Porsche 356 B Hardtop Coupé

Bj. 1961-63

 

Eine Variante des Porsche 356 B ist das bei Karmann in Osnabrück gebaute Hardtop-Coupé. Die ersten Modelle haben noch ein abnehmbares Dach; doch dann bekommt der 356 B ein sogenanntes festes Hardtop, das mit der übrigen Karosserie verschweißt ist. Von dem bei Porsche selbst gebauten Coupé unterscheidet sich diese Variante durch die sehr große Heckscheibe und die flachere Dachlinie. 1.746 Einheiten werden von 1961 bis 1965 bei Karmann gebaut. Mit dem 60-PS-Motor läuft der Sportwagen maximal 160 km/h und ist aus dem Stand in 16 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Das Hardtop-Coupé ist genau 401 cm lang, 167 cm breit und 131 cm hoch. Rund 600 kg wiegt das Fahrzeug, das 10 Liter Superbenzin auf 100 km verbraucht. Der 1600er kostet als Hardtop bis September 1961 13.300 DM, danach 500 Mark mehr.

Volkswagen Typ 3 1500 Cabriolet

Prototyp Bj. 1961

 

Nach dem sich VW-Chef Heinrich Nordhoff mit dem VW 1500 (Typ 3) zum Vorstoß in die Mittelklasse durchgerungen hat, ist auch ein viersitziges Cabriolet geplant. Wieder ist es der Osnabrücker Cabriospezialist Karmann, der den offenen Viersitzer entwickelt und 16 Exemplare in Handarbeit baut. Die Prototypen bieten Platz für vier bis fünf Personen, eine zeitlos elegant gestreckte Silhouette und ein vollständig versenkbares Verdeck mit ungewöhnlich großer Heckscheibe. Die offene Version des Volkswagens 1500 sorgt 1961 auf der IAA für großes Aufsehen. Dank üppigem Platzangebot soll das Typ 3 Cabriolet nicht nur die Urlaubsreise für die Familie komfortabler machen. Mit seiner aufwändigen Verdeck-Konstruktion bringt das elegante Cabriolet vor allem bezahlbaren Luxus in die Mittelklasse. Es ist die gelungene Symbiose bewährter, weiter verfeinerter Volkswagen-Technik und unerreichter Karmann-Expertise im Verdeckbau. Doch die Verantwortlichen von Volkswagen entscheiden sich gegen eine Serienfertigung. Zwei Prototypen existieren noch. Dieses Cabrio wurde in Polen restauriert und ist für Volkswagen Classic gelegentlich im Einsatz.

Karmann Typ 1 Studie

Bj. 1962

 

Karmann baut nicht nur Autos für die Serie, sondern hat eine sehr kreative Entwicklungsabteilung. Immer wieder werden Studien entwickelt, die den Fahrzeugen ein modernes Design verleihen sollen. Die nachfolgende Studie aus dem Jahr 1962, wieder eine Zusammenarbeit von Karmann mit Luigi Segre, zitiert zwar Elemente des Typ 14 Coupés, aber die großzügige Verglasung, die filigranen Dachpfosten und der Verzicht auf die klassische C-Säule sind sehr fortschrittlich. Da das Karmann Ghia Coupé sich jedoch hervorragend verkauft, bleibt es bei diesem Prototypen und der Typ 14 wird immer wieder dezent überarbeitet.

Volkswagen Karmann Ghia Typ 34 Cabriolet Prototyp

Bj. 1963

 

Neben dem Entwurf für das Typ 34 Coupé gibt es auch ein offenes, 1961 vom Leiter der Technischen Entwicklung Johannes Beeskow vorgestelltes Karmann Ghia Typ 34 Cabriolet. Dieses kommt leider nicht über den Status eines Prototypen hinaus. Im Gegensatz zum "kleinen" Karmann Ghia Cabriolet (Typ 14) ist das Verdeck voll versenkbar. Da die Verkaufszahlen als gering prognostiziert werden, wird die Serienfertigung in letzter Minute gestoppt und so entstehen nur ein Dutzend Exemplare dieses schicken Cabrios.

Volkswagen Karmann Ghia Typ 34 Cabriolet Prototyp, Bj. 1963/69

 

Bei diesem Cabriolet wurde eine der originalen Karosserien von 1963 auf ein Chassis von 1969 gesetzt und das Fahrzeug ist daher technisch auf dem Stand des sechs Jahre jüngeren Typ 34.

Studie Volkswagen 1600 TL Bj. 1965

 

1965 wird diese Studie von Karmann vorgestellt. Vorne hat sie das Gesicht des "großen" Karmann Ghia Typ 34 Coupés, hinten ein Fließheck. Der 2+2-Sitzer verfügt über eine umklappbare Rückbanklehne und unter der großen Heckklappe ist ausreichend Stauraum für Gepäck - wobei der Motor doch einigen Platz einnimmt. Leider geht auch diese Version nicht in Serie.

Karmann Typ 1 Studie, Bj. 1965

 

Immer wieder lässt Karmann neue Studien zu möglichen Käfer- oder Karmann-Ghia-Nachfolgern entwerfen. Diese Designstudie ist wieder das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der Carozzeria Ghia. Mit fester Gürtellinie, einer glattflächigen Front mit integrierten Schweinwerferabdeckungen und einem flachen, betont gradlinigen Heck wirkt der Karmann Ghia Typ 1 von 1965 bemerkenswert modern - und leugnet nicht seine italienische Identität. Das Äußere lässt eine starke Motorisierung vermuten. Angetrieben wird die Studie jedoch nur von einem 1200 ccm Boxermotor mit 34 PS aus dem Käfer.

BMW

 

Ende der 1950er Jahre steht BMW aufgrund massiv hoher Verluste vor der von der Deutschen Bank forcierten Übernahme durch den Konkurrenten Daimler-Benz AG. Doch ein Zusammenschluss von Belegschaft, Betriebsräten, BMW-Händlern und Kleinaktionären kann dies verhindern, in dem sie erfolgreich die Bilanz anfechten lassen. BMW bleibt selbständig, doch noch immer klamm. Es fehlt das dringend benötigte Mittelklassemodell. Durch den finanziellen Einstieg des Industriellen Quandt bekommt der Münchner Automobilhersteller die finanziellen Mittel, um dieses Mittelklassemodell zu entwickeln. 1961 stellt das Unternehmen dann den völlig neu entwickelten BMW 1500 der "Neuen Klasse" vor. Dazu gesellen sich die Modelle 1600, 1800 und 2000 - BMW hat den benötigten Erfolgsschlager.

BMW 2000 C/CS, Bj, 1965-70

 

Noch bevor die BMW 2000 Limousine erscheint, wird das von BMW entwickelte und bei Karmann gebaute Coupé präsentiert. Im Karmann-Werk Rheine werden zwischen 1965 und 1970 2.837 Karosserien für das schicke BMW Coupé 2000 C bzw. 8.883 Karosserien des 2000 CS hergestellt. Der Vierzylinder leistet aus 1.990 ccm Hubraum 100 PS (2000 C) bzw. 120 PS (2000 CS). Mit diesem Großauftrag, dem ersten im Werk Rheine, kann Wilhelm Karmann ein weiteres renommiertes Automobil-unternehmen gewinnen und das neue Werk auslasten. Ein Cabriolet bleibt eine Studie. Auch vom Nachfolgemodell 2500/2800 entstehen die 2800 CS Coupés bei Karmann (1968 bis 1971, 9.399 Fahrzeuge) und zwischen 1971 und 1973 werden in Rheine insgesamt mehr als 25.600 Karosserien des BMW 3.0 CS, CSi und CSL gefertigt.

Porsche 912 Coupé, Bj. 1966

  

1964 löst der Porsche 911 die bisherige Modelreihe 356 ab. Der neue Porsche wird nun von einem Sechszylinder-Boxermotor angetrieben. Nachdem 911 und 356 noch ein halbes Jahr parallel gebaut werden, kommt 1965 zusätzlich das Modell 912 als Einstiegsmodell auf den Markt. Dieses hat die Karosserie des neuen 911, eine einfachere Ausstattung als der 911 und vor allem trägt er den alten 1,6 Liter großen Vierzylinder-Boxermotor des Porsche 356 SC im Heck. Bei seiner Markteinführung kostet der 912 16.250 DM und ist damit 5.650 DM günstiger als der 911. Nach dem großen Erfolg der Modellreihe 356, für die Karmann das Hardtop-Coupé gebaut hat, fertigen die Osnabrücker für Porsche Karosserien für den 911 und für die Version 912. Bis 1971 entstehen bei Karmann insgesamt 21.778 Einheiten der beiden Modellreihen. Insgesamt werden damit fast genau 50.000 Porsche 356 B, 356 C, 911 und 912 bei Karmann gebaut.

Opel

 

Schon Anfang des vergangenen Jahrhunderts hat Karmann vereinzelte Karosserien für den Rüsselsheimer Automobilhersteller Opel gefertigt. Zu einer größeren Zusammenarbeit kam es jedoch nicht. In den 1960er Jahren fertigt Karmann mehrere Cabriolet-Prototypen, aber auch das herrliche, 347 mal gebaute Opel Diplomat A V8 Coupé.

Opel Commodore Cabriolet Prototyp

Bj. 1967

 

Karmann steht schon immer für hochwertige Cabriolets und ist ein Spezialist, wenn es darum geht, Serienmodelle in offene Varianten zu verwandeln. Dies geschieht entweder im Auftrag der Hersteller oder in Eigeninitiative. Letzteres ist bei diesem Opel Commodore der Fall. Frisch auf den Markt gekommen, findet gleich ein Coupé den Weg nach Osnabrück. Was dabei entsteht, ist ein wirklich hochwertiges, luxuriöses Cabriolet mit vier vollwertigen Sitzen, vier versenkbaren Seitenscheiben und einem raumsparenden, elektrohydraulischen Verdeckgestänge. Allerdings hat dieser Komfort auch seinen Preis: Rund 17.500 Mark soll der offene Opel Commodore kosten. Für diesen Preis bekommt der Käufer auch den Diplomat mit vier Türen und einem Achtzylindermotor und so entstehen nur vier Versuchsfahrzeuge bei Karmann. Das auf den Fotos abgebildete Fahrzeug verfügt über den Reihensechszylinder mit 2.490 ccm und 115 PS und ist rund 175 km/h schnell. Auch vom Kölner Karosseriebauer Deutsch wird ein Cabriolet auf Commodore-Basis gebaut, das optisch jedoch nicht mit der Eleganz des Karmann-Entwurfes mithalten kann, denn dieses nimmt bei geschlossenen Verdeck auch die Linienführung des Coupés auf. Auch die Ausstattung ist einfacher als die der Karmann-Variante, kostet jedoch nur 13.700 DM.

Volkswagen Typ 4 411 Cabriolet Prototyp Bj. 1968

 

Nicht nur für Volkswagen baut Karmann, auch BMW, MG, Jaguar, Renault, Ford, etc. zählen zu den Kunden der Osnabrücker. Immer wieder entwickelt der Karosseriebauer auf Basis von Limousinen schicke Cabriolets. Die meisten Entwicklungen bleiben jedoch im Prototypenstatus stehen. So auch dieses Volkswagen 411 Cabriolet von 1968. Bei diesem Fahrzeug lässt sich das Faltverdeck elektro-hydraulisch öffnen, die Heckscheibe aus kratzfestem Kunststoff lässt sich per Reißverschluss heraustrennen. Die große Karosserie mit hoher Gürtellinie ist eine Herausforderung an die Stylisten: Der Schwung in der Seitenscheibe verleiht dem Cabrio Leichtigkeit - ein Detail, das später beim Golf Cabrio zitiert wird. Aber der Aufwand zur Serienreife (Versteifung der großen Karosserie) erscheint zu groß, die erwartete Nachfrage zu gering.

Karmann Ghia do Brasil

 

Bereits 1953 hat Volkswagen ein Werk im brasilianischen Sao Paulo errichtet und ist damit der größte Automobilhersteller des südamerikanischen Kontinents. VW versucht, die deutschen Zulieferer davon zu überzeugen, sich ebenfalls in Südamerika anzusiedeln, um dort in ähnlicher Weise wie in Deutschland mit Volkswagen do Brasil zu kooperieren. 1959 reist Wilhelm Karmann erstmals nach Sao Paulo, um die vorhandenen Möglichkeiten und Marktchancen zu analysieren. Am 19. Mai 1960 wird in einer ehemaligen Möbelfabrik, nur zwei Kilometer vom VW-Werk entfernt, das neue Karmann-Werk in San Bernardo do Campos eröffnet. Die Teile für den Bau des Karmann Ghia kommen zunächst aber komplett aus Osnabrück, bürokratische Hürden verzögern eine Produktion vor Ort. So kommt es, dass erst im Juni 1962 das 100. Karmann Ghia Coupé produziert wird. Dann aber liegen alle Genehmigungen vor und die Serienproduktion kann durchstarten. In den ersten Monaten laufen bereits 600 Karmann Ghia Coupés vom Band. Schon bald stellt sich heraus, dass man nicht - wie vorher gedacht - mit den vorhandenen Hallenflächen auskommt. Daher wird ein komplett neuer Fabrikkomplex errichtet, in dem bis zu 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. Neben dem Karmann bauen sie z. B. auch Werkzeuge und Pressteile für die brasilianische Eisenbahn, mehrere zigtausend Anhänger und mehr als 14.000 Ambulanzwagen und Reisemobile. Hier entstehen über 1,6 Millionen Treibstofftanks, Schalldämpfer und Schiebedächer sowie hochkomplizierte Schweißmaschinen. Die Produktion alleine für Volkswagen reicht zum Überleben nicht aus. Bei Karmann Ghia do Brasil entstehen aber nicht nur Karmann Ghia Coupes und Cabriolets. Ab 1969 entsteht für den südamerikanischen Markt der TC 145 und ab 1971 das Sportcoupé SP 2. Aber nicht nur für Volkswagen wurden in Brasilien Automobile gebaut. Ab 1985 läuft an der Via Anchieta das erste Ford Escort Cabrio vom Band, eine Weiterentwicklung für Südamerika. 18.000 Fahrzeuge entstehen. Am 31.03.2008 wird Karmann Ghia do Brasil an die Grupo Brasil, einen brasilianischen Autozulieferer, verkauft.

 

Volkswagen Karmann Ghia Coupé Brasil Bj. 1968

 

Zu den in Brasilien gebauten Karmann Ghia gehört auch dieses Coupé. Es weist im Vergleich zu seinem Osnabrücker Pendant einige bemerkenswerte Abweichungen auf: Während in Osnabrück die großen Rückleuchten vom Typ 4 Einzug halten, werden in Brasilien die kleineren Typ-3-Leuchten eingebaut - sie geben dem Heck einen eigenständigen Charakter. Die anderen Abweichungen fallen erst auf den zweiten Blick auf: Die Exportstoßstangen, die abweichenden Embleme und feine Unterschiede beim Chromzierrat. Das hier ausgestellte Coupé hat keine Heizung, sie ist in Brasilien nur optional lieferbar. Unter der Haube im Heck steckt der bekannte 44 PS starke Boxermotor mit 1.493 ccm.

Volkswagen Karmann Ghia Cabriolet Brasil Bj. 1968-70

 

Am 19.05.1960 gründet Karmann das brasilianische Zweigwerk Karmann Ghia do Brasil in Sao Paulo. Bereits am 23.12.1960 verlässt das erste in Südamerika gebaute Karmann Ghia Coupé das neue Werk. Auch das Karmann Ghia Cabriolet wird in Brasilien gefertigt, allerdings nur in einer sehr kleinen Stückzahl: Lediglich 177 Exemplare entstehen in Brasilien. Wie beim Coupé gibt es auch hier Unterschiede zum Osnabrücker Modell. Es hat andere Rückleuchten, andere Embleme und Export-Stoßstangen. Das Verdeck ist bei diesen 177 Cabrios ungefüttert und kann damit voll versenkt werden.

Triumph TR6 Bj. 1968-76

 

Im Auftrag des britischen Automobilherstellers British Leyland überarbeitet Karmann die Karosserie des Sportwagens TR5. Neben einem kompletten Facelift liefert Karmann die entsprechenden Presswerkzeuge und die ersten Musterkarosserien für den Roadster. Die Linienführung der Karosserie des TR6 wird glatter als die des noch von Giovanni Michelotti entworfenen TR5. Für Vortrieb sorgt ein 2,5 Liter großer Sechszylinder-Reihenmotor mit zunächst 143 PS, während die Fahrzeuge für den US-Markt aufgrund der dortigen Abgasbestimmungen einen Motor mit Doppelvergaser haben, der zwischen 98 und 106 PS leistet. Ab 1973 erhalten auch die in Europa ausgelieferten TR6 einen schwächeren Motor mit 123 PS. 1968 wird der neue Triumph vorgestellt. Bis 1976 entstehen insgesamt 96.619 Exemplare. Aber auch die Limousinen vom Triumph 2000 und des Austin 2000 werden von den Osnabrücker Spezialisten überarbeitet.

AMC Javelin Bj. 1969

 

Der Bau von 281 Einheiten des Javelin im Auftrag der American Motors Corporation (AMC) in Rheine ist eine klassische CKD-Produktion. "Completely knocked down": Rund 90 Prozent aller Teile werden aus den USA angeliefert, montiert, lackiert und fahrfertig ausgerüstet. Diese Javelin 79-K genannte Version gibt es nur mit dem 5,6-Liter-V8-Motor.

Audi 100 LS C1 Cabriolet Prototyp

Bj. 1969

 

Der Verkaufserfolg des 1968 vorgestellten Audi 100 übertrifft alle Erwartungen. Die konservative wie repräsentative Eleganz der Karosserie erweckt Sympathie, zumal sie Ähnlichkeit mit dem Mercedes-Stil verrät. 1969 zeigt Karmann ein auf Basis des 100 C1 gefertigtes Cabriolet. Es bietet vier Personen Platz und besitzt bereits ein elektro-hydraulisches Verdeck. Leider bleibt es bei diesem Prototypen. Erst viele Jahre später baut Karmann erfolgreich Cabriolets auf Audi-Basis in Serie.

Porsche 911 Coupé Bj. 1969

 

Neben dem Bau des Porsche 912 fertigt Karmann in den Anfangsjahren auch Karosserien des identischen Sechszylinder-Modells 911. Diese werden anschließend per Bahn nach Stuttgart-Zuffenhausen transportiert und dort mit Technik, Motor und Innenausstattung komplettiert.

 

Volkswagen Karmann Ghia Typ 34 Coupé Bj. 1969

 

Der Typ 14 ist der "kleine" Karmann Ghia, in den 1960er Jahren kommt auf Basis des Typ 3 der "große" Karmann Ghia hinzu. Dieses Typ 34 genannte Coupé ist jedoch bei weitem nicht so erfolgreich wie der Typ 14. Gemeinsam mit einem Cabriolet wird das Typ 34 Coupé 1961 auf der Frankfurter IAA präsentiert. Das Fahrzeug steht auf dem Chassis des Typ 3 (VW 1500) und hat selbstverständlich einen Boxermotor im Heck. Gegenüber dem "Ur-Karmann-Ghia" ist der Typ 34 14 cm länger geworden. Bis 1969 werden in Osnabrück 42.505 Einheiten des "großen" Karmann Ghia gebaut.

Karmann Design-Studie "Cheetah"

Bj. 1970

 

Das Konzept, die Keilform - der Karmann "Cheetah" hat eindeutig italienische Wurzeln. Die 1970 von Giorgio Giugiaro (Firma Italdesign) auf Basis des VW Käfer entworfene Studie mit dem afrikanischen Namen des Gepards wird 1971 auf dem Genfer Autosalon präsentiert, bleibt aber eine Studie. Der Prototyp ist ein keilförmiger Roadster mit Klappscheinwerfern, Rollverdeck über die gesamte Breite und in die Karosserie integrierten Stoßfängern. Über der Hinterachse befindet sich der 1600er Boxermotor mit 50 PS.

Karmann Studie "Gipsy" Bj. 1970

 

Auch der "Gipsy" entstammt der wachsenden Spaßgesellschaft. Der offene Freizeitwagen basiert auf dem gekürzten Fahrgestell des Typ 14, die Karosserie ist aus GfK und hat keine Türen. Die Windschutzscheibe ist nach vorne umklappbar. Der gesamte Dachaufbau setzt sich aus einem Rohrgestell zusammen, über das eine Plane gezogen wird, die Heckscheibe ist aus Kunststoff. Die Designstudie wird 1971 auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt, geht aber nicht in Serie. 

Volkswagen Karmann TC 145 Bj. 1970-79

 

Bei Karmann Ghia do Brasil in Sao Paulo wird der Karmann Ghia TC 145 entwickelt und ab 1972 ausschließlich für den südamerikanischen Markt gebaut. Im Heck des 2+2-sitzigen Fließheckcoupés mit großer Heckklappe arbeitet die auf 64 PS erstarkte 1600er-Maschine des Volkswagen Typ 3. In der fünfjährigen Bauzeit werden insgesamt 18.119 Exemplare gebaut. Nur wenige Exemplare haben den Weg über den Atlantik nach Europa gefunden.

Karmann GF Buggy Bj. 1971

 

Als die Zeitschrift "Gute Fahrt" den in den USA als Freizeitauto beliebten Buggy auf deutsche Straßen bringen will, liefert Karmann zunächst die Bausätze samt Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff. 2.950 Mark kostet der Traum, montiert wird er auf ein verkürztes Käfer-Chassis. Ab Mai 1971 bietet Karmann den Buggy auch als komplettes Neufahrzeug ab 8.800 DM an. Als Motor gibt es den 1500-ccm-44-PS-Motor, ab 1973 den 1600-ccm-Käfer-Motor. Die Buggy sind vom TÜV zugelassen und bis 1974 entstehen insgesamt 2.000 Karmann GF Buggy und des ebenfalls von Karmann gebauten Buggy AHS Imp.

Karmann Studie "Pik-As" Bj. 1973

 

Zu den Studien, die immer wieder in Osnabrück auf verschiedenen Fahrzeugen konzipiert werden, gehört auch die 1973 auf einem Audi 80 entstandene Designstudie "Pik-As", die auf der IAA in Frankfurt/Main vorgestellt wird. Die Mechanik und der 1,5-Liter-Motor mit 85 PS stammen vom Audi 80 GT. Wieder stammt der Entwurf aus der Feder von Giogio Giugiaro und seiner Firma Italdesign. Viele seiner Stilelemente sind neu - walzenförmige Instrumententräger und Bedieneinheiten, abknöpfbare Türtaschen für den Einkauf. Eine neue Idee sind die in der Karosserie verankerten Türschlösser, die verhindern sollen, dass bei einem möglichen Seitenaufprall die Tür aufspringt. Geplant ist, den "Pik-As" als viersitziges Sportcoupé in einer Kleinserie auf den Markt zu bringen. Allerdings erobert sich Audi mit Limousinen gerade den Massenmarkt in der Mittelklasse und in diese Modellpalette passt eine solche Kleinserie nicht. Viele der Designelemente übernimmt Giugiaro für den VW Scirocco I, der ein Jahr nach der Präsentation des "Pik-As" in Serie geht.

Volkswagen SP2 Bj. 1974

 

Ebenfalls bei Karmann Ghia do Brasil wird der Volkswagen SP2 gebaut - und wie der TC 145 nur für den südamerikanischen Markt. Präsentiert wird der sportliche Volkswagen auf der "Deutschen Industrieausstellung" in Sao Paulo im April 1971. Rudolf Leiding, zwischen 1968 und 1970 Generaldirektor von VW in Brasilien und von Oktober 1971 bis Anfang 1974 Vorstandsvorsitzender von VW in Wolfsburg, hatte den Anstoß zur Entwicklung des Coupés gegeben. Die Serienfertigung startet im Juni 1972. Auch der SP2 basiert auf dem Typ 3. Die sportliche, wohlproportionierte Karosserie ist ein völlig eigenständiger Entwurf von Volkswagen do Brasil. Das aerodynamische Coupé erreicht mit einem leistungsgesteigerten Typ 4-411-Motor mit zunächst 54, später mit 65 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der SP2 besitzt zwei Kofferräume: einen 140 Liter fassenden unter der vorderen Haube und ein 205 Liter fassendes Abteil im Heck, das über eine große Klappe zugänglich ist. Zwischen 1972 und 1976 werden 11.123 Einheiten gebaut. Warum Volkswagen dieses sportliche Coupé nicht auf den europäischen Markt bringt: luftgekühlt und daher veraltet, für einen Sportwagen untermotorisiert und VW/Karmann bringt gerade das Coupé Scirocco auf den Markt.

Volkswagen Karmann Ghia Coupé Typ 14 Bj. 1974

 

 

Als am 31. Juli 1974 in Osnabrück das letzte Karmann Ghia Coupé vom Band läuft, geht nach fast 20 Jahren ein unvergleichliches Kapitel deutscher Automobilgeschichte zu Ende. Insgesamt 362.601 dieser bis heute unvergessenen Automobile sind für Volkswagen gebaut worden - ein Welterfolg. Kein anderes bei Karmann vom Band gelaufene Auto hat die Geschichte und das Image vom Osnabrücker Karosseriebauer so entscheidend geprägt. Bei dem roten Coupé in der Sammlung und auf den Fotos handelt es sich um das letzte in Osnabrück vom Band gelaufene Typ 14 Coupé.

Karmann Ghia Coupés Bj. 1974

 

Auch diese drei Coupés in orange, blau und gelb stammen aus dem Jahr 1974, dem letzten Produktionsjahr des Karmann Ghia Typ 14.

Karmann Ghia Cabriolet Bj. 1974

 

 

Bei diesem weißen Cabriolet handelt es sich um das letzte in Osnabrück vom Band gelaufene Typ 14 Cabriolet. 2009 spielte es u. a. zusammen mit Christian Ulmen eine Rolle im Film „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ 

 

 

 

Volkswagen Scirocco I TS Bj. 1974

 

Der Scirocco I ist der Nachfolger des Karmann Ghia Typ 14. 1974 endet die Ära des sportlichen Käfers. In Wolfsburg soll der Golf die Nachfolge des Käfers als Volkswagen im wahrsten Sinne des Wortes antreten (wobei der Käfer 1200 noch bis 2003 in Mexiko gebaut wird) und passend gibt es wieder einen sportlichen VW: den von Giorgio Giugiaro (Italdesign) entworfenen VW Scirocco I. Er ist in jeder Hinsicht eine Revolution: Er besitzt Frontantrieb, wassergekühlte, leistungsstarke Motoren und eine hochmoderne Karosserie mit Heckklappe. Den Scirocco I gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten und bis zur Ablösung durch den Scirocco II wird das Erscheinungsbild mehrfach überarbeitet. Insgesamt verlassen bis 1981 exakt 504.153 Exemplare die Karmann Werkshallen. Hier ein grüner Scirocco I TS aus dem Jahr 1974 und ein Scirocco I GL von 1977.

Porsche 914/4 Bj. 1974

 

Mit dem Porsche 914 trifft Volkswagen in Zusammenarbeit mit Porsche und Karmann mitten ins Herz sportlich ambitionierter Autofahrer; die IAA-Premiere 1969 wird zum Volksauflauf. Der Mittelmotor-Sportwagen wird mit Vierzylinder- und Sechszylinder-Boxermotoren angeboten, die zwischen 80 und 110 PS leisten. Sämtliche Vierzylinder-Modelle laufen bei Karmann vom Band, der Sechszylinder wird bei Porsche ausgestattet, die Karosserien liefert Karmann. Zwischen 1969 und 1975 fertigt Karmann knapp 120.000 Karosserien für beide Modelle. 

BMW 3,0 CS Bj. 1971-75

 

Zu seiner Zeit ein Traumwagen, heute ein noch immer begehrter Klassiker. Der exklusive BMW 3,0 CS wird 1974 bei Karmann in Rheine gebaut und gewinnt wie seine Vorgänger sofort die Herzen sportlicher Autofreunde. Das viersitzige Coupé ist im April 1971 als Nachfolger des BMW-Coupés 2800 CS vorgestellt worden; hinter der weißblauen BMW-Niere sorgt ein Dreiliter-Sechszylindermotor für stolze 180 PS. In der Einspritzer-Version leistet der Motor sogar 200 PS. Doch die Zusammenarbeit mit BMW startet bereits 1965, als die Münchner ihr Coupé 2000 C/CS zwischen 1965 und 1969 bei Karmann produzieren lassen. Anschließend folgt das BMW-Coupé 2800 CS von 1968 bis 1971. Insgesamt fertigt Karmann 30.544 Dreiliter-Coupés, 13.696 Einheiten vom Coupé 2800 CS und 9.400 BMW 2800 CS.

BMW 316 Cabriolet Prototyp Bj. 1975

 

Mit dem Werkscode BMW E21 kommt 1975 die erste 3er-Reihe von BMW auf den Markt. Der nur zweitürig lieferbare E21 ist mit einem Vierzylinder- und ab 1977 auch mit einem Sechszylinder-Reihenmotor lieferbar. Das Design stammt von Paul Bracq. Auf Basis des BMW 316 präsentiert Karmann 1975 eine Cabrio-Variante. Mit diesem Prototyp soll gezeigt werden, dass sich die 3er-Reihe aus der Sicht von Karmann sehr gut für ein offenes Auto eignet. Der Aufbau ist besonders verwindungssteif, das sehr solide Faltverdeck lässt sich leicht öffnen und schließen. Zu einer Serienproduktion kommt es jedoch nicht. Zwischen 1979 und 1982 wird mit dem BMW E21 TC1 ein sogenanntes Topcabriolet bei Baur in Stuttgart gebaut, bei dem die Fensterrahmen erhalten bleiben und ein Überrollbügel eingebaut ist. Ein von BMW gebautes Vollcabriolet gibt es beim dem E21 erst ab 1985. 

Karmann Studie "Karo As" Bj. 1976

 

Drei Jahre nach der Präsentation des "Pik As" stellen Karmann und Italdesign 1976 anlässlich des Automobilsalons in Turin die Stilstudie "Karo As" zur Diskussion. Der Entwurf von Giorgio Giugiaro auf der Bodengruppe eines BMW 320 setzt Maßstäbe. Chrom ist Mangelware, alle Scheiben - auch die Türen - werden von innen eingebaut und verklebt. Die große Windschutzscheibe hat eine Neigung von 65 Grad, die Stoßfänger sind in die ultraflache Frontpartie voll integriert. Zudem bemerkenswert sind die großen Leuchteinheiten in der überzeugend schlicht gestylten Heckpartie. Alle Hebel und Schalter liegen in Griffnähe des Lenkrades. Giugiaro will stets die Bedienung seiner Kreationen so einfach wie nur irgendwie möglich machen. Mit der Vorstellung dieser von Karmann angeregten Studie unterstreichen die Osnabrücker ihre Kraft zu automobiler Vision: Viele Details des "Karo As" tauchen später bei Entwürfen anderer Designer wieder auf.

Volkswagen Golf I Cabriolet Prototyp

Bj. 1976

 

Zwischen 1949 und 1980 baut Karmann das Volkswagen Käfer Cabriolet. Doch mit der Produktion des VW Golf gibt es auch erste Überlegungen, mit einem Golf Cabrio das Käfer Cabrio abzulösen. 1976 präsentiert Karmann dem VW-Vorstand eine Cabrio-Variante. Der Prototyp enthält noch keinen Überrollbügel. Doch die spätere, 1979 eingeführte Serienversion enthält den ersten bei einem Cabrio serienmäßig eingebauten Bügel - was besonders unter Käfer-Cabrio-Freunden nicht nur bei rotlackierten Fahrzeugen zu dem spöttischen Begriff "Erdbeerkörbchen" führt.

Volkswagen II Karmann-Studie Bj. 1977

 

Bereits 1976 wird bei Volkswagen über einen Nachfolger des Scirocco I diskutiert, der zum Modelljahr 1981 eingeführt werden soll. Giorgio Giugiaro, der bereits für VW den Scirocco I gezeichnet hat, ist mit Karmann auch an den Planungen für den diskutierten Nachfolger Scirocco II beteiligt. 1977 baut Karmann in Zusammenarbeit mit Italdesign einen Prototyp, der bei Volkswagen im Wettbewerb zu anderen Entwürfen steht. Die Giugiaro-Studie wiederholt, im Gegensatz zur später realisierten Karosserie, zahlreiche Stilelemente des Scirocco I und kann sich damit in Wolfsburg gegen einen Entwurf der hauseigenen Designabteilung bei VW nicht durchsetzen.

Volkswagen Golf I Cabriolet

Schnittmodell Bj. 1978

 

Das hier gezeigte Schnittmodell ist das älteste Golf Cabriolet. Es wurde am 27. Oktober 1978 bei Karmann in Osnabrück gebaut und im Werk Wolfsburg zum Schnittmodell für die bevorstehenden Messen umgebaut. Die orange lackierten Teile sind die für einen offenen Wagen notwendigen Steh- und Versteifungsbleche.

BMW 635 CSi Bj. 1978

 

Das Flaggschiff der BMW-Flotte, der BMW 633 CSi, wird von den Münchnern 1976 beim Automobil-Salon in Genf vorgestellt. Mit der Serienfertigung haben die Bayerischen Motoren-Werke zunächst Karmann beauftragt; die Luxus-Limousinen laufen im Werk Rheine vom Band. Besondere Merkmale des 635 CSi sind die wirkungsvolle Aerodynamik, optimale aktive und passive Sicherheit und das ästhetische Karosserie-Styling. Zu Beginn der Fertigung wird das Fahrzeug als 628 CSi mit einem 2,8-Liter-Sechszylinder (184 PS) oder 633 CSi mit 3,3-Liter-Sechszylinder (218 PS) ausgeliefert. Von Juli 1978 an gibt es dann den BMW 635 CSi mit 3,5-Liter-Motor und 218 PS. Bis 1977 baut Karmann 9.800 Einheiten, dann übernehmen die Münchner die komplette Endmontage im neuen BMW-Werk in Dingolfing. Karmann liefert weiterhin die Rohkarosserien. Insgesamt werden rund 87.000 dieser Luxus-Karossen bei Karmann produziert.

Volkswagen Jetta GLS Cabriolet Studie

Bj. 1979

 

1979 wird mit dem Jetta eine Stufenheckvariante des Golf I auf der IAA Frankfurt vorgestellt. Wie beim Golf und beim Scirocco stammt das Design von ItalDesign. Der Jetta hat eine bessere Serienausstattung und mit dem Stufenheck einen Kofferraum mit bis zu 510 Litern Fassungsvermögen. Im Gegensatz zum Golf wird das Stufenheckmodell mit rechteckigen Scheinwerfern ausgestattet. Der Jetta ist als Zwei- und Viertürer erhältlich. Aufgrund des angesetzt wirkenden Hecks wird er häufig als "Rucksack-Golf" bezeichnet. Mit einem Grundpreis von 12.395 DM war das Modell um 2.000 DM teurer als ein vergleichbarer Golf I. Während der Jetta in seinem Herkunftsland Deutschland nicht der größte Erfolg wird, sieht dies in Nordamerika anders aus und der Jetta wird schnell zum meistverkauften Volkswagen in den USA, Kanada und Mexiko. Wie bei fast allen Volkswagenmodellen zeigt Karmann auch beim Jetta die Möglichkeit auf, das Fahrzeug zum Cabrio umzuwandeln. Die Studie erreicht aber nicht die Serienreife. 

Volkswagen Typ 1 1303 Cabriolet

Bj. 1980

 

Das Volkswagen Käfer Cabriolet 1303 ist die letzte Stufe des legendären Cabrios. 1973 wird der VW 1303 eingeführt und wie immer wird die neueste Version von Karmann in der offenen Variante gebaut. Der 1303 hat den längeren Vorderwagen des 1970 eingeführten Vorgängers 1302 und nun auch die gewölbte Frontscheibe. Am 10. Januar 1980 geht die letzte Käfer-Cabrio-Rohkarosserie mit der Produktionsnummer 331.847 aufs Band. Das Cabrio hat den typischen Vierzylinder-Boxermotor unter der Haube mit einem Hubraum von 1,6 Liter und 50 PS. Von 1949 bis 1980 rollen für die Produktion 49.800 Eisenbahnwaggons voller Material mit einem Gesamtgewicht von fast 210.000 Tonnen nach Osnabrück. Aneinandergereiht wäre dies ein Güterzug, der von Osnabrück bis Lindau am Bodensee reichen würde.

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