das meistverkaufte britische Auto. Ein Jahr später entsteht unter Federführung der BMW Group eine Neuauflage des Mini. Unter dem Markenname MINI entsteht ein Fahrzeug, das optische Merkmale des echten Mini aufnimmt, aber in seiner Größe einem heutigen Kleinwagen entspricht und wirkt, als habe man einen schönen Mini aufgeblasen. Insbesondere bei Varianten wie der „Countyman“ oder Paceman ist die Bezeichnung MINI völlig verfehlt. Wie bei so manchem Film-Remake kann auch der heutige BMW-MINI nicht mit dem Original mithalten.

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September 2020

 

 

Vor 120 Jahren

 

10.09.1900 - Die Coppa Florio wird 1900 zum ersten Mal ausgetragen – allerdings noch unter einem anderen Namen – und gilt Anfang des 20. Jahrhunderts als das schwerste europäische Straßenrennen. Im Jahr 1905 bietet Vincenzo Florio den Veranstaltern 50.000 Italienische Lira und einen Pokal für das Rennen. Somit wird das Rennen zum Coppa Florio umbenannt. Den Pokal soll derjenige erhalten, der als Erster innerhalb von maximal sieben Teilnahmen vier Rennen gewinnt; dies schafft Peugeot 1925. Seit 1914 wird der Coppa Florio mit der Targa Florio zusammen ausgetragen: In der Regel muss man für den Coppa Florio die Targa Florio und anschließend eine zusätzliche Runde fahren. 1924 beispielsweise sind für den Targa Florio vier Runden bei einer Länge von 108 Kilometern pro Runde zu fahren; für die Coppa Florio fünf. Sieger des ersten Rennens in Brescia ist Alberto Franchetti auf Panhard & Levassor 12 HP.

 

 

 

Vor 70 Jahren

 

03.09.1950: Mit seinem Sieg beim Großen Preis von Italien auf Alfa Romeo auf dem Autodromo Nazionale Monza wird Giuseppe „Nino“ Farina erster Formel-1-Weltmeister der Geschichte vor seinem Teamkollegen Juan Manuel Fangio. Farina stammt aus einer Familie, die bereits früh mit Automobilen zu tun hat. Sein Vater Giovanni Farina betreibt seit 1906 das Karosseriebauunternehmen Stabilimenti Farina, sein Onkel Battista „Pinin“ Farina den Betrieb Pininfarina. Nino selbst ist gelernter Wirtschaftswissenschaftler und führt zusammen mit seinem Bruder Attilio von 1946 bis 1953 das Familienunternehmen Stabilimenti Farina. Seine Rennfahrerkarriere beginnt Nino Farina 1933 mit einem Alfa Romeo, drei Jahre später ist er Mitglied des Werksteams. Doch gegen die Dominanz von Mercedes-Benz und Auto Union haben die Italiener keine Chance in der Grand-Prix-Klasse.  Lediglich in der kleineren Voiturette-Klasse erzielt er mehrere Siege. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestreitet er mit einem privaten Maserati Rennen und gewinnt 1948 den Grand Prix von Monaco. 1950 schließt er sich dem Alfa-Romeo-Team an, zu dem auch Luigi Fagioli und Juan Manuel Fangio gehören. In der neuen Formel 1 gewinnt Farina drei Rennen und wird Weltmeister. 1952 wechselt er zu Ferrari und feiert 1953 im Alter von 47 Jahren seinen letzten Grand-Prix-Sieg beim Großen Preis von Deutschland. Drei Jahre später beendet er seine Rennfahrerkarriere und versucht sich als Autohändler, Fahrlehrer und Karosseriedesigner bei seinem Onkel Pinin Farina. Am 30.06.1966 verunglückt Nino Farina bei Chambéry tödlich, als er von der Straße abkommt und gegen einen Telegrafenmast prallt. In seiner Formel 1-Karriere startet er bei 33 Rennen, holt fünf Siege und 19 Podestplätze.

 

 

 

Vor 50 Jahren

 

9/1970 - Präsentation des VW K 70. Ursprünglich soll das noch von NSU entwickelte Fahrzeug bereits im März 1969 auf dem Genfer Autosalon präsentiert werden, doch stoppt VW dies nach der Übernahme von NSU durch Audi. Da die Ingolstädter ein vergleichbares Fahrzeug mit dem Audi 100 im Programm haben, nimmt VW sich des K 70 an. Der K 70 wird, geringfügig geändert, im Volkswagenwerk Salzgitter gebaut, jedoch nur als Limousine. Die Kombi-Variante, von der einige Prototypen gebaut werden, entfällt, um dem VW 411 Variant keine Konkurrenz zu machen. Der K 70 ist das erste wassergekühlte und viertürige Fahrzeug bei VW, Das Konzept des wassergekühlten Frontmotors mit Frontantrieb wird sich erst einige Jahre später bei VW mit dem Passat und dem Golf durchsetzen. Die Verkaufszahlen sind jedoch bescheiden, denn die VW-Marketingabteilung hat Probleme, gleichzeitig den modernen K 70 objektiv zu bewerben, ohne den im Grunde veralteten luftgekühlten Modellen zu schaden. So gerät der K 70 völlig zu Unrecht ins Hintertreffen. Bis zur Produktionseinstellung 1975 entstehen lediglich 210.000 Fahrzeuge.

 

 

05.09.1970: Der Österreicher Jochen Rindt verunglückt beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza tödlich. Sein großer Punktevorsprung zu diesem Zeitpunkt reicht jedoch aus, um als einziger Formel 1-Pilot postum Weltmeister zu werden. Rindt wird 1942 in Mainz geboren und wächst, nachdem seine Eltern beim Luftangriff der Operation Gomorrha auf Hamburg ums Leben kamen, als Waise bei seinen Großeltern in Graz auf. Auf Betreiben seines Großvaters behält er später die deutsche Staatsangehörigkeit.  1961 beginnt er seine Rennsportkarriere mit einem privaten Simca und auch auf einem wenig konkurrenzfähigen Formel-Junior-Cooper. Wegen seiner guten Leistungen wird Ford Österreich auf ihn aufmerksam und unterstützt ihn 1964 mit einem Formel-2-Brabham-Cosworth. 1965 erhält er einen Platz im Formel-1-Team von Cooper, als Teamkollege von Bruce McLaren. Mit dem unterlegenen Wagen holt er den vierten Platz beim Großen Preis von Deutschland. Nebenbei fährt er in der Formel 2 mit einem privaten Brabham-Team. Er gewinnt in Reims und wird Dritter in Pau und Vallelunga. In Österreich ist er bereits in Star, da er mit einer österreichischen Rennlizenz fährt und daher trotz seiner deutschen Staatsangehörigkeit als Österreicher geführt wird. 1964 wird Jochen Rindt zusammen mit Jo Bonnier auf einem Porsche Dritter beim 1000-km-Rennen auf der Nordschleife, ein Jahr später gewinnt er einem Ferrari 250LM von NART zusammen mit Masten Gregory das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ende des Jahres verlässt McLaren das Cooper-Team, Rindt wird die Nummer 1 bei Cooper, bis John Surtees kommt. 1967 kann Rindt nur zwei vierte Plätze holen, er etabliert sich aber in der Formel 2 und holt mit seinem Winkelmann-Brabham neun Siege. Seinen Rif als furchtloser Pilot wird er gerecht, als er in Indianapolis verunglückt, aus seinem brennenden Wagen steigt und sein Puls bei der nachfolgenden medizinischen Untersuchung völlig ruhig ist. 1968 wechselt er wieder in die Formel 1 zu Jack Brabham, doch das Fahrzeug ist nicht konkurrenzfähig gegen den überlegenden Ford Cosworth. Am Ende der Saison wechselt er zum Team Lotus von Colin Chapman, dem Titelverteidiger in der Konstrukteurswertung als auch der Fahrerwertung mit Weltmeister Graham Hill. 1969 verunglückt er beim Grand Prix in Barcelona. Trotz nur leichter Verletzungen hat er anschließend Seh- und Gleichgewichtsprobleme.  Doch bald ist er wieder genesen und liefert sich Zweikämpfe mit Jacky Stewart. In Watkins Glen holt er seinen ersten Sieg in der Formel 1. Mit dem weiter entwickelten Lotus 72 gewinnt Rindt 1970 die Rennen in Frankreich und Deutschland. Dann kommt der Große Preis von Italien in Monza. Im Abschlusstraining überholt Rindt Denis Hulme, als er im Bremsbereich vor der Parabolica-Kurve herunterschaltet und in diesem Moment – vermutlich – die rechts Bremswelle an seinem Lotus bricht. Der Wagen prallt in die Leitplanken, dreht sich mehrere Male, touchiert dabei mehrfach die Begrenzung und bleibt einige Meter neben der Leitplanke stehen. Der Lotus ist auseinandergebrochen, Rindts Beine ragen heraus. Noch im Rettungswagen verstirbt er; Ursache ist eine zerrissene Luftröhre und ein eingedrückter Brustkorb. Aus Angst, bei einem der damals häufigen Feuerunfälle nicht aus dem Rennwagen herauszukommen, hatte er den Sicherheitsgurt nicht korrekt angelegt und war beim heftigen Aufprall durch die Gurte gerutscht. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er bei fünf Siegen 45 Punkte. Keiner der Fahrer schaffte es, ihn in den verbliebenen Rennen noch einzuholen. Den Weltmeisterpokal nahm nach dem letzten Rennen seine Witwe Nina entgegen.

 

 

7/1970 - Opel bringt ein kleines, aber schickes Coupé auf den Markt. Gebaut wird es auf der Plattform des Opel Ascona, der zwei Monate später vorgestellt wird: Den Manta. Der Manta ist die Reaktion auf das Ford-Coupé Capri, der europäischen Version der amerikanischen "Pony-Cars". Er ähnelt dem Coke-Bottle-Design der Corvette Stingray ("Stachelrochen") und der Opel wurde folgerichtig mit dem Namen des Mantarochens belegt. Zielgruppe sind junge sportliche Männer. Das Grundmodell ist jedoch mit seinem 1,2-Liter-Motor und den 60 PS des Kadett B untermotorisiert, während der Manta GT/E mit 1,9-Liter-Motor und 90 PS mehr Fahrspaß bereitet. Bis 1975 wird der Manta A gebaut, es entstehen 498.553 Exemplare. Nach den Werksferien 1975 folgt der deutlich veränderte Manta B, wieder auf Basis des parallel vorgestellten Ascona B. Der Manta B wird bis 1988 gebaut. Dann endet die Manta-Ära und es folgt der Opel Calibra auf Basis des Vectra A.

 

 

 

Vor 40 Jahren

 

25.09.1980 – Die deutsche Road-Movie-Komödie „Theo gegen den Rest der Welt“ kommt in die bundesdeutschen Kinos. Marius Müller-Westernhagen spielt darin den Lastwagenfahrer Theo Gromberg aus Herne, der mit einem italienischen Freund Enno eine kleine Spedition betreibt. Ihr einziges Fahrzeug ist ein Volvo-Sattelschlepper. Auf dem Rückweg von einer Tour muss Theo völlig übermüdet eine kurze Pinkelpause einlegen. Diesen Moment nutzt ein Dieb, um den Volvo zu stehlen. Er springt in den Fiat 500 der Schweizer Kunststudentin Ines. Nachdem dieser überhetzt die Räder streckt, holt ihn Enzo mit einem geliehenen Peugeot 404 Kombi ab. Gemeinsam begeben sich die drei weiter auf die Suche nach dem gestohlenen LKW, der – wie Theo beichtet – auf der Rückfahrt illegale Ware geladen hat. Über Lüttich verfolgen sie die Spur über Mailand bis Marseille, orientieren können sich mittels einer kleinen Europakarte in Theos Taschenkalender. Warum Theo einen Finger verliert und ob sie den Volvo wiederbekommen – einfach mal den schrägen Film ansehen, der besonders vom Wortwitz Marius Müller-Westernhagens lebt. Dieser bekam für seine Rolle in Theo den Ernst-Lubitsch-Preis und den Jupiter als bester Darsteller. „Theo gegen den Rest der Welt“ der größte deutsche Filmerfolg der Jahre 1980/1981 mit mehr als drei Millionen Zuschauer.

 

 

 

Vor 20 Jahren

 

22.09.2000: Mit dem Einstellen seiner Produktion nach 28 Jahren Bauzeit wird der Fiat 126 ein historisches Automobil. Der Nachfolger des Fiat Nuova 500 bietet wie sein Vorgänger verhältnismäßig viel Innenraum trotz seiner kompakten Form. Die Form entsteht durch Zusammenarbeit von italienischen und polnischen Designern und folgerichtig wird der Fiat 126 von Polski Fiat zwischen 1975 und 2000 in Polen als 126p u.a. auch für den deutschen Markt gebaut. Der Fiat 126 wird von einem luftgekühlten Zweizylindermotor mit 594,5 ccm Hubraum angetrieben, die Leistung beträgt 23 PS. In Deutschland wird der Fiat 126 als „Bambino“ vermarktet. Ab Sommer 1987 gibt es den Fiat 126 BIS mit liegend eingebautem wassergekühltem Motor mit 704 ccm Hubraum und 26 PS. Der österreichische Fahrzeughersteller Steyr-Daimler-Puch baut seinen eigenen Zweizylinder-Boxermotor mit 643 ccm und 25 PS in von Fiat hergestellte Teilesätze und vermarkt die Fahrzeuge als Steyr-Puch. Mangels Nachfrage wird die Produktion 1974/1975 eingestellt. Auch in Jugoslawien läuft eine Lizenzversion vom Band, „Peglica“ (serbokroatisch für „Kleines Bügeleisen“) genannt.

 

 

 

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August 2020

 

Vor 120 Jahren

 

03.08.1900 – Im US-amerikanischen Akron (Ohio) gründet Harvey Samuel Firestone einen Betrieb zur Produktion von luftgefüllten Reifen. Mit 12 Mann startet das Unternehmen Firestone Tire & Rubber Company. Harvey Firestone stammt aus einer Einwandererfamilie, deren Vorfahren 1753 noch unter dem Namen Feuerstein aus dem damaligen deutschen Elsass in die USA auswanderte. Zunächst werden die Reifen für Fuhrwerke und Karren gefertigt, doch schnell stellt man die Produktion auf Autoreifen um. Durch persönliche und familiäre Verbindungen zu Ford gelingt es Firestone, Originalausrüster der Ford Motor Company zu werden und somit den ebenfalls in Akron ansässigen Konkurrenten Goodyear auszustechen. 1919 wird ein Zweigunternehmen und Hamilton, Ontario (Kanada) gegründet und 1926 macht Firestone die kleine Stadt Harbel im westafrikanischen Liberia zum Zentrum der größten Kautschukplantage der Welt. Schon bald kommt Kritik auf, dass Firestone dort Kinderarbeit und andere Menschenrechtsverletzungen zulässt, was von der Firma jedoch zurückgewiesen wird. Noch heute ist die Firestone-Plantage das größte Wirtschaftsunternehmen und der größte Arbeitgeber Liberias – neben den Eisenerz-Minen. Heute hat die Bridgestone Firestone, LLC ihren Sitz in Nashville, Tennessee und beschäftigt rund 23.000 Mitarbeiter.

 

 

Vor 80 Jahren

 

18.08.1940 – Im Alter von 65 Jahren verstirbt der US-amerikanischer Automobilpionier und Gründer der Chrysler Corporation Walter Percy Chrysler.  Der Sohn eines Lokomotivingenieurs wird 1910 Werksleiter bei Buick in Flint, Michigan, und im November 1912 Präsident von Buick. 1917 scheidet er bei Buick aus, wechselt zur Chase Manhatten Bank und soll in deren Auftrag die Willys Corporation sanieren.  Der nächste Job ist 1921 die Sanierung des Automobilproduzenten Maxwell. Dabei wird das Werk an den früheren GM-Chef Durant verkauft, während dieser kein Interesse an einem bereits entwickelten Sechszylinder-Prototyp hat.  Zusammen mit dem früheren Willys-Team entwickelt Chrysler das Fahrzeug zur Serienreife. Gebaut wird es in den ehemaligen Chalmers-Hallen unter dem Namen Chrysler. 1925 wird die Chrysler Corporation gegründet. Von 1928 bis 1930 lässt er für die Chrysler Corporation einen Wolkenkratzer in New York bauen. Das Chrysler-Buildung ist 319 Meter hoch und kurzfristig das höchste Gebäude der Welt. Doch nur bis 1931, dann entsteht das 62 Meter höhere Empire State Building. 1935 zieht Walter Chrysler sich aus dem Geschäftsleben zurück. Er gilt als der letzte Automobilpionier, der aus eigener Kraft einen Automobilkonzern gegründet und am Leben erhalten hat.

 

 

Vor 70 Jahren

 

26.08.1950 – In Lansing, Michigan, stirbt der US-amerikanische Automobilpionier Ransom Eli Olds, im Alter von 86 Jahren. 1897 gründet er die Olds Motor Vehicle Co. und die Olds Gasoline Engine Works, die zwei Jahre später zur Olds Motor Works fusionieren. Das von ihm gebaute Oldsmobile „Curved Dash“ ist das erste in Großserie gebaute und von einem Benzinmotor angetriebene Fahrzeug, das 1902 in den USA Marktführer wird. Dabei entwickelt Olds die erste Form der Fließfertigung, indem er die Fahrzeugkarosserie auf Holzgestelle mit Rädern setzt, die von einer Arbeitsstation zur nächsten gezogen wird. Doch schon 1904 verlässt Olds das von ihm gegründete Unternehmen und gründet erneut eine Automobilfirma, die Reo Motor Car Company. Während Olds Motor Works 1908 von General Motors übernommen wird, unter dem Namen Oldsmobile firmiert und 2004 komplett eingestellt wird, baut REO nur bis 1937 Pkw und bis 1954 Lkw. Dann wird REO mehrfach veräußert und 1975 endgültig eingestellt.

 

 

Vor 60 Jahren

 

08/2020 – Mit dem neuen Opel Rekord P2 bringt der Rüsselsheimer Automobilhersteller ein neues Mittelklassefahrzeug auf den Markt. Der Nachfolger des Opel Olympia Rekord (der mit Erscheinen des P2 nachträglich als Opel Rekord P1 bezeichnet wird) ist als zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine, zweitüriges Coupé, dreitüriger Kombi Caravan oder als dreitüriger Lieferwagen (ohne hintere Seitenfenster) erhältlich. Die Coupés werden zunächst bei Autenrieth in Darmstadt hergestellt, dort baut man Limousinen zu Coupés um. Ab 1961 werden sie direkt bei Opel im Stammwerk Rüsselsheim produziert. Auf Wunsch ist auch ein von Autenrieth oder Deutsch (Köln) gebautes Cabriolet erhältlich. Dieses wird nur 20 x gebaut, acht sollen noch existieren. Angetrieben wird der P2 wie schon der P1 von einem Reihen-Vierzylindermotor aus dem Opel Olympia von 1937. Es gibt ihn mit 1,5 Liter Hubraum und 50 PS oder mit 1,7 Liter und 55 PS, der 1700 L hat 60 PS. Bis zum Produktionsende im Februar 1963 laufen insgesamt 556.691 Opel P2 vom Band. Ihm folgt der Opel Rekord A.

 

01.08.1960 - Der VW Käfer hat jetzt 34 PS. Damit soll er den neuen und leistungsstärkeren Konkurrenten NSU Prinz, BMW 700, DKW Junior und Lloyd Araballa Paroli bieten. Außerdem wurde der Kofferraum vergrößert und es gibt jetzt Blinker, eine Scheibenwaschanlage, asymmetrisches Licht und ein Vollsynchrongetriebe.

 

 

Vor 50 Jahren

 

08/1970 - Den bis dahin technischen Höhepunkt der Käferentwicklung in Deutschland markiert das im August 1970 erschienene Modell 1302. Ein längerer Vorderwagen mit MacPherson-Federbeinen, im Kofferraumboden verborgen liegendes Reserverad, Schräglenkerhinterachse, die es bis dahin ausschließlich in den Automatik-Käfern gab, und ein 50-PS-Motor im S-Modell sind die Merkmale des 1302.

 

08/1970 - Produktionsbeginn des Karmann Ghia TC  (Typ 145) bei Karmann-Ghia do Brasil. Vom diesem Fließheck-Coupé mit dem großen 1600er-Boxermotor mit 54 PS und einem Fahrwerk vom Typ 3 entstehen in den nächsten fünf Jahren 18.119 Fahrzeuge - jedoch nur für den südamerikanischen Markt.

 

 

Vor 40 Jahren

 

22.08.1980 – Mit seinem Namen sind die größten Erfolge der Renngeschichte von Mercedes-Benz verbunden: Alfred Neubauer. Im Alter von 99 Jahren verstirbt Neubauer 1980 in Stuttgart. Nach Ende des Ersten Weltkriegs geht er zum österreichischen Automobilhersteller Austro-Daimler, wo ihn Ferdinand Porsche 1920 zum Leiter der Einfahr-Abteilung ernennt. Ab 1922 fährt, jedoch recht erfolglos, selbst Rennen. 1923 wechselt er zusammen mit Porsche zur Daimler-Motoren-Gesellschaft. Dort erfindet er mangels eigenem Talents den Posten des Rennleiters. Die mittlerweile zu Daimler-Benz fusionierte Firma macht mit den Mercedes-SS- und SSK-Rennwagen auf den internationalen Rennstrecken Furore, dann kommt die Ära der legendären Silberpfeile. Zusammen mit den Wagen der Auto Union dominieren die Stuttgarter Rennwagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt eine neue Ära und wieder dominiert Mercedes-Benz unter Alfred Neubauer auf den Rennstrecken der neuen Formel 1 und bei Langstreckenrennen wie der Mille Miglia. Doch nach der Katastrophe von Le Mans 1955, bei der ein Mercedes-Benz 300 SL unverschuldet in die Zuschauer geschleudert wird und 84 Menschen sterben, zieht Mercedes-Benz seine Fahrzeuge zurück. Alfred Neubauer geht in Rente, sein Nachfolger wird der frühere Rennfahrer Karl Kling.

 

 

Vor 30 Jahren

 

 

8/1990 – Mit dem neuen Volkswagen T4 geht auch im Volkswagenwerk Hannover nach 34 Jahren beim VW Transporter die Ära des Heckmotors und Hinterradantriebs zu Ende. Der T4 ist der erste Transporter von VW, den es mit zwei verschiedenen Karosserielängen und Radständen gibt. Angetrieben wird er von einem vorne quer eingebauten Reihenmotor. Der neue Frontantrieb ermöglicht nun eine durchgehende Ladefläche. Es gibt den T4 als Kleinbus, Kastenwagen und Pritschenwagen, besonders beliebt ist er als Multivan. Dieser bietet eine komfortable Innenausstattung mit Klapptisch, Bett und Einzelsitzen in der zweiten Reihe. Dazu kommen noch zahlreiche weitere Ausstattungsvarianten wie die Reisemobile California (Coach), Carthago oder die Modelle Gipsy, Cheetah und der ebenfalls sehr erfolgreiche Colorado 580 H von Karmann. Ab 1993 ist der T4 als Syncro mit Allradantrieb erhältlich. Ob Handwerker, Behörde, die Familie oder die Polizei und Rettungsdienste – der T4 wurde überall eingesetzt. Im Gegensatz zu früheren VW Transportern gibt es eine Vielzahl von Motorvarianten, vom 1,8 Liter-Benziner (67 PS) über den 2,5 TDI-Diesel bis zum 2,8 Liter VR6 mit 204 PS. Gebaut wird der T4 von 1990 bis 2003.

 

 

 

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Juli 2020

 

 

Vor 120 Jahren

 

07/1900 - Ab Köln-Ehrenfeld entsteht  der erste Wagen (Modell 1") der von August Horch und Salli Herz im Jahr zuvor gegründeten Firma A. Horch & Cie. Im Januar 1901 wird das Automobil mit einer spektakulären, jedoch nicht ganz pannenfreien Jungfernfahrt in Köln vorgestellt. Eine Expansion des Betriebes stößt in dieser Zeit auf räumliche und finanzielle Grenzen und nach dem Einstieg weiterer Geschäftspartner verlegt Horch seine Firma im März 1901 nach Reichenbach im Voigtland  und schon 1903 weiter nach Zwickau.

 

29.07.1900 - Der Frankfurter Automobilclub von 1899 - der spätere AVD Automobilclub von Deutschland - veranstaltet auf der Galopprennbahn in Niederrad das erste Automobil Bahnrennen. Es ist hierzulande die erste Automobil-Wettfahrt auf einer Rundstrecke. Im April 2017 rollen die Bagger an, die Galopprennbahn muss der DFB-Akademie weichen. Die Sieger des Rennens sind übrigens Lemercier auf de Dietrich, Freiherr von Liebig auf Nesselsdorf und Tischbein auf de Dietrich.

 

27.07.1900 - Ralph Roese wird im niederbergischen Mettmann geboren.  Nach einer Ausbildung zum Kaufmann im elterlichen Schlosserbetrieb zieht er nach Düsseldorf. Schon früh gilt seine Leidenschaft dem Motorsport. In den 20er Jahren beginnt seine Karriere zunächst auf BMW-Motorrädern, später in Sportwagen der Bayerischen Motorenwerke. 1931 und 1932 wird er jeweils Deutscher Motorrad-Straßenmeister in der Klasse bis 1000 ccm. Als Werksfahrer auf BMW und Privatfahrer auf BMW und Veritas fährt er bei allen großen Rennen in Deutschland und Europa. Am 10.07.1938 erring Ralph Rose mit dem dritten Gesamtrang bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps auf BMW 328 seinen ersten international bedeutenden Erfolg. 1939 wird er Deutscher Rennwagenmeister in der Klasse bis 1500 ccm in einem speziell hergerichteten BMW 315/1 Sport in Leichtbauweise. Im gleichen Jahr rundet sein 7. Gesamtrang bei den 24 Stunden von Le Mans in einem BMW 328 ein erfolgreiches Jahr ab. Ein Jahr später erreicht er zusammen mit Adolf Brudes den dritten Gesamtplatz bei der Mille Miglia auf einem BMW MM Roadster. Nach dem Zweiten Weltkrieg startet er im Mai 1948 auf dem Hockenheimring und belegt mit einem 2-Liter-Veritas RS-BMW Platz 3. In diesem Jahr wird er Vizemeister in der deutschen Sportwagenmeisterschaft bis 2 Liter Hubraum. Am 8. Februar 1950 befindet er sich zusammen mit drei Rennfahrer-Kollegen auf einer Fahrt zur Produktionsstätte der Veritas-Rennfahrzeuge. In einem Baustellenbereich auf der heutigen A3 bei Neuwied verliert die Fahrer eines entgegenkommenden Pkw die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidiert frontal mit dem Wagen der Rennfahrer. Mitgeführte Benzinkanister fangen Feuer, alle Insassen des Wagens verbrennen. Unter großer Anteilnahme wird Adolf Ralph Rose zusammen mit seinem ebenfalls bei dem Unfall verstorbenen Freund und Sportkollegen Heinz Müller in Düsseldorf beerdigt.

 

 

Vor 80 Jahren

 

01.07.1940 – Die mit dem Reichsgesetz vom 7. November 1939 beschlossene Kfz-Haftpflichtversicherung tritt in Kraft - "um den Schutz der Verkehrsopfer wirksamer zu gestalten", wie es in seiner Einleitung heißt. Mittlerweile sind damals rund vier Millionen Autos zugelassen. Als Carl Benz 1886 zum ersten Mal mit seinem Motorwagen durch Mannheim fährt, denkt wohl kaum jemand an die Risiken des neuen Gefährts. Die Haftpflicht des Automobilisten ist noch kein Thema, geschweige denn eine entsprechende Versicherung. In den nächsten 20 Jahren setzt sich jedoch das Auto als Verkehrsmittel mehr und mehr durch. 1907 gibt es im Deutschen Kaiserreich rund 27.000 Automobile, 1913 sind es bereits 60.000 Personenwagen. Gleichzeitig steigt die Unfallgefahr. Bereits 1909 wird per Gesetz die sogenannte Gefährdungshaftung für Kraftfahrzeughalter eingeführt. Auf dieser Grundlage kann ein Autohalter auch dann in Anspruch genommen werden, wenn er mit seinem Wagen schuldlos einen Schaden verursacht hat. Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung ist Fahrzeughaltern in Deutschland allerdings lange Zeit freigestellt - im Unterschied zu anderen Staaten. Nur deutsche Fahrlehrer (ab 1933), Personenbeförderer (ab 1934) und Fernlastwagenfahrer (ab 1935) sind zum Abschluss verpflichtet. In der Zeit des Nationalsozialismus lehnt das Reichsverkehrsministerium einen Versicherungszwang zunächst ab. Das ändert sich erst 1938 mit dem sogenannten Anschluss Österreichs, wo eine Pflichtversicherung schon 1929 eingeführt wurde.

 

 

Vor 70 Jahren

 

07/1950 – Die Serienproduktion der im November 1949 in einer Vorserie vorgestellten Cabriolimousine Superior 600 beginnt im Gudbrod-Werk Calw. Den Kleinwagen gibt es als Cabriolimousine und als Kombi, angetrieben wird er von einem wassergekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 593 ccm Hubraum und 20-22 PS, als 700 Luxus (ab 1952) mit 663 ccm und 26 PS. Unter Leitung von Hans Scherenberg entwickelt Gutbod zur gleichen Zeit wie Goliath eine mechanische Benzindirekteinspritzung. Beide Hersteller zeigen ihre Modelle mit Einspritzung 1951 auf der IAA in Frankfurt und gelten als weltweit erste Anbieter serienmäßig hergestellter Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung. Zur Popularität des Superior trägt der Motorsport bei. Unter anderem starten zwei dieser kleinen Seriensportwagen beim ADAC-1000-km-Rennen 1953 auf dem Nürburgring in einem Feld von 51 meist wesentlich leistungsstärkeren Fahrzeugen. Beide Gutbrod halten durch und belegen zwar als Letzte mit 37 von 44 Runden und 843,6 gefahrenen Kilometern die Plätze 26 und 27, beweisen damit aber ihre Zuverlässigkeit. Das Standardmodell des Superior 600 wird bis April 1954 angeboten, während ein auf der Frankfurter Frühjahrsmesse 1950 ebenfalls vorgestelltes Cabriolet kein Interesse findet. Wenig erfolgreich ist auch ein „Superior-Sport“, ein knapp 8000 DM teurer Roadster mit Wendler-Karosserie, von dem 1951/52 zwölf Stück gebaut werden. Von einer für 1954 angekündigten viersitzigen Limousine entstehen nur noch zwei Prototypen. Im April 1954 muss die Fertigung der Gutbrod-Pkws wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt werden. Das Werk Calw wird zusammen mit dem Werk in Plochingen an Bauknecht verkauft. In knapp vier Jahren entstehen 6.860 Cabriolimousinen und 866 Kombis.

 

 

Vor 50 Jahren

 

01.07.1970 - Ab diesem Datum müssen alle  Pkw, Kombiwagen, land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge Arbeitsmaschinen und sonstige Kraftfahrzeuge ein Warndreick mit sich führen. Bei neu zugelassene Fahrzeuge gilt diese Regelung bereits seit dem 01.07.1969.

 

 7/1970 - In Houthalen in der  Provinz Limburg wird das erste Automobilmuseum in Belgien eröffnet: Das Provinciaal Automuseum van Houthalen. Grundlage ist die Sammlung von Ghislain Mahy, der zum damaligen Zeitpunkt rund 950 Fahrzeuge besitzt. 1983 wird das Museum aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und von der Familie unter der Geschäftsleitung von Ivan Mahy (dem Sohn Ghislain Mahys) wieder eröffnet und in die Gewinnzone gebracht. 1986 zieht das "Musee Communal de l'Automobile Mahymobiles" nach Brüssel um und zeigt bis heute rund 200 Fahrzeuge. 2000 eröffnet zusätzlich in einer früheren Textilfabrik ein Museum in Leute-en-Hainot und zeigt dort mehr als 300 weitere Fahrzeuge.

 

 

Vor 30 Jahren

 

 

27.07.1990 - Im portugiesischen Citroen-Werk Mangualde läuft der 5.114.961 Citroen 2CV vom Band - es ist gleichzeitig auch die letzte produzierte "Ente". Insgesamt beträgt die Bauzeit stolze 42 Jahre, denn das legendäre Fahrzeug wurde bereits 1948 auf dem Pariser Autosalon präsentiert. Der Ur-Entwurf des Toute Petite Voiture stammt schon aus dem Jahr 1939, doch bedingt durch den Zweiten Weltkrieg kommt die "Ente" erst neun Jahre später auf den Markt.

 

 

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Juni 2020

 

 

Vor 120 Jahren

 

14.06.1900 - Der Gordon Bennett Cup mit dem offiziellen Titel I Coupe Internationale wird am 14. Juni 1900 auf öffentlichen Straßen zwischen Paris und Lyon in Frankreich ausgetragen. Es ist der erste Preis, der für den Motorsport auf internationaler Ebene vergeben wird. Die 568,66 km lange Strecke startet in Paris und führt nach Südwesten bis nach Châteaudun. Die Route führt anschließend in südöstlicher Richtung über Orléans , Nevers und Roanne bis zum Ziel in Lyon. Den vier Nationen, die an den Start gehen wollen, wird jeweils eine Farbe zugewiesen, mit der die Autos ihrer Vertreter lackiert werden. Diese sind blau für Frankreich, gelb für Belgien, weiß für Deutschland und rot für die USA. Gewonnen wird das Rennen von Fernand Charron gewonnen. Auf einem Panhard vertritt er Frankreich. Als einziger weiterer Fahrer kommt Léonce Girardot ins Ziel, ebenfalls auf einem Panhard. Die drei anderen Fahrer, ein Franzose, ein Belgier und ein US-Amerikaner scheiden unterwegs aus. Bis dahin bestand der Automobilrennsport aus Rennen von Stadt zu Stadt, die von verschiedenen nationalen Automobilclubs organisiert wurden. Initiiert wird der Gordon Bennett Cup vom amerikanischen Millionär James Gordon Bennett Jr..mit der Absicht, die Automobilindustrie durch Sport international zu fördern. Zu den Grundsätzen des Wettbewerbs gehört, dass jedes Land auf drei Einsendungen beschränkt ist, dass das Rennen zur Ermittlung des Pokalsiegers zwischen 550 und 650 Kilometer und das Rennen jährlich zwischen dem 15. Mai und dem 15. August stattfinden soll.

 

 

Vor 110 Jahren

 

24.06.1910 - Das Stammwerk von Alfa Romeo im Bezirk Portello von Mailand entstand bereits 1906 als weiteres Automobilwerk des französischen Unternehmers Alexandre Darracq und Sitz seiner italienischen Niederlassung Società Anonima Italiana Darracq. Alexandre Darracq behielt die besten Teile aber der Produktion in Frankreich vor, was zu großen Problemen in Italien führte. 1909 übernehmen daher die an der Niederlassung beteiligten Geschäftsleute aus der Region die Aktienmehrheit und veranlassen die Entwicklung eigener Automobile. Konstrukteur wird Giuseppe Merosi, den Geschäftsführer Ugo Stella von Bianchi abwarb. Am 24. Juni 1910 ändern die Unternehmer aus der Lombardei die Firma der Gesellschaft in Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili (wörtlich übersetzt „Aktiengesellschaft Lombardische Automobilfabrik“) und wählen A.L.F.A. als ihre Kurzbezeichnung. Dieses Ereignis gilt heute als der offizielle Gründungszeitpunkt. Im selben Jahr bringt das Unternehmen mit dem Modell 24 HP die erste Konstruktion von Merosi auf den Markt, am Kühlergrill den Markennamen Alfa. Mit zwei Alfa 24 HP startet A.L.F.A. im folgenden Jahr bei der Targa Florio im Mai 1911.

 

 

Vor 50 Jahren

 

17.06.1970 - Ein Geländewagen ist robust, stark, nicht formschön und völlig frei von jeglichem Komfort - so die Beschreibung für Geländewagen bis zum Januar 1970. Dann wird der britische Range Rover vorgestellt. Er sieht gut aus, besitzt Luxus und Komfort und eine volle Straßentauglichkeit. Mit seinem permanenten Allradantrieb und dem 3,5-Liter-V8-Motor kommt man gut durch's Gelände und ist gleichzeitig ideales Transportmittel für den Theater-Besuch. Gebaut wird der Begründer der SUV-Klasse zunächst nur als Dreitürer, erst ab 1980 wird von Monteverdi und ab 1981 direkt von Range Rover eine Fünftürer-Version produziert. Im Gegensatz zu den heutigen Prestige-SUV ist der Range Rover auch tatsächlich geländegängig. 1979 gewinnt ein Range Rover die erste Rallye Paris-Dakar. Bis 1995 wird die erste Generation gebaut. Nach Übernahmen von BMW (1994) und Ford (2000) gehört Jaguar Land Rover seit 2008 zu Tata Motors.

 

 

Vor 40 Jahren

 

16.06.1980 – In Chicago feiert ein Kinofilm Premiere, der heute besonders in Europa Kultstatus hat: Blues Brothers. Der Film ist eine Mischung zwischen Roadmovie, Komödie und Musikfilm. Im Mittelpunkt stehen die Brüder Jake Blues (John Belushi) – frisch aus dem Staatsgefängnis entlassen – und Elwood Blues (Dan Aykroyd).  Als sie erfahren, dass das Waisenhaus, in dem sie aufwuchsen, aufgrund von Steuerschulden geschlossen werden soll, versuchen sie, das Geld aufzutreiben. Dies soll gelingen, in dem sie ihre alte Band zusammenzubringen, um mit einem Konzert die benötigten 5000 Dollar einzuspielen. Mit ihrem 1974 Dodge Monaco, einem ehemaligen Polizeifahrzeug, machen sie sich auf den Weg. In verschiedenen Rollen begegnen ihnen dabei geniale und mittlerweile weitestgehend verstorbene Musiker wie die Blues- und Soullegenden Aretha Franklin, John Lee Hooker, Ray Charles oder James Brown. Gejagt werden sie von der Polizei, üblen Nazis, einer Countryband und einer von Carry Fischer gespielten Ex-Freundin von Jake Blues. Die Verfolgungsjagten in einem Einkaufszentrum oder in Chicago sind legendär, ebenso der hervorragende Soundtrack. Das Lexikon des internationalen Films: „Ungewöhnliche Mischung aus Musik- und Actionfilm, die durch überdrehte Ausgelassenheit, eine unbändige Zerstörungswut, zündende Musiknummern und urige Hauptdarsteller gekennzeichnet ist.“ Der Film „Blues Brothers“ ist mein absoluter Lieblingsfilm, den ich mir immer wieder ansehen kann, dicht gefolgt von „Das Leben des Brian“. Aber der Film hat mit Autos nichts zu tun…

 

 

Vor 20 Jahren

 

 

24.06.2000 - In Marburg wird das 1. Deutsche Polizeioldtimer-Museum eröffnet. Hier werden Polizei-Fahrzeuge aus mehreren Jahrzehnten deutscher Polizeigeschichte ausgestellt. Dazu gehören Polizeimotorräder, Streifenwagen, gepanzerte Sonderwagen, Wasserwerfer und schwere Fahrzeuge aus dem Polizeidienst.

 

 

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Mai 2020

 

 

Vor 120 Jahren

 

25.05.1900 – In Nürnberg wird der Allgemeine Schnauferl-Club e. V. (ASC). Derzeit hat der ASC etwa 1.500 Mitglieder und beschäftigt sich mit der Pflege und Tradition rund um Oldtimer-Fahrzeuge. Der ASC ist Mitbegründer und Mitglied des Oldtimer-Weltverbandes Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA).

 

 

Vor 70 Jahren

 

09.05.1950 - In Barcelona wird die Sociedad Espanola de Automoviles de Turismo S.A. (SEAT) durch die Institution Nacional de Industria gegründet. Gleichzeitig wird der Grundstein für das erste SEAT-Werk in Barcelona gelegt, das am 05.06.1953 eröffnet wird. Überwiegend verkauft das Staatsunternehmen seine Fahrzeuge, ausschließlich in Lizenz von Fiat, auf dem durch hohe Importzölle geschützten heimischen Markt. Lizenzvereinbarungen mit Fiat sorgen für Exportbeschränkungen. Erst zu Beginn der 70er Jahre beginnt ein nennenswerter Export, überwiegend in die Benelux-Staaten und nach Finnland. Anfang der 80er löst man sich vom Lizenzgeber Fiat und schließt 1982 ein Produktions- und Wirtschaftsabkommen mit Volkswagen. Der VW-Konzern hat schnell eine 75%-Beteiligung an SEAT .

 

 

Vor 60 Jahren

 

28.05.1960 – In Japan erscheint der erste PKW von Mazda auf dem Markt: ein kleines Coupé namens Mazda R360. Im Oktober 1960 wird durch Tsuneji Matsuda (Adoptivsohn des Firmengründers und Präsident von Mazda von 1951 bis 1970) ein Lizenzvertrag mit dem deutschen Unternehmen NSU zur Nutzung und Weiterentwicklung von Wankelmotoren geschlossen. Dieser wird im Juli 1961 von der japanischen Regierung genehmigt. Ab 1967 wird der Mazda 110 S Cosmo mit Zweischeiben-Wankelmotor produziert.

 

 

Vor 50 Jahren

 

05/1970 - In Großbritannien beginnt die Produktion der Krimi-Serie "The Persuaders!". In Deutschland wird sie unter dem Namen "Die Zwei" ausgestrahlt. Hauptdarsteller sind Roger Moore alias Lord Brett Sinclair und Tony Curtis alias Danny Wilde. Die Serie floppt in den USA, erreicht jedoch in Deutschland aufgrund der hervorragenden, vom Original erheblich abweichenden Übersetzung Kultstatus. Erst als die deutsche Übersetzung ins englische zurückübersetzt wird, hat sie auch in den USA Erfolg. Neben den beiden Protagonisten gibt es noch zwei weitere Hauptdarsteller: Die beiden Fahrzeuge der Helden. Seine Lordschaft Brett Sinclar fährt einen  "bahamagelben" Aston Martin DBS mit dem Kennzeichen "BS 1" und Danny Wilde steuert einen roten Ferrari Dino  246 mit dem Original-Kennzeichen 221 400 MO der Provinz Modena. Da die erste Staffel in den USA zunächst keinen Erfolg hat, wurde die Serie nicht weiter gedreht.

 

 

Vor 30 Jahren

 

5/1990 - Mit dem "IFA Trabant 1.1" kommt das letzte Automodell der DDR auf den Markt. Die Karosserie ist nicht neu, die Plastikkarosserie stammt aus dem Jahr 1964. Neu ist der Motor - er stammt von VW. Der Vertrag mit dem damaligen "Klassenfeind" zum Lizenzbau des 1,1- und 1,3-Liter-Viertaktmotors wurde bereits 1984 geschlossen. Doch mit dem Mauerfall und der Vereinigung der beiden deutschen Jahren kommt das Aus für den letzten Trabbi recht schnell. Den Westautos ist er in jeder Hinsicht unterlegen und am 30.04.1991 endet die Produktion. In seinem letzten Jahr werden 39.474 Trabant 1.1 gebaut.

 

 

Vor 20 Jahren

 

31.05.2000 – Die  Autostadt als dezentrales Projekt der Expo 2000 in Hannover wird im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel und dem Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch eröffnet. Ab dem darauffolgenden Tag ist die Autostadt für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kosten der Autostadt mit seinen Markenpavillons und dem ZeitHaus belaufen sich auf rund 430 Millionen Euro. Das ZeitHaus zeigt klassische Automobile von den Anfängen gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Darunter befindet sich unter anderem ein Nachbau des Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1886. sowie der extrem seltene Bugatti Atlantic, von dem weltweit nur zwei Exemplare existieren, als Nachbildung. Es werden nicht nur Modelle des VW-Konzerns gezeigt, sondern auch Fahrzeuge anderer Automarken – insgesamt 250 Meilensteine der Automobilität von über 60 Marken.

 

 

Vor 10 Jahren

 

 

5/2010 - Für einen Rekord sorgt ein Bugatti Typ 57 SC Atlantic von 1936 bei einer Auktion im kalifornischen Pebble Beach mit einem Erlös von rund 30 bis 40 Millionen US-Dollar - genauere Angaben macht Auktionator über den anonymen Kauf nicht.

 

 

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April 2020

 

Vor 120 Jahren

 

08.04.1900 – In Pforzheim wird der spätere Automobilrennfahrer und Kaufmann Adolf Rosenberger geboren. In den 20er Jahren tritt er als Privatfahrer mit legendären Rennwagen wie dem Benz-Tropfenwagen und dem Mercedes-Benz SSK an und zählt mit 23 Jahren zu den erfolgreichsten Rennfahrern Europas. Er gewinnt u.a. das Stuttgarter Solitude-Rennen, den Kasseler Herkules-Bergpreis (1925-1927) und das Klausenrennen, es galt als schwierigstes Bergrennen jener Zeit. 1926 kommt es beim Großen Preis von Deutschland auf der Berliner AVUS zu einem tragischen Unfall. Bei einem Überholversuch verliert Rosenberger die Kontrolle über sein Fahrzeug und rast in das Zeitnehmerhäuschen. Rosenberger und sein Beifahrer überleben verletzt, jedoch werden zwei Studenten im Zeitnehmerhäuschen und der Schildermaler an der Rundentafel tödlich verletzt. Als Freund von Ferdinand Porsche wird Rosenberger 1930 als Mitbegründer Teilhaber und kaufmännischer Direktor der Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH. Seine Erfahrungen mit dem mit einem Mittelmotor ausgestatteten Ben-Tropfenwagen fließen in die Porsche-Entwicklung des Auto-Union-Rennwagens ein. Am 30.01.1933 scheidet er – angeblich - als Geschäftsführer aufgrund einer unzureichenden Ertragslage aus, kann für seine Nachfolge Hans von Veyder-Malberg gewinnen, einen österreichischen Automobilpionier. Am 30.07.1935 tritt er seine zehnprozentigen Gesellschafteranteile der Porsche GmbH zum Nominalwert an Ferry Porsche ab. Dokumente aus seiner Hinterlassenschaft belegen jedoch eine andere Sichtweise. An seine Anwälte schrieb er nach dem Zweiten Weltkrieg: „Es wurde mir vorgehalten, dass ein Wimpel… als judenreiner Betrieb nicht gegeben würde, solange ich Geschäftsführer bin. (…) Ich unterstelle den Herren Porsche und Piӓch zumindest keinen persönlichen Antisemitismus. Wie jedoch bereits geschildert, haben sie sich meiner Mitgliedschaft als Jude bedient, um mich billig los zu werden.“ 1935 wird Adolf Rosenberger als Jude wegen „Rassenschande“ verhaftet und wenige Tage später in das Konzentrationslager Kislau eingewiesen. Vier Tage später wird er entlassen. Im November 1935 verlegt er seinen Hauptwohnsitz nach Paris, 1938 emigriert er in die USA, ändert seinen Namen auf Alan Arthur Robert und baut sich in Kalifornien eine neue Existenz auf. Nach dem Krieg einigt er sich mit Porsche auf eine Abfindung in Höhe von 50.000 Mark und ein Auto für die Wegnahme seiner Anteile zum Nominalwert und des Gesellschafterdarlehens in Höhe von 80.000 Reichsmark. Adolf Rosenberger bzw. Alan Arthur Robert stirbt im Jahr 1967. Seine Urne sowie die seiner Frau sind auf dem jüdischen Friedhof in New York beigesetzt.

 

23.04.1900 - Mehr als 60 pferdelose Kutschen verlassen London und holpern auf alten Kutschstraßen Richtung Bristol. Von dort aus geht es weiter nach Edinburgh und wieder zurück in die britische Hauptstadt, Der "1000 Mile Trail" ist das erste Automobilrennen Großbritanniens, mehr noch eine Demonstration des Potentials des Automobils, Nach drei Wochen Schlamm, platten Reifen und Gefahren, unterbrochen von Champagnerfrühstücken und herzhaften Diners, erreichen bemerkenswerte 46 Teilnehmer das Ziel. Charles Royce, der spätere Mitbegründer von Rolls-Royce, fährt einen Panhard, der als bestes Automobil ausgezeichnet wird.

 

 

Vor 100 Jahren

 

14.04.1920 -  Ernest Walker erringt in Daytona mit einer Indian-Bahnrennmaschine den offiziellen Geschwindigkeitsrekord für Motorräder über eine Meile mit einer Geschwindigkeit von 167,670 km/h. Das Motorrad verfügt über einen 998 ccm großen Motor.

 

 

Vor 90 Jahren

 

01.04.1930 - In Deutschland werden Autoreisezüge als Auto-Gepäck-Verkehr von der Deutschen Reichsbahn eingeführt. Dabei wird das Automobil aufgegeben und in einem separaten Zug auf herkömmlichen Flachwagen oder Rungenwagen zum Zielbahnhof befördert. In den 1940er Jahren werden Pläne für doppelstöckige, geschlossene Autotransportwagen entwickelt, die aufgrund des Zweiten Weltkrieges nicht mehr umgesetzt werden. Die Idee an sich ist jedoch bereits deutlich älter. Bereits zu Beginn des Eisenbahnzeitalters gab es Ideen, Kutschen direkt auf Bahnwagons zu verladen, um das Umsteigen am Bahnhof einzusparen; eine Idee, die sich aber nicht durchsetzte.

 

 

Vor 70 Jahren

 

 

28.04.1950 - Der VW Käfer ist jetzt mit einem großen Falt-Schiebedach zu erhalten.

 

 

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März 2020

 

 

Vor 120 Jahren

 

06.03.1900 – Im Alter von 65 Jahren stirbt der Ingenieur, Konstrukteur und Industrielle Gottlieb Daimler in Canstatt bei Stuttgart. Nach Realschule und Ausbildung zum Büchsenmacher arbeitet er zunächst in einem elsässischen Maschinenbau-unternehmen. 1857 beginnt er ein Studium an der Polytechnischen Universität in Stuttgart. 1965 wird ihm die Leitung der Bruderhaus-Maschinenfabrik in Reutlingen übertragen. Dort trifft er auf Wilhelm Maybach. Vier Jahre später übernimmt Daimler den Vorstand der Werkstätten der Karlsruher Maschinenbaugesellschaft, Maybach folgt ihm als technischer Zeichner. Weitere drei Jahre später wechseln beide zur Gasmotorenfabrik Deutz, wo ihm Nikolaus Otto die Leitung der Werkstätten überträgt. Hier bringt Maybach unter Daimlers Leitung einen von Otto entwickelten Viertaktmotor zur Serienreife. 1975 meldet Daimler einen verbesserten Gasmotor in den USA zum Patent an.  1882 verlässt Daimler Deutz und gründet in Canstatt eine Versuchswerkstatt. Ein Jahr später meldet er mit dem bei ihm angestellten Maybach einen gemeinsam entwickelten, revolutionär verbesserten Einzylinderviertaktmotor ab. Am 03.04.1985 erhält Daimler das Reichspatent Nr. 34926 auf seine Kraftmaschine, die als Standuhr in die Technikgeschichte eingeht. 1855 konstruieren Daimler und Maybach den Reitwagen, das erste Motorrad mit Ottomotor. Im Oktober 1886 bauen sie den Motor der Standuhr in eine Kutsche ein – der erste Daimler-Wagen (1 ½ PS). Es folgen der Einbau eines Motors in eine Straßenbahn und eine Draisine (mit Zweizylinder-V-Motor). 1889 wird ein von Maybach konstruierter Motorwagen auf der Pariser Weltausstellung präsentiert: Das „Motor-Quadicycle“, das erste von Daimler und Maybach komplett eigenständige Fahrzeug mit einer Leistung von 1,5 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 18 km/h. In einer neuen Fabrik entsteht das erste Luftschiff, ein Gasballon mit Motor. 1890 gründet Daimler die Daimler-Motoren-Gesellschaft, aus der Daimler 1893 nach einem Streit mit Mitgesellschafter Lorenz austritt. Ein Jahr zuvor hatte er mit Maybach den ersten Zweizylinder-Reihenmotor entwickelt. 1894/95 wird nach dem Einstieg des britischen Industriellen Simms Daimler wieder Anteilseigner und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DMG.  1899 lässt er von Maybach einen Rennwagen bauen, der nach der Tochter des österreichischen Kaufmans und Industriellen Jellinek „Mercedes“ genannt wird. 1900 stirbt Gottlieb Daimler. 1926 wird die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der Firma Ben & Cie. Von Carl Benz zur Daimler-Benz AG verschmolzen.

 

 

Vor 110 Jahren

 

17.03.1910 - Der Veranstaltungsmanager Ernie Moross erfährt von der Ankunft des Rekordfahrzeugs Benz 200 PS beim Benz-Importeur Jesse Froehlich in New York und handelt mit ihm ein Tauschgeschäft aus: Er gibt seinen Grand-Prix-Benz 150 PS in Zahlung, legt noch 6000 Dollar drauf und wird Besitzer des Benz 200 PS. Dem Geschäftsmann fällt auch gleich ein werbewirksamer Name ein: Weil das Auto schnell wie der Blitz (Englisch: Lightning) zu sein scheint, nennt er ihn „Lightning Benz“. Dieser Name wird auch auflackiert. Sein Fahrer Barney Oldfield tritt ohne spezielle Vorbereitung am 17.03.1910 am Strand von Daytona (Florida) zum Rekordversuch an und erreicht auf Anhieb eine neue Spitzenmarke von 211,97 km/h. Doch die Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus (AIACR), das höchste Aufsichtsgremium des Automobilsports und Vorläuferorganisation der heutigen Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) erkennt den Rekord nicht an. Entgegen der Wettbewerbs-bestimmungen hätte der Benz die Distanz auch in Gegenrichtung durchfahren müssen und dann das Mittel aus beiden Läufen feststellen müssen. Im Gegensatz dazu erkennt die American Automobile Association den Rekord offiziell an und der am 25.07.1910 veröffentlichte Brief von Baron R. de Vrière (Präsident der Sportkommission) bestätigt seinen Bestand. Offiziell entstehen bis 1913 noch fünf weitere Benz 200 PS. Aus noch vorhandenen Teilen wird 1935 ein weitere Benz 200 PS gebaut.

 

 

Vor 90 Jahren

 

13.03.1930 – Ein Wettrennen der besonderen Art findet auf der Strecke Cannes – Calais statt. Woolf Barnato, vermögender Diamantenhändler, Rennfahrer und mehrfacher Le Mans-Sieger, will seinem Freund Dale Bourne beweisen, dass das Automobil die Eisenbahn als schnellstes Verkehrsmittel abgelöst hat. Dies führt zu einem Wettrennen zwischen Barnato mit seinem Bentley 6,5-Liter „Speed Six“ mit einem normalen Sallon-Aufbau von H. J. Mulliner und dem Calais-Méditeranée-Express, dem auch unter dem Namen Train Bleu bekannten Luxuszug. Am Abend des 13.03.1930 fährt der Zug in Cannes los. Gerüchten zufolge trinken Barnato und Bourne noch entspannt ihre Drinks aus, als sie die Nachrocht von der Abfahrt erfahren. Dann starten sie mit dem Bentley, vollgepackt mit Benzinkanistern. Auf der Strecke hat Barnato dafür gesorgt, dass in Lyon die Zapfsäule einer Werkstatt in der Nacht besetzt ist, um vier Uhr morgens erwartet ihn in Auxerre ein Tankwagen. Doch aufgrund des Gewichts mit den vollen Tanks ist der Wagen sehr schwer, Barnato kann nur maximal 130 km/h fahren. Zusätzlich regnet es stark und sie Sicht ist eingeschränkt. In Auxerre müssen sie den Tankwagen suchen, der Fahrer hat nicht an der verabredeten Stelle geparkt. Kurz vor Paris löst Bourne Barnato am Steuer für ein paar Stunden ab. Um 10:30 Uhr erreichen sie Boulogne und sichern sich einen vorderen Platz auf dem Frachtschiff nach Folkstone. Um 15:24 Uhr erreicht der „Train Bleu“ Calais – vier Minuten nachdem Barnato aus seinem Bentley ausgestiegen ist – direkt vor seinem Club in London. Die Franzosen empfinden die Niederlage als Schmach – Bentley wird vom Pariser Autosalon im Herbst 1930 wieder ausgeladen.

 

 

Vor 70 Jahren

 

04.03.1950 - Anlässlich der Produktion des 100.000. Volkswagen nach dem Krieg wird für die Beschäftigten der Volkswagenwerk GmbH eine jährliche Sonderzahlung von bis zu 120 DM eingeführt. Die Erfolgsprämie wird 1954 auf 4 Prozent des Brutto-jahresverdienstes erhöht.

 

08.03.1950 - In Wolfsburg beginnt die Serienproduktion des VW Typ 2 T1, des Transporters, mit 10 Wagen pro Tag. Der Preis liegt zu Beginn bei 5.850 DM, knapp 150 DM über dem Preis eines vollausgestatteten Käfers. Es gibt ihn als Kleinbus, Kasten- und Pritschenwagen. Ab 1956 erfolgt die Produktion im neuen Transporterwerk Hannover. Insgesamt werden rund 1,8 Millionen T1 hergestellt. 1967 wird der T1 durch den T2 abgelöst.  Heute sind die gesuchtesten Modelle der ab 1950 von der Firma Westfalia gebaute Bus mit der Campingbox und der im April 1951 vorgestellte "Samba-Bus".

 

14.03.1950: Der Rover JET 1 absolviert seine ersten Fahrten. Es handelt sich um das weltweit erste Rennauto mit Gasturbinenantrieb. Bei ihm wurde das Fahrgestellt eines Rover P4 mit einer Roadster-Karosserie versehen, im Heck wird eine neue Gasturbine eingebaut. Die Turbinenstufe erreicht 26.000/min und gibt eine Leistung von max. 100 bhp (74 kW) ab. die Höchstgeschwindigkeit wird 1950 mit 136 km/h erreicht. Eine Weiterentwicklung dieses Fahrzeugs mit veränderter Front erhält 1952 die leistungsfähigere T8-Turbine mit 230 bhp (169 kW). Damit fährt der Prototyp 243,5 km/h und den Weltrekord für turbinenbetrieben Fahrzeug ein.

 

 

Vor 60 Jahren

 

29.03.1960 – In Gravenbruch in der Nähe  von Frankfurt/Main wird im Kino der Film „Der König und ich“ mit Yul Brunner gezeigt. Die Vorführung findet jedoch nicht in einem herkömmlichen Kino gezeigt, sondern im ersten Autokino in Deutschland. Für damalige Verhältnisse ist das Gelände sehr groß und bietet reichlich Komfort für die Besucher. Damit diese eine bessere Sicht auf die Leinwand haben, ist der Boden in Wellen angelegt, damit das Auto mit der Vorderachse leicht erhöht zum Stehen kommt. Der Filmton wird durch separate Lautsprecher übertragen, die ins Fahrzeuginnere gehängt werden. Aufgrund des Erfolges gibt es im Bundesgebiet schnell weitere Nachahmer. Das Autokino Gravenbruch ist auch heute noch in Betrieb, natürlich mit einer modernen Technik.

 

 

Vor 50 Jahren

 

03/1970 – Auf der Messe Genf wird der Mercedes-Benz C111 vorgestellt. Die C 111-Serie besteht aus Prototypen und Experimentalfahrzeugen in den 1960er und 1970er Jahren. Mercedes-Benz experimentiert dabei mit neuartigen Motoren und Kunststoff-karosserien.  Die C 111-Plattform wird als Versuchsträger für Versuche mit Wankel- und Dieselmotoren und Turboladern verwendet. Zusätzlich stattet die Firma den Sportwagen experimentell mit Flügeltüren, Klappscheinwerfern und mit einem luxuriösen Interieur aus Leder sowie einer Klimaanlage aus. Der erste C 111 wird 1969 fertiggestellt. Er hat eine Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff und einen Dreischeiben-Wankelmotor mit Benzineinspritzung als Mittelmotor. Monatelang werden heimliche Fotos von Erlkönigen in den einschlägigen Fachzeitschriften wie auto motor und sport publiziert und Mutmaßungen über die heimliche Entwicklung eines Mercedes-Supersportwagens und dessen Leistungsdaten angestellt. Die Karosserie des ersten C 111 gleicht eher einer Notlösung und weniger einem Designmodell, wie man es von der damals noch allgemein als perfektionistisch veranlagt geltenden schwäbischen Autoschmiede erwartete. Dennoch führt dies zu Spekulationen ungeahnten Ausmaßes: Bereits kurz nach der Veröffentlichung von Fotos, die einen Mittelmotorwagen mit den legendären, an den 300 SL erinnernden Flügeltüren zeigen, treffen in Untertürkheim die ersten Bestellungen ein, denen sogar unterschriebene Blankoschecks beigelegt werden. Aber die mangelnde Qualität der Verarbeitung – die Kunststoffkarosserie wurde von einer externen Waggonfabrik gefertigt – und die mangelnde Standfestigkeit des Dreischeibenmotors stehen von Anfang an einer Serienfertigung im Wege.

 

 

Vor 20 Jahren

 

28.03.2010 - Li Shufu, Gründer und Haupteigentümer der Zhejang Geely Holding Group, und Ford-Finanzvorstand Lewsi Booth unterzeichnen einen Kaufvertrag im Göteborger Volvo-Werk. Das chinesische Unternehmen übernimmt die Volvo Car Corporation für 1,3 Milliarden Euro. Erst 1999 hatte Ford die Pkw-Sparte von Volvo für 6,45 Milliarden US-Dollar übernommen.

 

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Februar 2020

 

Vor 120 Jahren

 

02/1900 - Der Amerikaner Milton Hershey ist der erste, der ein Auto für Werbung einsetzt. Er malt seine Marke PA Hershey mit Lack auf sein Auto. Seine Firma ist die Hershey Chocolate Company und befindet sich in der nach ihrem Gründer benannten Stadt Hershey.  Die Hershey Company ist noch heute einer der größten Schokoladenhersteller weltweit.

 

08.02.1900 - In Berlin wird die Allgemeine Automobilgesellschaft Berlin GmbH eingetragen. Noch im gleichen Jahr beginnt die Produktion von Automobilen. Neben einem eigenen Automobil vertreibt die AAG auch motorisierte Dreiräder und Elektrowagen von anderen Herstellern. Doch bereits 1901 endet die Produktion. Die AAG wird von der Allgemeinen Electricitäts-Gesellschaft übernommen, die auf der Basis der AAG die Neue Automobil-Gesellschaft (NAG) gründet. Das einzige Automobilmodell der AAG wird von georg Klingenberg konstruiert und wird auch klindenberg-Modell genannt. Der Kleinwagen besitzt einen Einzylindermotor mit einer Leistung von 5 PS, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 35 km/h angegeben. Auch das erste Modell der NAG basiert auf diesem Fahrzeug.

 

 

Vor 110 Jahren

 

02/1910 - Mit der ersten Novelle der Automobilverkehrsverordnung vom 3. Februar 1910 werden im ganzen Reich drei neue Tafeln in der Größe 0,50 × 0,50 Meter eingeführt: Kraftfahrzeuge 15 km, Verbot für Kraftwagen und Motorräder, Verbot für Kraftwagen, offen für Motorräder. Im Jahr 1910 wird gesetzlich geregelt, dass Kraftwagen ihre Fahrgeschwindigkeiten innerhalb von Ortschaften nicht mehr unter 15 km/h drosseln müssen. Lediglich für Fahrzeuge über 5,5 Tonnen können lokale Polizeibehörden niedrigere innerörtliche Geschwindigkeiten vorschreiben. Die Blau- und Gelbtöne sowie die Typographie der Zeichen sind nicht vereinheitlicht und weichen teils deutlich voneinander ab. Auch die Texte auf den Tafeln konnten trotz offizieller Vorgaben abweichend ausgeführt sein.

 

19.02.1910 - Am 25. Oktober 1909 fanden die ersten Gespräche zwischen Automobilhändlern aus Rheinland und Westfalen über die Gründung eines Händler-Verbandes, der schließlich als Deutscher Automobilhändlerverband (DAHV) am 19. Februar 1910 für das gesamte deutsche Wirtschaftsgebiet gegründet wird.

 

 

Vor 100 Jahren

 

02/1920 - Im Kreis Pirmasens sind zwei Jahre nach dem Krieg bereits wieder 64 Fahrzeuge zugelassen.

 

 

Vor 90 Jahren

 

09.02.1930 - Bei einem Wettrennen zwischen einem Flugzeug, einem Motorrad und einem Automobil auf dem zugefrorenen Eibsee in Bayern siegt der deutsche Flieger Ernst Udet. Automobilrennfahrer Hans Stuck geht als letzter durch das Ziel.

 

12.02.1930 - Nachdem die Leitung der Opel-Werke in Rüsselsheim Mitglieder des Betriebsrates entlassen hat, kommt es auf dem Werksgelände zu Krawallen von Belegschaftsmitgliedern. Mittels Polizei werden die Unruhen beendet.

 

 

Vor 70 Jahren

 

17.02.1950 - Im Weißen Haus in Washington nimmt US-Präsident Harry S. Truman seinen neuen Dienstwagen, einen Ford Lincoln, in Empfang. Das Fahrzeug, das als das teuerste Auto der Welt gilt, verfügt über eine Sprechanlage zwischen Vorder- und Rücksitzen, vergoldete Türgriffe und -schwellen, einen Schirmständer sowie besondere Trittbretter für begleitende Geheimpolizisten.

 

 

Vor 60 Jahren

 

09.02.1960 - Die freien Tankstellen in der Bundesrepublik geben die Gründung einer eigenen Einkaufsgesellschaft für Benzin bekannt. Sie wollen damit die Unabhängigkeit von den großen Treibstoffkonzernen erreichen und deren Preise um bis zu fünf Pfennig pro Liter unterbieten.

 

22.02.1960 - Die ersten Kraftfahrzeug-Importe aus der Sowjetunion treffen in München ein. Die Mittelklassewagen vom Typ “Moskwitsch” mit einem Hubraum von 1,5 l und 45 PS werden von einem bundesdeutschen Händler zum Preis von 4950 DM verkauft.

 

 

Vor 40 Jahren

 

19.02.1980: Mit einer Länge von 176 Kilometern kommt es auf der Strecke Paris und Lyon zum bislang längsten Stau der Automobilgeschichte.

 

 

Vor 30 Jahren

 

23.02.1990 - Die beiden Automobilkonzerne Volvo (Schweden) und Renault (Frankreich) beschließen eine enge Zusammenarbeit und eine gegenseitige finanzielle Beteiligung.

 

 

Vor 20 Jahren

 

 

03.02.2000 - Autofahrer in der Europäischen Union können vom Jahr 2006 an ihre schrottreifen Fahrzeuge kostenlos vom Hersteller entsorgen lassen. Dies sieht eine Richtlinie des Europaparlaments vor. Ursprünglich war diese Maßnahme bereits vom Jahr 2003 an vorgesehen, doch scheiterte sie am Protest vor allem der deutschen Autoindustrie.

 

 

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Januar 2020

 

 

Vor 110 Jahren

 

01.01.1910 - Die Firma Automobiles Ettore Bugatti wird gegründet. Bereits gegen Ende 1909 hat Ettore Bugatti eine alte Färberei in Molsheim übernommen, einer kleinen Stadt in der Nähe von Straßburg, um dort eigene Automobile zu bauen. Das erste Fahrzeug seiner eigenen Firma ist der Typ 13. Dieser ist einer Weiterentwicklung des noch bei Deutz entwickelten Typ 10. Der Pferdenarr Bugatti will einen kleinen Rassewagen bauen, bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich sein Konzept vom "pur-sang", vom "reinrassigen" Fahrzeug ab. Seine Fahrzeuge werden in den nächsten 30 Jahren auf den Rennstrecken ebenso erfolgreich sein wie bei den zahlreichen Consourse d’Eleganze. Bugattis zählen zu den schönsten, schnellsten und teuersten Fahrzeugen, damals wie heute.

 

 

Vor 70 Jahren

 

18.01.1950: Im kanadischen Saint-Jean-sur-Richelieu wird Jospeh Gilles Henri Villeneuve geboren. Mit 15 Jahren bekommt Gilles Villeneuve von seinem Vater einen MGA geschenkt, den er ohne Führerschein fährt. 1967 nimmt er an ersten Beschleunigungsrennen teil, später an Schneemobilrennen, bei denen er im Winter 1974/1975  Weltmeister wird. In den Sommermonaten besucht er eine professionelle Rennfahrerschule. Anschließend kauft er sich einen gebrauchten Formel B-Wagen, mit dem er 1971 in den Motorsport einsteigt. Über die Formel Ford Provincial Series Quebeck (Gesamtsieger 1973), die Atlantic Championship (Gegenstück zur Formel 2) und der IMSA GT Championship kommt er 1976 zu seinem ersten Einsatz in der Formel 2. Dort bestreitet er für Ron Dennis' Project Four Racing in einem March 762-Heat ein Rennen im französischen Pau. 1977 holt er in seiner vierten Saison in der Atlantic Championsship seinen dritten Titel und im gleichen Jahr debütiert er beim Großen Preis von Großbritannien bei McLaren im dritten Werkscockpit. Es bleibt zunächst bei diesem einen Rennen. Für die letzten beiden Rennen wird er dann als dritter Fahrer von der Scuderia Ferrari unter Vertrag genommen. Dieser gilt auch für die Saison 1978. Beim letzten Rennen der Saison in Kanada holt er sich seinen ersten Sieg. Im Jahr darauf wird Villeneuve Vizeweltmeister hinter seinem Teamkollegen Jody Scheckter. Das Jahr 1980 wird für Ferrari ein Misserfolg, die Saison 1981 verläuft nur unwesentlich besser. Zu Beginn der Saison 1982 kommt es zum Streit mit seinem Teamkollegen Pironi, der ihn - angeblich gegen eine Stallorder des Teams - beim Grand Prix von San Marino in der letzten Runde den Sieg überholt und den Sieg nimmt. Zwei Wochen später verunglückt Gilles Villieneuve im Qualifying zum fünften Saisonlauf im belgischen Zolder tödlich. Pironi hatte eine bessere Zeit vorgelegt und Gilleneuve will diese in den letzten Minuten noch unterbieten - trotz gebrauchter Qualifikationsreifen und gegen eine Anweisung des Teams, wieder an die Box zu kommen. Bei einem Überholvorgang kommt es bei einer Geschwindigkeit von ca. 270 km/h zur Kollision mit dem RAM-Fahrer Jochen Mass. Villeneuves Ferrari überschlägt sich, der Rumpf zerbricht in zwei Teile und Villeneuve wird, noch an der Sitzrückwand angeschnallt, herausgeschleudert. Er wird sehr schnell von Ärzten behandelt, auf der Ladefläche des Streckensicherungsfahrzeugs zum Helikopter und dann ins Krankenhaus gebracht. Hier können erst die schweren Verletzungen des bewusstlosen und äußerlich unverletzten Villeneuve festgestellt werden. Daraufhin werden die lebenserhaltenden Systeme abgeschaltet und sein Tod bekanntgegeben. In der gleichen Saison verunglückt auch Riccardo Paletti beim Grand Prix von Kanada tödlich. Gilles Villeneuve ist der 28.  Fahrer, der im Rahmen eines Formel 1-Rennens (Training oder Rennen) ums Leben kommt. Noch zu Beginn die Rennens wird die Rennstrecke nach Gille Villeneuve benannt. 17 Jahre später, im Jahr 1997, wird sein Sohn Jacques Villeneuve Formel 1-Weltmeister.

 

 

Vor 50 Jahren

 

16.01.1970: Im Werk Saarlouis rollt der erste Ford Escort vom Band. Der von den britischen Ford-Werken entwickelte erste Escort mit seinem charakteristischen Kühlergrill (auch „Hundeknochen“ genannt) wird seit dem 17. November 1967 im britischen Halewood produziert.  Anfang Januar 1968 wird neue Ford in Marokko der Presse vorgestellt, wenige Tage später findet die offizielle Präsentation anlässlich des Brüsseler Autosalons statt. Die Verkaufszahlen übertreffen die optimistischen Erwartungen des Herstellers bereits nach zwei Monaten um 30 %. Weniger als fünf Monate nach der Vorstellung läuft am 4. Juni 1968 der 100.000 Escort in Halewood vom Band. In Deutschland verlässt der erste Wagen am 16. Januar 1970 in Saarlouis das Werk. Die vorher in Deutschland verkauften Wagen werden im britischen Werk produziert. Die Technik orientiert sich am Vorgängermodell Ford Anglia. Der Escort ist insbesondere in Großbritannien sehr populär, bleibt in Deutschland aber hinter den erwarteten Stückzahlen zurück. Der Marktführer VW Käfer ist zwar technisch veraltet, aber qualitativ deutlich überlegen, und zudem gibt es mit dem Opel Kadett B einen weiteren bestens etablierten und in manchen Bereichen überlegenen Konkurrenten. Mitte 1973 kommt in Westdeutschland der RS2000 als Topmodell hinzu. Erkennbar ist er an der auffälligen zweifarbigen Lackierung und den verbreiterten Radläufen vorn. Mit 100 PS ist der leichte Escort mehr als ausreichend motorisiert, daraus resultieren viele Erfolge im Motorsport. Weit erfolgreicher im internationalen Autosport-Geschehen sind allerdings der britische Escort TwinCam und sein Nachfolger, der RS1600 mit Cosworth BDA-16V-Motor. Mit dieser Motorisierung kann der RS1600 neben der Rallycross-Europameisterschaft 1973 im selben Jahr auch den Finnland-Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft und einige Läufe zur Deutschen Rennsport-Meisterschaft gewinnen.

 

 

Vor 40 Jahren

 

10.01.1980 - Das 331.847ste Käfer Cabriolet rollt vom Band - Weltrekord, das Fahrzeug hat die Fahrgestell-Nr. 152 044 140. Es ist damit der meistgebaute offene Personenwagen, gleichzeitig aber auch das letzte Käfer Cabriolet, das gebaut wird. Nun räumt es endgültig seinen Platz dem Golf Cabriolet, das bereits seit 1979 auf dem "Nachbarband" gebaut wird.

 

 

19.01.1980 - Im britischen Frome wird Jenson Button geboren. Mit acht Jahren beginnt er seine Karriere zunächst im Kart. 1991 gewinnt er alle 34 Rennen der British Cadet Kart Championship. Nach weiteren sehr erfolgreichen Jahren bei nationalen und internationalen Kartrennen mit diversen Titeln wechselt er 1998 in die britische Formel Ford, die er auf Anhieb gewinnt. 1999 tritt er in der britischen Formel 3-Meisterschaft an und wird zum Schluss Gesamtdritter. Nur ein Jahr später wechselt er zum Formel 1-Team Williams. 2001 und 2002 fährt er für Benetton und 2003 geht es weiter zum BAR-Team. Dieses wird 2006 in Honda umbenannt. 2009 übernimmt Ross Brawn das Team. Die Saison ist für das Bran-Team sehr erfolgreich: Mit elf Punkten Vorsprung wird Jenson Button Formel 1-Weltmeister vor Sebastian Vettel. Zur Saison 2010 wechselt Button zu McLaren. 2016 gibt er das Ende seiner Karriere bekannt, vertritt 2017 jedoch noch einmal beim Großen Preis von Monaco Fernando Alonso. Insgesamt tritt Jenson Button bei 306 Grand Prix-Rennen an, fährt 15 Siege ein, holt 50 Podestplätze und wird 2009 Weltmeister.