„70 Jahre Karmann Ghia“ – unter diesem Motto wurde der 3. Osnabrücker Oldtimer-Herbst der Oldtimer IG Osnabrück e.V. gestellt. Vor 70 Jahre kam das wohl berühmteste Osnabrücker Automobil auf die Straße, das nun – zunächst nur als Coupé – neben dem bereits seit 1949 gebauten Käfer-Cabriolet bei Karmann vom Band lief. Das hatte die Oldtimer IG zum Anlass genommen, die Karmann Ghia Typ 14-Fahrer und -Fahrerinnen einzuladen und für sie eine zentrale Fläche zu reservieren. Trotz des im Gegensatz zu den vorherigen Tagen kalten und wolkigen Wetters folgten 15 Karmann Ghia-Freunde der Einladung und präsentierten sich in Reihe vor dem Magazingebäude stehend den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung. Die Reihe vor dem Magazingelände war recht schnell voll und drei Karmann Ghia mussten ihre wunderschönen Fahrzeuge gegenüber parken. Einige von ihnen waren zum ersten Mal bei einem Oldtimertreffen der IG am MIK, betonten aber, dass sie nächstes Jahr wiederkommen würden. Also, liebe IG-Mitglieder – ihr habt alles richtig gemacht! Vielleicht bringen die Karmann Ghia-Besitzerinnen und -Besitzer dann noch weitere Karmann Ghia-Freunde mit. Jeder Oldtimer ist am MIK willkommen, aber Klassiker, die in Osnabrück einst gebauten wurden, sind doch etwas ganz Besonderes. Lassen wir uns überraschen.Ein sehr schönes und eindrucksvolles Bild. Bei Sonne wären es sicher noch mehr Karmann Ghia gewesen.
Doch nicht nur mehr Karmann Ghia wären zum Museum Industriekultur gekommen, insgesamt wären es sicher noch mehr Oldtimer gewesen. Aber viele Oldtimerfreunde ließen sich nicht vom trüben Wetter abschrecken und bevölkerten recht schnell das Magazingelände, so dass dieses bald nicht mehr ausreichte und die ersten Oldtimer über die kleine Brücke zum Areal der Dampflokfreunde geleitet wurden. Diese hatten ebenfalls zu ihrem diesjährigen Saisonabschluss eingeladen und boten wieder ein interessantes Programm für die ganze Familie an. Leider kamen nur wenige Besucherinnen und Besucher vorbei – sehr schade, denn die engagierten Dampflokfreunde hätten mehr Publikum verdient gehabt.
Unter den zahlreichen Oldtimern waren wieder zahlreiche Klassiker der dreißiger bis siebziger Jahre vertreten, die mehr mein Interesse finden. Eigentlich kann man kein Fahrzeug hervorheben, da alle ihren eigenen Reiz haben. Dazu gehörten sicher die beiden grünen Citroën 2CV, die nebeneinander parkten, oder der Buick Straight 8 und die beiden Ford Model A aus den frühen Dreißigern, der rechtsgelenkte mintgrüne Mercedes-Benz 219 Ponton, die drei Opel Rekord P2 und das Diepholzer Rekord 1900 L Coupé, die im September 1955 erstmals zugelassene BMW R 25/3 und die 1975er R 60/6, der mit viel Patina versehene Ovalkäfer aus dem Jahr 1957, die beiden Citroën 11 CV Traction Avant, der gelbe Fiat 500 mit Anhänger und die zahlreichen Porsche 911 verschiedenster Baujahre.
Der 3. Osnabrücker Oldtimer-Herbst war wieder eine gelungene Veranstaltung. Was wäre am Piesberg wohl los gewesen, wenn es auch am Tag der Deutschen Einheit strahlenden Sonnenschein gegeben hätte…