Aus und Neubeginn

 

Am 23. Juni 2009 rollt als letztes Fahrzeug ein schwarzes CLK-Cabriolet in Osnabrück vom Band. Die Karmann-Gruppe hat im April 2009 die vorläufige Insolvenz angemeldet. Damit scheint eine mehr als 100 Jahre andauernde Geschichte der Automobilproduktion in Osnabrück vorbei zu sein. Insgesamt baut Karmann in seiner Firmengeschichte mehr als 4 Millionen Fahrzeuge und für viele Hersteller entwickelt und baut Karmann Dachkomponenten und Prototypen. Doch bereits am 20.11.2009 teilt Volkswagen mit, Teile von Karmann übernehmen zu wollen. Damit werden in Osnabrück weiterhin Automobile gebaut. Auch übernimmt Volkswagen die komplette Fahrzeugsammlung Karmann und bewahrt dadurch das Erbe und die Historie des einst bedeutenden unabhängigen Automobilbauers aus Osnabrück und verhinderte die Zerschlagung dieser einzigartigen Sammlung. Diese wird nun organisatorisch in die Abteilung Volkswagen Classic integriert.

 

Golf 6 Cabriolet, Baujahr 2011

 

Mit dem neuen Golf Cabriolet setzt Volkswagen eine große Tradition fort: Zwischen 1979 und 2002 baute Karmann mehr als 680.000 offene Golf für die Wolfsburger. Doch die nun unter Regie von VW gebaute 6. Auflage unterscheidet sich - abgesehen von der aktuellen Technik - besonders in einem Designelement von seinen Vorgängern: das Cabrio besitzt keinen Überrollbügel mehr. Dessen Funktion übernimmt nun ein in Sekundenbruchteilen hochschnellender Überschlagschutz. Das in der Sammlung ausgestellte Golf 6 Cabriolet ist das erste Exemplar, das am neuen Volkswagen-Standort am 17. März 2011 vom Band läuft. Eröffnet wird die Produktion vom Bundespräsidenten Christian Wulff, der als Osnabrücker und ehemaliger Ministerpräsident maßgeblichen Einfluss daran hat, dass in Osnabrück weiterhin Automobile gebaut werden, und dem damaligen VW-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Winterkorn. 

 

Porsche Cayman Bj. 2012

 

2012 wird die zweite Generation des Porsche Cayman der Öffentlichkeit präsentiert. Wie der Vorgänger trägt auch das neue Modell des Mittelmotor-Sportlers sein Herz am rechten Fleck: Der 3,4-Liter-Boxermotor ist vor der Hinterachse eingebaut und leistet im Cayman S 325 PS. Das Basismodell verfügt über 2,7 Liter Hubraum und 275 PS. Der neue Cayman läuft ab dem 28.11.2012 im Werk Osnabrück vom Band. Ab März 2014 wird hier auch der 385 PS starke Cayman GT4 gebaut. Der ausgestellte gelbe GT4 verfügt über diesen Motor, der den Mittelmotor-Sportwagen in nur 4,4 Sekunden auf 100 km/h bringt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 295 km/h. Gegenüber dem „normalen“ Cayman wird die Karosserie des GT4 um 30 mm tiefergelegt, die Aerodynamik an Front und Heck optimiert und der mächtige Heckflügel aus Kohlefaser sorgt für den nötigen Abtrieb an der Hinterachse. Das variable Stoßdämpfersystem PASM regelt aktiv und kontinuierlich die Dämpferkraft – abhängig von der Fahrweise und von der Fahrsituation – für jedes einzelne Rad. Damit ist der GT4 sowohl für den Einsatz auf der Rundstrecke als auch für sportliche Straßenfahrten ausgelegt.

 

Porsche Boxter (Typ 981) Bj. 2012

 

Neben dem klassischen Porsche 911 ist in den letzten Jahren auch der Boxster seit 1996 ein überaus erfolgreiches Roadster-Modell geworden. Da die Zuffenhausener die Nachfrage nicht bewältigen können, wird ab 2012 die dritte Generation des schicken, offenen Sportwagens eine Zeit lang auch in Osnabrück gebaut, der erste Boxter aus Osnabrück verlässt am 19.09.2012 das Band. Der in Mittelmotor-Bauweise gebaute Sportwagen leistet 265 PS und beschleunigt in 5,8 Sekunden auf 100 km/h. Ein langer Radstand, die nach vorne gezogene Windschutzscheibe und das geschlossen sehr flach verlaufende Verdeck unterstreichen die keilförmig gestreckte Silhouette. Das Dach öffnet und schließt in nur neun Sekunden – bei einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h. 2016 kommt die nächste Generation des Boxter auf den Markt, nun als Porsche 718 Boxter (Typ 982).

 

Volkswagen Golf GTI Austria Bj. 2013

 

Dieses spezielle Golf GTi Cabrio Austria wird 2013 von Volkswagen-Auszubildenden für das GTi-Treffen am Wörthersee entworfen. Unter der Haube der Studie steckt ein 2,0-TSI-Benzinmotor, dessen Leistung auf 333 PS gesteigert wurde.

 

 

 

 

Volkswagen XL1 Bj. 2013

 

Ein Auto mit einem Verbrauch von maximal einem Liter – davon träumt angesichts der Benzinpreise jeder Autofahrer. Mit dem XL1 bringt Volkswagen ein in limitierter Auflage entstandenes Ein-Liter-Auto auf den Markt. Beim XL1 handelt es sich um einen Plug-in-Hybrid, der sowohl einen Elektro- als auch einen Dieselmotor besitzt. Über eine Distanz von bis zu 50 Kilometern fährt der Zweisitzer rein elektrisch und damit emissionsfrei. Bei Bedarf schaltet sich ein 0,8 Liter kleiner Zweizylinder-TDi hinzu, der den XL1 auf bis zu 160 km/h beschleunigt und die Batterie wieder auflädt. Das Design folgt stringent den Gesetzen der Aerodynamik und erreicht mit einem cW-Wert von 0,189 und einer Höhe von nur 1.153 Millimetern neue Dimensionen. Daher besitzt er auch keine Außenspiegel. Kameras und Displays im Innern ersetzen diese. Die Karosserie besteht größtenteils aus Carbonfaser-verstärktem Kunststoff (CFK). Das Ergebnis: nur 795 kg Leergewicht. So reichen dem XL1 8,4 PS, um mit einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h über die Ebene zu gleiten. Produktionsstart der kleinen Serie ist der 17.04.2014 und bis 2016 entstehen rund 200 Fahrzeuge im Volkswagenwerk Osnabrück. Der Preis wird mit 111.000 Euro beziffert. Das Fahrzeug kann jedoch nur geleast werden. 

 

MOIA Bj. 2018

 

Für den Ridesharing-Dienst der Stadt Hamburg wird Ende 2018 die Kleinstserie MOIA gebaut. Der elektrisch betriebene Kleinbus MOIA basiert auf dem VW Crafter und wird gemeinsam mit Volkswagen Osnabrück für die Anforderungen des Ridepoolings (Form der gewerblich organisierten Personenbeförderung, eine Mischung zwischen Taxi und ÖPNV) entwickelt und gebaut. Der MOIA+6 verfügt über sechs Fahrgastplätze, hat eine maximale Geschwindigkeit von 90 km/h und erzielt eine Reichweite von rund 300 Kilometern. Die leere Batterie kann innerhalb von 30 Minuten auf etwa 80% der Kapazität geladen werden. MOIA ist ein Mobilitätsunternehmen des Volkswagen-Konzerns, das derzeit (Stand 09/2022) nur im Raum Hamburg tätig ist.

 

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