Am Samstagmorgen war der Osnabrücker Hauptbahnhof wieder voll. Überall standen kleine Gruppen überwiegend männlicher Personen. Ihnen gemeinsam war das Ziel Bremen und dort die Classic Motorshow. Auch wenn mich das Thema der Sonderschau „GT 2+2“ nicht so sehr lockte wie die hervorragende Karmann-Ausstellung im vergangenen Jahr, war ich doch wieder mit einer Gruppe der Oldtimer IG Osnabrück e.V. von der Hasestadt in die Hansestadt aufgebrochen.

 

 

Da wir unsere Eintrittskarten schon vorab geordert hatten, konnten wir an den Schlangen vor den Kassen vorbeigehen. Bei den Temperaturen hatte sich der vorherige Kauf alleine schon gelohnt. In der Halle trennten sich dann die Wege unserer Gruppe. Als Erstes standen Zweiräder auf dem Programm. Hier gab es gleich drei Sonderausstellungen: Historische Rennräder (vom Hochrad bis in die 80er Jahre),die Sonderausstellung „Best of british – the TT-Legends“ sowie rund 20 Rennmotorräder im "Spiegelsaal".

Durch die „Motorrad-Hallen“ ging es weiter. Jetzt ging es zu den vielen Club, vom Adler Motor Veteranen Club über den Borgward-/Lloyd-Club, die Citroen-Clubs bis zu den Volvo-Clubs. Im Gegensatz zur Techno Classica in Essen haben sie hier ihre angestammten Plätze und werden (hoffentlich auch in Zukunft) dort weiterhin die Zuschauer anlocken.

„Gran Turismo 2+2: Jetsetz für die Straße“ hieß die Sonderausstellung bei den Automobilen. Hier gab es schnelle Raritäten zu sehen, u.a. von Lancia, Maserati, Monteverdi, Ferrari, Glas oder Jensen. Diese konnte ich mir in aller Ruhe ansehen, denn viele Besucher der Messe standen gerade am Stand der Autostadt Schlange.

Auf dem Stand der Autostadt saßen die Rallye-Legenden Walter Röhrl und Christian Geistdörfer und erfüllten in aller Ruhe die vielen Autogrammwünsche. Um sie herum standen einige Exemplare aus der Autostadt, u.a. ein Karmann Ghia Coupé, der Beuttler-Porsche, ein Bentley, ein Lamborghini – alle schon oft gezeigt. Der Stand war etwas enttäuschend. Auf der anderen Seite standen zwei „neue“ Oldtimer aus der Automobilsammlung Osnabrück: ein Corrado G60 aus dem Jahr 1988 und der letzte Corrado von 1995. 

Der OFFROAD-Verlag zeigte mehrere Geländewagen. Echte Geländewagen und nicht diese Pseudo-Geländewagen namens SUV. Was ich von diesen tonnenschweren, umweltverpestenden Luxusboliden halte, lasse ich mal an dieser Stelle weg. Aber die Geländewagen in Bremen von Daimler (G-Modell), Land Rover, Toyota (Land Cruiser), Suzuki (LJ82) oder Mitsubishi (Pajero).

Natürlich gab es noch viele andere Klassiker, vom schönen 69’er Käfer 1300 bis zum Ferrari 330 GT 2+2 S2. Wenn man sich meine nachfolgenden Fotos ansieht, wird schnell klar, wo mein persönlicher Schwerpunkt liegt: Klassische Volkswagen. Noch mit überschaubarer Technik und ohne manipulierter Abgassoftware.

Natürlich ging es auch wieder ins Parkhaus. Wie immer a….kalt, zugig, aber trotzdem ein MUSS. Negativ: Das Überangebot an Mercedes-Modellen. Positiv: Raritäten wie der Nissan Rasheen 4x4, laut Datenblatt das einzige Exemplar in Europa. Nicht schön, aber absolut selten. Im Parkhaus gab es auch die aus meiner Sicht scheußlichsten Fahrzeuge zu sehen: Ein Mercedes mit überdimensionalem „Plastikschmuck“ und ein Ovalkäfer, tiefergelegt, 2-Liter-Motor und extrem tiefen Felgen. Beide Verunstaltungen sollten eigentlich eine Straftat darstellen. 

Zum Schluss noch meine persönlichen Highlights...

...und die schon erwähnten beiden Scheußlichkeiten. Gibt es außer den beiden Besitzern eigentlich Jemanden, der so etwas schön findet?

In diesem Jahr wollte ich einen Besuch der Bremen Classic Motorshow eigentlich ausfallen lassen. Zum Glück habe ich es mit anders überlegt. Die BCM ist eine Messe, auf der man völlig stressfrei durch die - vollen - Hallen schlendern kann, immer wieder interessante Klassiker sieht (die preislich nicht völlig abgehoben sind) und bei der man viele Leute trifft, die man von unseren Treffen in Osnabrück her kennt. Im Gegensatz zur Techno Classica Essen ist der Anteil von Clubs mit ihren liebevollen Ständen noch hoch und die Zielgruppe der Händler sind keine russischen Oligarchen, die ihre Milliardenvermögen in millionenteuren Vorkriegsklassikern investieren und in irgendwelchen Sammlungen als Geldanlage verschwinden lassen. Deshalb war die Entscheidung pro BCM und contra TCE wieder richtig.

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