Louwman-Museum Den Haag (NL)
Zum Louwman-Museum fallen mir fast nur Superlative ein: Faszinierend, begeisternd, mitreißend, beeindruckend. Ihren Ursprung hat die private (!) Sammlung mit einem Dodge model 30 touring aus dem Jahr 1914. Dieser wurde 1934 vom damaligen niederländischen Dodge-Importeur Pieter Louwman erworben. Nach und nach baute Louwman seine Sammlung auf. Das erste Louwman-Museum befand sich in Leidschendam und wechselte 1980 nach Raamsdonksveer. Am 3. Juli 2010 wurde in Den Haag das vom US-amerikanischen Architekten entworfene neue Louwman-Museum eröffnet.
Die hier ausgestellten Fahrzeuge sind oftmals im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig. So z.B. der 1903 gebaute Spyker 60 H.P., das erste allradgetriebene Automobil mit einem Verbrennungsmotor und mit dem ersten Sechszylindermotor der Automobilgeschichte. Einzigartig der Eysink 10/12 PS, das einzige überlebende Exemplar des einstigen niederländischen Herstellers. Einzigartig der Toyota AA, der in desolatem Zustand in Wladiwostok entdeckt wurde. Kein weiteres Exemplar dieses ersten Automobils von Toyota (1936-1943) ist heute noch bekannt. Einzigartig sind auch ein Taruffi Italcorsa Tarf II, ein Humber Pullman (ehemals im Besitz von Winston Churchill, ein Jaguar D-Type, das 1896 entwickelte, erste Hybridelektrofahrzeug der Armstrong Manufactoring Company, der Mercedes-Benz 770 von Kaiser Wilhelm II., ein Cadillac 62 Fleetwood (das letzte Auto von Elvis Presley), der wohl besterhaltendste Mercedes-Benz SSK von 1929 oder der kleine Breguet A2, ein Elektrofahrzeug aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.
Im Louwman-Museum findet ihr fast 300 Fahrzeuge, darunter zahlreiche klassische Bugatti, Rolls-Royce, Ferrari und Duesenberg, Renn- und Sportwagen von Lancia, Alfa Romeo und Toyota, Klein- und Kleinstwagen und vor allem die wohl größte Sammlung von Fahrzeugen aus der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert mit Exponaten von Benz, Buffum, Columbia, Daimler, Darracq, De Dion-Bouton, FN, Holsman, Lacroix & Delaville la Nef, Mors, Napier, Oldsmobile, Panhard et Levassor, Peugeot, Spyker oder Worth.
Neben den wundervoll präsentierten „Edwardians“ haben mich der Raum mit den Bugattis und den Delahaye, der Bereich mit den Ferrari-, Lancia- und Alfa Romeo-Renn- und Sportwagen, die Auburn-, Cord- und Duesenberg-Raritäten und die Elektro-/Dampfautomobile begeistert. Eigentlich alle Fahrzeuge des Museums.
Aber es gibt nicht nur Automobile zu sehen. Kunstliebhaber finden hier Gemälde und Skulpturen zum Thema Automobil, Vitrinen mit historischen Pokalen, Medaillen und zeitgemäßen Accecoires sind zu sehen und alles endet auf einem Marktplatz, umgeben von historischen Geschäften mit herrlich gestalteten Schaufenstern aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts. Diese standen einst in England und wurden dort ab- und im Louwman-Museum wieder aufgebaut.
Bei aller Euphorie – gibt’s es auch Negatives über das Louwman-Museum zu berichten? Ja, das gibt es: Das Louwman-Museum ist rund 300 Kilometer von Osnabrück entfernt.
Fazit: Ein herrliches Museum, das einen erneuten Besuch geradezu herausfordert. Wenn die Entfernung nicht wäre…
Oldtimer Osnabrück