1995 besuchten wir meine Schwester und ihre Familie, die damals in der Nähe von Detroit wohnten. Die vier Wochen nutzten wir natürlich, um uns Washington mit seinen Museen, dem Kapital und dem Weißen Haus anzusehen. Dort konnten wir uns zu unserer Überraschung sogar den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton kurz sehen - dummerweise hatte ich gerade meine Kamera im Rucksack verstaut. Durch die Appalachen ging es zu den Smokey Mountains, die ihrem Namen alle Ehre machten. Es war ziemlich nebelig und auf den Wanderwegen standen Schilder mit der Aufschrift "Beware of Rattlesnacks". Doch leider haben wir keine erblickt - oder eher zum Glück? Was wir um Stunden verpasst hatten, waren rund 2.000 US-amerikanische Oldtimer. Wir kamen sonntagabends im Dunkeln an und überall standen herrliche Klassiker. Wir mussten aber erst einmal ein Motel suchen (erfolgreich) und am nächsten Morgen wollte ich mit der Kamera los. Doch mehr als ein Dutzend Fahrzeuge waren jedoch nicht mehr zu finden, alle anderen waren bereits wieder abgereist. Am Wochenende zuvor hatte dort ein großes Treffen stattgefunden. Dumm gelaufen...Die Niagara-Fälle waren im Nieselregen zwar immer noch extrem beeindruckend, mit blauem Himmel und Sonne wäre es aber schöner gewesen. In Toronto (Kanada) und in der Upper Peninsula von Michigan auf der anderen Seite der Mackinac Bridge, wo wir jeweils ein Wochenende verbrachten, schien dafür die Sonne. Auf Chicago mussten wir verzichten; dank einer Zahnwurzelbehandlung lernte ich das amerikanische Gesundheitswesen (als gut versicherter Tourist) kennen und fantastische Zahnschmerztabletten - eine Tablette in der Nacht und mir fehlt die komplette Erinnerung an den nächsten Tag. Ich soll spaziergegangen sein, mit einkaufen gewesen, sogar gelesen haben - ich weiß von nichts. Aber Zahnschmerzen hatte ich auch keine mehr. Da ich keine Tablette mehr brauchte, nahm ich die restlichen 49 Stück mit nach Hause. Zum Glück wurde ich weder am Flughafen Amsterdam - wo wir zwangsweise aufgrund zwei aufeinanderfolgenden Ausfällen unseres Anschlussfluges - statt 45 Minuten gleich mehrere Stunden verbringen durften - noch am Flughafen Bremen nach Drogen kontrolliert. Vermutlich wäre ich in Erklärungsnöte gekommen. Einige Wochen später hatte meine Tante Zahnschmerzen - auch ihr fehlt jetzt ein Tag in ihrem Leben.
Ich schweife ab. Kommen wir zu einem tollen und sehr interessanten Museum: Dem Henry Ford Museum inklusive Greenfield Village. Nachfolgend findet ihr eine Fotogalerie, zu der ich sagen muss, dass die Bilder nicht die gewohnte Qualität haben. Damals war ich noch analog unterwegs und habe Dias gemacht. Zusätzlich war die Beleuchtung im Museum arg verbesserungswürdig. Die Dias habe ich mittlerweile digitalisiert und trotz der bescheidenen Qualität könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen, was dort in Sachen Automobile zu sehen ist/war. Überwiegend sind es natürlich US-amerikanische Klassiker, Studien und Prototypen, aber auch einige europäische Modelle vom 1949er Brezelkäfer bis zu einem der sechs Bugatti Royale. Die Präsidenten-Limousinen, in der John F. Kennedy starb, der Rosa Parks Bus,
Neben den zahlreichen Automobilen gibt es im Henry Ford Museum noch viel mehr zu sehen, von Dampfloks, Flugzeugen über historische Küchen, den Stuhl, in dem Abraham Lincoln bei seiner Ermordung saß, eine Motown-Ausstellung (super Musik!) bis hin zu Greenfield Village mit vielen originalen historischen Gebäuden aus der amerikanischen Geschichte, darunter die Fahrradwerkstatt der Gebrüder Wright und die Laboratorien von Thomas Alva Edison.
Aber nun zu den Fotos der Automobile im Henry Ford Museum.