Sonderschau "Grand Prix - Ikonen der Königsklasse"
Nun hat man das Erdgeschoss geschafft und ist in der Regel überwältigt von diesen Fahrzeugen. Die Speicherkarte der Kamera ist in der Regel sehr gut gefüllt. Wer aber noch nicht genug hat, der hat sich gleich ein Kombiticket geholt: Damit ausgestattet geht es nun eine Etage höher in die Sonderausstellung. Bei unserem Besuch war es die Sonderschau „Grand Prix – Ikonen der Königsklasse“. Was soll man sagen – Reihe der außergewöhnlichen Fahrzeuge ging weiter. Mehr als dreißig Rennfahrzeuge waren ausgestellt, vom Napier 100-HP Gordon Bennett und Delage 2LCV Grand Prix V12 (1924) über Mercedes 2 Liter Indianapolis-Rennwagen (1923), Bugatti Type 53 (der einzige (?) original erhaltene Type 53 von 1931), Mercedes-Benz W23 (1934), Opel Grand Prix-Rennwagen von 1914, Bugatti Type 35 B Baujahr 1928 (Siegerfahrzeug des ersten Grand Prix von Monaco 1929), Alfa Romeo P3 (Bj. 1934, Siegerauto des Grand Prix von Deutschland 1935) und Austro Daimler Bergmeister (1929), dem letzten Grand-Prix-Rennwagen von Bugatti (Type 59 von 1934), der einzigartige Alfa Romeo 16C Bimotore (1935), Auto Union Typ D und Mercedes-Benz W154 (beide 1938), Ferrari 166 F2/FL (1949, gefahren Juan Manuel Fangio), Maserati 250F T2 Lightweight (Siegerfahrzeug GP Nürburgring 1957 mit Fangio), Mercedes-Benz W196 R Stromlinie (1955, F1-Weltmeister 1954 und 1955 mit Fangio), Veritas Meteor III Stromlinie (1950), Rennwagen der 1960er-Jahre (Ferrari 1512, 1964 / Brabham-BMW BT7), 1970er-Jahre (u.a. Ferrari 312 B2, 1972 / Ferrari 312 B3-74 (Niki Lauda)) und 1980er Jahre bis hin zu frühen Fahrzeugen der 1990er Jahre. Man könnte meinen, Friedhelm Loh hat Exponate aus den bedeutendsten Museen Europas für die Ausstellung zusammengeholt – Fehlanzeige. Lediglich der Opel Rennwagen, der Stromlinien-Silberpfeil W196 und der W35 sowie der Napier 100-HP gehören nicht Loh himself.
Überwältigt verlässt man irgendwann dieses Museum. Auf der Rückfahrt überlegt man, welches das schönste Fahrzeug war. Für mich eindeutig der Bucciali TAV 12, aber wer kommt danach? Der Bugatti Typ 35 B, das Siegerfahrzeug des ersten Grand Prix von Monaco? Der Maserati A6G/2000 Frua Berlinetta, der Ferrari 412P, der Benz Victoria Phaeton? Ich kann mich nicht entscheiden.
Fazit: Was hier in exklusiven Klassikern in einer beeindruckenden Kulisse präsentiert wird, ist außergewöhnlich. Diese Sammlung ist mit Sicherheit einen dreistelligen Millionenbetrag wert und es soll sich nur um einen kleinen der Teil der Sammlung von Friedhelm Loh handeln. Auch wenn man sich dabei vielleicht die Frage stellt, ob Vermögen in Deutschland gerecht verteilt ist (nein, ist es nicht ansatzweise) – hier ist man einfach nur begeistert und einen weiteren Besuch sollte man einplanen. Zumal die Fahrzeuge der Dauerausstellung ab und an gewechselt werden und es sicher eine neue, interessante Sonderausstellung geben wird. Wer noch nicht da war: Unbedingt hinfahren! Allerdings ist die Loh Collection vom 24.11.2025 (Sonderausstellung ab 29.12.2025) bis einschließlich dem 30.01.2026 geschlossen.