Überarbeitet: Rückblick Automobilhistorie

14.08.2020

Nach einem kleinen "Umbau" findet ihr jetzt rechts alle Meldungen chronologisch nach Jahrzehnten sortiert. Jeden Monat kommen weitere Ereignisse hinzu, mal etwas umfangreicher beschrieben, mal nur eine kurze Notiz. Grundlage für diese Chronik sind zahlreiche Bücher, die mein Regal schmücken, Fachmagazine oder - jetzt bitte nicht verständnislos mit dem Kopf schütteln - Wikipedia. 

März 2021

 

 

Vor 120 Jahren

 

09.03.1901 - In Lansing, Michigan (USA), brennt die Fabrik der Olds Motor Works nach einer Gasexplosion nieder. Dabei werden alle Prototypen bis auf einen kleinen Wagen mit Einzylindermotor zerstört. Doch die von Ransom Eli Olds 1899 gegründete Firma macht weiter und wird in Oldsmobile umbenannt.  Das seit 1901 Modell "Curved Dash" ist das erste in Großserie hergestellte Automobil, noch vor dem Ford Model T. Bis 1904 ist es das einzige Modell der Firma und auch das bis dahin meistverkaufte Auto der Welt. 1908 wird Oldsmobile von General Motors übernommen, die Marke Oldsmobile existiert bis 2004.

 

 

Vor 110 Jahren

 

15.03.1911 - Der Heeresflieger Giorgio Parodi und sein Freund, der Flugzeugtechniker Carlo Guzzi, gründen mit der finanziellen Unterstützung von Giorgios Vater Emanuele Vittorio Parodi, in der italienischen Stadt Mandello del Lario die „Aktiengesellschaft Moto Guzzi“. Wegen ihrer engen Beziehungen zu Flugzeugen und im Andenken an den dritten im Bund bei der Geburt der Idee, den kurz nach dem ersten Weltkrieg abgestürzten Giovanni Ravelli, wird ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen ihr Firmenzeichen. Ihr erster Motorrad-Prototyp, die G.P. (Guzzi Parodi) wird unter Mithilfe des örtlichen Schmieds, im Keller des Hauses Guzzi gebaut. Im Gründungsjahr werden 17 Motorräder als Modell Normale verkauft. In der nachfolgenden Zeit wird die Marke besonders über ihre Beteiligung im Rennsport bekannt.

 

 

Vor 100 Jahren

 

01.03.1921 – Mit einer neuen Verordnung wird im Deutschen Reich die Erlaubnis zur Ausbildung von Kraftfahrzeugführern neu geregelt. Von nun an spricht man von „Fahrlehrern“ und „“Fahrschulen“. Damit wird erstmals ein bestimmtes Mindestmaß an die Anforderungen eines Fahrlehrers gestellt. Auch der Inhaber einer KFZ-Fabrik oder KFZ-Handlung kann sich als Fahrlehrer eintragen lassen.

 

 

Vor 70 Jahren

 

08.03.1951 – In Genf öffnet der 21. internationale Automobilsalon seine Pforten und offeriert den interessierten Zuschauern einen Einblick in die aktuelle Automobiltechnik. Spezial- und Serienkarosserien können Seite an Seite verglichen werden, die Fahrzeuge und nicht der Standbau und Marketing-Effekte stehen im Vordergrund. Die meisten Besucher dürfen allerdings den Salon nicht mit einem Kaufvertrag, sondern mit Futter für Träume verlassen haben. Zu den Fahrzeugen, die in Genf präsentiert werden, gehört der Jaguar XK 120 FHC (Fixed Head Coupé), ein gegenüber dem 1948 vorgestellten XK 120 komfortabler und mit festem Stahldach ausgestattetes Modell. Sein 180 PS starker Reihen-Sechszylinder mit 3.500 ccm Hubraum ist zur damaligen Zeit beeindruckende 210 km/h schnell. Bis 1954 werden rund 2.700 Fahrzeuge gebaut. Die Carrosseria Worblaufen stellt ein viertüriges Luxus-Cabriolet Typ 2050 der Marke Hotchkiss aus und Kreidler seine neue „K 50“.

 

08.03.1951 – In Wolfsburg beginnt die Serienfertigung des Volkswagen Typ 2 T1. Den später auch „Bulli“ genannte Transporter gibt es zu Beginn ab 5.850 DM. Insgesamt laufen in Wolfsburg und im später errichteten VW-Transporterwerk in Hannover 1,8 Millionen T1 in verschiedenen Varianten vom Band. 1967 wird er vom Nachfolgemodell T2 abgelöst.

 

 

Vor 60 Jahren

 

15.03.1961 - Auf dem Genfer Auto-Salon wird der Jaguar E-Type, ein Abkömmling des Rennwagens D-Type, präsentiert. Der Sportwagen wird als Coupé und Roadster gebaut, verfügt zunächst über einen Sechszylinder-Motor mit 3.781 ccm und 269 PS. Dies reicht für damals sensationelle 241 km/h. 1964 bekommt er einen 4,2-Liter-Motor, ebenfalls mit 269 PS. Die Serie III, die ab 1971 gebaut wird, erhält einen neuentwickelten V12-Motor mit 5.343 ccm und 276 PS. Der E-Type mit seiner endlos langen Motorhaube gehört zu den begehrtesten britischen Sportwagen der 60er und 70er Jahre. Insgesamt werden 15.508 Exemplare gebaut. 1963 bringt Jaguar den 12 x gebauten "Lightweight" heraus, eine speziell für den Rennsport konstruierte leichtere Version des E-Type. Sowohl von der Technik wie auch äußerlich weicht sie von der Serie ab. Insgesamt werden 65.899 E-Type gebaut., davon 18.355 Coupé FHC, 31.245 Roadster OTS und 16.299 Coupé 2+2.

 

15.03.1961 – Auf Initiative des damaligen Polizeipräsidenten und späteren Kasseler Bürgermeisters Heinz Hille führt Kassel als erste deutsche Großstadt das Parken mit Parkscheiben in der Innenstadt ein. Ein erstes parkscheibenartiges System wurde bereits 1957 in Paris eingeführt, um das Dauerparken einzuschränken. Erdacht wurde es von dem Ingenieur Robert Thiebault und dem Polizeipräfekten Roger Genebrier. Am 31.05.1979 beschließt die Konferenz der Verkehrsminister der europäischen Gemeinschaft die Einführung einer einheitlichen Parkscheibenregelung.

 

 

Vor 50 Jahren

 

3/1971 - Auf der Industriemesse Hannover präsentiert Volkswagen den SP1 und den SP2. Das zwischen 1972 und 1976 gebaute Sportcoupé wird in Brasilien für den dortigen Markt gebaut. Der Serien-SP2 basiert auf der Plattform des brasilianischen VW 1600 Variant, besitzt aber einen auf 1700 ccm vergrößerten Vierzylinder-Boxermotor mit 65 PS, während der SP1 den 1,6-Liter-Motor mit 54 PS unter der Haube hat – natürlich im Heck. Aufgrund seiner schwachen Leistung wird die Bezeichnung „SP“ schnell zu „Sem Poténca“ – „ohne Leistung“ umgedeutet. Insgesamt entstehen 10.193 Exemplare, von denen zwar ca. 670 in den Export gehen, offiziell jedoch nicht nach Europa.

 

29.03.1971 – Im Alter von 70 Jahren stirbt der aus Amorbach stammende Hermann zu Leiningen. Geboren wird er als  Sohn von Eich Eduard Carl Fürst zu Leiningen (1866–1939) und Prinzessin Feodore Viktoria Alberta zu Hohenlohe-Langenburg (1866–1932). Im Jahr 1927 startet er als wohlhabender Herrenfahrer auf Bugatti und bestreitet größtenteils Bergrennen. Dann wechselt auf einen Amilcar und 1928/29 auf Mercedes-Benz SSK. 1930 wird von Leiningen von Heinrich-Joachim von Morgen als zweiter Fahrer engagiert und gewinnt mit ihm auf einem Bugatti Typ 35 B den erstmals ausgetragenen Großen Preis der Tschecheslowakei. Zur Saison 1934 wird er als Werksfahrer von der Auto Union für deren neu gestartetes Grand-Prix-Engagement in der 750-kg-Formel der AIACR verpflichtet. Von acht Rennen beendet er drei. Größter Erfolg ist der zweite Platz beim Großen Preis von Italien im Autodromo di Monza. Bei diesem Rennen fällt Hermann zu Leiningen mit seinem Auto Union Typ A nach wenigen Runden aufgrund technischer Probleme aus. Sein Teamkollege Hans Stuck, der damals der Nummer-1-Fahrer der Auto Union ist, muss nach 59 Runden in Führung liegend die Box ansteuern muss, um sich behandeln zu lassen. Ein heiß gelaufener Kühler hatte seine Füße verbrannt. Zu Leiningen übernimmt den Wagen, was zur damaligen Zeit erlaubt und durchaus üblich ist. Er steuert den etwa 295 PS starken Typ A über die noch folgenden 56 Runden und hat nach 500 Kilometern und fünfdreiviertel Stunden Renndauer im Ziel 1:38,2 Minuten Rückstand auf Rudolf Caracciola/Luigi Fagioli (Mercedes-Benz W 25). Beim folgenden Großen Preis von Spanien auf dem Circuito Lasarte bei San Sebastián muss zu Leiningen seinerseits seinen Wagen dem ausgefallenen Stuck zur Verfügung stellen, der von Rang zehn noch auf Platz vier vorfährt. Eine Woche später wird zu Leiningen im Alleingang hinter Stuck, Fagioli und Tazio Nuvolari Vierter beim Großen Preis der Tschechoslowakei. 1935 tritt Hermann zu Leiningen auf der AVUS, beim Eifelrennen und im französischen Montlhéry an. Sein bestes Resultat ist dabei Rang neun auf dem Nürburgring zusammen mit Achille Varzi. Danach trennen sich seine Wege mit der Auto Union, zu Leiningen bestreitet den Großen Preis der Schweiz auf einem Werks-ERA in der Voiturette-Klasse und beendete danach seine aktive Rennfahrerlaufbahn.  Nach dem Zweiten Weltkrieg bestreitet Hermann zu Leiningen zu Beginn der 1950er-Jahre einige Rallyes.

 

 

Vor 40 Jahren

 

3/1981 – Präsentation des neuen VW Scirocco auf dem Genfer Automobilsalon. Gebaut wird er bei Karmann in Osnabrück auf der Plattform des VW Golf I. Im Gegensatz zum Vorgängermodell Scirocco I konnte sich der Design-Vorschlag von Giugiaro diesmal nicht durchsetzen, das Fahrzeug wird auf einem hausinternen Entwurf von Volkswagen gebaut. Das Serienfahrzeug wird Anfang März 1981 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt und ab dem 16. März 1981 stehen an der Côte d’Azur Fahrzeuge der Presse zu Testfahrten zur Verfügung. Die VAG-Händler erhalten die Wagen ab Mitte Mai 1981. Im Juni 1981 werben fünf Anzeigenkampagnen für das neue Modell mit dem Slogan: „Der neue Scirocco. Aufregend vernünftig“. Insgesamt laufen bis zum 07.09.1992 in Osnabrück 291.497 Exemplare des Scirocco II vom Band. Die Rückleuchten des VW Scirocco II werden auch vom britischen Automobilhersteller Aston Martin für das ab 1990 gebaute Modell Virage verwendet.

 

03/1981 - Die Serienproduktion des DeLorean DMC-12 startet in Dunmurry bei Belfast im britischen Nordirland. Das neue DMC-Werk wird fast komplett durch Zuwendungen der britischen Regierung finanziert, die eine weitere Stärkung der IRA verhindern will, indem sie die hohe Arbeitslosigkeit in Nordirland senkt. Vor dem Serienanlauf waren zwei Wagen hergestellt worden, mit denen Testfahrten über insgesamt nur 60.000 Meilen für das Bestehen der US-Abgasprüfung durchgeführt wurden. Dieser Aufwand war jedoch zu gering, um alle möglichen Mängel aufzuspüren und Fehler vor Beginn der Serienfertigung zu beheben. Dass DeLorean gleichwohl die Produktion aufnimmt, liegt am wachsenden Druck seiner Investoren und Händler, die nach sechs Jahren des Wartens nun endlich Geld verdienen wollen. Das Design der Karosserie stammt von Giorgetto Giugiaro (ItalDesign), der z.B. auch die VW-Modelle Golf und Scirocco I, Audi 80 oder De Tomaso Mangusta kreiert hatte. Die weitere Entwicklung zur Marktreife soll zunächst bei Porsche erfolgen, doch Porsche lehnt ab, da das Projekt in der vorgegebenen Zeit nicht seriös entwickelt werden könne. Bei Lotus war DeLorean erfolgreicher. Doch die Briten gaben nach zwei Jahren auf und kündigten 179 die Vereinbarung mit DeLorean. Doch 1981 kann die Produktion starten. Die Serienfahrzeuge leiden unter schwankender Produktqualität. Um für einen geplanten Börsengang als erfolgreicher Geschäftsmann dazustehen, lässt DeLorean die Produktion verdoppeln, obwohl bei weitem nicht entsprechende Kaufaufträge vorliegen Dies führt zum Kollaps des Projekts. Mehrere hundert DMC-12 stehen in Belfast auf Halde. Die britische Regierung unter der neuen Premierministern Thatcher weigert sich, weiteres Geld in die Firma zu investieren und so versucht DeLorean, über einen Kokainhandel zusätzliches Geld zu generieren. Er wird in den USA verhaftet, die DMC geht in Insolvenz. Zwar wird DeLorean in den USA freigesprochen, doch in Großbritannien erwartet ihn ein Verfahren wegen Veruntreuung.  Er hatte zusammen mit Colin Chapmann 17,5 Millionen Dollar Investorengelder unterschlagen. Berühmt wurde der DMC-12 in der erfolgreichen Film-Triologie „Zurück in die Zukunft“ als Zeitmaschine.

 

 

Vor 20 Jahren

 

17.03.2011 - Nach der Insolvenz von Karmann im Jahr 2009 rollen nun an alter Stelle wieder Automobile vom Band. Der frühere größte Auftraggeber Karmanns, die Volkswagen AG, sorgt dafür, dass Osnabrück weiterhin Automobilstandort ist. Das erste Fahrzeug, dass im Beisein vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulf, einem Osnabrücker Sohn, vom Band rollt, ist ein Golf Cabriolet. Damit wird die Tradition des offenen Golfs in der Hasestadt zunächst fortgesetzt.