1899, 1909, 1919, 1929,... Rückblicke in die Automobilgeschichte

An dieser Stelle findet ihr in Zukunft die monatlichen Rückblicke in die Historie des Automobils. Es ist doch manchmal ganz interessant zu lesen, wann was passiert ist. Rechts findet ihr die Rückblicke der vergangenen Jahre.

Oktober 2019

 

 

Vor 110 Jahren

 

14.10.1909 – Im emsländischen Lingen wird Bernd Rosemeyer geboren. Nach einer Ausbildung im elterlichen Betrieb machtr er erste Erfahrungen als Motorradfahrer. Ab 1930 fährt er Motorradrennen für DKW und NSU. Vier Jahre später nimmt er erstmals mit den „2000 Kilometern durch Deutschland“ an einer Automobilveranstaltung teil und im darauffolgenden Jahr wird er Werksfahrer bei der Auto Union AG in Chemnitz. Er wird einer der besten deutschen Rennfahrer seiner Zeit und 1936 Europameister. Im gleichen Jahr heiratet er die damals berühmte, erfolgreiche Fliegerin Elly Beinhorn. Zusammen sind sie das Vorzeigepaar der Nazis. Rosemeyer ist 1933 der SS beigetreten und bei öffentlichen Auftritten wiederholt mit Hakenkreuzinsignien aufgetreten. Ob er auch einen aktiven Dienst in der SS geleistet hat, ist jedoch nicht belegt. Bei zahlreichen Grand Prix-Rennen steht er ganz oben auf dem Treppchen. Gleichzeitig stellt er mit Rennwagen der Auto Union mehrere Geschwindigkeitsrekorde auf. Am 25.10.1937 durchbricht er als erster Rennfahrer der Geschichte mit dem Auto Union Typ C die 400 km/h-Schallmauer auf einer öffentlichen Verkehrsstraße. Ein Jahr später stirbt er am 28.01.1938 er bei einem Weltrekordversuch auf der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt. Bei einer Geschwindigkeit von rund 420 km/h wird das Fahrzeug von einer Windboe erfasst. Der Wagen stellt sich quer, überschlägt sich mehrfach. Rosemeyer wird aus dem Wagen in den Wald geschleudert und ist auf der Stelle tot.

 

11.10.1909 - Mit dem Internationalen Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr  (Pariser Abkommen) werden Nationalitätszeichen im Straßenverkehr festgelegt. Das Deutsche Reich erhält das "D".

 

 

Vor 90 Jahren

 

10/1929 - Auf den Automobilausstellungen in Paris und London zeigt Bugatti den neuen Type 46, der begeistert von der Fachpresse aufgenommen wird. Dieser wurde von Bugatti entwickelt, da sich das für Staatschefs und Könige vorgesehen Luxusmodell Typ 41 Royal als nicht verkäuflich erwies. Bei dem auch "Petit Royale" bezeichneten Typ 46 handelt es sich um ein von einem 5,3-Liter-Achtzylindermotor (140 PS) angetriebenes Chassis von ähnlicher Konzeption wie der Typ 41, jedoch mit bescheideneren Abmessungen. Der Typ 46 verkauft sich gut und wird von den renommiertesten europäischen Karosserieschneidern wie Weymann, Mulliner oder Saotchik, aber auch von Bugatti selbst eingekleidet. Insgesamt entstehen rund 200 Chassis, darunter 20 vom seit 1931 angebotenen Kompressormodell Typ 46S.

 

10/1929 – Der tschechische Automobilhersteller Aero präsentiert den Aero 10 (auch Aero 500) auf dem Prager Automobilsalon. Das Modell wird von 1929 bis 1932 gebaut. Es ist das erste Fahrzeug dieser Marke und wurde aus dem Enka entwickelt. Der Aero wird damals wegen des typischen Geräuschs des Handanlassers auch „Klingler“ (tschechisch „Cinkac“ oder „Cililink“) genannt. Sein Einzylinder-Zweitakt-Motor hat einen Hubraum von 499 cm³ und leistet 10 PS. Die Hinterachse hat kein Differentialgetriebe und die Bremse wirkt nur mechanisch auf die Hinterräder. Mit Hinterradantrieb und Dreiganggetriebe erreicht der Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von rund 70 km/h. Der Kraftstoffverbrauch beläuft sich auf 5 l/100 km. Insgesamt werden 1360 Exemplare gebaut. Noch vor Präsentation des Fahrzeugs auf dem Prager Automobilsalon nehmen Bohumil Turek und Antonin Nahodil an der Sternfahrt Prag–Paris–Brest–Prag (3613 km) teil. Anschließend fahren sie die Strecke Prag–Hamburg–Prag (1300 km). Sie benötigen für diese Fahrt insgesamt 184 Stunden und 35 Minuten, was einem Durchschnitt von 26,6 km/h entspricht. Damit erreichen sie den Gesamtsieg. Marke und Fahrzeug werden in ganz Europa bekannt. Turek wird anschließend zum Leiter der Testabteilung. Bei der ADAC-Fahrt Berlin-Prag-Manzanares (Spanien) und zurück erreicht Turek 1930 einen Schnitt von 48,8 km/h, was dem Klassensieg in der Kleinwagenklasse entspricht. Im gleichen Jahr nimmt ein Aero-Werksteam an der Sternfahrt anlässlich des Prager Autosalons 1930 teil, darunter auch mit dem Fahrzeug, das bereits die Spanienfahrt hinter sich hat, und können dabei die Markenwertung für sich entscheiden. Bei der ADAC-Fahrt Berlin-Manzanares-Berlin 1931 kann Turek den Gesamtsieg vor dem Zweitplatzierten Hans Stuck auf Mercedes-Benz erringen.

 

28.10.1929 - Der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer unterzeichnet den Vertrag über den Bau eines Ford-Werkes auf einem 170.000 qm großen Grundstücks in Köln-Niehl. 1930 wird der Firmensitz von Ford Deutschland nach Köln verlegt und am 04.05.1931 beginnt die Produktion des Modell A mit 619 Beschäftigten. Doch nur drei Wochen später veranlasst die Weltwirtschaftskrise die Schließung des Werks. Nicht lange darauf wird die Produktion wieder aufgenommen, mehr als 6.000 Fahrzeuge laufen 1931 vom Band.

 

 

Vor 70 Jahren

 

13.10.1949 - Mit dem Borgward Hansa 1500 bringt die Carl F.W. Borgward GmbH die erste deutsche Pkw-Neukonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Markt. Der Hansa 1500 verfügt über die nach dem Krieg übliche Pontonkarosserie und bereits über Blinker, während die Mitbewerber noch meist Winker als Fahrtrichtungszeiger einsetzen. Er verfügt über einen Vierzylinder-Reihenmotor mit 1.498 ccm und hat zunächst 48 PS. Neben den zwei- und viertürigen Limousinen gibt es auch ein  zwei- und ein fünfsitziges Sportcabriolet (Karosserie Hebmüller) und einen  dreisitzigen Kombi.  Zusätzlich wird ein zweitüriges Sportcoupé gebaut.  1953 gab es das Sportcabriolet auch mit dem 80 PS-Motor des Borgward Rennsportwagen. Gebaut wird der Borgward Hansa 1500 bis 1954.

 

 

Vor 60 Jahren

 

10/1959 - Der Chevrolet Corvair wird von GM als zweitüriges Coupé und viertürige Limousine auf den Markt eingeführt. Das Mittelklassefahrzeug gibt es in den Variationen Limousine, Kombi, Coupé und Cabriolet. Geplant ist er in erster Linie als Alternative zum VW Käfer, einem zunehmend in den USA erfolgreichen Importwagen. Einzigartig für ein amerikanisches Fahrzeug ist sein luftgekühlter Boxermotor im Heck, wie der Konkurrent VW Käfer, jedoch mit sechs Zylindern und 2 Liter Hubraum. Obwohl das Fahrzeug mit 200.000  bis 300.000 Stück jährlich durchaus erfolgreich war, gab es aufgrund der Fahreigenschaften Probleme. 1965 kommt der Corvair in die Schlagzeilen, als der vor allem durch seine Verkehrssicherheitskampagne bekannte Verbraucheranwalt Ralph Nader dem Wagen im Buch „Unsafe at Any Speed“ ein „gefährliches Fahrverhalten“ vorwirft. Nach Erscheinen des Buches bricht der Absatz ein, obwohl deutliche Verbesserungen eingeführt werden. 1969 wird der Corvair ohne Nachfolger eingestellt. Knapp 1,7 Millionen Fahrzeuge entstehen.

 

10/1959 - Auf der London Motor Show wird der AC Greyhound präsentiert. Das zweitürige, viersitziges Coupé soll die bisherigen Modelle, den offenen Zweisitzer Ace und den geschlossenen Zweisitzer Aceca , ergänzen. Den AC Greyhound gibt es mit drei Motorvarianten: Einem eigenen Zweiliter-Reihensechszylinder mit 75 php (76 PS), einem Zweiliter-Sechszylinder von Bristol mit 105 bhp (106,5 PS) bzw. 125 bhp (127 PS) oder einem Bristol-Motor mit 2,6 Liter Hubraum und 170 bhp (172 PS). Zwischen 1959 und 1963 entstehen 83 Exemplare (inclusive eines Prototyps). Der Wagen verkaufte sich u.a. schlecht, da er zu teuer war. Er kostet mehr als 50% als der Jaguar XK 150 mit 190 bhp).

 

 

Vor 50 Jahren

 

24.10.1969 - Einer der meistverkauften Sportwagen wird auf der Tokyo Motor Show präsentiert: Der Datsun 240Z. Das zweisitzige Coupé ist für den Export mit einem 2,4-Liter-Reihensechszylinder ausgestattet, im Heimatland Japan gibt es ihn nur mit einem 2-Liter-Motor, da bei mehr Hubraum Luxussteuer anfällt. Insgesamt werden 156.073 Datsun 240Z gebaut, in Deutschland wird er nur 303 x verkauft.

 

 

Vor 40 Jahren

 

 

31.10.1979 - der letzte VW Typ 2 T2-Transporter verlässt im VW-Werk Hannover das Band. Zwischen seiner Einführung im Jahr 1967 und 1979 entstehen alleine in Deutschland rund 2,5 Millionen Exemplare. Es gibt ihn als Kleinbus, Kasten- und Pritschenwagen, als Doka, mit Sonderaufbauten und vielen individuellen Ausführungen. Wie sein Vorgänger hat er einen luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor, zunächst mit 1584 ccm und 47 PS, später hat er bis zu 1.970 ccm und 70 PS. Bis zum Jahr 1995 wird der T2 noch in Mexiko hergestellt, bis 2013 noch in Brasilien.  

 

 

 

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September 2018

 

 

Vor 120 Jahren

 

13.09.1899: In New York City wird  der 69jährige Henry Bliss das erste US-amerikanische Todesopfer bei einem Autounfall. Als er am Abend des 13.09.1899 an der Ecke West 74th Street und Central Park West aus einer Straßenbahn aussteigt, wird er von einem elektrisch angetriebenen Taxi erfasst, schwer verletzt und erliegt am darauffolgenden Morgen seinen Verletzungen. Der Taxifahrer wird zunächst verhaftet und wegen Mordes angeklagt. Mit der Begründung, dass keine Absicht vorlag, wird er später freigelassen.

 

24.07.1899 - In Detroit, Michigan (USA) gründet der Geschäftsmann William H. Murphy das Unternehmen Detroit Automobile Company. Konstrukteur der Firma wird Henry Ford, dessen zweiter Prototyp Murphy dazu bewegt hat, die Firma zu gründen. Ziel ist die Produktion von Personenkraftwagen. Da Henry Ford allerdings noch am Entwickeln ist, entsteht als erstes Fahrzeug ein Lieferwagen namens Detroit. dann folgen rund 20 Fahrzeuge, doch schon im Januar 1901 wird das Unternehmen wieder aufgelöst. Daraufhin gründet Henry Ford am 03.11.1901 die Henry Ford Company, die jedoch nur zwei Rennwagen baut. Die Henry Ford Company wird vom Manager Henry Martyn Leland übernommen, der die im August 1902 in Cadillac Motor Company umbenennt.

 

 

Vor 90 Jahren

 

01.09.1929 – Im Garten des Grand Hotels in Cernobbio am Comer See findet der erste Coppa d’Oro Villa d’Este statt. Dort werden herausragende Neuerscheinungen auf dem Automarkt prämiert. 80 Teilnehmer sind bei der ersten Veranstaltung zu verzeichnen. 1949 gewinnt ein von der Karosseriefirma Touring gestylter Alfa Romeo 6C2500 diesen Preis. Fortan ist dieser Wagen der bisher einzige, der den Namen Villa d’Este auch in der Typenbezeichnung trägt. Die klassische Form der Veranstaltung endet 1952. Mitte der 1980er Jahre wird sie mit dem heutigen Konzept zur Prämierung von edlen Oldtimern wiederbelebt. Besitzer gepflegter alter Autos können dort auf Einladung das Ergebnis ihrer Leidenschaft zur Schau stellen. Beim heutigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este werden klassische Oldtimer vor allem nach dem Kriterium Schönheit prämiert. Vorausgesetzt wird ein perfekter Originalzustand mit voll funktionsfähiger Technik. Entscheidende Kriterien sind jedoch die interessante Geschichte des Wagens und besonders dessen ästhetischer Wert bzw. seine Eleganz. In Europa hat sich die Veranstaltung zu einem angesehenen Treffpunkt für Liebhaber hochwertiger klassischer Automobile entwickelt, und auch heutige Automobil-Designer suchen dort gerne Anregungen für ihre Arbeit.

 

06.09.1929 - Das erste internationale Gaisbergrennen findet am Gaisberg, dem Hausberg der Stadt Salzburg (Österreich) statt. Es siegt Max von Arco-Zinneberg auf Mercedes-Benz SSK.

 

09.09.1929 – In Berlin eröffnet die neue BMW-Filiale, gleichzeitig wird der  BMW 3/15 PS der Presse vorgestellt. Es ist das erste Automobil der von BMW und eine Weiterentwicklung des Dixi 3/15 DA der Fahrzeugfabrik Eisenach. Diese wurde Ende 1928 von BMW übernommen, das Modell ist ein Lizenzbau des Austin 7 der Austin Motor Company. Auch der BMW 3/15 ist ein Lizenzbau des Austin 7. Gleichzeitig sichert sich BMW vom französischen Hersteller Rosengart das Recht, dessen zeitgemäßes Karosseriedesign zu übernehmen, wobei BMW das Vorbild zu einer kompletten Ganzstahlkarosserie weiterentwickelt. Der BMW 3/15 entsteht jedoch nicht in Bayern, sondern am 22.03.1929 in Berlin-Johannisthal. Die Fahrgestelle kommen aus Eisenach, die Blechteile werden bei Ambi-Budd in Berlin gepresst. Gleichzeitig wird das Fahrzeug in konventioneller Gemischtbauweise nach dem „System Weymann“ in Eisenach hergestellt. Den BMW 3/15 gibt es den Karosserieversionen Roadster, Tourenwagen, Limousine, Coupé, Cabriolimousine und Cabriolet. Angetrieben wird der 3/15 von einem 0,75 Liter großen wassergekühlten Vierzylindermotor mit 15 PS. Damit fährt der Wagen mehr als 75 km/h schnell, wobei bei dauerhaftem Fahren die Kurbelwelle aufgrund sich aufbauender Schwingungen brechen kann. Zwischen März 1929 bis Februar 1932 entstehen 12.318 Fahrzeuge.

 

17.09.1929 – In der britischen Hauptstadt London wird Stirling Craufurd Moss in eine motorsportbegeisterte Familie hineingeboren. Schon sein Vater startet bei Automobilrennen in Brookland und Indianapolis, während seine Mutter in den dreißiger Jahren an Trialrennen teilnimmt.  Mit 19 Jahren startet er seine eigene Rennkarriere in einem Cooper-Formel-3-Wagen, im darauffolgenden Jahr kann er erste internationale Erfolge feiern. Zwischen 1951 und 1961 fährt er in der höchsten automobilen Motorsportklasse (Formel 1) und gilt mit vier Vizeweltmeisterschaften und 16 Grand-Prix-Siegen als der erfolgreichste Fahrer unter denen, die nie Weltmeister wurden. Daneben ist er aber auch – wie viele seiner Formel 1-Kollegen – bei Langstreckenrennen unterwegs. So gewinnt er 1955 zusammen mit Dennis Jenkinson auf Mercedes-Benz 300 SLR die legendäre Mille Miglia – in einer heute noch gültigen Rekordzeit – sowie die Targa Florio. 1960 siegt er im Maserati „Birdcage“ mit Dan Furney beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring. An 23.04.1962 endet seine Karriere in Goodwood. Bei der Glover Trophy, einem nationalen Formel 1-Rennen, kommt er von der Strecke ab und prallt gegen einen Erdwall. Er erleidet Knochenbrüche und ein Hirntrauma, liegt zunächst im Koma und ist halbseitig gelähmt. Die Genehsung dauert über ein Jahr. Dann kehrt er zu Testzwecken auf die Rennstrecke nach Goodwood zurück, erklärt trotz konkurrenzfähiger Rundenzeiten jedoch seinen Rücktritt. Seiner eigenen Aussage zufolge habe er nicht mehr die Selbstverständlichkeit, die Leichtigkeit des Fahrens. 1999 wird er von der bristischen Königin als Knight Bachelor in den Adelsstand erhoben und erhält den Namenszusatz „Sir“. Stirling Moss gehört zu den besten Rennfahrern des Jahrhunderts, der in seiner Karriere auf unterschiedlichen Fahrzeugtypen unterwegs war. Auf fünf verschiedenen Marken (Mercedes-Benz, Maserati, Vanwall, Cooper und Lotus) gewinnt er Formel 1-Rennen sowie auch auf anderen Marken diverse Sportrennen. Heute ist Sir Stirling Moss gerngesehener Gast bei vielen bedeutenden Klassikveranstaltungen.

 

28.09.1929 -  In Cremona, Italien, setzt der Werksfahrer Borzacchini am Steuer des Maserati V4 mit 16-Zylindermotor den neuen Weltrekord der Klasse C über 10 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 246,069 km/h. Dieser Rekord hat bis 1937 Gültigkeit.

 

 

Vor 80 Jahren

 

01.09.1939 - Die Firma Maserati zieht offiziell von Bologna nach Modena. Zwei Jahre zuvor hatten die Maserati-Brüder die Firma an den aus Modena stammenden Industriellen Adolfo Orsi verkauft.

 

Vor 70 Jahren

 

03.09.1949 - In Ingolstadt wird die Automobilfirma Audi neugegründet. Nachdem im August 1948 die Auto Union AG im Handelsregister Chemnitz gelöscht worden ist, existiert das Unternehmen nicht mehr. In Ingolstadt war bisher das Auto-Union-Zentrallager Süd untergebracht. Viele Mitarbeiter aus den früheren Werken der Auto Union in Zwickau, Zschopau und Chemnitz setzen sich nach Ingolstadt ab und initiieren den Neuaufbau. Da im Krieg die Wehrmacht die DKW-Wagen aufgrund ihrer Zweitaktmororen, der selbsttragenden Karosserien aus Sperrholz und des Frontantriebs kaum requiriert hatte, sind in Westdeutschland zu diesem Zeitpunkt noch rund 65.000 DKW-Wagen der Typen Reichs- und Meisterklasse in Betrieb - ein großer Vorteil gegenüber den Mitbewerbern.

 

06.09.1949 - Durch die Verordnung 202 überträgt die britische Militärregierung dem Land Niedersachsen die Kontrolle über die Volkswagenwerk GmbH mit der Maßgabe, diese im Auftrag und unter der Anweisung der Bundesregierung zu übernehmen. Die Frage der Eigentümerschaft bleibt bis zur Privatisierung des Unternehmens ungeklärt.

 

19.09.1949 - Der Zebrastreifen taucht in internationalen Vereinbarungen erstmals in einem in Genf unterzeichneten Protokoll über Verkehrszeichen auf. Bereits 1948 lässt die britische Regierung an Londoner Verkehrskreuzungen Straßenmarkierungen in Form von zwei parallelen punktierten Linien anbringen und veröffentlicht Schulungsfilme zum sicheren Überqueren stark befahrener Straßen.

 

 

Vor 60 Jahren

 

9/1959 - Auf der IAA Frankfurt wird der Porsche 356 B präsentiert. Die Weiterentwicklung des 356 A wird zwischen 1959 und 1963 als Coupé, Cabriolet und Roadster produziert, zusätzlich produziert Karmann in Osnabrück das „Hardtop-Coupé“ mit fest verschweißtem Dach, dass sich vom normalen Coupé durch eine abgesetzte Dachlinie, schmale B-Säulen und ein größeres Heckfenster unterscheidet. Neben den „normalen“ Modellen gibt es auch Sportversionen wie das 356 1600 GS Carrera GT-Coupé mit 115 PS (bis 1961), das zwanzigmal gebaute 356 Carrera GTL-Abarth-Coupé mit 115 PS bzw. in zwei Versionen mit 128 und 135 PS (knapp über 230 km/h), ab 1962 den 356 2000 GS Carrera 2 als Cabrio und Coupé mit 130 PS bzw. 155 PS. Zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1962 erscheint der2000 GS-GT, ein Prototyp mit 2-Liter-Motor und einer speziellen Karosserie für Höchstgeschwindigkeitsfahrten.

 

Auch Borgward präsentiert ein neues Modell: Den P 100. Das Fahrzeug ist im Bereich der oberen Mittelklasse angesiedelt und wird als Großer Borgward bis 1962 in Bremen-Vegesack produziert. Dort entstehen 2.591 Fahrzeuge. Der P 100 ist das erste deutsche Automobil mit Luftfederung. Angetrieben wird er von einem Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 2.240 ccm Hubraum, der 100 PS leistet. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Die Produktion läuft zunächst nur langsam an. Bis Ende des Jahres werden lediglich 6 Fahrzeuge hergestellt, im ersten Halbjahr 1960 sind es 35 Fahrzeuge. Bis Ende 1960 verlassen insgesamt 869 P 100 die Produktionsbänder. Die Zahlen bleiben nach den im Januar 1961 bekanntgewordenen Liquiditätsproblemen weiterhin niedrig. 1961 werden nur 1.680 Große Borgward hergestellt. Im September 1961 wird das Anschlusskonkursverfahren eröffnet. 1962 sind es noch 38 Fahrzeuge, dann ist Schluss mit dem P 100 – und mit Borgward. Die Produktionsanlagen werden 1963 nach Mexiko verkauft, das dort geplante Projekt der Impulsora Mexicana Automotriz S. A. scheitert an Finanzierungsproblemen. Ein zweiter Anlauf der Firmengruppe FANASA ist erfolgreicher: Zwischen 1966 und 1970 entstehen 2.267 Fahrzeuge unter der Bezeichnung 230, ohne Heckflossen und hinterer Panoramascheibe, bzw 230 GL Pullman mit verlängerter Karosserie, Heckflossen und Panoramascheibe. 1970 war erneut Schluss, wieder aufgrund finanzieller Probleme.

 

 

Vor 50 Jahren

 

09/1969 - Ein Jahr nach Produktionsstart des Audi 100 C1 wird das schicke Coupé S vorgestellt, dessen Fertigung im Juli des darauffolgenden Jahres beginnt. Das Coupé S hat einen 1.871 ccm großen Vierzylinder-Reihenmotor mit 112 bzw. 115 PS. Gebaut wird es bis 1976.

 

10.09.1969 - Der im Auftrag der Bundeswehr entwickelte VW 181 wird auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main als „Vielzweckfahrzeug“ vorgestellt, das mit seiner bewährten Heckmotorbauweise, der Motorleistung von 44 PS und seiner robusten Konstruktion eine erstaunliche Geländegängigkeit aufweist. Der Verkaufsprospekt spricht von einem „Wagen für Männer, die durchkommen müssen“. Den offenen Viersitzer kennzeichnen seine nach vorn umlegbare Windschutzscheibe, das klappbare PVC-Allwetterverdeck und Aufsteckfenster für die vier Türen. Der Listenpreis ab Werk ist mit  8 500 DM angegeben.

 

Volkswagen zeigt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main den neuen VW-Porsche 914, der als Gemeinschaftsprojekt der Volkswagenwerk AG und der Dr.-Ing. h.c. F. Porsche KG entsteht. Seine Gesamtkonzeption, so heißt es im Verkaufsprospekt, sei durch die 30-jährige Rennsporterfahrung des Hauses Porsche entscheidend beeinflusst worden. Daher verfüge der „echte Sportwagen“ über einen Mittelmotor und damit über einen extrem tiefen Schwerpunkt und eine ideale Gewichtsverteilung. Der zweisitzige VW Porsche 914 wird anfänglich in zwei Versionen angeboten: als 914 und als 914/6. Der 914 wird von einem 80 PS starken 1,7-Liter-Vierzylinder-Motor mit elektronischer Benzineinspritzung angetrieben, der 914/6 hat einen luftgekühlten 2-Liter-Sechszylinder-Motor mit 110 PS. Der Einstiegspreis beträgt 11 954,70 DM. Den Vertrieb übernimmt die am 11. März 1969 gemeinsam gegründete VW-Porsche Vertriebsgesellschaft mbH.

 

07.09.1969 - In Salzburg findet das letzte Gaisbergrennen statt. Nach 70 Jahren erstürmen zum letzten den Salzburger Hausberg. Einer der Gründe war der tödliche Unfall des Rennfahrers Toni Pelizzoni  auf einem Fiat Abarth 2000 P. Schon in den Jahren zuvor hatte es tödliche Unfälle gegeben. Die ersten Gaisbergrennen fanden bereits von 1929 bis 1933 statt. 1937 und ab 1948 nach dem Krieg gab es vereinzelte Rennen, die Serie der neuen Gaisbergrennen für Sport- und GT-Wagen (ab 1966 auch für Motorräder) begann 1957

 

11.09.1969 - "Herbie - ein toller Käfer" feiert seine Premiere im Kino. Der Walt Disney-Film  zeigt das moderne Märchen eines ein Eigenleben führenden VW Käfers, der einem zweitklassigen Rennfahrer zu großen Siegern gegen die übermächtige Konkurrenz und zu seiner großen Liebe verhilft. Bis 1980 folgen drei weitere "Herbie"-Filme, 1996 und 2005 gab es moderne Fortsetzungen.

 

 

Vor 40 Jahren

 

 

03.09.1979 - In Wolfsburg beginnt die Produktion des Jetta, einer Stufenhecklimousine der Mittelklasse, die die Angebotslücke zwischen dem Passat als Schräghecklimousine und dem Kompaktwagen Golf schließt. Technisch an den Golf angelehnt und anfangs mit Motoren von 60 PS, 70 PS oder 110 PS Leistung lieferbar, punktet die Mittelklasselimousine mit ihrem 630 Liter fassenden Gepäckraum. Für eine sportive Note sorgt der 1,6-Liter-Motor mit einer Leistung von 110 PS, die den Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 178 Stundenkilometern bringt. Mit einem Preis ab 11 395 DM findet der Jetta 1980 schon 144 758 Abnehmer.

 

 

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August 2019

 

Vor 120 Jahren

 

03.08.1899 - Alexandre Louis Chiron wird in Monte Carlo geboren. In seiner 30jährigen Rennfahrerkarriere fährt der Monegasse ab 1926 zunächst mit einem privaten Bugatti erfolgreich bei kleineren Rennen und Bergrennen. An der Organisation  ersten Großen Preises von Monaco 1929 ist er maßgeblich beteiligt. In den 20er und 30er Jahren siegt er u.a. bei fast allen bedeutenden Rennen seiner Zeit, u.a. für Alfa Romeo, Mercedes-Benz. Nach dem Krieg fährt er zwischen 1950 und  1955 in der Formel 1 für Maserati, Maserati-Talbot, OSCA und Lancia Mit einem Lancia D50 bestreitet er 1955 im Alter von fast 56 Jahren seinen letzten Grand Prix und ist bis heute damit der älteste Fahrer, der je bei einem Weltmeisterschaftslauf der Formel 1 ein Rennen bestritten hat. Auch nach seinem Rücktritt vom aktiven Rennsport 1956 bleibt er diesem verbunden und organisiert bis zu seinem Tod 1979 weiterhin den Großen Preis von Monaco und die Rallye Monte Carlo. 2016 wird der Bugatti Chiron nach ihm benannt.

 

11.08.1899 - Gründung von Austro-Daimler. Die Firma Österreichische Daimler Motoren Gesellschaft wird als Tochter der deutschen Daimler-Motoren-Gesellschaft (Cannstatt) gegründet. Austro-Daimler ist das Drahtwort der Firma und wird auch außerhalb des Telegrammwesens zu deren geläufigen Kurzbezeichnung. Die „Oesterreichische Daimler-Motoren-Commanditgesellschaft Bierenz Fischer u. Co in Wiener Neustadt und Wien“ wird am 11. August 1899 mit einem gezeichneten Kapital von 200.000 Gulden als Tochtergesellschaft der deutschen Daimler-Motoren-Gesellschaft gegründet. Zusätzlich sind beteiligt: Eduard Bierenz, ein Freund Gottlieb Daimlers, sowie Eduard Fischer, Besitzer einer Eisengießerei. Eduard Fischer ist somit Mitbegründer der Daimler-Motoren-Gesellschaft, der er bis zum 1. Juni 1920 angehört. Danach übernimmt er den Posten des Direktors in der „Messing- und Metallwarenfabrik Nadelburg“ bei Lichtenwörth, wo er für Daimler u. a. auch Kühler produzieren lässt. Zwischen dem Stammwerk in Cannstatt und dem neuen Werk in Wiener Neustadt werden Facharbeiter ausgetauscht. Für diese Zeit wird die Zahl der am österreichischen Standort Beschäftigten mit 70 bis 80 angegeben. Im Jahr 1900 wird in Wiener Neustadt das erste Automobil hergestellt, ein Viersitzer mit Zwei-Zylinder-Motor. Die Produktion umfasst darüber hinaus auch Lastwagen, Omnibusse, Schiffsmotoren und Schienenfahrzeuge.

 

 

Vor 80 Jahren

 

11.08.1939 - Bei einer Testfahrt mit einem Bugatti Typ 57 C "Tank" verunglückt Jean Bugatti im Alter von nur 30 Jahren tödlich. Jean Bugatti (eigentlich Gianoberto Maria Carlo Bugatti) ist der älteste Sohn von Ettore Bugatti und wie sein Vater  ein genialer Fahrzeugkonstrukteur. Er entwirft u.a. den Bugatti Typ 57, der eines der erfolgreichsten Modelle der elsässischen Marke wird. Im Alter von 23 Jahren entwirft er die traumhafte 2-Sitzer-Karosserie des Bugatti Royal roadster Esders. Auch der Bugatti Typ 57 SC Atlantic - heute das teuerste Auto der Welt - entspringt seiner Feder. 1936 übernimmt er die Automobilproduktion Bugattis. Am 11.08.1939 testet er den Bugatti Typ 57 C "Tank", der kurz zuvor die 24 Stunden von le Mans gewann, als bei über 200 km/h plötzlich ein Fahrradfahrer aus einem Feld heraus auf die Straße kommt. Jean Bugatti eicht aus und prallt gegen einen Baum.

 

28.08.1939 - Citroën erhält vom französischen Service de mines die offizielle Straßenzulassung für ein neuartiges Fahrzeug, den 2CV Type A. Dessen Entwicklung hat kurz nach dem Einstieg von Michelin bei Citroën rund drei Jahre zuvor begonnen. Der damalige Citroënchef Boulanger hält den Wagen jetzt für marktreif und will ihn unbedingt auf dem Pariser Automobilsalon ’39 vorstellen. Um die bereits angeschafften Maschinen zu testen und auch die 2CV-Produktionsabläufe zu erproben, ist im Citroënwerk Levallois bereits eine erste Serie von 250 Exemplare gefertigt worden. Konstruktiver Minimalismus: Abgesehen von den Radhauben besteht die Karosse des 2CV A 1939 vollständig aus Aluminium. Das spart Gewicht, macht aber vor allem eine Lackierung verzichtbar. Konstruktiver Minimalismus: Abgesehen von den Radhauben besteht die Karosse des 2CV A 1939 vollständig aus Aluminium. Das spart Gewicht, macht aber vor allem eine Lackierung verzichtbar. Die Neuartigkeit des 2CV Type A liegt im Spätsommer 1939 vor allem in seiner radikal auf Funktionalität getrimmten Gesamtkonstruktion. So ist bei den ersten 2CV nur das zum Fahren unbedingt Notwendige vorgesehen: Die per Wellblech stabilisierte Aluminiumkarosse deckelt das Leergewicht auf 380 Kilo, dennoch gibt es Platz für vier Erwachsene und 50 Kilogramm Gepäck. Ein von BMW-Motorrädern inspirierter 2-Zylinder-Boxer mit Wasserkühlung entwickelt zwar nur 9 SAE-PS aus 375 ccm, kann den 2CV aber auf 60 km/h beschleunigen – bei nur 3-4 Litern Verbrauch. Die erste 2CV Serie des Jahres 1939 verfügt im Gegensatz zu den Nachkriegsmodellen über einen wassergekühlten Boxermotor, der sich allerdings in späteren Kältetests nicht bewährt. Ein paar der ersten Serienexemplare werden zu Alltagstests nach Clermont-Ferrand in die Auvergne transportiert, von wo Marcel Michelin im Oktober 1939 nach Paris meldet, man sei wohl zufrieden mit dem 2CV, ärgere sich aber über das Aufsehen, das der Wagen errege. Doch zu diesem Zeitpunkt ist an einen Anlauf der Serienfertigung im größeren Stil ohnehin nicht mehr zu denken, denn zwischenzeitlich befinden sich Frankreich und Deutschland im Kriegszustand und der Pariser Autosalon ’39 ist abgesagt, die weitere Entwicklung des 2CV wird zunächst komplett eingestellt. Als deutsche Truppen Paris besetzen, sind die Vorserienmodelle entweder gut versteckt oder abgewrackt.

 

 

Vor 60 Jahren

 

01.08.1959 - Erstmals kann an bundesdeutschen Tankstellen mit Tankschecks bargeldlos bezahlt werden.

 

08/1959 - Die Serienproduktion des bereits 1957 auf der IAA vorgestellten DKW Junior beginnt. Der Wagen kommt mit einem Dreizylinder-Reihenmotor mit 750 ccm Hubraum und 34 PS auf die Straße. Mit der Karosserie des Junior verlässt die Auto Union die rundlichen Formen der auf einer Vorkriegskonstruktion beruhenden DKW-Personenwagen. Die ausschließlich zweitürige Karosserie in Trapezform mit leicht angedeuteten Heckflossen und einer nahezu waagerechten Linie der vorn leicht über die Scheinwerfer hinausgezogenen Seitenteile bietet verhältnismäßig viel Innenraum und nicht zuletzt dank schmaler Dachpfosten eine sehr gute Übersicht. Hinzu kommt ein großer Kofferraum, in dem das Reserverad rechts stehend und nicht wie bei den älteren Modellen unter dem Gepäck untergebracht ist. Gebaut wird der Junior bis 1962 und wird dann vom überarbeiteten Modell Junior de Luxe abgelöst, der zwischen 1961 und 1963 gebaut wird. Von beiden Modellen entstehen rund 240.000 Fahrzeuge.

 

18.08.1959 - Die ersten Austin Mini kommen auf den Markt. Der Mini wird von Sommer 1959 bis Herbst 2000 von der British Motor Corporation (BMC), dem Zusammenschluss der Austin Motor Company mit der Morris Motor Company, bzw. den durch weitere Zusammenschlüsse entstandenen Nachfolgefirmen British Leyland und Rover sowie von Lizenzpartnern (wie zum Beispiel Innocenti (Italien), Authi (Spanien) und IMA (Portugal)) gebaut. Sein Frontantrieb und der quer eingebaute Vierzylindermotor in Verbindung mit der neuartigen Kompaktkarosserie machen ihn zu einem Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Automobils. Bis zum Jahr 2000 werden in verschiedenen Karosserievarianten 5.387.862 Minis gebaut. Der Mini ist auch im Rallyesport erfolgreich. Er gewinnt von 1964 bis 1967 viermal in Folge die Rallye Monte Carlo.

 

 

Vor 50 Jahren

 

01.08.1969 - Die Produktion des "Volksporsche" genannten Porsche 914 läuft in Osnabrück an.

 

26.08.1969 - Die Auto Union GmbH wird mit der NSU Motorenwerke AG zur Audi NSU Auto Union AG verschmolzen, an der die Volkswagenwerk AG zunächst 59,5 Prozent der Anteile hält. Die Fusion der süddeutschen Tochterunternehmen leitet eine Markenvereinheitlichung unter der Bezeichnung Audi ein, die 1977 mit dem Produktionsende des NSU Ro 80 abgeschlossen wird. Die Audi NSU Auto Union AG wird zum 1. Januar 1985 in Audi AG umbenannt, der Firmensitz von Neckarsulm nach Ingolstadt verlegt.

 

8/1969 - Die Serienfertigung des als Konkurrenzmodell zum VW Käfer gedachten BMW 700 beginnt. Der Wagen  gilt als "Retter" der BMW AG. Dieser hat bisher nur Kleinstwagen wie die Isetta oder für die meisten Kunden unerschwingliche Repräsentationswagen wie den V8 im Angebot, jedoch nichts dazwischen als gewinnbringendes Großserienmodell.

 

 

Vor 40 Jahren

 

 

8/1979 - Der Opel Kadett D ist ein Fahrzeugmodell der Kompaktklasse der Adam Opel AG und wird von August 1979 bis Juli 1984 gebaut. Er ist Nachfolger des Kadett C und dessen GM-T Plattform von 1973. Mit diesem Modell auf der GM-T Plattform von 1979 wird ein Antriebskonzept mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb eingeführt. Der Kadett D ist für Opel aus wirtschaftlicher Sicht eines der wichtigsten Modelle dieser Zeit und kommt dem in dieser Klasse sehr erfolgreichen VW Golf in den Verkaufszahlen näher.

 

 

 

 

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Juli 2019

 

 

Vor 120 Jahren

 

11.07.1899 - Von neun Gründungsmitgliedern, darunter Giovanni Agnelli sen., wird die Firma Fiat gegründet, das erste Modell war noch im gleichen Jahr der 3 1/2 HP, von dem bis zum darauffolgenden Jahr 20 bzw. 24 Exemplare hergestellt wurden. .Der 3 1/2 HP hatte einen Zweizylinder-Heckmotor mit 679 ccm Hubraum und 4,2 PS. Damit konnte eine Geschwindigkeit von 22 km/h erreicht werden. Heute existieren noch mindestens vier Exemplare

 

16.-24.07.1899: Die Tour de France für Automobile wird erstmals durchgeführt. Der Sieger René de Knyff braucht auf einem Panhard & Levassor für die Strecke von Paris über Vichy und Nantes zurück nach Paris fast zwei Tage.

 

 

Vor 110 Jahren

 

16.07.1909 - Nachdem er seine Firma Horch im Streit mit dem Vorstand verlassen hat, gründet August Horch in Zwickau ein neues Automobilunternehmen . Es trägt den Namen "Audi". Dieser Name ist der lateinische Imperativ Singular von "audire" (dt.: hören, zuhören) und bedeutet "Höre!" oder auch "Horch!". Am 25.04.1910 werden die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau in das Handelsregister der Stadt Zwickau eingetragen.

 

24.07.1909 - Das Stuttgarter Karosseriewerk Reutter meldet am 24. Juli 1909 das Patent Nr. 225555 für ein „Klappverdeck mit Vordach, insbesondere für Motorfahrzeuge“. Diese „Reformkarosserie“ ist damit ein konstruktiver Vorläufer des Cabriolets. Bis zum Zweiten Weltkrieg baut Reutter im Kundenauftrag elegante und luxuriöse Karosserien auf Fahrgestelle fast aller renommierter deutscher Autobauer: Adler, Benz, BMW, Daimler/Daimler-Benz, Dixi, Horch, Maybach, NSU, Opel. Auch ausländische Autoproduzenten lassen Aufbauten für ihre Fahrzeuge bei Reutter herstellen, so u. a. Ansaldo, Austro-Daimler, Bugatti, Buick, Cadillac, Chrysler, Fiat, La Salle. Ab Ende der 1920er-Jahre produziert das Stuttgarter Karosseriewerk verschiedene Wanderer-Karosserien bis zum Wanderer W24, dem ersten Großserienauftrag für die Auto-Union AG. Die Holz-/Stahlgemischtbauweise ermöglicht größere Serien, und so kann Reutter Sonder- und Serienaufbauten für viele Automobilhersteller, allen voran Wanderer, fertigen. 1937 eröffnet man ein Zweigwerk in Stuttgart-Zuffenhausen, hauptsächlich zur Fertigung von Wanderer W24-Karosserien. Insgesamt 900 Beschäftigte bauen bis zu 33 Karosserien am Tag. Zudem entstehen hier ab 1932 auch die ersten Volkswagen Vorläufer (Porsche Typ 12 auf Zündapp-Basis und Typ 32 (NSU)), sowie die Volkswagen-Prototypen der Serie VW 303 und im Jahre 1938 der Serie VW 38. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt sich eine Partnerschaft mit Porsche für die Herstellung der Sportwagen-Karosserien des Typs Porsche 356. Für über 60.000 Fahrzeuge des legendären Sportwagens baut Reutter von 1950 bis 1963 Coupé- und Cabrio-Karosserien. Immer wieder stellt Reutter Prototypen und Modelle für Porsche auf 356 Basis her; ab 1961 arbeitet man gemeinsam mit dem Zuffenhausener Nachbarn am Nachfolger "T8", der 1963 als "901" auf den Markt kommt und 1964 schließlich in "911" umbenannt wird. Weitere Einzelaufträge der Nachkriegsjahre sind z. B. die Entwicklung der Prototypen BMW 501 und der Umbau des Citroën DS 19 mit einem speziellen Cabrioverdeck. Nach dem Verkauf des Karosseriewerks in Zuffenhausen an Porsche zum 1. Dezember 1963 behält die aus der 1957 in der Schweiz gegründete „Recaro AG“ hervorgegangene „Recaro GmbH & Co.“ (Reutter Carosserie) bis zum Verkauf Ende 1969 ihren Sitz im Stuttgarter Stammwerk in der Augustenstraße. 

 

 

Vor 70 Jahren

 

01.07.1949 - Dem Standart-Käfer wird nun ein Exportmodell an die Seite gestellt. Es hat eine verbesserte Ausstattung wie z.B. eine Zeituhr, Chromleisten, Bedienungsknöpfe am Armaturenbrett aus elfenbeinfarbigem Kunststoff und kostet 5.450 DM

 

23.07.1949 - Ein Großbrand im Hebmüller-Werk in Wülfrath zerstört die gesamten Produktionsanlagen. Zwar konnte der Wiederaufbau 1951 abgeschlossen werden, aber die wirtschaftliche Situation führte dazu, dass Hebmüller 1952 den Betrieb einstellen musste. Hebmüller baute vor dem Krieg hochwertige Aufbauten als Einzelstücke oder Kleinserien, u.a. für Austro-Daimler, F.N. und Dürkopp. Aber auch Ford und Opel ließen ihre Cabriolets und offenen Sportwagen zum Teil von Hebmüller bauen. Nach dem Krieg bekam Hebmüller von Volkswagen den Auftrag für den Bau von 2000 zweisitzigen Cabriolets, die ab 1949 hergestellt wurden. Doch aufgrund des Brandes wurden nur 626 Fahrzeuge gebaut. Außerdem baute Hebmüller ein offenes viersitziges Polizei-Einsatzfahrzeug auf VW Typ 1-Basis.

 

22.07.1949 - Die Serienfertigung des Volkswagen Typ 15, eines viersitzigen Cabriolets auf Basis des Export-Modells der Volkswagen Limousine, beginnt bei der Wilhelm Karmann Fahrzeugfabrik in Osnabrück. Nach einer Vorführung des Fahrzeugs am 13. April 1949 und seiner Erprobung spricht sich Nordhoff am 18. April 1949 dafür aus, „recht bald mit der Produktion dieses Cabriolets in Gang“ zu kommen. Der am 3./5. August 1949 geschlossene Vertrag sieht die Lieferung von zunächst 1 000 Einheiten vor. Durch hohe Alltagstauglichkeit ausgezeichnet und durch unsichtbar angebrachte Versteifungen an den Karosserieseiten in seinem Schwingungsverhalten neutralisiert, findet das Fahrzeug eine wachsende Kundengruppe. Zunächst für 7 500 DM angeboten, summiert sich die Fertigung bis Jahresende auf 440 Fahrzeuge. 1950 steigt die Produktion auf 2 669 Fahrzeuge an. Bis zur Produktionseinstellung am 10. Januar 1980 laufen in Osnabrück 330 281 Käfer Cabriolets vom Band.

 

 

Vor 60 Jahren

 

01.07.1959 - Zu diesem Stichtag beträgt der Fahrzeugbestand in der Bundesrepublik Deutschland  1.989.400 einspurige Krafträder, 3.337.600 Pkw und Krankenwagen, 603.600 Lkw, 784.100 Zugmaschinen, Autobusse: 30.100. Inclusive Westberlin ereignen sich 327.594 Unfälle mit Personenschaden. Dabei müssen 13.819 Personen ihr Leben lassen, 419.835 Verletzte gibt es zu beklagen. Das Straßennetz in der BRD erstreckt sich über 132.900 km. Davon entfallen auf Autobahnen 2.408 km und auf Bundesstraßen  24.23 km.

 

07/1959 – Nur ein Jahr nach seiner Präsentation wird der Opel Kapitän P 2,5, auch genannt „Schlüssellochkapitän“ aufgrund der Form seiner Heckleuchten, schon wieder abgelöst. Vom Sommer 1959 an wird der neue Kapitän, der P 2,6, gebaut. Die neue Karosserie hat eine flachere, gestreckte Linienführung mit einer noch größeren Panoramascheibe vorn. Das beim Vorgängertyp kritisierte hinten stark heruntergezogene Dach ist geändert, sodass man hinten wieder besser einsteigen kann. Mit dem auf 2605 cm³ vergrößerten Hubraum steigt die Motorleistung auf 90 PS (66 kW) und die Höchstgeschwindigkeit auf 150 km/h. Der Kapitän P 2,6 wird das erfolgreichste Modell der Baureihe. Nach dem bis Mitte 1960 verwendeten Overdrive bietet Opel bei diesem Modell ab Sommer 1960 erstmals als Extra ein automatisches 3-Gang-„Hydramatic“-Getriebe und ab 1962 eine Servolenkung an. Außerdem gibt es wieder eine höherwertige Ausstattungsvariante („L“-Version). Opel nimmt auch davon Abstand, nach amerikanischem Vorbild nahezu jedes Jahr ein abgeändertes Fahrzeug zu präsentieren. Vom Opel Kapitän P 2,6 gibt es auch eine zweitürige Coupé-artige Variante in sehr geringen Stückzahlen, die bei Autenrieth in Darmstadt gebaut wird. Zwei davon sind noch bekannt, eine ist fahrbereit. Von Juli 1959 bis Dezember 1963 werden insgesamt 145.616 Kapitän P 2,6 gebaut. Die letzten Neuzulassungen sind im Februar 1964 verzeichnet. Der P 2,6 ist der letzte Kapitän, der in der Sechszylinder-Klasse noch vor Daimler-Benz in der Zulassungsstatistik liegt.

 

 

Vor 50 Jahren

 

 

19.07.1969 - Im Alter von 94 Jahren stirbt in Rüsselsheim der frühere Rennfahrer Carl Jörns. Jörns beginnt seine Kariere mit Radrennen, u.a. gegen die Gebrüder Opel. Sein erstes Radrennen gewinnt er im Jahr 1893. Im Jahr 1902 wird der technikbegeisterte Jörns als Fahrlehrer und Einfahrer bei Opel beschäftigt. Ein Jahr später startet er für Opel bei seinem ersten Automobilrennen auf der Frankfurter Pferderennbahn. Ein Jahr später feiert er seinen Sieg. Nachdem  er 1907 beim Kaiserpreis-Rennen im Taunus mit einem Opel 34/65 PS nach hartem Kampf mit dem späteren Sieger Nazzaro einen hervorragenden dritten Platz erzielt, erhält Opel den Titel "kaiserlicher Hoflieferant für Automobile". 1925 feiert er zwei Siege beim Rennen "Rund um die Solitude" . Nach seinem Sieg beim Herkulesrennen 1926 beendet er seine Karriere. Jörns fuhr ausschließlich für Opel.

 

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Juni 2019

 

 

Vor 110 Jahren

 

09.06.1909 - 7. August: Die 23jährige Alice Ramsey erreicht mit drei Begleiterinnen bei der ersten Fahrt einer Automobilistin von Küste zu Küste der USA ihr Ziel in San Francisco. Die Frauen sind am 9. Juni in New York gestartet.

 

Vor 70 Jahren

 

03.06.1949 - Serienbeginn des viersitzigen VW Cabriolets bei Karmann in Osnabrück. Zunächst werden täglich 1 bis 2 Exemplare hergestellt. Das erste Exemplar wird am 30.10.1949 zugelassen. Im Rekordjahr 1971 werden 24.273 Cabriolets gebaut. Am 10.01.1980 lief mit der Produktionsnummer 331.847 das letzte Fahrzeug vom Band.

 

19.06.1949 - Das erste offizielle Rennen des heutigen NASCAR Sprint Cup findet auf dem 1949 eröffneten Charlotte Speedway in Charlotte, North Carolina, USA, statt. Der Charlotte Speedway ist ein dreiviertel Meilen langes Oval und das erste Rennen geht über eine Distanz von 150 Meilen. Nach insgesamt 12 NASCAR-Rennen wird der Charlotte Speedway am 17.10.1956 wieder geschlossen.

 

29.06.1959 - Als Nachfolger des Panhard Dyna Z kommt das Modell PL 17 auf den Markt. Der Wagen ist eine Weiterentwicklung seines Vorgängers, weist aber eine noch stromlinienförmigere Karosserie auf. Das „PL“ steht für „Panhard & Levassor“ (so hieß die Firma bis 1945) und soll eine ähnliche Eleganz wie das „DS“ von Citroën ausstrahlen. Die „17“ stellt die Summe aus 5 CV (französische Steuer-PS), 6 Sitzplätzen und 6 l / 100 km (Benzinverbrauch) dar. Gebaut wird der PL 17 bis 1965.

 

 

Vor 60 Jahren

 

24.06.1959 - Auf der Rennstrecke in Monza wird der Presse die offizielle Produktions-version der Alfa Romeo Giulietta Sprint Speciale vorgestellt.  Der Tipo 750 SS  entsteht zunächst in 101 Einheiten, um das Auto gemäß den FIA-Bestimmungen zu homologieren. Einige Fahrzeuge entstehen komplett aus Aluminium, die meisten jedoch erhalten eine Stahlkarosserie und nur die Türen, die Motorhaube und der Kofferraumdeckel sind aus Aluminium. Der Luftwiderstandsbeiwert beträgt 0,28. Das zweitürige Sportcoupé erhält den Alfa Romeo Twin Cam-Motor mit 1.290 ccm Hubraum.  1963 erhält sie den 1.570 ccm großen Motor der Alfa Romeo Giulia SS mit 112 PS. Bis 1966 entstehen 1.366 Giulietta Sprint Speciale und 1.400 Giulia Sprint Speciale.

 

 

Vor 50 Jahren

 

25.06.1969 - Knapp 2 1/2 Jahre nach der Übernahme durch BMW läuft in Dingolfing der letzte Glas vom Band, ein Goggomobil. Angetrieben wird der „Goggo“ von einem im Heck untergebrachten gebläsegekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 247 ccm und 13,6 PS, zum Schluss mit 395 ccm und 18,5 PS. Zwischen 1955 und 1959 werden vom Kleinstwagen aus Dingolfing 284.491 Fahrzeuge gebaut, davon 214.313 als Limousine, 66.511 als Coupé und 3.667 als Transporter.

 

30.06.1969 - Die Fertigung des großen Karmann Ghia Typ 34 wird eingestellt. Vom „großen“ Karmann Ghia werden zwischen 1961 und 1969 lediglich 42.505 Coupes hergestellt. Im Gegensatz zum seit 1955 gebauten Karmann Ghia Typ 14 gibt es kein Serien-Cabriolet, es entstehen nur wenige, vermutlich 12 Prototypen und Nullserienfahrzeuge.

 

 

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Mai 2019

 

 

Vor 130 Jahren

 

28.05.1889 - Die Brüder Èdouard und André Michelin gründen das Unternehmen Michelin & Compagnie. Dazu übernehmen sie eine kautschukverarbeitende Produktionsstätte in Clermand-Ferrand. Zunächst produzieren sie Industrieabdichtungen, Gummibälle für Kinder und Bremsklötze für Kutschen. 1991 lässt sich Èdouard Michelin einen auswechselbaren Luftreifen patentieren und legt damit den Grundstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens. 1895 nimmt "l'Eclair" (der Blitz) als erstes Auto auf Luftreifen an einem Autorennen von Bordeaux nach Paris und zurück teil.  1900 erscheint der erste Michelin-Führer (Guide Michelin) in einer Auflage von 35.000 Exemplaren und wird kostenlos an Autofahrer verteilt. Der Guide Michelin ist noch ein Werkstattführer mit wichtigen Informationen rund um das Auto und die Reifen; erst später wird er zum Reiseführer.

 

 

Vor 120 Jahren

 

14.05.1899 - Ausgerichtet vom Westdeutschen Automobilclub findet das erste internationale Automobilrennen statt. Die "Fernfahrt  Aachen - Coblenz" geht über 146 Kilometer und hat ein gerade aus heutiger Sicht bemerkenswertes Reglement: "Zugelassen zum Rennen sind alle Fahrzeuge, welche ihre Energie mit Ortsveränderung in sich tragen und von einem geübten Sachkundigen geleitet werden... Die Distanzfahrt nach Coblenz beginnt in Aachen, Jülicher Chaussee, Kilometerstein 6 um 9 1/2 Uhr morgens... Die Route der Distanzfahrt ist folgende: Jülich, Cöln, Bonn, Sinzig, Coblenz, insgesamt 146 Kilometer. In jedem der genannten Orte ist eine Kontrollstelle eingerichtet mit Depot für Benzin, Oel, etc. Jeder Teilnehmer erhält mit der Bestätigung seiner Meldung eine genaue Karte obiger Route... Ein Wechsel der Fahrzeuge während der Distanzfahrt ist nicht gestattet. Am Ausgangspunkt werden alle teilnehmenden Fahrzeuge plombiert und erhalten diese sowohl, als auch die Fahrer eine Nummer... An den genannten Stationen werden Kontrolleure anwesend sein, welche über die Ankunfts- und Abgangszeit der Fahrzeuge, sowie sonstige Vorkommnisse Notizen machen werden. Start und Ziel, sowie die Kontrollstationen sind durch eine Aufschrift kenntlich gemacht. Die Kontrolleure tragen eine Armbinde..." Von den 25 gemeldeten Fahrzeugen starteten nur 14. Sieger war Carl Cudell auf einem Motordreirad der Aachener Firma Cudell.

 

 

Vor 110 Jahren

 

01.05.1909 - In Swakopmund/Deutsch-Südwestafrika vollendet der Deutsche Paul Graetz die erste Durchquerung Afrikas im Automobil. Sein 35-PS-Spezialwagen der Süddeutschen Automobilfabrik Gaggenau GmbH ist mit einem Sonderaufbau des Berliner Karosserieherstellers Neuss versehen. Die 9 500 km lange Reise hat am 10. August 1907 in Dar-es-Salaam/Deutsch-Ostafrika begonnen.

 

 

Vor 100 Jahren

 

5/1919 - Das erste eigenständige Modell von Bentley wird der Öffentlichkeit vorgestellt: Der Bentley 3 Litre. Allerdings besitzt er zu diesem Zeitpunkt nur eine Motorattrappe. Da die Entwicklung länger als geplant dauert, wird das erste Fahrzeug erst im September 1921 ausgeliefert. Die schnellste Variante, der 3 Litre Super Sports, erreicht die damals prestigeträchtigen 100 Meilen pro Stunde (ca. 160 km/h). 1924 gewinnt ein solches Modell die 24 Stunden von Le Mans. Bentley bietet die Fahrzeuge als Chassis an und verschiedene Karosseriebauer (Bentley empfahl Vanden Plas) fertigen die Aufbauten. Bis 1930 entstehen 1.622 Cassis.

 

 

Vor 80 Jahren

 

30.05.1939 -Wilbur Shaw gewinnt am Steuer des Maserati „Boyle Special“ 8 CTF die „Indy 500“ mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 185,131 km/h. 1940 wiederholt er den Triumph mit dem gleichen Fahrzeug  und wird jeweils einmal Zweiter und Dritter bei diesem bedeutenden Rennen.

 

 

Vor 70 Jahren

 

05/1949 - Der Mercedes-Benz 170, ein bereits vor dem Krieg produziertes Fahrzeug, kommt nun auch als Diesel auf den Markt. Er hat einen Vierzylindermotor mit 1.767 ccm  Hubraum und 40 PS.

 

24.05.1949 - das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland tritt in Kraft. Besondere Bedeutung haben aufgrund der Erfahrungen aus dem nationalsozialistischen Unrechtsstaat die Grundrechte. Beschlossen wird es vom Parlamentarischen Rat am 8. Mai 1949 mit 53 zu 12 Stimmen. Die Gegenstimmen kommen von Abgeordneten der CSU, der Deutschen Partei, der Zentrumspartei und der KPD. Am 23.05.1949 wird es in einer feierlichen Sitzung des Parlamentarischen Rates durch den Präsidenten des Parlamentarischen Rates und die Vizepräsidenten verkündet und ausgefertigt. Die Verfassungsurkunde wird von den 65 stimmberechtigten Mitgliedern mit Ausnahme der zwei kommunistischen Abgeordneten des Parlamentarischen Rates unterzeichnet. Das Grundgesetz beginnt im Artikel 1 Absatz 1 mit den Worten "Die Würde des Menschen ist unantastbar.". Ein Satz, den heute wieder zahlreiche Bürger missachten und offenbar wieder den Idealen der Nazizeit anhängen und Parteien wählen, deren Auffassungen nur schwer mit den freiheitlichen Idealen unserer Verfassung vereinbar sind.

 

 

Vor 60 Jahren

 

5/1959 - Bei der BRDC International Trophy erscheint ein schneller Aston Martin DB 4 in der Öffentlichkeit. Mit einem Prototyp des DB4 GT gewinnt Stirling Moss ein Rahmenrennen. Ein halbes Jahr später wird der Wagen auf der London Motor Show öffentlich präsentiert. Mit einem überarbeiteten Triebwerk und einer Leistung von offiziell 302 bhp (tatsächlich aber nur ca. 270 bhp) erreicht der GT mit der längsten Übersetzung eine Höchstgeschwindigkeit von 246 km/h. Im Gegensatz zum Serien-DB4 hat der GT ein verkürztes Fahrgestell und ist ein reiner Zweisitzer. Insgesamt entstehen 75 Fahrzeuge. Knapp 60 Jahre später wird 2017 die Produktion wieder aufgenommen und weitere 25 Exemplare entstehen für Sammler. Auf Basis des DB4 GT entsteht als separates Modell der DB 4 GT Zagato.  Die eigenständige, wunderschöne Karosserie entwirft Ercole Spada. Der DB4 GT Zagato verfügt über 314 PS. Es entstehen 19 Exemplare. 2015 erzielt eines dieser 19 Fahrzeuge einen Verkaufspreis von 14,3 Millionen Pfund (ca. 15,7 Mio. Euro).

 

 

Vor 30 Jahren

 

 

5/1989 - Die Produktion des  neuen Oberklasse-Coupés der 8er-Baureihe von BMW startet. Der E31  ist bis zu seiner Einstellung im Mai 1999 das teuerste Modell im BMW-Programm. Mit etwa 30.600 gebauten Exemplaren bleibt er hinter seinen Erwartungen zurück. Das mit markanten Klappscheinwerfern ausgestattete Fahrzeug wird zunächst nur als 850i mit dem bereits im BMW 750 eingebauten Zwölfzylindermotor mit 300 PS ausgeliefert, 1992 kommt der 850VSi mit 380 PS hinzu. 1993 folgt der mit einem V8-Zylinder ausgerüstete 840i.

 

 

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April 2019

 

Vor 120 Jahren

 

04/1899 - In Mailand von Cesare Isotta und Vincenzo Fraschini die Fabbrica Automobili Isotta Fraschini gegründet. Zunächst beschränken sie sich auf die Montage und den Vertrieb von Renault-Fahrzeugen. Ab 1903 stellen sie ihre ersten eigenen Modelle mit 4,8, 5,5 oder 7,5 Liter Hubraum und Kettenantrieb vor.  1905 bauen sie den Rennwagen Tipo D mit einem 17.203 ccm großen Vierzylindermotor. 1907 wird der Sieg bei der Coppa Florio gefeiert. Von 1907 bis 1908 gehört die Firma kurzfristig dem französischen Luxusautomobilhersteller Lorraine-Dietrich. Nach dem Ersten Weltkrieg beginnt Isotta-Fraschini mit der Produktion von Luxusautomobilen. Das erste Modell ist 1919 der Tipo 8 mit einem großen Achtzylinder-Reihenmotor. Durch dieses Modell und den Nachfolger Tipo 8A (ab 1924) erwirbt sich die Firma den Ruf als Hersteller äußerst hochwertiger Fahrzeuge und konkurriert mit Firmen wie Rolls-Royce und Hispano-Suiza. Zu den Kunden gehören berühmte Schauspieler wie Greta Garbo und Rudolph Valentino, aber auch der Vatikan. Viele Fahrzeuge werden in die USA exportiert. Doch die Weltwirtschaftskrise und der Bau von Luxuswagen durch amerikanische Hersteller machen Isotta-Fraschini zu schaffen. 1936 wird überraschend die Produktion von Personenwagen eingestellt. Isotta Fraschini baut nun zusammen mit Zagato Lastkraftwagen für die italienische Armee. Da die Werksanlagen im Krieg weitestgehend unzerstört bleiben, geling es Isotta Fraschini, bereits 1946 mit dem Tipo 8C Monterosa ein komplett neu konstruiertes Automobil vorzustellen. Die luxuriöse viertürige Limousine besitzt eine moderne Karosserie im und einen 120 PS starken V8-Motor im Heck. Es entstehen jedoch nur 20 Exemplare, aufgrund des hohen Preises ist eine Serienfertigung nicht möglich. 1949 endet die Automobilproduktion endgültig. 

 

12.04.1899 - Die Zürcher Patent-Motorwagen-Fabrik Rapid übernimmt eine Lizenz von Egg & Egli (ein seit 1896 existierendes Automobilunternehmen) und beginnt mit der Produktion von Automobilen mit dem Markennamen Rapid. Dieses ist ein Dreirad mit einem wassergekühlten Einzylindermotor, der in Mittelbauweise vor dem Hinterrad montiert ist und eine Leistung von mehr als 3 PS hat. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 km/h. Nach 1 1/2 Jahren und etwa 100 Fahrzeugen endet die Produktion.

 

29.04.1899 - Bei einer Rekordfahrt wird die elektrisch betriebene "La Jamais Contente“ des Franzosen Camille Jenatzy das erste Landfahrzeug, das eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h erreicht.

 

 

Vor 110 Jahren

 

06.04.1909 - Hermann Lang wird in Stuttgart-Cannstatt geboren. Zu seiner Zeit stammen die Rennfahrer zumeist aus aristokratischen Familien, während Lang aus bescheidenen Verhältnissen kommt und sich seinen Weg nach oben hart erarbeiten muss. Zunächst macht er eine Lehre als Mechaniker. 1927 beginnt er, bei Motorradrennen zu starten, 1931 gewinnt er die deutsche Bergmeisterschaft für Seitenwagenmaschinen. Zwei Jahre später wird er Mechaniker in der Mercedes-Rennabteilung und kümmert sich in erster Linie um Luigi Fagiolis Wagen. 1935 nimmt er in Monza als Nachwuchsfahrer bei Testfahrten teil und beeindruckt Rennleiter Alfred Neubauermit seinem Start und seiner Kurventechnik. Am 16.06.1935 startet er auf dem Nürburgring zu seinem ersten Renneinsatz und belegt den fünften Platz. Er entwickelt eine Vorliebe für Hochgeschwindigkeitsstrecken und gewinnt dreimal den Gran Premio di Tripoli und 1937 das AVUS-Rennen. 1939 ist sein erfolgreichstes Jahr mit Siegen in Pau, Tripolis, Belgien und der Schweiz bei den dortigen Großen Preisen, dazu das Bergrennen am Freiburger Schauinsland und das Wiener Höhenstraßenrennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg startet er zunächst mit einem eigenen Veritas Meteor,  und wechslt 1951 wieder zu Mercedes. Als 1952 die große Zeit des Mercedes 300 SL beginnt, gehört Hermann Lang zusammen mit Rudolf Caracciola, Karl Kling und Fritz Riess zur Werksmannschaft. 1952 gewinnt Lang das Eifelrennen und zusammen mit Riess die 24 Stunden von Le Mans, den Großen Preis von Bern und wird hinter Karl Kling Zweiter bei der Carrera Panamericana. Er ist maßgeblich beim Einstieg von Mercedes in die Formel 1 im Jahr 1954 beteiligt. Nachdem er an dritter Stelle liegend 1953 beim Großen Preis von Deutschland von der Strecke rutscht, benndet er seine aktive Rennfahrerkarriere. 1987 stirbt er im Alter von 78 Jahren in Bad Cannstatt.

 

08.04.1909 - Die nationale Zulassungsbehörde erteilt die Zulassung für den Renault Type AT, einem Rennwagenmodell mit einem leichten, zweisitzigen Aufbau. Angetrieben wird er von einem wassergekühlten Vierzylindermotor mit 7433 ccm Hubraum und 45 PS. Je nach Übersetzung liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 79 bis 114 km/h. Am 26.08.1909 siegt Louis Raffalovitch mit einem Renault Type AT beim 24-Stunden-Rennen von New York.

 

4/1909 – Im April 1909 beschließt die Daimler-Motoren-Gesellschaft den Bau von Versuchsfahrzeugen mit dem vom Amerikaner Charles J. Knight erfundenen ventillosen Schiebermotor. Sein Vorteil sind die außergewöhnliche Laufruhe und Kultiviertheit. Das erste Exemplar einer Versuchsserie von sechs Stück wird am 23. Juni 1909 fertig gestellt. Die Erprobung ist erfolgreich, und so erwirbt die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) im März 1910 die Lizenzen zur Produktion der Knight-Motoren für einen Zeitraum von zunächst zehn Jahren. Mitte 1910 debütiert auf dem Pariser Automobil-Salon dann das erste Serienmodell mit Knight-Motor, ein Mercedes 16/40 PS mit 4-Liter-Vierzylinderaggregat. Die Serienfertigung des Typs beginnt Anfang 1911, er bleibt bis 1924 im Fertigungsprogramm. Zwei weitere Vierzylindermodelle, der 10/30 PS und der 25/65 PS, gehen 1913 in Produktion, sie werden bis 1915 gebaut. Vom Vierliter-Typ entstehen innerhalb von 14 Jahren rund 5.500 Stück.

 

 

Vor 90 Jahren

 

04/1929 - Der bereits auf der Londoner Motor Show 1928 vorgestellte MG M-Type wird im Morris-Werk in Cowley hergestellt. Mit diesem kleinen Wagen, dem ersten Midget (dt.: Zwerg), erschließt sich MG ein neues Marktsegment, was die Firma vermutlich nach der Weltwirtschaftskrise vor dem Untergang rettet. Der zweitürige Sportwagen hat einen Reihenvierzylindermotor mit 847 ccm Hubraum und 20 bhp. Gebaut wird der M-Type Midget bis 1932.

 

04.04.1929 – Der Ingenieur und Automobilpionier Carl Friedrich Benz stirbt  in Ladenburg. Sein Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1885 gilt als erstes praxistaugliches Automobil. Carl Benz besucht zunächst das naturwissenschaftlich orientierte Karlsruher Lyzeum. Seine Mutter vergibt Kost und Logis an Studenten des Polytechnikums, den von ihrer kargen Witwenrente kann sie sich und ihren Sohn nicht ernähren. Nach der Schule besteht Carl die Aufnahmeprüfung am Polytechnikum Karlsruhe und studiert erfolgreich Maschinenbau. 1971 gründet er in Mannheim mit den Mitteln seiner späteren Ehefrau Bertha Ringer die „Eisengießerei und mechanische Werkstätte“. Ein Jahr später heiratet er Bertha Ringer. Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor. 1878/18979 entwickelt Benz einen verdichtungslosen Zweitaktmotor und später einen leichten Viertaktmotor. Er entwickelt den Differentialantrieb weiter und weitere Kraftfahrzeugelemente wie die Achsschenkellenkung, die Zündkerze, den Vergaser, die Kupplung oder die Gangschaltung. Diese Arbeiten sind sehr kostspielig und auf Drängens einer Hausbank wird die Firma 1882 in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen „Gasmotorenfabrik in Mannheim A.G.“. Aufgrund von Differenzen im Aufsichtstrat über seine Visionen verlässt Carl Benz die Firma und gründet 1883 die „Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim“.  Am 29. Januar 1886 meldete er seinen Motorwagen zum Patent an, den „Benz Patent-Motorwagen Nummer 1“ („Tricycle“ laut Patenttext). Das Fahrzeug gilt als erstes praxistauglicher Kraftwagen. Zunächst wird sein Fahrzeug jedoch belächelt und als „Wagen ohne Pferde“ bezeichnet.  Am 01.08.1988 erhält er für seinen Motorwagen die erste Fahrerlaubnis der Welt, ausgestellt vom Großherzoglich-Badischen Bezirksamt. Nur wenige Tage später unternimmt seine Ehefrau Bertha die berühmte erste erfolgreiche Fernfahrt mit ihren Söhnen Eugen und Richard im Benz Patent-Motorwagen Nummer 3. Im Jahr 1899 wird das Unternehmen in die „Benz & Cie AG“ umgewandelt und ist 1900 die größte Automobilfabrik der Welt. Dennoch tritt Benz 1903 verärgert aus dem Unternehmen aus und gründet 1906 mit seinen Söhnen das Unternehmen „Carl-Benz Söhne“. 1914 verleiht die Technische Hochschule Karlsruhe Carl Benz den Ehrendoktortitel. Im Alter von 84 Jahren stirbt er an den Folgen einer Entzündung der Bronchien.

 

 

Vor 70 Jahren

 

06.04.1949 - Volkswagen bestellt bei der Firma Karosseriewerke Josef Hebmüller und Söhne in Wülfrath 675 Aufbauten für das zweisitzige Cabriolet vom Typ 14, das durch seine elegante Form besticht. Die Erprobungsergebnisse an den am 21. März und 1. Juni 1949 gelieferten Versuchsfahrzeugen machen unter anderem eine konstruktive Verstärkung des Aufbaus erforderlich. Auch wird die Fertigungsqualität bemängelt. Ein durch eine Lackstaubverpuffung verursachter Brand unterbricht die Produktion am 23. Juli 1949 – bis dahin liefert Hebmüller 53 Cabriolets und 236 Polizei-Streifenwagen von Volkswagen Typ 18 aus. Zwar nimmt Hebmüller die Produktion wieder auf, jedoch entspricht Volkswagen dem Wunsch auf Erhöhung der Liefermenge nicht. Auch wegen der geringen Stückzahl von insgesamt 680 gebauten Fahrzeugen gehört das Hebmüller Cabriolet zu den begehrten Sammlerstücken.

 

16.04.1949 - Der erste VW-Käfer wird am 16. April 1949 nach Österreich importiert. Und er läuft und läuft und läuft. Damit laufen auch die Geschäfte der Firma Porsche gut an. Auch dank dem erfolgreichen Aufbau einer schlagkräftigen Vertriebsorganisation und dem damit verbundenen zuverlässigen Kundendienst. Von Salzburg aus baut Louise Piech neben dem Fahrzeugimport eine eigene Einzelhandelskette auf: Die Porsche Inter Auto GmbH & Co KG, die sich bis heute zu 100 % im Besitz der Familien Porsche und Piech befindet.

 

 

Vor 60 Jahren

 

01.04.1959 - Mit dem Gesetz vom 1. April 1959 werden auch scharfkantige Lichtschirme an Scheinwerfern und Flügelmuttern an Zentralverschlüssen aus dem Verkehr gezogen. So darf der stilisierte Düsenjäger des Oldsmobils nicht mehr weiterfliegen, und auch das Markenzeichen von Jaguar, die Wildkatze Leaper, setzt zum vorerst letzten Sprung an. Ursprünglich ist der Kühlerschmuck als reine Zierde gedacht. Die Fahrzeughersteller empfinden dies allerdings als Schnickschnack und überlassen den Zulieferern und Teilehändlern das Geschäft. Erst als die Figuren immer bizarrere Formen annahmen, entschließen sich die Autobauer dazu, eigene auf den Markt zu bringen und so den Platz an der Front des Wagens für sich selbst einzunehmen. In der Blütezeit der Kühlerfiguren - in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts - thront vorne so manche skurrile Figur, von der Schnecke über die Ente bis hin zur Streichholzschachtel.

 

 

Vor 50 Jahren

 

4/1969 - Die 1967 vorgestellte neue Baureihe W114 wird um das Coupé ergänzt. Die fehlende B-Säule und das niedrige Dach sorgen für ein neues Erscheinungsbild des Mercedes /8. Bis zur Einstellung des Modells im Jahr 1976 werden rund 36.000 Coupés gefertigt.

 

4/1969 - Der erste Prototyp des Melkus RS 1000 entsteht. Er hat nur einen Dreizylinder-Zweitaktmotor, die Basis ist der Wartburg 353. Aber der bis 1973 gefertigte Sportwagen des Dresdners Heinz Melkus ist exklusiver als ein Lamborghini Miura und optisch nicht weniger rasant. Zunächst hat der RS 1000 eine Leistung von 70 PS bei 992 ccm Hubraum, ab 1972 sind es 70 PS bei 1.119 ccm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Insgesamt entstehen 101 Exemplare, der Neupreis liegt bei 30.000 Ostmark. Ein Fahrzeug wurde als Rennversion gebaut mit einem 90 PS starken 1119 ccm großen Motor. Die Höchstgeschwindigkeit dieses Einzelstücks liegt bei 200 km/h.

 

 

Vor 20 Jahren

 

 

4/1999 - Die erste Baureihe des Opel Zafira kommt auf den Markt. Mit ihr wird das damals neuartige und im Opel-Auftrag von Porsche in Weissach entwickelte Sitzkonzept „Flex 7“  mit Platz für bis zu sieben Personen eingeführt. Dabei lassen sich die hinteren beiden Sitze (in der dritten Sitzreihe) jeweils einzeln vollständig im Wagenboden versenken und die mittlere dreisitzige Sitzreihe lässt sich zusammenklappen und nach vorne schieben. Dies ermöglicht einen Umbau von einer siebensitzigen Limousine bis zu einer 1,8 Meter langen und 1,1 Meter breiten ebenen Ladefläche, ohne die Sitze ausbauen zu müssen. Der Zafira rettet aufgrund seines Markterfolges zunächst den Opel-Standort Bochum. 2001 präsentiert Opel den Zafira CNG als ersten reinen Erdgas-Pkw und mit dem POC wird der Zafira auch mit einem 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder angeboten. Diese sportliche Variante leistet 192 PS (später 200 PS) und verfügt über ein Drehmoment von 250 Nm. Die erste Serie wird bis 2005 gebaut.

 

 

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März 2019

 

Vor 120 Jahren

 

10.03.1899 - In ganz Frankreich wird der Führerschein mit Fahrprüfung Pflicht.

 

 

Vor 110 Jahren

 

23.03.1909 - In Bissingen/Enz wird die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH von Wilhelm Maybach und Ferdinand Graf von Zeppelin gegründet. Zunächst entwickelt und baut die Gesellschaft Diesel- bzw. Gasmotoren für die Luftschiffe der Zeppelin-Werke. Da nach dem 1. Weltkrieg aufgrund des Versailler Vertrages Deutschland die Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen verboten ist, beginnen das 1918 in Maybach-Motorenbau GmbH umbenannte Unternehmen mit der Herstellung von Automobilen.  1919 entsteht der erste Versuchswagen, der erste zum Verkauf angebotene Wagen "W 3" wird 1921 auf der Berliner Automobilausstellung präsentiert. Maybach-Fahrzeuge gelten als Luxuswagen. Bis 1941 werden lediglich 2300 Maybach-Fahrzeuge hergestellt. Nach dem 2. Weltkrieg wird die Fahrzeugproduktion mangels Kapitals nicht wieder aufgenommen und das Unternehmen beschränkt sich auf den Motorenbau für Schienenfahrzeuge und Schiffsdiesel. 1960 übernimmt Daimler-Benz die Maybach-Motorenbau GmbH.

 

 

Vor 90 Jahren

 

05.03.1929 – Im schwedischen Trollhättan wird Erik Carlsson geboren. Sein Name ist untrennbar mit Saab und dem Rallyesport verbunden. Zunächst hat er einige Erfolge bei nationalen Rennveranstaltungen im benachbarten Finnland. 1957 feiert er seinen ersten großen internationalen Erfolg, als er die 1000-Seen-Rallye gewinnt, der heutigen Rallye Finnland. In den nächsten 10 Jahren folgen u.a. Siege bei der Rallye Schweden (1959), der Rallye Monte Carlo (1962, 1963) und der Rallye die Fiori, dem Vorgänger der Rallye San Remo. Dreimal in Folge triumphiert er bei der RAC Rallye (1960, 1961, 1962). Seinen Spitznamen Carlsson auf dem Dach erhält er in Anlehnung an Astrid Lindgrens Romanfigur, da es durchaus vorkommt, dass er seinen Saab aufs Dach legt. Carlsson gilt er als Vater des Linksbremsens. Um die Drehzahlen der Saab-Zweitaktmotoren hochzuhalten, lässt er den rechten Fuß auf dem Gaspedal und bremst mit dem Linken. Auch seine Frau gibt Gas: 1963 heiratet Carlsson Pat Moss, die jüngere Schwester der britischen Formel 1-Rennfahrers und Mille Miglia-Siegers Stirling Moss. Am 27.05.2015 stirbt Erik Carlsson in England.

 

17.03.1929 - Die Brüder Wilhelm von Opel und Friedrich Opel verkaufen 80 % ihrer Unternehmensanteile an den amerikanischen Automobilkonzern General Motors, zwei Jahre später gehört Opel vollständig zu GM. Die Opel-Brüder bleiben im Aufsichtsrat, Fritz von Opel leitet den Vorstand.

 

 

Vor 80 Jahren

 

03.-12. März 1939 - Auf dem Genfer Autosalon wird das letzte vor dem Zweiten Weltkrieg konstruierte Opel-Modell vorgestellt. Der Opel Kapitän. Er ist der Nachfolger des Opel Super 6, besitzt auch dessen 2,5-Liter-Motor, hat nun aber eine selbstragende Karosserie und eine vordere Einzelradaufhängung mit doppelten Querlenkern. Dem Kapitän gibt es als Limousine mit zwei oder vier Türen sowie als Cabriolet. Bis zum Herbst 1940 werden 25.371 Stück gebaut. Der Kaufpreis für die zweitürige Limousine beträgt 3.575 RM, für die viertürige Limousine 3.975 und für das vier- bis fünfsitzige Vier-Fenster-Cabriolet 4.235 RM. Zusätzlich bauen die Karosseriebaufirmen Gläser (Dresden) und Hebmüller (Wülfrath) zweitsitzige Cabriolets.

 

 

Vor 70 Jahren

 

31.03.1949 - In Bologna wird das Unternehmen Abarth & C. gegründet. Carlo Abarth, ein in Italien lebender österreichischer Motorradrennfahrer und Unternehmer, baut mit seiner Firma Sportwagen mit kleinem Hubraum, zunächst überwiegend Einzelstücke und kleine Serien mit speziellen Karosserien unterschiedlichster Designer und Karosseriebauer. Dazu zählen Allemano, Bertone, Boano, Ghia, Pininfarina, Vignalo oder Zagato. Bekannt wird die Firma Abarth aber auch als Tuner, vor allem für Fiat, Simca und Alfa Romeo. Im Rennstall Abarth fahren u.a. Derek Bell, Hans, Herrmann, Jochen Nerpasch oder Walter Röhrl. 1971 ist mit der selbständigen Firma Abarth Schluss. Carlo Abarth verkauft das Unternehmen und die Markenrechte an den Fiat-Konzern.

 

3/1949 - Bei der Firma Hebmüller beginnt die Produktion des ersten serienmäßigen Käfer-Cabriolets. Von diesem zweisitzigen Cabriolet entstanden insgesamt 696 Stück, die heute sehr begehrt sind und zu den teuersten Volkswagen-Klassikern gehören. Geplant sind 2000 Stück, doch nach einem Großbrand der Produktionsanlagen in Wülfrath erholt sich die Firma nicht wieder. Zwar entstehen bis 1951 diese neu und modernisiert, doch ist der finanzielle Gesamtbedarf höher als die Versicherungssumme und die Banken kündigen trotz guter Auftragslage die Kredite. 1952 muss Hebmüller einen Vergleich beantragen und den Betrieb einstellen. Die letzten Hebmüller-Cabriolets entstehen ausgerechnet beim Konkurrenten Karmann in Osnabrück, der parallel zu Hebmüller das viersitzige Käfer-Cabriolet baut. Dort entsteht noch ein gutes Dutzend der eleganten Zweisitzer. Heute ist das Hebmüller-Cabriolet die teuerste Variante des Käfers und erzielt im Top-Zustand Preise deutlich jenseits der 100.000 Euro.

 

 

Vor 50 Jahren

 

03/1969 - Mit Kapitän, Admiral und Diplomat B lanciert Opel seine letzte echte Oberklasse. Der Kapitän läuft 1970 aus, der Admiral 1976. Ein Jahr länger hält sich der Diplomat im Modellprogramm der Rüsselsheimer. Die Fesamtstückzahl der Fahrzeuge beträgt 61.569. Der seit März 1969 bei den Händlern erhältliche Diplomat B ist wie seine Schwestermodelle nur als Limousine erhältlich. Zur Wahl steht ein Sechszylindermotor mit 2.784 ccm und ein V8-Motor mit 5.354 ccm Hubraum.

 

13.-23. März 1969 - Auf dem 39. Salon de l'Automobile Genève gibt es wieder eine Reihe von Präsentationen neuer Automobile. Dazu gehören u.a. der Dino 246 von Ferrari, der Opel GT, der Triumph Herald, der der Porsche 917, das Peugeot 504 Cabriolet, der Ferrari 365 GTB/4 Daytona oder der Maserati Indy.

 

Der Dino 246 ist der Nachfolger des Dino 206 GT. Er wird zwischen 1969 und 1974 gebaut und hat einen Sechszylinder V-Motor von Fiat.  Berühmtheit hat der Dino 246 auch durch die Fernsehserie "Die 2" erlangt, in der Tony Curtis in der Rolle des Danny Wilde einen roten 246er Dino fährt.

 

Der auf dem Genfer Salon vorgestellte Porsche 917 soll den ersten Gesamtsieg in der Sportwagenweltmeisterschaft einfahren. In kurzer Zeit wird der Wagen entwickelt und die erforderlichen 25 Fahrzeuge stehen Ende April 1969 auf dem Werkshoff in Zuffenhausen. Der Porsche hat zunächst einen Zwölfzylindermotor mit 4.494 ccm mit 520 PS Hubraum, in der Spitze beim 917/30 mit 5.374 ccm und 1100 PS. 1970 erreicht ein Porsche 917erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 1971 sind die Sportwagen Porsche 917 und Ferrari zusammen mit den Schauspielern Steve McQueen und Siegfried Rauch Hauptdarsteller im legendären Film Le Mans.

 

 

Vor 40 Jahren

 

03.09.1979 - Ab März 1979 wird das erste Modell auf der technischen Basis des Golf I hergestellt. Vom Golf I Cabriolet entstehen bis August 1993 389.000 Wagen. Wie bereits das Käfer-Cabriolet wird auch das Golf-Cabriolet vom Osnabrücker Karosseriebauer Karmann hergestellt, der auch an der Entwicklung beteiligt ist. Das Golf Cabriolet ist das erste offene Fahrzeug mit einem festen Überrollbügel, denn in den 1970er-Jahren beginnt in den USA eine Diskussion bezüglich Fahrzeugsicherheit. Demnach ist Cabrio fahren außerordentlich „unsicher“, da die Fahrzeuge wenig Widerstand bzw. Schutz bei Seitenkollision und Unfällen mit Überschlag bieten. Der neue Wagen kommt anfangs bei der Käfer-gewohnten Kundschaft nicht gut an und wird besonders in roter Lackierung mit dem neuen Überrollbügel abwertend als „Erdbeerkörbchen“ bezeichnet. Kritisch wird gesehen, dass das „Offenfahrgefühl“ durch die nicht völlig versenkbaren hinteren Seitenscheiben und den Bügel eingeschränkt wird. Vorteilhaft ist jedoch, dass die vorderen Sicherheitsgurte (das viersitzige Auto hat auf den beiden hinteren Plätzen nur Beckengurte) am Bügel einen höheren oberen Anlenkpunkt haben und durch ihn die Sicherheit bei Unfällen mit Überschlag und die Torsionssteifigkeit der Karosserie erhöht ist. Die erste Serie wird bis zum Jahr 1993 gebaut, auch nachdem VW 1983 den Golf II einführt. Mit der Einführung des Golf III im Jahr 1993 gibt es die zweite Version des Cabriolets. Das Golf III Cabriolet wird bis 1998, das Golf IV Cabriolet bis 2002 gebaut. Dann endet die Produktion des Golf Cabriolets und wird durch das in Mexiko gebaute VW New Beetle Cabriolet ersetzt. Nach der Übernahme des ehemaligen Karmann-Werks wird von 2011 bis 2016 an gleicher Stelle das Golf VI Cabriolet hergestellt. Heute gibt es zwar noch den Golf, davon aber keine Cabrio-Variante mehr.

 

 

Vor 10 Jahren

 

 

31.03.2009 - In Neumarkt in der Oberpfalz wird das private Museum für historische Maybach-Fahrzeuge eröffnet. In den ehemaligen Express-Werken befinden sich 18 Fahrzeuge der früheren Luxusmarke, von denen sich 15 Stück im Besitz des Sammlers und Museumsinhabers Helmut Hofmann gehören. Die Fahrzeuge befinden sich in unterschiedlichen Zuständen. Der Besucher erfährt bei den meisten Modellen auch deren früheren Besitzer und die Hintergrundgeschichte der Fahrzeuge. Daneben ist eine Sammlung von Fahr- und Motorrädern der Express-Werke zu sehen. Diese wurden von 1884 bis 1959 in den Räumen des heutigen Museums produziert. 

 

 

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Februar 2019

 

 

Vor 110 Jahren

 

24.02.1909 - Paul Kleinschnittger wird in Hoppecke (heute Brilon in NRW) geboren. Der Modellbautischler beginnt 1939 mit der Entwicklung eines Automobils und stellt aus alten Flugzeugteilen ein Fahrgestell.  Einen ersten Prototyp stellt er Ende der 1940er Jahre vor.  Dieser verfügt über eine Windschutzscheibe aus Plexiglas, Kotflügel eines Motorrades und einen 98 ccm-DKW-Motor. Allerdings fehlen z.B. Winker und er besitzt nur einen Scheinwerfer, so dass das Straßenverkehrsamt in Niebüll eine Zulassung verweigert. Mit dem Kaufmann Walter Lembcke findet Kleinschnittger einen Geldgeber, die Kleinschnittger GmbH wird in Arnsberg gegründet. 1950 beginnt die Produktion des ersten deutschen Kleinwagens, des Kleinschnittger F 125, ein offener Zweisitzer. Kurz danach steigt Lembcke wieder aus. Insgesamt sieben Jahre wird der F 125 gebaut, es entstehen rund 2.000 Fahrzeuge. Der F 125 hat einen 1 Zylinder-Zweitaktmotor mit 0,125 Liter Hubraum und zuletzt 6 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei stolzen 70 km/h. Einen Rückwärtsgang besitzt das Fahrzeug nicht, zum Wenden wird das nur 150 kg leichte Fahrzeug einfach angehoben und umgedreht. Spätestens 1957 ist das Fahrzeug nicht mehr zeitgemäß. Mangels Käufer muss Kleinschnittger Konkurs anmelden. Kleinschnittger und seine Frau produzieren nun Holzbeschläge für die Lampenindustrie und Schweißelektroden für AEG. Am 3. Januar 1989 stirbt Paul Kleinschnittger in Marsberg.

 

 

Vor 90 Jahren

 

15.02.1929 – Er ist der einzige Rennfahrer, der die so genannte Triple Crown des Motorsports erringen konnte: Der am 15.02.1929 geborene Norman Graham Hill gewinnt in seiner Karriere sowohl den Großen Preis von Monaco in der Formel 1, die 24 Stunden von Le Mans und die Indy 500. Kein anderer Fahrer konnte diesen fiktiven Titel gewinnen. Daneben startet er zwischen 1958 und 1975 bei 176 Grand Prix in der Formel 1, wird zweifacher Weltmeister mit B.R.M. und Lotus. 1975 tritt er vom aktiven Rennsport zurück, nur kurze Zeit danach stirbt er zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern des Embassy-Hill-Teams bei einem Flugzeugabsturz. 21 Jahre nach seinem Tod wird sein Sohn Damon Hill Formel 1-Weltmeister mit Williams-Renault und begründet die erste Rennfahrerdynastie in der Formel 1.

 

 

Vor 60 Jahren

 

15.02.1959 - Im Regierungsbezirk Düsseldorf wird am 15. Februar 1959 erstmals in Deutschland ein mobiles Radargerät zur Geschwindigkeitskontrolle eingesetzt (Telefunken VRG 2). Später kommen zur mobilen Ausstattung die Laserpistole, das Laserfernglas, das Lichtschrankenmessgerät oder die Videokamera im Polizeiauto dazu.

 

 

Vor 50 Jahren

 

10.02.1969 - Der seit 1964 in der DDR von den VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau gefertigte Trabant P601 hat jetzt 26 PS Motorleistung und muss von nun an mit 88-Oktan-Benzin betrieben werden

 

 

Vor 40 Jahren

 

14.02.1979 - Beim Karossier Karmann in Osnabrück läuft die Serienfertigung des neuen Golf Cabriolet von Volkswagen an, dass das seit 1949 gebaute Käfer Cabrio ablösen wird. Das neue Cabrio besitzt einen feststehenden Überrollbügel und ein gut gefüttertes, wasserdichtes Verdeck. Beides setzt neue Maßstäbe bei der Fahrzeugsicherheit und beim Komfort. Besonders von den Freunden des Käfer Cabriolets wird das Fahrzeug nicht positiv aufgenommen und aufgrund des Überrollbügels spöttisch als „Erdbeerkörbchen“ bezeichnet. Beim offenen Golf kann der Kunde zwischen zwei Motoren wählen, dem 1,5-Liter-Motor mit 70 PS und dem 1,6-Liter-GTI-Motor mit 110 PS. Der offene Golf startet mit Preisen ab 17.235 DM und avanciert zum meistverkauften Cabriolet in Europa. Vom Golf I Cabrio entstehen bis August 1993 insgesamt 389.000 Fahrzeuge.

 

 

Vor 30 Jahren

 

10.02.1989 – Mit dem auf der Chicago Auto Show vorgestellten MX-5 begründet Mazda eine bis heute dauernde Renaissance des klassischen Roadsters. Erst ein Jahr später folgt die Markteinführung in Europa. Zunächst wird der MX-5 nur mit einem 1,6 Liter-Motor mit 115 PS angeboten. Zunächst plant Mazda lediglich eine Produktion von 5.000 Fahrzeugen, davon 3.000 Stück für die USA und lediglich 500 für Europa. Doch bis Ende 1990 werden bereits 141.000 MX-5 gebaut, das für Deutschland bestimmte Kontingent ist innerhalb von drei Tagen ausverkauft. Bis 2016 werden mehr als eine Million Exemplare verkauft und damit ist der MX-5 der meistverkaufte Roadster weltweit. Nach dem Erfolg des MX-5 ziehen zahlreiche Hersteller nach und bringen den Z1 (BMW), den SLK (Mercedes-Benz), den MG F, den MR2 (Toyota) oder den Fiat Barchetta auf den Markt. Im Gegensatz zu zahlreichen Mitbewerbern gibt es den MX-5 nur wenig verändert noch heute.

 

 

Vor 20 Jahren

 

 

19.02.1999 – Im Alter von 88 Jahren stirbt in München der frühere deutsche Motorrad- und Automobilrennfahrer Georg "Schorsch" Meier. Der 1910 geborene Meier macht zunächst eine Mechanikerlehre und tritt ein Jahr später 1929 in den Polizeidienst bei der Landespolizei Bayern ein. 1933 tritt er in Polizeiuniform bei der 2000-Kilometer-Deutschlandfahrt an. 1936 wechselt er zur Wehrmacht, ab 1937 bestreitet er Motorradrennen auf BMW. 1938 gewinnt er sowohl den Titel als Europameister und als Deutscher Meister in der 500 ccm-Klasse. Ein Jahr später er als erster Nicht-Brite in dieser Klasse den Sieg bei der Tourist Trophy auf einer BMW 255 Kompressor. Nebenbei fährt er auch Autorennen für die Auto Union. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er 1948 mit Veritas Deutscher Formel 2-Meister. Mit BMW-Motorsport bestreitet er bis Ende 1953 erfolgreich Motorradrennen und wird Deutscher Meister der 500 ccm-Klasse in den Jahren 1947, 1948, 1949, 1950 und 1953. Dann beendet er seine Karriere und konzentriert sich auf seinen Kfz-Betrieb in München.

 

 

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Januar 2019

 

Vor 120 Jahren

 

03.01.1899 - In einem Editorial der New York Times wird erstmalig das Wort "automobile"(dt.: Automobil) verwendet.

 

21.01.1899 - Opel übernimmt die Anhaltische Motorwagenfabrik des Dessauer Automobilpioniers und Konstrukteur Friedrich Lutzmann und wird Autohersteller. In Rüsselsheim wird der Opel Patentmotor "System Lutzmann" gebaut. Dieses Fahrzeug war vier Monate zuvor vom Dessauer Hofschlossermeister, Automobilpionier und Konstrukteur Friedrich Lutzmann im Hotel Bristol in Berlin auf der ersten IAA ausgestellt worden. Das Fahrzeug besitzt einen 1,5-Liter-Einzylindermotor im Heck, leistet 3,5 PS und sorgt für eine Beschleunigung von 20 km/h. Von diesem Fahrzeug werden in den ersten drei Jahren insgesamt 65 Exemplare hergestellt.

 

 

Vor 110 Jahren

 

15.01.1909 - In Köln wird Jean Bugatti, der älteste Sohn des bei der Firma Deutz beschäftigten Automobilkonstrukteurs Ettore Bugatti, geboren. Ein Jahr später zieht die Familie nach Molsheim ins Elsass, wo der Vater sich mit einer eigenen Automobilfirma selbständig macht. Mit 21 Jahren beginnt Jean, im Designlabor des Unternehmens Touren- und Sportwagen zu entwerfen. Im Gegensatz zu seinem Vater, dessen Automobile funktional und streng minimalistisch sein müssen, hat er ein Gespür für Proportion, Form und fließende Konturen.  Anfang der dreißiger Jahre entwirft er die sechs Meter lange 2-Sitzer-Karosserie des Bugatti Royale "roadsters Esders". Seine Handschrift tragen auch die Typen Bugatti Royale coupé de patron, der Type 55 roadster, der hinreißend schöne Bugatti Aérolithe und der Bugatti Type 57 SC Atlantic - heute eines der teuersten Automobile überhaupt. Jean Bugatti konstruiert aber auch Motoren und Chassis und betätigt sich gegen den ausdrücklichen Willen eines Vaters als Testfahrer. 1936 geht die Leitung der Automobilproduktion vollständig auf Jean Bugatti über. Drei Jahre später verunglückt er bei einer Testfahrt mit einem Type 57 C "Tank", der noch kurz zuvor die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h muss Jean einem Fahrradfahrer ausweichen, der plötzlich aus einem Feld kam, und prallte frontal gegen einen Baum. Nach seinem Tod führt sein Bruder Roland Bugatti die Geschäfte weiter. Vater Ettore hat sich vom Verlust seines ältesten Sohnes nicht mehr erholt.

 

 

Vor 100 Jahren

 

01.01.1919 - Edsel Ford wird Präsident der Ford Motor Company. Er vertritt die Auffassung, dass ein moderneres Automobil das seit 1908 gebaute Ford Model T ersetzen soll. Doch kann er sich nicht gegen seinen Vater durchsetzen, der immer noch großen Einfluss auf die Firmenpolitik nimmt. Erst 1928 kommt mit dem Model A ein Nachfolger auf den Markt.  1939 gründet er die Marke Mercury und verstärkt die Überseeaktivitäten der Company erheblich. Am 26.05.1943 stirbt Edsel Ford an Magenkrebs.

 

01/1919 - Die Automarke Bentley Motors Ltd. wird im Januar 1919 im Londoner Stadtteil Cricklewood von Walter Owen Bentley gegründet, der vorher mit seinem Bruder unter dem Namen Bentley & Bentley einen Handel für den französischen Automobilhersteller DFP betrieb. W. O. Bentley ist leidenschaftlicher Rennfahrer und gewinnt einige Rennen mit selbstverbesserten Autos. Neben den Rennerfolgen werden zahlreiche Bentleys mit eleganten Reisekarosserien versehen. Diese Ausführungen sind den Modellen von Daimler oder Rolls-Royce vergleichbar. Die ersten Chassis-Auslieferungen sind ursprünglich für Juni 1920 geplant, verzögern sich aber bis September 1921. Immer wieder wird die Firma von finanziellen Engpässen geplagt. 1925 verhindert Woolf Barnato den Konkurs mit einer Finanzspritze, wird Hauptaktionär und Vorstandsvorsitzender bei Bentley. Immer wieder investiert er, um der Firma das Überleben zu sichern. Doch 1931 lehnt es weitere Investitionen ab. Das hochverschuldete Unternehmen wird an das völlig unbekannte Unternehmen namens British Central Equitable Trust Limited verkauft. Diese agiert im Namen von Rolls-Royce und übergibt Bentley nur wenige Tage nach der Übernahme an Rolls-Royce. W.O. Bentley arbeitet noch bis 1935 in der Bentley-Rennsportabteilung, bis diese von Rolls-Royce geschlossen wird. Danach setzt er seine Kenntnisse erfolgreich bei Lagonda und Aston Martin ein.

 

 

Vor 90 Jahren

 

01/1929 – In Eigeninitiative baut “Bentley-Boy” Tim Birkin einen Bentley 4 1/2 Litre um. Er wird mit einem Roots-Kompressor und weiteren Modifikationen ausgestattet. Zunächst entstehen fünf dieser Bentley 4 ½ Liter Supercharged („Blower“) in Birkins Werkstatt. W.O. Bentley hält überhaupt nichts vom „Supercharged-Prinzip“.  Zu Recht, denn der „Blower“ ist in jeder Hinsicht ein Desaster. Während ein herkömmlicher 4 ½ Litre bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h rund 16 Liter auf 100 km/h verbraucht, sind es beim „Blower“ stolze 102 Liter. Um in Le Mans zugelassen zu werden, müssen mindestens 50 Exemplare gebaut werden. Gegen den Willen von W.O. Bentley gibt Bentley-Boy Woolf Barnato, Mehrheitseigentümer und Vorstandsvorsitzender bei Bentley, den Auftrag, diese Fahrzeuge zu bauen. Aufgrund ausbleibender Rennerfolge wird der „Blower“ auch zum finanziellen Desaster. 1929 geht Barnato selbst in Le Mans an den Start, jedoch in einem von W.O. Bentley konstruierten 4 ½ Litre Speed Six. Erst beim Le Mans-Rennen 1930 werden zwei „Blower“ eingesetzt. Einer fährt sogar die schnellste Rennrunde, doch beide Fahrzeuge fallen während des Rennens aus. Insgesamt werden 55 Chassis produziert, davon fünf bei Birkin, 49 direkt bei Bentley und ein weiteres 1933 durch Rolls-Royce.

 

 

Vor 80 Jahren

 

01/1939 - Der BMW 320 wird durch den überarbeiteten BMW 321 abgelöst. Der 321 erhält den unveränderten 2,0-Liter-Reihensecgszylindermotor des Vorgängers. Die Karosserie ist um 110 mm verbreitert worden, die Vorderachse stammt nun vom BMW 326. Die bisher vorne angeschlagenen Türen sind nun hinten angeschlagen. Diese "Selbstmördertüren" solle den Einstieg für Fahrer und Passagiere erleichtern und gelten zu dieser Zeit als modern. Der Typ 321 wird bis 1941 in Eisenach gebaut. Von 1945 bis 1950 wird er unter Leitung der sowjetischen Aktiengesellschaft als 321/2 erneut gebaut.

 

 

Vor 70 Jahren

 

08.01.1949 - In den Niederlanden wird ein VW Käfer verschifft. Ziel sind die USA. Damit beginnt der Käfer seinen nicht geglaubten Erfolg in die Vereinigten Staaten. Doch er ist zunächst kein Erfolg. Erst 1955 baut Volkswagen ein eigenes Verkaufsnetz auf. Der Durchbruch gelingt jedoch erst 1960 – mit einer einzigartigen Anzeigenkampagne, die Jahrzehnte später zur besten des 20. Jahrhunderts gewählt werden würde. Die bis dahin recht unbekannte Agentur Doyle Dane Bernbach (DDB) löst mit ihrer Kampagne einen regelrechten Run auf das kleine Auto aus Deutschland aus. Gleichzeitig verändert sie die Auffassung von Werbung fundamental. Zum ersten Mal nimmt sich mit Volkswagen USA ein großer Konzern in seinen Anzeigenmotiven konsequent auf die Schippe, spielt mit eigenen Vorurteilen, eigenen Schwächen und Klischees.

 

 

Vor 50 Jahren

 

03.01.1969 - Der erfolgreichste Formel 1-Rennfahrer aller Zeiten wird in Hürth geboren: Michael Schumacher. Seine Karriere startet mit vier Jahren, als ihm sein Vater ein umgebautes Kettcar mit 5-PS-Mofamotor schenkt. Über den Kart-Sport, die Formel König, die Formel Ford, die Formel 3, das Mercedes-Junior-Team, DTM und die  Formel 3000 schließlich im Jahr 1991 in die Formel 1. Nach einem Rennen für das Team Jordan wechselt er zu Benetton. 1992 gewinnt er beim „Großen Preis von Belgien“ sein erstes Formel 1-Rennen. 1994 wird er zum ersten Mal Weltmeister, im darauffolgenden Jahr kann er seinen Titel verteidigen. 1996 wechselt Michael Schumacher zu Ferrari. Dort folgen die Weltmeistertitel 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004. 2006 beendet er seine Karriere als aktiver Fahrer und wird Berater und Testfahrer bei Ferrari. 2010 die Überraschung: Schumacher wechselt zu Mercedes. Dort bleibe er drei Jahre, kann jedoch an seine Erfolge nicht mehr anknüpfen und beendet erneut seine aktive Karriere. 2013 verunglückt Michael Schumacher beim Skifahren im französischen Méribel und prallt mit dem Kopf gegen einen Felsen. Dabei erleidet er ein Schädel-Hirn-Trauma. Er liegt lange Zeit im Koma. Über den heutigen Gesundheitszustand ist nichts bekannt.

 

03.01.1969 - Er enthält die wohl längste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte: Der Thriller "Bullit" mit Steve McQueen in der Hauptrolle. Als Leutnant Frank Bullit verfolgt er knapp 10 Minuten lang in seinem 1968er Ford Mustang Fastback zwei Mafia-Gangster in ihrem Dodge Charger R/T (1968er Modell). Verwendet werden jeweils zwei Mustangs und zwei Charger. Die Mustangs mussten vorher stark getunt werden, um mit den Charger mithalten zu können. Aufmerksamen Filmfans fallen natürlich ein paar Absonderlichkeiten auf. So verliert der Charger mehr Radkappen als am Fahrzeug vorhanden sein können. Derselbe grüne Käfer wird insgesamt viermal an der gleichen Stelle überholt. Während der Verfolgungsjagd schaltet Bullit das Getriebe insgesamt 16mal einen Gang höher, niemals aber einen Gang zurück. Der Mustang besitzt nur vier Gänge. Steve McQueen fährt den Mustang überwiegend selbst, einige fahrerische oder gefährliche Stellen werden vom Stuntman und Motorradrennfahrer Bud Ekins gedoubelt. In der Kategorie "Bester Schnitt" erhält Frank P. Keller 1969 einen Oscar.

 

 

Vor 30 Jahren

 

01.01.1989 - In der Bundesrepublik Deutschland werden Neufahrzeuge nur noch mit Fahrzeugkatalysatoren zugelassen.

 

 

Vor 20 Jahren

 

12.01.1999 - In Hamburg wird die europaweit erste Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb genommen. Mittels Wasserstoffantrieb in den dafür geeigneten Fahrzeugen erledigen sechs Unternehmen Liefertätigkeiten.

 

 

28.01.1999 - Der US-Automobilkonzern Ford erwirbt von Volvo dessen Pkw-Sparte Volvo Car Corporation zum Preis von 6,45 Milliarden US-Dollar.