Volkswagen Scirocco II Hochleistungsmodell Bj. 1982
4 Zylinder, 1.715 ccm, 177 PS, 230 km/h
Das ausgestellte Fahrzeug ist eine Leihgabe aus dem AutoMuseum Wolfsburg. Es ist als Modellstudie für ein Sportcoupé mit hohen Fahrleistungen gedacht und verfügt über elektrische Einspritzung Digijet, Garrett-Turbolader sowie Ladeluftkühler. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Getriebe mit Sperrdifferential. Beim Fahrwerk erfolgte eine geänderte Abstimmung, d.h. härtere Dämpfung und härtere Federn; außerdem wurde es tiefergelegt. Gebremst wird es mit vier Scheibenbremsen, die vorderen innenbelüftet. Das Fahrzeug beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden.
Ford Escort Cabriolet XR 31 Bj. 1983
1980 kommt das Nachfolgemodell für den seit 1967 gebauten Ford Escort auf den Markt. Diese nun dritte Generation ist als Konkurrenz zum erfolgreichen Golf von Volkswagen geplant. Das zweitürige "Auto des Jahres 1981" hat ein Schrägheck, einen Quermotor mit Frontantrieb und hintere Einzelradaufhängung an Trapezquerlenkern und Dämpferbeinen. 1981 kommt mit dem "Turnier" eine Kombiversion hinzu und ab 1983 gibt es den Escort auch als Fünftürer. Die erste Generation des Ford Escort Cabrio (Typ FEC), eine gemeinschaftliche Styling- und Entwicklungsarbeit von Karmann und Giorgio Giugiaro (Italdesign), wird von 1983 bis 1990 im Karmann-Werk Rheine gebaut. Über 104.000 Exemplare des offenen Ford werden dort produziert. Die Karosserie ist, im Vergleich zur Limousine und für den Laien kaum erkennbar, eine absolute Neuentwicklung. Fast 80 Prozent aller Blechteile müssen entweder modifiziert oder sogar neu konstruiert werden. Drei Motoren stehen zur Auswahl: 69, 79 oder 105 PS. Den Viersitzer, der wie das Golf Cabrio einen Überrollbügel besitzt, gibt es auf Wunsch auch mit einem elektrisch zu öffnenden und zu versenkenden Verdeck.
(Ford) Merkur XR 4 Ti Bj. 1984-89
Merkur ist der Name einer vom Ford-Konzern in den Jahren 1984 bis 1990 geführten Automobilmarke, die deutsche Ford-Modelle in Nordamerika anbietet. Der Vertrieb der Fahrzeuge erfolgt über die Mercury-Händler. Zur Auswahl gibt es den Merkur XR 4 Ti (1984-1989) und den Merkur Scorpio (1987-1990). Ausgangspunkt dieser Modellreihe ist der luxuriöse und sportliche Ford Sierra, den Ford in Deutschland baut. In enger Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Karmann wird daraus der Merkur XR 4 Ti abgeleitet, um den anspruchsvollen Ford-Kunden in Nordamerika Rechnung zu tragen. Gebaut wird der Merkur im Werk Rheine unter Einsatz modernster Fertigungstechniken. Mehr als die Hälfte aller Schweißpunkte werden von Robotern gesetzt, die Rohkarossen von "Autocarriern" - induktiv gesteuerten Transportsystemen - zwischen den Stationen bewegt. Der Ford Merkur XR 4 Ti wird mit dem 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Motor (175 PS) von Ford USA ausgestattet, der u.a. auch im Ford Mustang eingebaut ist.
Karmann Kleinwagen GL Studie Bj. 1985
Ideen initiieren, Stylingtrends spüren und rechtzeitig aufnehmen - auch das gehört zur Unternehmensphilosophie von Karmann. So entsteht 1985 dieser Prototyp einer Cabrio-Limousine mit Stoffverdeck und einer Heckscheibe aus Kunststoff.
Volkswagen SE Studie
Immer wieder erhält Karmann von Volkswagen Aufträge, Studien zu entwickeln wie diese Studie SE für einen Kleinwagen.
Volkswagen Golf I Cabriolet Konzept
Bj. 1985
Dieses Golf Cabrio ist ein Einzelstück, konzipiert für heißere Zonen wie z. B. Kalifornien. Dort bleiben die Fahrzeuge meist offen, ein dickes, gefüttertes Verdeck wird in der Regel nicht benötigt. Daher hat das Cabrio nur ein dünnes Dach ohne Fütterung wie einst die 177 in Brasilien gebauten Karmann Ghia Cabriolets. So kann das Verdeck vollständig versenkt werden. Eine Serienproduktion gibt es jedoch nicht.
Volkswagen Golf I Typ A1C Cabriolet
Bj. 1986
Zwischen 1979 und 1993 werden rund 389.000 Golf I Cabriolets gebaut. 1983 präsentiert Volkswagen den Golf II. Das Cabrio wird aber weiterhin bei Karmann auf Basis des Golf I gebaut. Das blaue Cabrio stammt aus dem Jahr 1986. Im folgenden Jahr gibt es ein umfangreiches Facelift ("Große Produktaufwertung").
Volkswagen Fox Cabriolet Design-Studie
Bj. 1987
Unter dem Namen Fox wird in den USA und Kanada zwischen 1986 und 1993 eine Stufenheckversion des bei Volkswagen do Brasil produzierten Golf I angeboten. Das Design des Fox ähnelt dem VW Jetta, es gibt ihn mit zwei oder vier Türen. Ein weiteres Beispiel für die Kreativität der Stylisten, Konstrukteure und Techniker in Osnabrück ist die Studie eines Fox-Cabriolets. Eine besonders auffällige Innenausstattung gibt es mit dem farblich auf die Außenlackierung abgestimmten Leder. Gezeigt wird die Studie auch auf der IAA 1987 in Frankfurt/Main.
Jaguar XJS-12 Cabriolet Bj. 1989
Die Entwicklung des Jaguar XJS-12 Convertible beginnt im Mai 1985. Den Kontakt zur britischen Automobilindustrie hat Karmann bereits in den 1960er und 1970er Jahren durch Karosseriearbeiten für Triumph und Austin geknüpft, Karmann bekommt nun von Jaguar den Auftrag, Prototypen zu bauen. Dabei wird rund ein Drittel der Karosserieteile überarbeitet, die Motor- und Getriebelagerung muss komplett neu konstruiert werden. Das Stoffverdeck wird ebenfalls in Osnabrück entwickelt. Die Besonderheit ist ein elektrohydraulischer Antrieb, welcher das aufwändig gedämmte Faltdach mit der beheizten Glasscheibe in 12 Sekunden öffnet. Nach einer ersten Vorserie in Osnabrück übernimmt Jaguar die Produktion. Karmann liefert dafür Werkzeuge für die Pressteile, Vorrichtungen und eine komplette Rohbaustraße. Insgesamt entstehen rund 13.000 Cabriolets, die in der Bundesrepublik seinerzeit um die 120.000 DM kosten. Angetrieben wird das edle Cabrio von einem 12-Zylinder-V-Motor mit 5.345 ccm Hubraum und 278 PS. Dieser bringt das 1.900 kg schwere Fahrzeug in 7,7 Sekunden auf 100 km/h.
Volkswagen Corrado Roadster Prototyp
Bj. 1989
Vom 1998 vorgestellten VW Corrado entwickelt Karmann im Auftrag der Wolfsburger die Stilstudie "Corrado Roadster". Dank Z-Faltung des Verdecks und der gläsernen, beheizbaren Heckscheibe ergibt sich eine elegante Seitenansicht. Die Studie wird heiß diskutiert, aber nie verwirklicht.
Ford Escort Cabriolet CE 14 Bj. 1990
Im Herbst 1990 kommt der Nachfolger des Ford Escort Typ FEC. Die interne Bezeichnung des neuen Ford Cabrio lautet CE 14. Die Produktion läuft ebenfalls bei Karmann in Rheine an. Das Fahrzeug basiert auf der völlig neuen Escort-Limousine. Ein Viersitzer, der noch sicherer, komfortabler und wirtschaftlicher als sein Vorgänger ist. Zahlreiche Verbesserungen der aktiven und passiven Sicherheit werden von Karmann realisiert: Strukturelle Verbesserungen der Karosserie, seitlicher Aufprallschutz und das Sicherheitslenkrad. Den CE 14 gibt es mit 1,4-Liter-Motor (71 PS), mit 1,6-Liter-Motor (90 PS) und einem 1,8-Liter-Aggregat mit 105 oder 130 PS. Die 1,8-Liter-Motoren finden sich in den sportlichen XR3-Modellen. Zusätzlich stellt Ford sogar einen 90 PS starken Turbodiesel für das Escort Cabrio zur Wahl. Insgesamt baut Karmann von 1983 bis 1997 188.220 Escort Cabrios der beiden erfolgreichen Generationen.
Karmann Studie "Idea" Bj. 1991
Mit dem fahrbereiten und seriennahen Prototyp "Idea" stellt Karmann 1991 seine Gesamtfahrzeugkompetenz eindrucksvoll unter Beweis. Karmann gelingt mit dieser Entwicklung "der große Wurf", wie in der internationalen Designszene anerkannt wird - ein besonderes Kompliment. Aufmerksamkeit erregt auch die neuartige Dachkonstruktion, bei der das feste Dachteil verstärkten Insassenschutz bietet und durch die Z-Faltung als Deckel Schutz für das voll versenkbare Verdeck ist. Der "Idea" ist wegweisend für viele spätere Roadster wie z.B. dem Porsche Boxter, dem Fiat Barchetta oder dem Mazda MX5.
Renault 19 Cabriolet Bj. 1991
1998 stellt Renault sein neues Modell Renault 19 vor, dessen Design von Giorgio Giugiaro stammt. Für den Bau eines Cabrios sichert sich Renault die enge Zusammenarbeit mit Karmann. In Rheine ist man von Beginn an an der Entwicklung, dem Bau der Betriebsmittel und der Produktion intensiv beteiligt. Karmann liefert den kompletten Rohbau und das Verdeck des viersitzigen Cabrios an das Renault-Werk im französischen Maubeuge. Bei geöffnetem Dach verschwindet das Stoffverdeck unter einer Klappe aus Kunststoff, so dass keine Dachwulst die keilförmige Silhouette beeinträchtigt. Auch verzichtet Karmann auf einen damals üblichen Überrollbügel, sondern verstärkt stattdessen massiv den Windschutz-scheibenrahmen sowie die Längsträger. Zwischen 1990 und 1994 ist der R19 das meistverkaufte Importauto in Deutschland. Während die Schräg- und Stufenheckversion des R19 zugunsten des Nachfolgers Renault Megane 1995 eingestellt werden, läuft die Produktion des R19-Cabriolets in Rheine bis Anfang 1997 weiter. Insgesamt entstehen dort 29.222 Cabriolets.
Ford RS Cosworth Bj. 1992
Allein die technischen Daten dieser Straßenversion des Ford Escort machen Lust auf mehr: permanenter Allradantrieb, 220 PS, 2,0-Liter-Motor mit 16 Ventilen, Turbolader, zweistufiger Ladeluftkühler und elektronisch gesteuerte Ladeluftregler, acht Zoll breite Leichtmetallfelgen. Das Projekt Escort RS Cosworth - intern ACE 14 genannt - dient Ford, um im internationalen Rallyesport vorne mitzufahren. Das ist aber erst möglich, nachdem in Rheine die ersten 2.500 Serienfahrzeuge für die notwendige Homologation fertiggestellt werden. Bis Produktionsende 1996 werden bei Karmann insgesamt 8.082 dieser "Rennwagen" für den Privatmann aufgebaut.
Volkswagen Scirocco II Bj. 1992
Der große Erfolg des Scirocco I fordert 1981 einen technisch und optisch überarbeiteten Nachfolger. Um 16,5 cm länger, bietet der Scirocco II mehr Platz im Innenraum, mehr Kopffreiheit im Fond und einen größeren Kofferraum. Und: VW schafft es, den Cw-Wert noch deutlich zu senken und den Scirocco II zu einem der Wagen mit dem geringsten Luftwiderstand weltweit zu machen. Es stehen Motoren von 75 bis 139 PS zur Wahl. Das im Juni 1985 vorgestellte Topmodell, der Scirocco 16V, ist über 200 km/h schnell. Bis zum Produktionsende laufen 291.497 Exemplare in Osnabrück vom Band; insgesamt baut Karmann von der Modellreihe von 1974 bis 1992 rund 800.000 Autos. Übrigens: Am 23. Juni 1981 rollt ein ganz besonderer Wagen vom Band - der 1,5-millionste Volkswagen, den Karmann in 30 Jahren für Wolfsburg gebaut hat. Es ist ein schneeweißer Scirocco GTI. Dieser Scirocco II aus der Sammlung ist eines der letzten gebauten Exemplare aus dem Jahr 1992.
Mercedes-Benz 300 SL-24 "Flügeltürer"-Studie Bj. 1993
Karmann beweist 1993 erneut seine Kompetenz mit der Vorstellung dieser Stilstudie, die die Herzen der Automobil-Enthusiasten höherschlagen lässt und die spürbar Begehrlichkeiten weckt. Als Verbeugung vor dem von 1954 bis 1957 gebauten Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer, der heute zu den wertvollsten Automobilen der Oldtimer-Szene gehört, zitiert Karmann auf der Basis eines aktuellen 300 SC-Sportcoupé die noch immer wieder bewunderten Flügeltüren. Karmann entwickelte das Fahrzeug für den Genfer Autosalon 1993.
Volkswagen Golf I Typ A1-A2c GP Cabriolet Bj. 1993
Auch nach der Präsentation des Golf II wird bei Karmann zunächst unverändert das Golf I Cabriolet weiterproduziert. Erst 1987 gibt es im Rahmen einer so genannten "Großen Produktaufwertung" (GP) ein Facelift mit einem anders gerippten Kühlergrill, Doppelscheinwerfern und lackierten Kunststoffstoßfängern mit integrierten Radläufen sowie Schwellerverkleidungen. In dieser modernisierten Form wird das Golf I Cabriolet bis 1993 produziert. Hier ein Golf Typ A1/A2c GP Cabriolet aus dem Jahr 1993, dem letzten Produktionsjahr.
Volkswagen Golf III Typ A3C Cabriolet
Bj. 1994
Als der Golf III in Wolfsburg präsentiert wird, gibt es 1993 passend dazu das neue Volkswagen Golf Typ A3C Cabriolet. Auch dieses Cabrio hat einen fest integrierten Überrollbügel. Nicht zuletzt wegen des in der Cabrio-Klasse neue Maßstäbe setzenden Sicherheits-Pakets mit Doppel-Airbag, ABS und Seitenaufprallschutz wird auch das neue Golf-Cabriolet zum "Quotenhit". Zwischen 1993 und 1997 entstehen 139.578 Einheiten. Das ausgestellte weiße Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1994 und ist ein sogenanntes „Null-Serien-Fahrzeug“.
Volkswagen Corrado Coupé Bj. 1995
Gedacht ist der Corrado als Nachfolger des Scirocco II. Der VW Corrado ist der zu Zeiten seines Produktionsstarts sportlichste und leistungsstärkste Volkswagen. Ursprünglich soll der Scirocco II noch ein Jahr parallel gebaut und dann von einem preisgünstigeren Sportwagen auf Polo-Basis abgelöst werden. Dazu kommt es jedoch nicht. Der Corrado ist zunächst mit einem Vierzylinder-, später auch mit einem Sechszylindermotor erhältlich. An der Entwicklung und Konstruktion ist maßgeblich Karmann beteiligt. Für den technisch und qualitativ anspruchsvollen 2+2-Sitzer sind neue Fertigungsstraßen und Kontroll- und Messeinrichtungen notwendig. Bis zur Produktionseinstellung 1995 werden bei Karmann 97.521 Fahrzeuge gebaut.
Jaguar XK8 Cabriolet Bj. 1996
Karmann ist schon immer ein international gefragter Partner mit seiner Kompetenz in der Entwicklung und dem Bau von Verdecksystemen. So entwickelt und liefert Karmann auch das Verdeckgestänge für das ab 1996 gebaute noble Jaguar XK8-Cabriolet just in time direkt an das Jaguar-Band. Gebaut und lackiert werden das Cabrio und das Coupé in der Jaguar-Fabrik Castle Bromwich bei Birmingham, die Endfertigung erfolgt in der Browns Lane im Vorort Allesley von Coventry. Bis 2006 werden 90.064 Fahrzeuge produziert, mehr als 50.000 davon werden in die USA exportiert. Das intern Jaguar 100 genannte Fahrzeug gibt es mit einem Saugmotor als XK8 und als XKR mit einem Kompressor-Motor.
Mercedes-Benz SLK 170 Prototyp
Bj. 1996
Für Mercedes-Benz entwickelt Karmann diesen schicken Roadster. Für die Serie fertigt Karmann die Bodengruppe, die anschließend nach Bremen zum Mercedes-Werk geht, wo das Fahrzeug komplettiert wird.
Renault Megane I Cabriolet Bj. 1996
Den besonderen Ruf des Hauses Karmann auch in der Herstellung von Komponenten für den internationalen Automobilbau und deren Entwicklung unterstreicht die enge deutsch-französische Kooperation mit Renault. Nachdem in Rheine bereits von 1990 bis 1996 fast 30.000 Rohkarosserien und Verdecksysteme für das Renault 19 Cabrio entstanden sind, werden auch für das Nachfolge-Modell Megane in Rheine die komplette Rohkarosserie und das Verdeck gefertigt. Die KTL-lackierten Karosserien und die Verdecksysteme liefert Karmann anschließend an das französische Renault-Werk im französischen Dieppe.
Mercedes-Benz A208 Cabriolet Studie
Bj. 1997
Auf Basis des CLK Coupés entwickelt Karmann dieses elegante Cabriolet. Im Gegensatz zum SLK 170 wird die komplette Serie (Rohbau, Lackierung und Montage) bei Karmann gebaut.
Karmann AFB Bj. 1998
Mit dem "Aluminium-Form-Body" (AFB) sorgen Entwicklungsingenieure weltweit für Aufsehen. Auf der Basis des vom Fraunhofer-Institut entwickelten Grundmaterials gelingt es, tiefziehbare Sandwich-Platten zu realisieren, deren Geheimnis eine aufschäumbare Aluminiumstruktur ist und so Gewichtsreduzierungen im Automobilbau möglich machen. Das Verfahren: Mit einem Treibmittel versetztes Alu-Granulat wird zwischen zwei Aluminium-Deckbleche gebracht und erhitzt. Dadurch dehnt sich das Treibmittel wie ein Schaum aus und bildet zwischen den Blechen eine feste metallische Verbindung. So entsteht eine Struktur mit enormer Festigkeit und geringem Gewicht. 1997 stellt Karmann das AFB-Verfahren erstmals auf Fachkongressen in den USA vor. Im Januar 1998 wird zur Detroit Motor-Show ein aufgeschnittenes Fahrzeug gezeigt, um deutlich zu machen, dass ein AFB-Spaceframe aus Aluminium ein für den Automobilbau wegweisendes Konzept ist. Die AFB-Konzeptstudie präsentiert Karmann im März 1998 in Genf.
Audi 80 B3 Cabriolet Bj. 1999
Im Karmann-Werk in Rheine wird das Audi 80 B3 Cabriolet zwischen 1997 und 2000 gefertigt. Das Cabriolet wird von Audi bereits 1991 präsentiert und gebaut. 1997 geht es bei Karmann weiter. Rohbau, Lackierung und Fertigmontage der Cabriolets finden vollständig in Rheine statt. Mit der Verlagerung wird auch die Optik an das neue Modell A4 angepasst. Am 27.07.2000 verlässt das letzte von 12.112 Audi 80 B3 Cabriolet das Werk in Rheine. Das ausgestellte Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1999.
Karmann Coupé-Cabriolet-Studie Bj. 1999
Ein viersitziges Coupé, dass sich innerhalb weniger Sekunden in ein echtes Cabriolet verwandelt - das ist die Aufgabenstellung für Jörg Steuernagel, Chef des Karmann-eigenen "Design Studios", und die Mitarbeiter der Technischen Entwicklung. Drei Dachteile - 2,21 Quadratmeter feste Dachfläche - werden von acht Antrieben über 36 Gelenke aufgestellt, nach hinten umgelegt und verschwinden im Kofferraum. Die Dachteile brauchen dann nur einen Quadratmeter Platz, so dass der Kofferraum auch bei geöffnetem Dach noch ein Volumen von 250 Kubiklitern hat. Diese Dachentwicklung - konsequente Fortführung des RHT-Daches - wird zur IAA in Frankfurt/Main 1999 vorgestellt und sorgt weltweit für große Aufmerksamkeit. In der Sammlung befindet sich eine geschlossene braune und eine offene blaue Studie.
Audi A4 B6 Cabriolet Bj. 2001
Ab November 2000 wird die zweite Baureihe des Audi A4 produziert. Karmann ist von Anfang an in die Entwicklung des Nachfolgemodells B6 Cabriolet einschließlich des Dach-Systems eingebunden. Zudem wird das neue Audi-Cabrio von Karmann in Rheine komplett gebaut. Auch ein Stoffverdeck findet wieder Verwendung. Dieses kann serienmäßig elektrohydraulisch und vollautomatisch ohne erforderliche manuelle Entriegelung per Knopfdruck innerhalb von 24 Sekunden geöffnet werden und wird dabei vollständig unter der automatischen Verdeckklappe verstaut. Beim Audi A4 Cabriolet handelt es sich weitestgehend um ein von der namensgebenden Baureihe A4 eigenständiges Modell, da alle Karosserieteile mit Ausnahme der Außenspiegel ein eigenständiges Design besitzen und keine Anbauteile der Limousine oder des Kombi übernommen werden. Gebaut wird das Audi A4 B6 Cabriolet von April 2020 bis Januar 2006.
Volkswagen Golf IV A3-A4C Cabriolet
Bj. 2001
Als der Golf IV im Frühjahr 1998 erscheint, gibt es auch ein neues Cabriolet - zumindest optisch. Änderungen beim Design mit einer neuen Front- und Heckpartie und dem Rückleuchtenlayout machen aus dem Golf III Cabriolet das Golf IV Cabriolet. Vom Golf Typ A3/A4C Cabriolet werden bis 2002 bei Karmann 600.585 Einheiten gebaut. Mit diesem Modell endet zunächst die Geschichte des Volkswagen Golf Cabriolets. Im Frühjahr 2003 erscheint das im mexikanischen Puebla gefertigte New Beetle Cabriolet.
Karmann Transformer Studie Bj. 2001
Mit der viersitzigen Studie „Karmann-Transformer“ zeigt Karmann zur Feier des 100jährigen Unternehmensjubiläums einen neuen Ansatz bei der Konstruktion variabler Coupé/Cabriolet-Konzepte. Dreh- und Angelpunkt des auf der IAA 2001 dem breiten Publikum präsentierten Modells ist das innovative „Dual-Top“-Verdecksystem. Es besteht aus einem vorderen weichen (textiles Softtop) Bereich und einer hinteren festen Glaskuppel. Beide Dachhälften senken sich auf Knopfdruck so platzsparend im Kofferraum ab,dass deutlich mehr Stauraum verbleibt als bei Fahrzeugen mit einem herkömmlichem „Retractable Hardttop“. Dazu kommen weitere optische und funktionelle Vorteile, die das System speziell für Kompakt- und Mittelklassewagen attraktiv machen.
Mercedes-Benz C Klasse Sportcoupé Cabrioletstudie Bj. 2001
Dass Karmann nicht nur Visionen technisch und optisch perfekt präsentiert und damit wegweisend ist, sondern auch Ideen und Hinweise für bereits erfolgreiche automobile Baureihen geben kann, zeigt die Mercedes DCC Stilstudie – vorgestellt im März 2001 beim Automobil-Salon in Genf. Basisfahrzeug ist das im Herbst 2000 in Paris präsentierte C-Klasse-Sportcoupé von Mercedes-Benz, aus dem in Osnabrück unter Wahrung der charakteristischen Linien ein sportliches Cabriolet wird. Karmann entwickelt diese Stilstudie in eigener Regie, darf aber vor dem Hintergrund der bereits erfolgreichen Zusammenarbeit den Stern auf die Haube setzen.
Mercedes-Benz CLK Cabrio (A209)
Bj. 2002-2010
Auch das ab 2002 angebotene CLK-Cabriolet wird bei Karmann in Osnabrück komplett gefertigt, während das Coupé in Bremen bei Mercedes-Benz vom Band läuft. Beide Varianten basieren auf der Plattform der C-Klasse. Das Cabrio hat ein Stoffverdeck in den Farben Schwarz, Blau oder Grau, dass sich innerhalb von 25 Sekunden elektrohydraulisch öffnen und schließen lässt.
Renault Megane II CC Bj. 2003-2006
Das Megane II CC („Coupé-Cabriolet") steht im März 2003 bei den Händlern. Es basiert auf dem Renault Megane II und verfügt als Besonderheit über ein zweiteiliges Glas-Faltdach. Zum Vorgänger, dem Megane I Cabriolet mit Stoffverdeck, bestehen praktisch keine Gemeinsamkeiten mehr. Das Faltdach kann auf Knopfdruck im Kofferraum elektrohydraulisch versenkt werden. Im Gegensatz zum Peugeot 307 CC, der über eine ähnliche von Magna gebaute Dachsektion verfügt, besteht beim von Karmann gebauten Renault-Dach neben der Heckscheibe auch das eigentliche „Dach“ aus Glas. Mit einem integrierten Sonnenrollo kann es abgedunkelt werden. 2006 erfolgt eine Überarbeitung, die Fahrzeuge sind hauptsächlich an der leicht geänderten Frontpartie und zusätzlichen Schriftzügen am Heck zu unterscheiden.
Chrysler Crossfire Coupé
Bj. 2003-2007
Chrysler Crossfire Roadster
Bj. 2004-2007
Der Chrysler Crossfire ist ein Projekt von DaimlerChrysler und wird bei Karmann im Osnabrücker Werk gebaut. Dem Fahrzeug geht ein Konzeptfahrzeug voraus, das erstmals auf der North American International Auto Show (NAIAS) 2001 gezeigt wird. Während die Produktion des Coupés am 03.01.2003 startet, beginnt der Bau des Roadsters erst ein Jahr später am 02.02.2004. Sowohl das Coupé als auch der Roadster basieren auf dem Mercedes SLK (Baureihe 170). Angetrieben werden beide Varianten mit dem gleichen 3,2-Liter-V6-Basismotor agetrieben, dem Mercedes M112. Die Motorleistung beträgt mit einem Saugmotor 218 PS und als Crossfire SRT6 mit einem Kompressormotor maximal 335 PS. Letzterer entspricht dem Motor des SLK 32 AMG, ist jedoch um 19 PS gedrosselt. Das Coupé verfügt über ein festes Stahldach, während der Roadster ein klassisches Stoffdach besitzt. Am 17.12.2007 wird bei Karmann der letzte Crossfire gefertigt, da die Verkaufszahlen nicht den Erwartungen entsprechen. Insgesamt entstehen 76.045 Fahrzeuge, davon 45.506 Coupés und 30.539 Roadster.
Karmann Studie SUC Bj. 2005
Mit dieser Studie zeigt Karmann die Möglichkeiten eines Cabriolets auf Basis eines SUV. Basis ist hier ein BMW X5, dessen Technik übernommen wird, die Karosserie jedoch wird vollständig von Karmann entwickelt. Die Osnabrücker setzen dem viersitzigen Geländewagen ein Stoffverdeck mit integriertem Ausstelldach auf und kombinieren es mit einer separaten Heckscheibe aus Glas. Die Türen öffnen gegenläufig zueinander und sind wegen der fehlenden B-Säule mit neuartigen Dichtungen bestückt. Das Fahrwerksystem wird vom Zulieferer ZF beigesteuert - mittels elektronischer Dämpferregelung CDC (Continuous Damping Control) wird fast in Echtzeit der optimale Dämpfungsgrad errechnet. Vorteil: Wenn dieses System perfekt arbeitet, dürfte die bei Cabrio-Karossen sonst so wichtige Verwindungssteifheit kaum mehr eine Rolle spielen.
Nissan Micra CC Cabriolet Bj. 2005
Die Studie für das Nissan Micra CC Cabriolet wird in Osnabrück bei Karmann entwickelt. Es ist die Grundlage für eine spätere Serienproduktion, die im englischen Nissan-Werk erfolgt. Das in der Sammlung ausgestellte Fahrzeug stammt aus der späteren Serienproduktion.
Audi A5 Cabriolet Bj. 2007
Das noch auf dem Audi A4 basierende Cabriolet wird zwar von Karmann entwickelt, jedoch nicht wie sein Vorgänger auch bei Karmann gebaut. Das neue Cabrio läuft im Audi-Werk in Neckarsulm vom Band.
Volkswagen Polo GTI Cabriolet Studie
Bj. 2007
Karmann ist bekannt dafür, Cabrios auf verschiedensten Fahrzeugen zu entwickeln. Darunter ist so manche Studie, die bedauerlicherweise nicht weiterverfolgt wird. Dazu gehört sicherlich auch diese Studie für ein Volkswagen Polo GTI Cabriolet. Sie wird 2007 auf der Frankfurter IAA präsentiert. In das knapp geschnittene Stoffverdeck ist sogar ein Glas-Schiebedach integriert. Wie auch beim Golf Cabrio besitzt das Cabrio einen blitzschnell herausschnellenden Überrollbügel. Eine weitere Besonderheit ist das Softtop, das ohne Verdeckkastendeckel und Gestängeklappen auskommt, wodurch es mehr Platz im Innenraum gibt. Unter der Haube werkelt ein 150 PS starker 1,8-Liter-Vierzylindermotor. Im Innenhimmel des Dachs sind zahlreiche LED eingebaut, die beim geschlossenen Fahrzeug eingeschaltet werden können ("Sternenhimmel").
Land Rover Defender Bj. 2002-2005
Zwischen 2002 und 2005 läuft im brasilianischen Karmann-Werk in Sao Bernardo do Compo mehrere Jahre der Land Rover Defender als CKD-Bausatz vom Band, ca. 2.800 Fahrzeuge entstehen. Angetrieben wird der Defender von einem 122 PS starken Vierzylinder-Dieselmotor mit 2,4 Liter Hubraum, womit er die Euro-4-Abgasnorm erfüllt. Insgesamt wird die Serie des Defender zwischen 1948 und 2016 gebaut.